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षष्टितमः सर्गः · Kausalyā’s Lament and Sumantra’s Consolation (Sītā’s Fearless Forest-Life)
अयोध्याकाण्ड
Dieser Sarga entfaltet ein vom Schmerz getragenes Gespräch: Königin Kausalyā, körperlich erschüttert und zitternd, wendet sich an den Wagenlenker Sumantra und verlangt, unverzüglich zu Rāma, Sītā und Lakṣmaṇa gebracht zu werden, da sie die Trennung von ihrem Sohn nicht überleben könne. Sumantra antwortet mit gefalteten Händen und wohlgeordneter Tröstung: Er mahnt, die Verzweiflung aufzugeben, deutet Rāmas Waldleben als prinzipientreues Ausharren im Dharma und schildert Lakṣmaṇas Dienst als disziplinierte Pflichterfüllung, die geistiges Verdienst begründet. Dann richtet er den Trost auf Sītās Haltung: Sie erscheint nicht niedergeschlagen, sondern im öden Wald so zuversichtlich wie daheim; spielerisch erkundigt sie sich nach Dörfern, Flüssen und Bäumen, und ihr Herz ruht ganz in Rāma, sodass Ayodhyā ohne ihn ihr wie Wildnis vorkäme. Sumantra preist Sītās unvergänglichen Glanz trotz der Mühen der Reise, die Bilder von Lotos und Mond, ihre ungeschmückten und doch leuchtenden Füße sowie ihr furchtloses Schreiten unter Rāmas Schutz selbst inmitten wilder Tiere. Das Kapitel schließt mit der Aussage, dass solches Verhalten dauerhaften Ruhm erlange; doch trotz des treffenden Rates hält Kausalyās mütterliche Trauer an, und immer wieder ruft sie nach ihrem geliebten Sohn.
Verse 1
ततो भूतोपसृष्टेव वेपमाना पुनः पुनः ।धरण्यां गतसत्त्वेव कौसल्या सूतमब्रवीत् ॥१॥
Da sprach Kausalyā, immer wieder bebend, als wäre sie von einem Geist ergriffen, und als läge sie, der Sinne beraubt, am Boden, zum Wagenlenker (Sumantra).
Verse 2
नय मां यत्र काकुत्स्थस्सीता यत्र च लक्ष्मणः ।तान्विना क्षणमप्यत्र जीवितुं नोत्सहेह्यहम् ॥२॥
Führe mich dorthin, wo Rāma aus dem Geschlecht der Kakutsthas ist, wo Sītā ist und wo Lakṣmaṇa ist. Ohne sie vermag ich hier nicht einmal einen Augenblick zu leben.
Verse 3
निवर्तय रथं शीघ्रं दण्डकान्नय मामपि ।अथ तान्नानुगच्छामि गमिष्यामि यमक्षयम् ॥३॥
Wende den Wagen unverzüglich und nimm auch mich mit in den Dandaka-Wald. Wenn ich ihnen nicht folge, werde ich zur Wohnstatt Yamas gehen — in den Tod.
Verse 4
बाष्पवेगोपहतया स वाचा सज्जमानया ।इदमाश्वासयन्देवीं सूतः प्राञ्जलिरब्रवीत् ॥४॥
Da sprach der Wagenlenker, die Hände ehrfürchtig gefaltet, um die Königin zu trösten; seine Stimme stockte, vom Strom der Tränen erstickt.
Verse 5
त्यज शोकं च मोहं च सम्भ्रमं दुःखजं तथा ।व्यवधूय च सन्तापं वने वत्स्यति राघवः ॥५॥
Lass Kummer, Verblendung und die aus Leid geborene Unruhe fahren; schüttle auch die Qual ab. Raghava wird im Wald leben und die Mühsal von sich weisen.
Verse 6
लक्ष्मणश्चापि रामस्य पादौ परिचरन्वने ।आराधयति धर्मज्ञः परलोकं जितेन्द्रियः ॥६॥
Und auch Lakshmana — selbstbeherrscht und des Dharma kundig — dient im Wald zu Ramas Füßen und erwirbt so geistiges Verdienst für das Jenseits.
Verse 7
विजनेऽपि वने सीता वासं प्राप्य गृहेष्विव ।विस्रम्भं लभतेऽभीता रामे सन्न्यस्तमानसा ॥७॥
Selbst im einsamen Wald findet Sītā, dort wohnend wie in einem eigenen Haus, Vertrauen und Furchtlosigkeit, denn ihr Geist ruht ganz in Rāma.
Verse 8
नास्या दैन्यं कृतं किञ्चित्सुसूक्ष्ममपि लक्ष्यते ।उचितेव प्रवासानां वैदेही प्रतिभाति मा ॥८॥
An ihr ist nicht einmal die feinste Spur von Niedergeschlagenheit zu erkennen; Vaidehī erscheint mir, als sei sie bereits an das Leben fern der Heimat gewöhnt.
Verse 9
नगरोपवनं गत्वा यथा स्मरमते पुरा ।तथैव रमते सीता निर्जनेषु वनेष्वपि ॥९॥
Wie sie einst in den Lusthainen der Stadt Freude fand, so erfreut sich Sītā nun selbst in diesen einsamen Wäldern.
Verse 10
बालेव रमते सीताऽबालचन्द्रनिभानना ।रामा रामे ह्यधीनात्मा विजनेऽपि वने सती ॥१०॥
Sītā, deren Antlitz dem jungen Mond gleicht, hält ihren ganzen Geist an Rāma gebunden; und obgleich sie im einsamen Wald ist, erfreut sie sich daran wie ein Kind, die Tugendhafte.
Verse 11
तद्गतं हृदयं ह्यस्यास्तदधीनं च जीवितम् ।अयोध्यापि भवेऽत्तस्या रामहीना तदा वनम् ॥११॥
Denn ihr Herz ist auf ihn gerichtet, und ihr Leben selbst hängt von ihm ab; wäre sie ohne Rāma, so würde selbst Ayodhyā ihr dann zum Wald werden.
Verses 12-13
परिपृच्छति वैदेही ग्रामांश्च नगराणि च ।गतिं दृष्ट्वा नदीनां च पादपान्विविधानपि ॥१२॥रामं हि लक्ष्मणं वापि पृष्ट्वा जानाति जानकी ।अयोध्या क्रोशमात्रे तु विहारमिव संश्रिता ॥१३॥
Vaidehī, wenn sie Dörfer und Städte, den Lauf der Flüsse und Bäume mancherlei Art erblickt, fragt unablässig danach; und nachdem Jānakī Rāma oder Lakṣmaṇa befragt hat, erkennt sie alles, als hätte sie sich in einem Lusthain niedergelassen, nur eine Krośa von Ayodhyā entfernt.
Verse 14
इदमेव स्मराम्यस्यास्सहसैवोपजल्पितम् ।कैकेयी संश्रितं वाक्यं नेदानीं प्रतिभाति मा ॥१४॥
Nur dies erinnere ich: dass sie plötzlich einige Worte über Kaikeyī aussprach; doch welche es waren, will mir jetzt nicht mehr einfallen.
Verse 15
ध्वंसयित्वा तु तद्वाक्यं प्रमादात्पर्युपत्स्थितम् ।ह्लादनं वचनं सूतो देव्या मधुरमब्रवीत् ॥१५॥
Doch, jene Worte beiseitelegend, die ihm aus Unachtsamkeit entfahren waren, sprach der Wagenlenker zur Königin sanft und wohltuend, um ihr Erleichterung zu schenken.
Verse 16
अध्वना वातवेगेन सम्भ्रमेणाऽऽतपेन च ।न विगच्छति वैदेह्याश्चन्द्रांशु सदृशी प्रभा ॥१६॥
Vaidehīs Glanz, den Mondstrahlen gleich, schwindet nicht: weder durch die Mühsal des Weges, noch durch die Schnelligkeit des Windes, noch durch die Hast der Reise, noch selbst durch die Hitze der Sonne.
Verse 17
सदृशं शतपत्रस्य पूर्णचन्द्रोपमप्रभम् ।वदनं तद्वदान्याया वैदेह्या न विकम्पते ॥१७॥
Vaidehīs Antlitz, das jener freigebigen Dame, leuchtet wie der volle Mond und gleicht einem hundertblättrigen Lotus; es bebt nicht und welkt nicht.
Verse 18
अलक्तरसरक्ताभावलक्तरसवर्जितौ ।अद्यापि चरणौ तस्याः पद्मकोशसमप्रभौ ॥१८॥
Obwohl sie nicht mehr mit rotem Lack gefärbt sind, erscheinen ihre Füße noch immer wie gerötet und leuchten mit dem Glanz von Lotusknospen.
Verse 19
नूपुरोद्घुष्टहेलेव खेलं गच्छति भामिनी ।इदानीमपि वैदेही तद्रागान्नयस्त भूषणा ॥१९॥
Selbst jetzt geht Vaidehi — aus Liebe zu ihm hat sie ihren Schmuck abgelegt — in sanfter Anmut dahin, als wäre es ein spielerisches Schreiten; und ihre Fußringe verkünden leise jeden Schritt.
Verse 20
गजं वा वीक्ष्य सिंहं वा व्याघ्रं वा वनमाश्रिता ।नाऽहारयति सन्त्रासं बाहू रामस्य संश्रिता ॥२०॥
Im Wald lebend, selbst beim Anblick eines Elefanten, eines Löwen oder eines Tigers, empfindet sie keine Furcht — denn sie hat Zuflucht in Rāmas Armen genommen.
Verse 21
न शोच्यास्ते न चात्मनश्शोच्यो नापि जनाधिपः ।इदं हि चरितं लोके प्रतिष्ठास्यति शाश्वतम् ॥२१॥
Sie sind nicht zu bemitleiden — ebenso wenig du, ja nicht einmal der König; denn dieses Verhalten wird in der Welt für immer fest begründet bleiben.
Verse 22
विधूय शोकं परिहृष्टमानसा महर्षियाते पथि सुव्यवत्स्थिताः ।वनेरता वन्यफलाशनाः पितुश्शुभां प्रतिज्ञां परिपालयन्ति ते ॥२२॥
Den Kummer abschüttelnd, mit heiter-beruhigtem Herzen, fest gegründet auf dem von großen ṛṣis gewiesenen Pfad, im Wald verweilend und von wilden Früchten lebend, erfüllen sie das edle Gelübde ihres Vaters.
Verse 23
तथापि सूतेन सुयुक्तवादिना निवार्यमाणा सुतशोककर्शिता ।न चैव देवी विरराम कूजितात्प्रियेति पुत्रेति च राघवेति च ॥२३॥
Dennoch, obwohl der Wagenlenker sie mit treffenden Worten zurückzuhalten suchte, hörte die Königin, vom Schmerz um ihren Sohn verzehrt, nicht auf zu klagen: „Geliebter!“, „Mein Sohn!“, und „O Rāghava!“.
Kausalyā’s impulse is to abandon courtly restraint and immediately pursue exile, even invoking death if prevented. The dilemma is whether maternal attachment may override the established course of dharma and royal order, versus accepting separation while upholding the father’s vow and the prince’s duty.
The sarga presents consolation as dharmic instruction: steadfast duty can coexist with human sorrow, and inner composure is possible when the mind is anchored in righteous purpose. Sītā’s unshaken courage and Lakṣmaṇa’s service exemplify how virtue re-frames hardship into disciplined living.
Ayodhyā (as the emotional reference point), the Daṇḍaka forest (destination of exile), and the liminal landscape of villages, cities, rivers, and trees encountered on the route. Cultural markers include ornaments (anklets), lac-dye, and lotus–moon imagery used to encode ideals of beauty, auspiciousness, and resilience.
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