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Sukta 8.95
Indra
Dieser Hymnus ist eine Indra-Anrufung, die um das Somaopfer kreist: Die leuchtenden Presssäfte sollen zu Indra strömen, und er wird aufgefordert, die bereitete Essenz zu trinken und in die Werke des Opfernden einzutreten. Durch Lobpreis (giraḥ, ukthāni) „mehren“ die Dichter Indra und bitten, seine vielen Kräfte zu gewinnen — Reichtum, Sieg und die Kraft (vāja), die vṛtraartige Hemmnisse überwindet. Ein deutliches, fast refrainartiges Gewicht auf Indras „Reinheit“ (śuddha) zeigt ihn als die geläuterte, klärende Macht, die Schätze verleiht und Hindernisse vernichtet.
Mantra 2
आ त्वा शुक्रा अचुच्यवुः सुतास इन्द्र गिर्वणः । पिबा त्वस्यान्धस इन्द्र विश्वासु ते हितम् ॥
Zu dir sind die leuchtenden Presssäfte geflossen, o Indra, du Freund des Gesangs. Trink nun von diesem Saft, o Indra — von dem, was dir in all unseren Taten bereitet ist.
Mantra 3
पिबा सोमं मदाय कमिन्द्र श्येनाभृतं सुतम् । त्वं हि शश्वतीनां पती राजा विशामसि ॥
Trink den Soma zur Trunkenheit der Wonne, o Indra – diesen ausgepressten Trank, den der schnelle Falke herbeigebracht hat. Denn du bist wahrlich der dauernde Herr, der König der Völker (viś); du bist der Souverän, der die vielen Kräfte in uns lenkt.
Mantra 4
श्रुधी हवं तिरश्च्या इन्द्र यस्त्वा सपर्यति । सुवीर्यस्य गोमतो रायस्पूर्धि महाँ असि ॥
Höre den Ruf, o Indra, selbst von den seitwärts führenden Wegen – den Ruf dessen, der dich verehrt. Erfülle ihn mit Reichtum, der an leuchtenden Herden reich ist, und mit Fülle heldischer Kraft; denn du bist der Große, der Weite.
Mantra 5
इन्द्र यस्ते नवीयसीं गिरं मन्द्रामजीजनत् । चिकित्विन्मनसं धियं प्रत्नामृतस्य पिप्युषीम् ॥
O Indra, wer dir ein neueres, frohlockendes Wort hervorgebracht hat – der formt mit unterscheidendem Geist einen Gedanken: eine uralte Eingebung des Ṛta, die inwendig zur Fülle anwächst.
Mantra 6
तमु ष्टवाम यं गिर इन्द्रमुक्थानि वावृधुः । पुरूण्यस्य पौंस्या सिषासन्तो वनामहे ॥
Ihn wollen wir preisen — Indra, den Worte und feierliche Sprüche (ukthāni) erstarken ließen. Nach seinen vielen Manneskräften (paúṃsyā) verlangend, ringen wir darum, sie als unser Eigen zu gewinnen: die Mächte sieghaften Seins.
Mantra 7
एतो न्विन्द्रं स्तवाम शुद्धं शुद्धेन साम्ना । शुद्धैरुक्थैर्वावृध्वांसं शुद्ध आशीर्वान्ममत्तु ॥
Wohlan, lasst uns Indra, den Reinen, mit reinem Sāman (Gesang) preisen; ihn mit reinen Ukthas stärkend — möge die reine, segenspendende Macht in uns Freude finden und das Sein mit ihrem Segen erfüllen.
Mantra 8
इन्द्र शुद्धो न आ गहि शुद्धः शुद्धाभिरूतिभिः । शुद्धो रयिं नि धारय शुद्धो ममद्धि सोम्यः ॥
Indra, Reiner, komm zu uns — rein, mit reinen Hilfen (ūtí). Rein, gründe in uns den Reichtum der Fülle (rayí); rein, erfreue uns, o Somya — Herr des Soma.
Mantra 9
इन्द्र शुद्धो हि नो रयिं शुद्धो रत्नानि दाशुषे । शुद्धो वृत्राणि जिघ्नसे शुद्धो वाजं सिषाससि ॥
Indra, rein: du bist wahrlich unser Reichtum, unsere Fülle; rein gibst du dem Spender die Schätze. Rein erschlägst du die Vṛtras, die Mächte der Hemmung; rein erweckst du in uns den Vāja, die Fülle von Kraft und sieghafter Energie.
It invites Indra to the Soma offering and praises him as the victorious power who, when strengthened by hymns, grants wealth and removes obstacles.
‘Śuddha’ highlights Indra as clarified, effective force—pure in giving treasures, pure in striking down obstruction, and pure in awakening vāja (victorious energy).
It functions as an Indra-stotra around Soma pressing: the priest recites it to draw Indra near, offer Soma, and ask for victory, strength, and prosperity.
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