Atharva Veda Anuvaka 3
Kanda 310 Suktas68 Mantras

Anuvaka 3

Hauptthema: Häusliche Sicherheit und Gedeihen: innere und äußere Gefahren besänftigen und Wohlstand, Fruchtbarkeit, Zusammenhalt und Lebensschutz durch atharvanische Riten einsetzen. Unterthemen: (1) Śānti des gefährlichen Brandes/Hitzezustands und seine Umwandlung in Schutz (Agni als immanentes Feuer). (2) Paustika-Mehrung: Vorräte, Felder, Vieh, bhaga und varcas (souveräner Wohlstand und öffentlicher Glanz). (3) Wiederherstellung der Fruchtbarkeit und Beseitigung/Übertragung von Unfruchtbarkeit. (4) Schutz der Richtungen und Grenzen (dik-rakṣā; Himmelsrichtungs- und Grenzschutz).

Kinds of charm

Paushtika (prosperity): 3Bhaishajya (healing): 2Abhicharika (against foes): 1Shantika (pacifying): 1

Suktas in Anuvaka 3

Sukta 21

AV 3.21 ist ein śānti‑Hymnus, der Agni in seinen vielen immanenten Gestalten anspricht – in Wassern, Steinen, Pflanzen und im menschlichen Leib gegenwärtig –, damit jede gefährliche Hitze besänftigt und in schützende Kraft verwandelt werde. Durch wiederholtes Darbringen des Opferanteils (havis) „an jene Agnis“ wird besonders der kravyād‑Aspekt (fleischverzehrend, unheilvoll) beschwichtigt und Agni erneut als Vaiśvānara, das universale, lebenserhaltende Feuer, eingesetzt. Seine Wirkmacht liegt im Benennen von Agnis verborgenen Aufenthaltsorten und Rangstufen: So werden rituell alle möglichen Quellen brennenden Schadens „abgedeckt“ und in Wohlergehen, Glanz und sichere Ordnung überführt.

Rishi: Atharvanic tradition (often transmitted under Atharvan/Angiras lineages for śānti hymns; specific r̥ṣi attribution depends on anukramaṇī) | Devata: Agni (plural forms), especially Vaiśvānara; implicitly the kravyād aspect to be appeased | 10 Mantras

Sukta 22

Dieser Paustika-Hymnus bündelt und überträgt königliche Wohlfahrt/Glück (bhaga) und öffentlichen Glanz bzw. Charisma (varcas) auf den Praktizierenden, indem er Archetypen der Vorrangstellung anruft – vor allem den Elefanten als den vornehmsten unter den Tieren. Durch Agni als rituellen Verwandler und durch die ausgreifende Reichweite der vier Himmelsrichtungen soll der Rezitierende varcasvin werden: sichtbar strahlend, gesellschaftlich überlegen und erfolgreich. Die Mantras wirken als Formel der Selbstsalbung und Ermächtigung, die königsgleichen Vorrang und weitreichende Herrschaft/Macht (indriya) nachbildet.

Rishi: Atharvanic tradition (attributed generically to Atharvan/Angiras line in many paustika contexts) | Devata: Bhaga and Varcas (personified fortune and lustre), with the elephant as exemplary locus of power | 6 Mantras

Sukta 23

AV 3.23 ist ein häuslicher Fruchtbarkeits- und Heilungshymnus, der Unfruchtbarkeit (vehát) als einen entfernbaren, übertragbaren Makel behandelt und der Frau die Empfängnisfähigkeit zurückgibt. Durch einen Sprechakt der Verdrängung und durch die Herbeirufung glückverheißenden „Samens“ sowie göttlicher Kräuter zielt die Sukta darauf, prajā/garbha (Nachkommenschaft und Schwangerschaft) wiederherzustellen und begünstigt ausdrücklich das erfolgreiche Zeugen und Austragen eines Sohnes.

Rishi: Atharvanic tradition (domestic fertility corpus) | Devata: Implicitly the generative power (prajā/garbha); the ‘vehát’ defect is treated as an adversarial entity | 6 Mantras

Sukta 24

AV 3.24 ist ein paustika-Hymnus, der Fülle in die Vorräte und Felder eines Hauses «einsetzt», indem er einen unerschöpflichen Zufluss (akṣiti) im Bild einer vielarmigen Quelle herbeiruft. Wohlstand wird nicht als vager Wunsch angerufen, sondern als geordnete Macht — die Korn sammelt, verwaltet und verteilt — und zugleich Verderb/Fluch fortwäscht wie regen-gespeiste Flüsse. Das operative Ziel des Hymnus ist ein stabiler, wiederholbarer Zuwachs: Reichtum, der nicht schwindet, nicht verdirbt und nicht entgleitet.

Rishi: Atharvanic tradition (Anukramaṇī attribution for this prosperity hymn; commonly Atharvan/Angiras-type seer) | Devata: Dhānya/Annasaṁpatti (personified abundance); also implicit Prajāpati/Br̥haspati-style prosperity agency | 7 Mantras

Sukta 25

AV 3.25 ist ein von Kāma getriebenes Vaśīkaraṇa‑Lied, das im Ziel ruhelose Sehnsucht entfachen, Widerstand brechen und ein Herankommen, süße Rede und ausschließliche Bindung erzwingen will. Das Begehren erscheint als Waffe – Kāmas furchtbarer Pfeil –; zugleich wird die bindende Autorität von Mitra–Varuṇa angerufen, um den eigenen Entschluss zu zersetzen und die Person unter Kontrolle zu bringen.

Rishi: Atharvanic tradition (Kāma-charm attribution) | Devata: Kāma (Desire), personified as archer/force | 6 Mantras

Sukta 26

AV 3.26 ist ein Hymnus der richtungsbezogenen Selbstschutzpraxis (dik-rakṣā), der den Ritualraum sichert, indem er die in den Himmelsgegenden stationierten Gottheiten anspricht und um ihre Gunst statt um Schaden bittet. Jede Strophe benennt eine Himmelsrichtung, nennt ihre Wächtergruppe und behandelt eine kosmische Kraft (z. B. Agni, Vāta) als deren „Pfeile“, wodurch potenziell gefährliche Geschossmacht in schützende Hüterschaft umgewandelt wird. Der wiederkehrende Refrain — „sei gnädig, sprich über uns; dir Verehrung, dir svāhā“ — wirkt zugleich als Besänftigung und als Versiegelung einer Schutzgrenze.

Rishi: Atharvanic tradition (often treated as anonymous/collective for dik-rakṣā hymns in later indexing) | Devata: Deities of the eastern quarter called Hetayaḥ; Agni as their missile-force | 6 Mantras

Sukta 27

Dieses kurze Rakṣā-Sūkta sichert die rituelle Grenze, indem es die personifizierten Himmelsrichtungen (Diśaḥ) zusammen mit ihren Regenten (adhipati), Wächtern (rakṣitṛ) und Waffenkräften, den personifizierten Geschossen (iṣavaḥ), anruft. Jede Richtung wird durch Verehrung und Inpflichtnahme „fest“ gemacht, und feindselige Macht wird rituell nach außen verlagert — „in die Kiefer“ der Richtungsgewalten gelegt —, sodass der Raum des Opfernden unverletzlich wird.

Rishi: Atharvanic tradition (directional rakṣā hymn) | Devata: Dik (the Quarter) with Viṣṇu as adhipati; Kalmāṣagrīva as rakṣitṛ; personified iṣavaḥ (missiles) | 6 Mantras

Sukta 28

AV 3.28 ist ein paustika-Hymnus zur Festigung und Mehrung des Herdenwohlstands, indem Puṣṭi (nährende Zunahme) und Rasa (Lebenssaft) an den Ort des Opferherrn „herbeigebracht“ werden. Zugleich erkennt er eine das Vieh verzehrende Wirkmacht namens Yaminī (mit den verwandten Namen Rifatī, Ruśatī) an und wandelt diese gefährliche, unzeitige Kraft in eine śivā — eine gütige, gedeihliche Gegenwart — für Menschen, Felder und Tiere um.

Rishi: Atharvanic tradition (hymn-family attribution uncertain in this excerpt) | Devata: Puṣṭi/Rasa; addressed agent ‘Yamini’ | 6 Mantras

Sukta 29

AV 3.29 entfaltet eine funerär‑rechtliche Logik des „Loskaufs“: Yamas Anspruch wird anerkannt, dann umgelenkt und durch eine korrekt dargebrachte Gabe — besonders ein weißfüßiges Mutterschaf — erfüllt, sodass die bedrohte Person aus dem Zugriff des Todes entlassen wird. Der Hymnus sakralisiert zudem das Geben und das Annehmen der Gabe (pratigraha), indem er den Austausch in Kāma (zielgerichtetes Begehren/Wollen) gründet und unerschöpfliches Verdienst sowie sicheren Bestand in der Welt der Väter verheißt.

Rishi: Atharvanic tradition (hymn-family attribution uncertain in this excerpt) | Devata: Yama; Pitṛs (via svadhā) | 8 Mantras

Sukta 30

Dieser Hymnus ist ein klassischer atharvavedischer Eintracht-Zauber, der in einem Hausstand oder einer Versammlung ein gemeinsames Herz und einen gemeinsamen Sinn «einsetzt» und ausdrücklich Hass und Parteiungen beseitigt. Er nimmt die göttliche Zusammenarbeit zum Vorbild — «wie die Götter sich nicht trennen» —, damit Übereinstimmung im Alltag (abends und morgens) beständig werde und durch sozialen Zusammenhalt Gedeihen und Wohlstand fördere.

Rishi: Atharvanic tradition (often attributed to an Atharvan/Angiras seer in anukramaṇī lists) | Devata: Saṃmanasya (personified Concord) / implicit social deities of harmony | 7 Mantras

Deities of Anuvaka 3

  • Agni

    Pacifier/protector

    In 1 hymn

  • Bhaga

    Bestower of prosperity

    In 1 hymn

  • Varcaslustre

    Empowerer/charisma-giver

    In 1 hymn

  • PushtiPuṣṭi

    Nourisher/increaser

    In 1 hymn

  • Rasa

    Vitalizer/strength-giver

    In 1 hymn

  • KamaKāma

    Impeller/compeller

    In 1 hymn

  • Disha (Quarters) with their Adhipatis / RakshitrisDiśaḥ (Quarters) with their Adhipatis / Rakṣitṛs

    Boundary-protectors

    In 2 hymns

  • Yama

    Judge/receiver of due (death-regent)

    In 1 hymn

  • SammanasyaSaṃmanasya (Concord; shared mind/heart)

    Unifier/peacemaker

    In 1 hymn

Inside Anuvaka 3

The theme

Household security and thriving: pacifying inner/outer dangers while installing prosperity, fertility, cohesion, and life-protection through Atharvanic rites

Threads through it

  • Śānti of dangerous heat and its conversion into protection (Agni as immanent fire)
  • Paustika increase: stores, fields, cattle, bhaga and varcas (sovereign prosperity and public lustre)
  • Fertility-restoration and removal/transfer of barrenness
  • Directional and boundary protection (dik-rakṣā; Quarters and their regents)
  • Kāma/vaśīkaraṇa for compelling approach and exclusive attachment
  • Ransom-from-death logic (Yama’s due satisfied and redirected)
  • Concord-charm: shared mind/heart and removal of faction

Who it serves

Domestic and community life—securing the ritual/household perimeter, building wealth and cattle-increase, restoring conception, resolving conflict, managing desire/attachment, and averting untimely death through correct offerings.

What it heals

  • Dangerous inner heat/fever-like burning and general harm from ‘fire’ in body and environmentSukta 3.21
  • Barrenness/infertility (vehát) and blocked conceptionSukta 3.23
  • Cattle-decline, wasting, or loss of herd-prosperitySukta 3.28
  • Threat of untimely death or being ‘claimed’ by Yama; need for life-extension via substitutionary giftSukta 3.29
  • Fear of directional harms, hostile influences, and boundary-breach around ritual space/householdSukta 3.26, 3.27
  • Household/assembly discord, hatred, faction, and social fragmentationSukta 3.30

Frequently Asked Questions

It aims to make the household and its ritual space secure and flourishing: pacify harmful forces, protect the quarters, install prosperity and cattle-increase, restore fertility, avert death through ransom-logic, and create concord.

AV 3.21 pacifies dangerous heat through Agni; AV 3.26 and 3.27 protect the ritual boundary by invoking the Quarters and their regents; AV 3.29 protects life by satisfying Yama’s due through a correctly offered substitute gift.

AV 3.22 concentrates bhaga and varcas (sovereign prosperity and lustre), AV 3.24 ‘sets’ abundance into stores and fields, AV 3.28 stabilizes herd-prosperity, and AV 3.30 installs shared heart and mind to remove faction in a household or assembly.

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