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Sukta 1.90
Collective deities invoked for well-being (svasti) / protective powers (plural ‘te amṛtāḥ’)
Dieser Hymnus ist ein Gebet an die gemeinsamen „Unsterblichen Mächte“ (amṛtāḥ) — oft als die Ādityas und verwandte Hüter des ṛta verstanden —, svasti (Wohlergehen), Schutz sowie einen sicheren inneren und äußeren Frieden zu gewähren. Er bittet darum, feindliche Kräfte und üblen Willen zu vertreiben, und dass die Erfahrungswelten — Nacht, Morgenröte, Erdenraum und Himmel — „honigsüß“ (madhu) werden, d. h. harmonisch, glückverheißend und ein rechtes Leben fördernd.
Mantra 1
ऋजुनीती नो वरुणो मित्रो नयतु विद्वान् । अर्यमा देवैः सजोषाः ॥
Mögen Varuṇa und Mitra, die den geraden Weg der Führung kennen, uns leiten; und Aryaman — im Einklang mit den Göttern.
Mantra 2
ते हि वस्वो वसवानास्ते अप्रमूरा महोभिः । व्रता रक्षन्ते विश्वाहा ॥
Denn sie sind die wahren Besitzer der Reichtümer des Seins; unverblendet hüten sie mit ihren großen Mächten die Vratas, Tag um Tag, immerdar.
Mantra 3
ते अस्मभ्यं शर्म यंसन्नमृता मर्त्येभ्यः । बाधमाना अप द्विषः ॥
Mögen sie, die Unsterblichen, uns Sterblichen schirmenden Frieden gewähren, indem sie die feindlichen Widersacher fernhin vertreiben.
Mantra 4
वि नः पथः सुविताय चियन्त्विन्द्रो मरुतः । पूषा भगो वन्द्यासः ॥
Mögen Indra und die Maruts, und Pūṣan und Bhaga – Mächte, unserer Verehrung würdig – uns die Wege freimachen und bereiten zu glücklichem Gehen und rechtem Vollzug.
Mantra 5
उत नो धियो गोअग्राः पूषन्विष्णवेवयावः । कर्ता नः स्वस्तिमतः ॥
Und mögen unsere Gedanken, von den Strahlen des Lichts geführt, recht in Bewegung gesetzt werden; o Pūṣan, o Viṣṇu von weitem Schreiten, werde uns der Schöpfer eines Zustands voll Wohlergehen.
Mantra 6
मधु वाता ऋतायते मधु क्षरन्ति सिन्धवः । माध्वीर्नः सन्त्वोषधीः ॥
Süß ist Vāta, der Atem-Wind, der im Gesetz der Wahrheit sich bewegt; süß fließen die Sindhu, die Ströme des Seins. Mögen uns die heilenden Kräfte, die Oṣadhīs, honigsüß werden – voll Wonne und Einklang.
Mantra 7
मधु नक्तमुतोषसो मधुमत्पार्थिवं रजः । मधु द्यौरस्तु नः पिता ॥
Süß (honig) sei uns die Nacht und auch die Morgenröte; süß das irdische Reich der Bewegung. Süß sei der Himmel, unser Vater.
Mantra 8
मधुमान्नो वनस्पतिर्मधुमाँ अस्तु सूर्यः । माध्वीर्गावो भवन्तु नः ॥
Honigsüß sei uns Vanaspati, der Herr des Waldwuchses; honigsüß sei Sūrya. Honigsüß mögen uns die Kühe werden.
Mantra 9
शं नो मित्रः शं वरुणः शं नो भवत्वर्यमा । शं न इन्द्रो बृहस्पतिः शं नो विष्णुरुरुक्रमः ॥
Heil und Frieden uns von Mitra, Heil und Frieden von Varuṇa; Heil und Frieden werde uns Aryaman. Heil und Frieden uns von Indra und Bṛhaspati; Heil und Frieden uns von Viṣṇu, dem Weitschreitenden.
It is a prayer for svasti (well-being) and protection, asking the Immortal Powers who uphold cosmic order to grant peace and drive away hostile influences.
They are a collective group of divine guardians—often understood as the Ādityas and allied deities—who protect ṛta (right order) and support human life with auspiciousness.
“Madhu” literally means honey, and in this hymn it signifies sweetness, harmony, and auspiciousness—wishing that all times and realms of experience become supportive and rightly ordered.
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