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Sukta 1.144
Dīrghatamas Aucathya (traditional attribution for RV 1.144–1.145; Agni hymns of the Dīrghatamas cycle)
Agni (as Hotṛ; the divine Will and priest of the inner sacrifice)
Triṣṭubh
Dieser Hymnus preist Agni als Hotṛ — den göttlichen Priester, der im Ritus als Erster voranschreitet und das Opfer begründet, indem er eine reine, lichtvolle Intention (dhī) emporhebt. Agni erscheint zeitlos und ewig jung, von paarigen Mächten bedient, als sichtbare Gegenwart, die sich dem dargebrachten Wort zuwendet und die Gabe fruchtbar macht. Ziel der Sūkta ist sowohl äußerlich (Entzünden und rechte Ausführung) als auch innerlich (Erweckung von Wille, Klarheit und rechter Ausrichtung auf Ṛta).
Mantra 1
एति प्र होता व्रतमस्य माययोर्ध्वां दधानः शुचिपेशसं धियम् । अभि स्रुचः क्रमते दक्षिणावृतो या अस्य धाम प्रथमं ह निंसते ॥
Vorwärts schreitet der innere Priester, durch die Kraft seiner Māyā (māyā), emporhaltend einen leuchtenden, vollkommen gestalteten Gedanken. Zu den Opferschöpfern tritt er heran, nach rechts gewandt — zu jenen ersten Sitzen seines eigenen Seins, wo er gegründet ist.
Mantra 2
अभीमृतस्य दोहना अनूषत योनौ देवस्य सदने परीवृताः । अपामुपस्थे विभृतो यदावसदध स्वधा अधयद्याभिरीयते ॥
Um ihn erschollen die Melkungen des Ṛta (ṛta), umschlossen im Schoß, im Sitz des Gottes. Als er, im Schoß der Wasser getragen, zur Ruhe kam, da ließ er die Selbstordnung, svadhā (svadhā), fließen — durch jene Kräfte, mit denen er weiterzieht.
Mantra 3
युयूषतः सवयसा तदिद्वपुः समानमर्थं वितरित्रता मिथः । आदीं भगो न हव्यः समस्मदा वोळ्हुर्न रश्मीन्त्समयंस्त सारथिः ॥
Zwei Gleichaltrige sind im Leib verschieden — doch tragen sie ein gemeinsames Ziel, in wechselseitigem Wechsel schreitend. Dann zieht er sie zu uns heran, wie ein gütiger Spender, der die Gabe empfängt; wie ein Wagenlenker sammelt er die Zügel und bringt die Kräfte unter eine einzige Führung.
Mantra 4
यमीं द्वा सवयसा सपर्यतः समाने योना मिथुना समोकसा । दिवा न नक्तं पलितो युवाजनि पुरू चरन्नजरो मानुषा युगा ॥
Ihm dienen zwei gleichmächtige Kräfte, zugleich aus einem Schoß geboren, ein gepaartes Zwillingspaar, in einem Haus wohnend. Wie Tag und Nacht ist er zugleich uralt und immerjung; auf vielen Wegen wandelnd, bleibt er alterslos durch die menschlichen Yugas.
Mantra 5
तमीं हिन्वन्ति धीतयो दश व्रिशो देवं मर्तास ऊतये हवामहे । धनोरधि प्रवत आ स ऋण्वत्यभिव्रजद्भिर्वयुना नवाधित ॥
Zehn inspirierte Einsichten treiben ihn an; die Sterblichen rufen den Gott zur Hilfe. Vom Bogen, vom abfallenden Hang, entsendet er seine Kraft; mit neuen Unterscheidungen, mit denen, die nach außen drängen und den Ring sprengen, erreicht er das Ziel.
Mantra 6
त्वं ह्यग्ने दिव्यस्य राजसि त्वं पार्थिवस्य पशुपा इव त्मना । एनी त एते बृहती अभिश्रिया हिरण्ययी वक्वरी बर्हिराशाते ॥
Du, o Agni, herrschst im himmlischen Glanzraum; und auch im irdischen bist du aus eigenem Wesen wie ein Hüter der Herden. Diese beiden—weit und strahlend, golden und kunstvoll gewoben—sitzen dir als Barhis, als heiliger Opfersitz, bereit.
Mantra 7
अग्ने जुषस्व प्रति हर्य तद्वचो मन्द्र स्वधाव ऋतजात सुक्रतो । यो विश्वतः प्रत्यङ्ङसि दर्शतो रण्वः संदृष्टौ पितुमाँ इव क्षयः ॥
O Agni, nimm dieses Wort an und erfreue dich daran; wende dich ihm zu, o Entzückender, aus eigener Kraft mächtig, aus Ṛta geboren, von lichtem Willen (śukrákratu). Du, der du uns von allen Seiten zugewandt bist, sichtbar und freudvoll— wie eine Wohnstatt, nährend erfüllt, im Zusammentreffen unseres Blicks.
It praises Agni as the Hotṛ (priest of the sacrifice) who moves first, receives offerings, and establishes the rite by raising a pure and luminous intention (dhī).
Because Agni is the same divine fire-principle present in every age: the form changes (new kindling, new rites), but the cosmic function of fire and priestly will remains timeless.
It can be recited while lighting or tending a sacred fire, or as a meditation before any disciplined action—offering one’s speech and intention into clarity, truth (ṛta), and right order.
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