Opening the text

Sukta 1.96
Parāśara Śāktya (traditional for RV 1.96)
Agni
Triṣṭubh
RV 1.96 ist ein Agni-Hymnus, der das Feuer als uralte und doch stets neu geborene Erscheinung preist, von den Göttern getragen und durch die Wasser, Mitra und die inspirierte Einsicht (dhiṣaṇā) in Kraft gesetzt. Agni erscheint als das „eine Kind“, das von Nacht und Morgenröte gemeinsam genährt wird und zwischen Himmel und Erde als goldener Glanz leuchtet. Der Hymnus gipfelt in der Bitte, Agni möge, durch das Anfachen vermehrt, strahlenden Ruhm und Fülle gewähren, gestützt von Mitra–Varuṇa, Aditi, Sindhu, Erde und Himmel.
Mantra 1
स प्रत्नथा सहसा जायमानः सद्यः काव्यानि बळधत्त विश्वा । आपश्च मित्रं धिषणा च साधन्देवा अग्निं धारयन्द्रविणोदाम् ॥
Er, in uralter Weise aus Kraft geboren, nahm sogleich alle Seher-Wirkungen auf und setzte sie in Macht. Die Wasser und Mitra und Dhīṣaṇā, die gestaltende Einsicht, vollendeten ihn; die Götter hielten Agni, den Spender der Fülle des Seins.
Mantra 2
स पूर्वया निविदा कव्यतायोरिमाः प्रजा अजनयन्मनूनाम् । विवस्वता चक्षसा द्यामपश्च देवा अग्निं धारयन्द्रविणोदाम् ॥
Er, mit der ersten Nivid und mit der Seherkraft des Ayu, ließ diese Geschlechter der Söhne Manus entstehen. Mit dem Auge des Vivasvat schaute er Himmel und die Wasser; die Götter trugen Agni, den Spender von Reichtum und Fülle des Seins.
Mantra 3
तमीळत प्रथमं यज्ञसाधं विश आरीराहुतमृञ्जसानम् । ऊर्जः पुत्रं भरतं सृप्रदानुं देवा अग्निं धारयन्द्रविणोदाम् ॥
Ihn preisen sie zuerst, den Vollender des Opfers; die Völker haben ihn vorn aufgestellt, dargebracht, geradegerichtet und strahlend gemacht. Den Sohn der Kraft (Ūrj), den Träger, den stark Schenkenden — die Götter trugen Agni, den Spender von Reichtum und Fülle des Seins.
Mantra 4
स मातरिश्वा पुरुवारपुष्टिर्विदद्गातुं तनयाय स्वर्वित् । विशां गोपा जनिता रोदस्योर्देवा अग्निं धारयन्द्रविणोदाम् ॥
Er ist Mātariśvan, reich an vielen Gaben; er fand den Weg für die Nachkommenschaft und kennt die lichtvolle Welt (svar). Hüter der Stämme, Erzeuger von Himmel und Erde in uns — die Götter trugen Agni, den Spender von Reichtum und Fülle des Seins.
Mantra 5
नक्तोषासा वर्णमामेम्याने धापयेते शिशुमेकं समीची । द्यावाक्षामा रुक्मो अन्तर्वि भाति देवा अग्निं धारयन्द्रविणोदाम् ॥
Nacht und Morgenröte, in ihren Farben sich bewegend, nähren in gegenseitigem Einklang das eine Kind. Zwischen Himmel und Erde leuchtet innen der goldene Glanz; die Götter hielten Agni aufrecht, den Spender der Fülle des Seins.
Mantra 6
रायो बुध्नः संगमनो वसूनां यज्ञस्य केतुर्मन्मसाधनो वेः । अमृतत्वं रक्षमाणास एनं देवा अग्निं धारयन्द्रविणोदाम् ॥
Er ist der Grund der Fülle, der Sammelplatz der Reichtümer; das Banner des Opfers (yajña), der Vollender des Werkes des inspirierten Geistes. Sein Unsterblichsein behütend, hielten die Götter Agni aufrecht, den Spender der Fülle des Seins.
Mantra 7
नू च पुरा च सदनं रयीणां जातस्य च जायमानस्य च क्षाम् । सतश्च गोपां भवतश्च भूरेर्देवा अग्निं धारयन्द्रविणोदाम् ॥
Nun und von alters her hielten die Götter Agni, den Spender der Fülle, aufrecht als inneren Sitz aller Glücksgüter — dessen, was in uns schon geboren ist, und dessen, was noch geboren wird; als Hüter des Feldes des Daseins, des Wahren und der weiten, maßlos wachsenden Fülle.
Mantra 8
द्रविणोदा द्रविणसस्तुरस्य द्रविणोदाः सनरस्य प्र यंसत् । द्रविणोदा वीरवतीमिषं नो द्रविणोदा रासते दीर्घमायुः ॥
Möge Agni, Draviṇodā, der Spender der Fülle, den reichen Anteil an schneller Kraft und dauernder Mannesstärke vorwärts treiben; möge er uns den Antrieb schenken, erfüllt von heroischen Energien; möge Draviṇodā uns ein langes Leben verleihen, das sich weitend wächst.
Mantra 9
एवा नो अग्ने समिधा वृधानो रेवत्पावक श्रवसे वि भाहि । तन्नो मित्रो वरुणो मामहन्तामदितिः सिन्धुः पृथिवी उत द्यौः ॥
So, o Agni, durch unser Entzünden wachsend, leuchte hervor zu unserem strahlenden Ruhm, o Läuterer, reich an Fülle. Und möge dies für uns vermehrt werden durch Mitra und Varuṇa, durch Aditi, durch Sindhu, den ozeanischen Strom, durch die Erde und auch durch den Himmel.
It praises Agni as a timeless power that is kindled anew in every sacrifice, sustained by cosmic forces, and asked to grant purification, abundance, and radiant renown.
Agni is imagined as the single luminous presence that appears through the daily cycle—kept alive by the rhythms of Night and Dawn—so the household fire mirrors the universe’s order.
They represent the wider supports of ṛta (cosmic order). The hymn asks these powers to enlarge and stabilize the blessing that Agni kindles—fame, well-being, and fullness of life.
Answers come straight from the texts, with the shlokas they draw on. Ask in your own words.
A free sign-in with Google or Apple keeps your chat saved across web and the app.
Read Rig Veda in the Vedapath app
Scan the QR code to open this directly in the app, with word-by-word meanings, Sanskrit recitation where available, and more.