Opening the text

Sukta 1.72
Parāśara Śāktya
Agni
Triṣṭubh
Dieser Hymnus preist Agni als den stets tätigen göttlichen Werkmeister, der die inspirierten Werke (kāvyāni) bewahrt und «niederlegt/gründet» und zum Herrn der Reichtümer und unsterblichen Kräfte wird. Kosmologische Bilder — verborgene Geheimnisse, das Schaffen der «zwei Augen» des Himmels und das Freisetzen der Flüsse — werden in eine Ritualtheologie verwoben, in der Agni das amṛta (Unsterblichkeit) hütet und das Wachstum, die Beständigkeit und den weiteren Weg des Opfernden schützt.
Mantra 1
नि काव्या वेधसः शश्वतस्कर्हस्ते दधानो नर्या पुरूणि । अग्निर्भुवद्रयिपती रयीणां सत्रा चक्राणो अमृतानि विश्वा ॥
Der immerwährende Ordner setzt die dichterischen Werke nieder; in seiner Hand hält er viele, den Menschen hilfreiche Kräfte. Agni wird zum Herrn der Fülle, zum Herrn der Reichtümer, unablässig alle unsterblichen Dinge formend.
Mantra 2
अस्मे वत्सं परि षन्तं न विन्दन्निच्छन्तो विश्वे अमृता अमूराः । श्रमयुवः पदव्यो धियंधास्तस्थुः पदे परमे चार्वग्नेः ॥
Hier fanden alle ungetäuschten Unsterblichen, suchend, das ringsum verborgene Kalb nicht. Die jungen Mühevollen – Pfadfinder, Träger der Einsicht – standen auf Agnis höchstem, lieblichen Standort.
Mantra 3
तिस्रो यदग्ने शरदस्त्वामिच्छुचिं घृतेन शुचयः सपर्यान् । नामानि चिद्दधिरे यज्ञियान्यसूदयन्त तन्वः सुजाताः ॥
Drei Herbste lang, o Agni, suchten dich die Reinen – dich, den Reinen – und verehrten dich mit Ghee, dem lichten Opferguss. Sie setzten sogar die dem Opfer (yajña) zugehörigen Namen fest; und die wohlgeborenen Leiber der Kraft wurden geweckt und zur Wirksamkeit getrieben.
Mantra 4
आ रोदसी बृहती वेविदानाः प्र रुद्रिया जभ्रिरे यज्ञियासः । विदन्मर्तो नेमधिता चिकित्वानग्निं पदे परमे तस्थिवांसम् ॥
Zu den beiden weiten Welten, Rodasī, im Erwachen zur Erkenntnis, brachten die Geweihten die Rudra-Kraft hervor. Der Sterbliche, wissend, das Maß fest setzend, entdeckte Agni, der auf dem höchsten Standort stand.
Mantra 5
संजानाना उप सीदन्नभिज्ञु पत्नीवन्तो नमस्यं नमस्यन् । रिरिक्वांसस्तन्वः कृण्वत स्वाः सखा सख्युर्निमिषि रक्षमाणाः ॥
Eines Sinnes setzten sie sich nahe zum innigen Kenner; mit den Kräften begabt, die ihnen wie Gemahlinnen zugehören, verneigten sie sich vor dem Verehrungswürdigen. Sich läuternd, makellos werdend, formten sie ihre Leiber zu ihrer eigenen wahren Gestalt — Freund, der den Freund behütet im Augenblick innerer Wachsamkeit.
Mantra 6
त्रिः सप्त यद्गुह्यानि त्वे इत्पदाविदन्निहिता यज्ञियासः । तेभी रक्षन्ते अमृतं सजोषाः पशूञ्च स्थातॄञ्चरथं च पाहि ॥
Als die dreimal Sieben geheimen [Dinge] in dich hineingelegt waren, da fanden sie die Opfermänner (yajñiyāsaḥ) an den Spuren der Schritte. Durch diese, einmütig, bewahren sie das Unsterbliche (amṛta); so schütze auch du unsere Mehrung, die festen Stützen und den Wagen der Fahrt.
Mantra 7
विद्वाँ अग्ने वयुनानि क्षितीनां व्यानुषक्छुरुधो जीवसे धाः । अन्तर्विद्वाँ अध्वनो देवयानानतन्द्रो दूतो अभवो हविर्वाट् ॥
Wissend, o Agni, die Ordnungen der Menschenwohnungen, hast du — Faden um Faden — die weiten Tore zum Leben aufgetan und gefügt. Innerlich wissend die Wege, die zu den Göttern führen, wurdest du, unermüdet, zum Boten, zum Träger der Opfergabe (havir-vāṭ).
Mantra 8
स्वाध्यो दिव आ सप्त यह्वी रायो दुरो व्यृतज्ञा अजानन् । विदद्गव्यं सरमा दृळ्हमूर्वं येना नु कं मानुषी भोजते विट् ॥
Selbstbeherrscht erkannten die sieben mächtigen (yahvī) vom Himmel und öffneten, die Wahrheit tragend, weit die Tore des Reichtums (rāyaḥ). Saramā fand den fest verschlossenen Pferch des Lichts — wodurch nun die menschliche Gemeinschaft ihren Anteil an Freude und Nahrung gewinnt.
Mantra 9
आ ये विश्वा स्वपत्यानि तस्थुः कृण्वानासो अमृतत्वाय गातुम् । मह्ना महद्भिः पृथिवी वि तस्थे माता पुत्रैरदितिर्धायसे वेः ॥
Die, welche alle edlen Werdungen festsetzten und einen Weg zur Unsterblichkeit formten — durch ihre Größe stand die Erde weit ausgebreitet. Mutter Aditi trat mit ihren Söhnen zum Werk des Tragens und Nährens (der Welten) an.
Mantra 10
अधि श्रियं नि दधुश्चारुमस्मिन्दिवो यदक्षी अमृता अकृण्वन् । अध क्षरन्ति सिन्धवो न सृष्टाः प्र नीचीरग्ने अरुषीरजानन् ॥
Sie setzten in diesem Sein die liebliche Herrlichkeit (śrī) fest, als die Unsterblichen die beiden Augen des Himmels erschufen. Dann strömen die Flüsse, als wären sie freigesetzt; abwärts, o Agni, wurden die rötlichen Strömungen kund.
It praises Agni as the sacred fire who carries inspired power, grants abundance, and protects immortality (amṛta). The hymn also uses creation imagery—hidden secrets, Heaven’s “two eyes,” and flowing rivers—to show how Agni brings what is concealed into light.
It is a symbolic way of speaking about concealed sacrificial and cosmic powers placed within Agni. The hymn says the ritual-wise discover these mysteries “by the steps,” meaning through ordered practice, insight, and correct performance.
It can be recited during a simple fire offering or lamp worship to invoke clarity, protection, and steady progress. The key prayer is for Agni to guard vitality and increase, firm foundations, and safe movement on one’s life-journey.
Answers come straight from the texts, with the shlokas they draw on. Ask in your own words.
A free sign-in with Google or Apple keeps your chat saved across web and the app.
Read Rig Veda in the Vedapath app
Scan the QR code to open this directly in the app, with word-by-word meanings, Sanskrit recitation where available, and more.