Ayodhya KandaPrakarana 321 Verses

Prakarana 3

यह सोपान ‘धर्म-राज्य’ के द्वार पर ‘मोह-राज्य’ की परीक्षा है: जहाँ रामराज्य का उत्सव (सगुण-लीला) भीतर ही भीतर काम–क्रोध–कपट की आँधी से टकराता है। साधक के लिए यह चरण बताता है कि मुक्ति का मार्ग केवल बाह्य शुभ-घटना नहीं, बल्कि मन के ‘कोपभवन’ में उठती वासनाओं का विवेकपूर्वक निराकरण है।

Der Rasakern des Ayodhyā-Kāṇḍa ist die Verbindung von Karuṇā und Śānti; doch in diesem Abschnitt scheint der Samen der Karuṇā von „Furcht“ und „Trug“ bewässert. Kaikeyīs Inneres—das zuvor Zuflucht in Muttergefühl und Rāja-dharma hätte sein können—wird durch Mantharās krumme Rede zum „Kopabhavan“, zur Zornkammer. Tulsī entwirft hier weniger ein Nīti-Śāstra als eine Psychologie: Zucken des rechten Auges, böse Träume, Zittern des Körpers—feine Zeichen einer adharma-Neigung. Demgegenüber ist Daśarathas Wahrheitsgelübde (die Sitte des Raghu-Geschlechts) in der saguṇa-līlā die Unabdingbarkeit des Dharma: Der König zerbricht, doch das Wort zerbricht nicht. Gerade diese Anlage verdichtet die nirguṇa–saguṇa-Verknüpfung des Mānas—Gott ist allmächtig und nimmt doch in der Līlā von Bhakta-dharma und maryādā selbst „Bindung“ an. Die Botschaft für den Sādhaka: Wahrheit und maryādā zu wahren ist die nächste Stufe der Sopāna, auch wenn im Herzen die Flut der Karuṇā aufbrandet.

In this prakarana

People

  • KaikeyiKaikeyī
  • MantharaMantharā
  • DasharathaDaśaratha
  • RamaRāma
  • TulsidasTulsīdās
  • Bharata
  • KakabhushundiSpeaksKākabhuśuṇḍi
  • GarudaListensGaruḍa

Verses

Chaupai 20.1-4

कैकयसुता सुनत कटु बानी।कहि न सकइ कछु सहमि सुखानी।।

तन पसेउ कदली जिमि काँपी।कुबरीं दसन जीभ तब चाँपी।।

कहि कहि कोटिक कपट कहानी।धीरजु धरहु प्रबोधिसि रानी।।

फिरा करमु प्रिय लागि कुचाली।बकिहि सराहइ मानि मराली।।

सुनु मंथरा बात फुरि तोरी।दहिनि आँखि नित फरकइ मोरी।।

दिन प्रति देखउँ राति कुसपने।कहउँ न तोहि मोह बस अपने।।

काह करौ सखि सूध सुभाऊ।दाहिन बाम न जानउँ काऊ।।

kaikayasutā sunata kaṭu bānī |kahi na sakai kachu sahami sukhānī ||

tana paseu kadalī jimi kā̃pī |kubarīṁ dasana jībha taba cā̃pī ||

kahi kahi koṭika kapaṭa kahānī |dhīraju dharahu prabodhisi rānī ||

phirā karamu priya lāgi kucālī |bakihi sarāhai māni marālī ||

sunu maṁtharā bāta phuri torī |dahini ā̃khi nita pharakai morī ||

dina prati dekhaũ rāti kusapane |kahaũ na tohi moha basa apane ||

kāha karau sakhi sūdha subhāū |dāhina bāma na jānaũ kāū ||

Als sie diese bitteren Worte hörte, konnte Kaikeyi, die Tochter des Kekaya-Königs, nichts sagen; sie schrumpfte vor Furcht zusammen und verdorrte. Ihr Körper zitterte wie ein Bananenbaum und der Schweiß brach aus. Dann presste die Bucklige ihre Zunge zwischen die Zähne. Geschichte um Geschichte erzählend, Millionen trügerischer Geschichten, tröstete sie die Königin und sprach: «Fasse Mut.» Das Schicksal hatte sich gewendet, und die böse Frau wurde ihr lieb; Kaikeyi pries den Kranich und hielt ihn für einen Schwan. «Höre, Manthara, was du sagst, ist wahr. Mein rechtes Auge zuckt beständig. Jeden Tag sehe ich nachts böse Träume, aber in meiner eigenen Torheit habe ich dir nichts gesagt. Was kann ich tun, Freundin? Meine Natur ist einfach und ohne List; ich kann nicht rechts von links unterscheiden.»

Doha 20

अपने चलत न आजु लगि अनभल काहुक कीन्ह।केहिं अघ एकहि बार मोहि दैअँ दुसह दुखु दीन्ह।।⁠20।।

apane calata na āju lagi anabhala kāhuka kīnha |kehiṁ agha ekahi bāra mohi daiã dusaha dukhu dīnha ||⁠20||

Soweit es in meiner Macht stand, habe ich niemandem bis heute Schaden zugefügt. Für welche Sünde hat mir dann das Schicksal auf einmal diesen unerträglichen Schmerz auferlegt?

Chaupai 21.1-4

नैहर जनमु भरब बरु जाइ।जिअत न करबि सवति सेवकाई।।

अरि बस दैउ जिआवत जाही।मरनु नीक तेहि जीवन चाही।।

दीन बचन कह बहुबिधि रानी।सुनि कुबरीं तियमाया ठानी।।

अस कस कहहु मानि मन ऊना।सुखु सोहागु तुम्ह कहुँ दिन दूना।।

जेहिं राउर अति अनभल ताका।सोइ पाइहि यहु फलु परिपाका।।

जब तें कुमत सुना मैं स्वामिनि।भूख न बासर नींद न जामिनि।।

पूँछेउ गुनिन्ह रेख तिन्ह खाँची।भरत भुआल होहिं यह साँची।।

भामिनि करहु त कहौं उपाऊ।है तुम्हरीं सेवा बस राऊ।।

naihara janamu bharaba baru jāi |jiata na karabi savati sevakāī ||

ari basa daiu jiāvata jāhī |maranu nīka tehi jīvana cāhī ||

dīna bacana kaha bahubidhi rānī |suni kubarīṁ tiyamāyā ṭhānī ||

asa kasa kahahu māni mana ūnā |sukhu sohāgu tumha kahũ dina dūnā ||

jehiṁ rāura ati anabhala tākā |soi pāihi yahu phalu paripākā ||

jaba teṁ kumata sunā maiṁ svāmini |bhūkha na bāsara nīṁda na jāmini ||

pū̃cheu guninha rekha tinha khā̃cī |bharata bhuāla hohiṁ yaha sā̃cī ||

bhāmini karahu ta kahauṁ upāū |hai tumharīṁ sevā basa rāū ||

Lieber will ich gehen und mein ganzes Leben im Hause meines Vaters verbringen; solange ich lebe, werde ich niemals einer Nebenfrau dienen. Wen das Schicksal am Leben erhält in der Gewalt eines Feindes, für den ist der Tod besser als der Wunsch weiterzuleben. Die Königin sprach auf vielerlei Weise in diesem kläglichen Ton, und als sie sie hörte, setzte die bucklige Manthara die List der Frau in Gang. Warum sprecht ihr so und nehmt es euch so demütig zu Herzen? Euer Glück und euer eheliches Wohlergehen werden sich von Tag zu Tag verdoppeln. Wer einen großen Schaden gegen Eure Hoheit geplant hat, der wird selbst die volle reife Frucht davon ernten. Seit ich von diesem bösen Vorhaben hörte, meine Herrin, habe ich tagsüber keinen Hunger und nachts keinen Schlaf. Ich fragte die Weisen, die die Zeichen deuten, und sie zogen eine Linie und erklärten: Bharata wird König; das ist gewiss. Meine Herrin, wenn ihr handeln wollt, so will ich euch ein Mittel nennen; der König steht unter dem Einfluss eures Dienstes.

Doha 21

परउँ कूप तुअ बचन पर सकउँ पूत पति त्यागि।कहसि मोर दुखु देखि बड़ कस न करब हित लागि।।⁠21।।

paraũ kūpa tua bacana para sakaũ pūta pati tyāgi |kahasi mora dukhu dekhi baṛa kasa na karaba hita lāgi ||⁠21||

Auf dein Wort würde ich in einen Brunnen fallen; ich könnte sogar meinen Sohn und meinen Gatten aufgeben. Du sagst, du siehst meine große Not: warum sollte ich dann nicht tun, was du rätst, zu meinem eigenen Besten?

Chaupai 22.1-4

कुबरीं करि कबुली कैकेई।कपट छुरी उर पाहन टेई।।

लखइ न रानि निकट दुखु कैंसे।चरइ हरित तिन बलिपसु जैसें।।

सुनत बात मृदु अंत कठोरी।देति मनहुँ मधु माहुर घोरी।।

कहइ चेरि सुधि अहइ कि नाही।स्वामिनि कहिहु कथा मोहि पाहीं।।

दुइ बरदान भूप सन थाती।मागहु आजु जुड़ावहु छाती।।

सुतहि राजु रामहि बनवासू।देहु लेहु सब सवति हुलासु।।

भूपति राम सपथ जब करई।तब मागेहु जेहिं बचनु न टरई।।

होइ अकाजु आजु निसि बीतें।बचनु मोर प्रिय मानेहु जी तें।।

kubarīṁ kari kabulī kaikeī |kapaṭa churī ura pāhana ṭeī ||

lakhai na rāni nikaṭa dukhu kaiṁse |carai harita tina balipasu jaiseṁ ||

sunata bāta mṛdu aṁta kaṭhorī |deti manahũ madhu māhura ghorī ||

kahai ceri sudhi ahai ki nāhī |svāmini kahihu kathā mohi pāhīṁ ||

dui baradāna bhūpa sana thātī |māgahu āju juṛāvahu chātī ||

sutahi rāju rāmahi banavāsū |dehu lehu saba savati hulāsu ||

bhūpati rāma sapatha jaba karaī |taba māgehu jehiṁ bacanu na ṭaraī ||

hoi akāju āju nisi bīteṁ |bacanu mora priya mānehu jī teṁ ||

Nachdem sie Kaikeyi überzeugt hatte, schärfte die Bucklige das Messer der Täuschung an ihrem Herzen, es auf dem Stein ihrer Härte wetzend. Die Königin sah nicht, wie nahe ihr Leid war, wie das Opfertier, das auf grünem Gras weidet. Ihre Worte waren sanft zu hören, aber grausam in ihrem Ende, als gäbe sie Honig, gemischt mit tödlichem Gift. Die Dienerin sprach: «Erinnert ihr euch oder nicht, Herrin? Ihr habt mir einst eine Geschichte erzählt. Die zwei Gaben sind beim König verwahrt. Fordert sie heute, und kühlt euer brennendes Herz. Fordert das Königreich für euren Sohn und die Verbannung in den Wald für Rama, und nehmt für euch alle Freude des Triumphs über eure Rivalinnen. Wenn der König bei Rama geschworen hat, dann fordert, damit sein Wort nicht gebrochen werden kann. Wenn diese Nacht vergeht, ist die Sache ruiniert. Haltet mein Wort so lieb wie euer eigenes Leben.»

Doha 22

बड़ कुघातु करि पातकिनि कहेसि कोपगृहँ जाहु।काजु सँवारेहु सजग सबु सहसा जनि पतिआहु।।⁠22।।

baṛa kughātu kari pātakini kahesi kopagṛhã jāhu |kāju sãvārehu sajaga sabu sahasā jani patiāhu ||⁠22||

Nachdem sie diese große und grausame Intrige ersonnen hatte, sprach die sündhafte Frau: «Geh in die Zornkammer. Erledige die Angelegenheit mit aller Sorgfalt, und vertraue dem König nicht plötzlich oder allzu leichtfertig.»

Chaupai 23.1-4

कुबरिहि रानि प्रानप्रिय जानी।बार बार बड़ि बुद्धि बखानी।।

तोहि सम हित न मोर संसारा।बहे जात कइ भइसि अधारा।।

जौं बिधि पुरब मनोरथु काली।करौं तोहि चख पूतरि आली।।

बहुबिधि चेरिहि आदरु देई।कोपभवन गवनि कैकेई।।

बिपति बीजु बरषा रितु चेरी।भुइँ भइ कुमति कैकेई केरी।।

पाइ कपट जलु अंकुर जामा।बर दोउ दल दुख फल परिनामा।।

कोप समाजु साजि सबु सोई।राजु करत निज कुमति बिगोई।।

राउर नगर कोलाहलु होई।यह कुचालि कछु जान न कोई।।

kubarihi rāni prānapriya jānī |bāra bāra baṛi buddhi bakhānī ||

tohi sama hita na mora saṁsārā |bahe jāta kai bhaisi adhārā ||

jauṁ bidhi puraba manorathu kālī |karauṁ tohi cakha pūtari ālī ||

bahubidhi cerihi ādaru deī |kopabhavana gavani kaikeī ||

bipati bīju baraṣā ritu cerī |bhuĩ bhai kumati kaikeī kerī ||

pāi kapaṭa jalu aṁkura jāmā |bara dou dala dukha phala parināmā ||

kopa samāju sāji sabu soī |rāju karata nija kumati bigoī ||

rāura nagara kolāhalu hoī |yaha kucāli kachu jāna na koī ||

Die Königin hielt Kubari so lieb wie ihr eigenes Leben und pries immer wieder ihre große Klugheit. "Es gibt in der Welt keinen Wohltäter, der dir gleichkäme. Als ich von der Strömung fortgerissen wurde, warst du meine Stütze." "Wenn die Vorsehung morgen mein Verlangen erfüllt, meine Freundin, so werde ich dich zum Augapfel machen." Ihrer Magd auf vielerlei Weise Ehre erweisend, begab sich Kaikeyi in die Kammer des Zorns. Das Unheil war der Same, die Magd war die Regenzeit, und Kaikeyis böser Sinn wurde zur Erde. Das Wasser der Täuschung empfangend, trieb der Spross hervor; die zwei Gunstbeweise waren seine zwei Blätter, und Kummer war die Frucht, die er zuletzt trug. Sie richtete alles zum Zorn Gehörige her und brachte, während sie noch ihre Königsherrschaft ausübte, diese durch ihren eigenen bösen Rat zu Fall. Im Palast und in der Stadt herrschte großer Lärm der Freude, und niemand wusste etwas von dieser bösen Verschwörung.

Doha 23

प्रमुदित पुर नर नारि सब सजहिं सुमंगलचार।एक प्रबिसहिं एक निर्गमहिं भीर भूप दरबार।।⁠23।।

pramudita pura nara nāri saba sajahiṁ sumaṁgalacāra |eka prabisahiṁ eka nirgamahiṁ bhīra bhūpa darabāra ||⁠23||

Die Männer und Frauen der Stadt waren von Freude erfüllt; alle bereiteten die glückverheißenden Riten vor. Manche traten ein, manche gingen hinaus; es war eine große Menge am Hofe des Königs.

Chaupai 24.1-4

बाल सखा सुन हियँ हरषाहीं।मिलि दस पाँच राम पहिं जाहीं।।

प्रभु आदरहिं प्रेमु पहिचानी।पूँछहिं कुसल खेम मृदु बानी।।

फिरहिं भवन प्रिय आयसु पाई।करत परसपर राम बड़ाई।।

को रघुबीर सरिस संसारा।सीलु सनेह निबाहनिहारा।।

जेंहि जेंहि जोनि करम बस भ्रमहीं।तहँ तहँ ईसु देउ यह हमहीं।।

सेवक हम स्वामी सियनाहू।होउ नात यह ओर निबाहू।।

अस अभिलाषु नगर सब काहू।कैकयसुता ह्दयँ अति दाहू।।

को न कुसंगति पाइ नसाई।रहइ न नीच मतें चतुराई।।

bāla sakhā suna hiyã haraṣāhīṁ |mili dasa pā̃ca rāma pahiṁ jāhīṁ ||

prabhu ādarahiṁ premu pahicānī |pū̃chahiṁ kusala khema mṛdu bānī ||

phirahiṁ bhavana priya āyasu pāī |karata parasapara rāma baṛāī ||

ko raghubīra sarisa saṁsārā |sīlu saneha nibāhanihārā ||

jeṁhi jeṁhi joni karama basa bhramahīṁ |tahã tahã īsu deu yaha hamahīṁ ||

sevaka hama svāmī siyanāhū |hou nāta yaha ora nibāhū ||

asa abhilāṣu nagara saba kāhū |kaikayasutā hdayã ati dāhū ||

ko na kusaṁgati pāi nasāī |rahai na nīca mateṁ caturāī ||

Die Jugendfreunde Ramas hörten die Nachricht und freuten sich in ihren Herzen, und in Gruppen von zehn oder fünf versammelt gingen sie zu Rama. Der Herr erkannte ihre Liebe, empfing sie mit Ehre und fragte nach ihrem Wohlergehen in sanften Worten. Nachdem sie die Erlaubnis ihres geliebten Herrn erhalten hatten, kehrten sie in ihre Häuser zurück und priesen Rama gegenseitig. «Wer in der Welt ist dem Helden der Raghus gleich, der solche Sanftmut und Liebe bewahrt? In welchen Geburten wir auch wandern, getrieben durch die Macht unserer Taten, dort gewähre uns der Herr dies: dass wir die Diener seien und Sitas Herr unser Meister. Diese Bindung möge bis ans Ende bestehen.» Solches Verlangen hatte jeder in der Stadt; doch im Herzen Kaikeyis, der Tochter des Königs von Kekaya, brannte es heftig. Wer wird nicht zugrunde gerichtet, wenn er in schlechte Gesellschaft gerät? Klugheit bleibt nicht, wenn man dem Rat der Niedrigen folgt.

Doha 24

साँस समय सानंद नृपु गयउ कैकेई गेहँ।गवनु निठुरता निकट किय जनु धरि देह सनेहँ।।⁠24।।

sā̃sa samaya sānaṁda nṛpu gayau kaikeī gehã |gavanu niṭhuratā nikaṭa kiya janu dhari deha sanehã ||⁠24||

Am Abend, voller Freude, ging der König zum Palast der Kaikeyi; es war, als sei die Liebe selbst, leibliche Gestalt annehmend, hingegangen, die Grausamkeit zu besuchen.

Chaupai 25.1-4

कोपभवन सुनि सकुचेउ राउ।भय बस अगहुड़ परइ न पाऊ।।

सुरपति बसइ बाहँबल जाके।नरपति सकल रहहिं रुख ताकें।।

सो सुनि तिय रिस गयउ सुखाई।देखहु काम प्रताप बड़ाई।।

सूल कुलिस असि अँगवनिहारे।ते रतिनाथ सुमन सर मारे।।

सभय नरेसु प्रिया पहिं गयऊ।देखि दसा दुखु दारुन भयऊ।।

भूमि सयन पटु मोट पुराना।दिए डारि तन भूषण नाना।।

कुमतिहि कसि कुबेषता फाबी।अन अहिवातु सूच जनु भाबी।।

जाइ निकट नृपु कह मृदु बानी।प्रानप्रिया केहि हेतु रिसानी।।

kopabhavana suni sakuceu rāu |bhaya basa agahuṛa parai na pāū ||

surapati basai bāhãbala jāke |narapati sakala rahahiṁ rukha tākeṁ ||

so suni tiya risa gayau sukhāī |dekhahu kāma pratāpa baṛāī ||

sūla kulisa asi ãgavanihāre |te ratinātha sumana sara māre ||

sabhaya naresu priyā pahiṁ gayaū |dekhi dasā dukhu dāruna bhayaū ||

bhūmi sayana paṭu moṭa purānā |die ḍāri tana bhūṣaṇa nānā ||

kumatihi kasi kubeṣatā phābī |ana ahivātu sūca janu bhābī ||

jāi nikaṭa nṛpu kaha mṛdu bānī |prānapriyā kehi hetu risānī ||

Der König zog sich zurück, als er von der Kammer des Zorns hörte, und von Furcht ergriffen konnten seine Füße nicht vorwärtsschreiten. Er, in dessen starkem Arm der Herr der Götter wohnt, und in dessen Gunst alle Könige sich halten, selbst der verdorrte, als er vom Zorn einer Frau hörte. Seht, wie groß die Macht und Herrlichkeit Kamas ist. Die den Dreizack, den Donnerkeil und das Schwert auf ihren Leibern trugen, wurden von den blumigen Pfeilen des Herrn von Rati niedergestreckt. Der König ging furchtsam zu seiner Geliebten, und ihren Zustand sehend, empfand er bitteren Schmerz. Sie lag auf der Erde auf einem groben, alten Tuch und hatte all ihren vielen Schmuck von ihrem Körper abgelegt. Jenes elende Gewand stand der bösen Frau wohl an, als kündete es ihr kommendes Witwentum an. Der König trat nahe heran und sprach mit sanfter Stimme: "Du, teuer wie mein Leben, warum bist du zornig?"

Chhand 25

केहि हेतु रानि रिसानि परसत पानि पतिहि नेवारई।मानहुँ सरोष भुअंग भामिनि बिषम भाँति निहारई।।

दोउ बासना रसना दसन बर मरम ठाहरु देखई।तुलसी नृपति भवतब्यता बस काम कौतुक लेखई।।

kehi hetu rāni risāni parasata pāni patihi nevāraī |mānahũ saroṣa bhuaṁga bhāmini biṣama bhā̃ti nihāraī ||

dou bāsanā rasanā dasana bara marama ṭhāharu dekhaī |tulasī nṛpati bhavatabyatā basa kāma kautuka lekhaī ||

«Aus welchem Grund, o Königin, bist du zornig?», fragte er und berührte sie mit seiner Hand; aber sie stieß ihren Gatten von sich. Sie blickte ihn furchtbar an, wie eine zornige Schlangenbrut. Ihre zwei Begierden waren wie die zwei Zungen in ihrem Mund, und die zwei Gunstbeweise wie feine Reißzähne, und sie suchte eine verwundbare Stelle, um zuzuschlagen. Tulsidas sagt, dass der König, in der Gewalt des Schicksals, alles als ein Spiel der Liebenden betrachtete.

Soratha 25

बार बार कह राउ सुमुखि सुलोचिनि पिकबचनि।कारन मोहि सुनाउ गजगामिनि निज कोप कर।।⁠25।।

bāra bāra kaha rāu sumukhi sulocini pikabacani |kārana mohi sunāu gajagāmini nija kopa kara ||⁠25||

Wieder und wieder sprach der König: «O du mit dem schönen Gesicht, o du mit den lieblichen Augen und der Stimme des Kuckucks, o du Frau mit dem Gang eines Elefanten, sage mir den Grund deines Zorns».

Chaupai 26.1-4

अनहित तोर प्रिया केइँ कीन्हा।केहि दुइ सिर केहि जमु चह लीन्हा।।

कहु केहि रंकहि करौ नरेसू।कहु केहि नृपहि निकासौं देसू।।

सकउँ तोर अरि अमरउ मारी।काह कीट बपुरे नर नारी।।

जानसि मोर सुभाउ बरोरू।मनु तव आनन चंद चकोरू।।

प्रिया प्रान सुत सरबसु मोरें।परिजन प्रजा सकल बस तोरें।।

जौं कछु कहौ कपटु करि तोही।भामिनि राम सपथ सत मोही।।

बिहसि मागु मनभावति बाता।भूषन सजहि मनोहर गाता।।

घरी कुघरी समुझि जियँ देखू।बेगि प्रिया परिहरहि कुबेषू।।

anahita tora priyā keĩ kīnhā |kehi dui sira kehi jamu caha līnhā ||

kahu kehi raṁkahi karau naresū |kahu kehi nṛpahi nikāsauṁ desū ||

sakaũ tora ari amarau mārī |kāha kīṭa bapure nara nārī ||

jānasi mora subhāu barorū |manu tava ānana caṁda cakorū ||

priyā prāna suta sarabasu moreṁ |parijana prajā sakala basa toreṁ ||

jauṁ kachu kahau kapaṭu kari tohī |bhāmini rāma sapatha sata mohī ||

bihasi māgu manabhāvati bātā |bhūṣana sajahi manohara gātā ||

gharī kugharī samujhi jiyã dekhū |begi priyā pariharahi kubeṣū ||

Geliebte, wer hat dir Leid getan? Wer hat zwei Köpfe, und wen will Yama holen? Sag mir, welchen Bettler soll ich zum König machen? Sag mir, welchen König soll ich aus seinem Land vertreiben? Ich kann sogar einen Unsterblichen töten, der dein Feind ist; was sind schon arme insektengleiche Männer und Frauen? Du kennst mein Wesen, du Schöne: mein Geist ist der Chakora-Vogel, und dein Gesicht der Mond. Geliebte, mein Leben, mein Sohn, mein Alles; meine Familie und meine Untertanen, alles steht in deiner Macht. Wenn ich dir etwas mit Täuschung sage, edle Frau, so schwöre ich hundert Schwüre bei Rama. Lächle, und erbitte, was dein Herz begehrt, und schmücke deinen lieblichen Körper mit Schmuck. Bedenke in deinem Herzen, was für eine böse Stunde dies ist, und schnell, Geliebte, lege dieses unschickliche Gewand ab.

Doha 26

यह सुनि मन गुनि सपथ बड़ि बिहसि उठी मतिमंद।भूषन सजति बिलोकि मृगु मनहुँ किरातिनि फंद।।⁠26।।

yaha suni mana guni sapatha baṛi bihasi uṭhī matimaṁda |bhūṣana sajati biloki mṛgu manahũ kirātini phaṁda ||⁠26||

Als sie dies hörte und in ihrem Sinn die Schwere des Eides erwog, erhob sich die unverständige Kaikeyi lächelnd. Sie schmückte sich mit ihren Ornamenten, wie eine Jägerin, die einen Hirsch erblickt hat und ihre Schlinge stellt.

Chaupai 27.1-4

पुनि कह राउ सुहृद जियँ जानी।प्रेम पुलकि मृदु मंजुल बानी।।

भामिनि भयउ तोर मनभावा।घर घर नगर अनंद बधावा।।

रामहि देउँ कालि जुबराजू।सजहि सुलोचनि मंगल साजू।।

दलकि उठेउ सुनि हृदउ कठोरू।जनु छुइ गयउ पाक बरतोरू।।

ऐसिउ पीर बिहसि तेहि गोई।चोर नारि जिमि प्रगटि न रोई।।

लखहिं न भूप कपट चतुराई।कोटि कुटिल मनि गुरू पढ़ाई।।

जद्यपि नीति निपुन नरनाहू।नारिचरित जलनिधि अवगाहू।।

कपट सनेहु बढ़ाइ बहोरी।बोली बिहसि नयन मुहु मोरी।।

puni kaha rāu suhṛda jiyã jānī |prema pulaki mṛdu maṁjula bānī ||

bhāmini bhayau tora manabhāvā |ghara ghara nagara anaṁda badhāvā ||

rāmahi deũ kāli jubarājū |sajahi sulocani maṁgala sājū ||

dalaki uṭheu suni hṛdau kaṭhorū |janu chui gayau pāka baratorū ||

aisiu pīra bihasi tehi goī |cora nāri jimi pragaṭi na roī ||

lakhahiṁ na bhūpa kapaṭa caturāī |koṭi kuṭila mani gurū paṛhāī ||

jadyapi nīti nipuna naranāhū |nāricarita jalanidhi avagāhū ||

kapaṭa sanehu baṛhāi bahorī |bolī bihasi nayana muhu morī ||

Dann sprach der König, sie in seinem Herzen als eine wahre Wohlwollende erachtend, erneut mit sanfter und lieblicher Stimme, bebend vor Liebe. "Meine Herrin, was dein Herz erfreute, ist eingetroffen: in jedem Haus der Stadt herrschen Freude und Glückwünsche. Morgen verleihe ich Rama den Rang des Kronprinzen. Du mit den schönen Augen, richte die glückverheißenden Vorbereitungen." Als sie dies hörte, sprang ihr hartes Herz auf und barst, als wäre ein reifes Geschwür berührt worden. Einen solchen Schmerz verbarg sie mit einem Lächeln, wie die Frau eines Diebes, die es nicht wagt, offen zu weinen. Der König erkannte nicht die List ihrer Täuschung, denn sie war von einem Lehrer unterwiesen worden, der ein Juwel unter den Verschlagenen war, millionenfach. Obwohl der König in der Staatskunst erfahren war, sind die Wege der Frauen ein Ozean, zu tief, um ihn zu ergründen. Dann, ihre geheuchelte Zuneigung steigernd, sprach sie mit einem Lächeln, ihre Augen und ihr Gesicht abwendend.

Doha 27

मागु मागु पै कहहु पिय कबहुँ न देहु न लेहु।देन कहेहु बरदान दुइ तेउ पावत संदेहु।।⁠27।।

māgu māgu pai kahahu piya kabahũ na dehu na lehu |dena kahehu baradāna dui teu pāvata saṁdehu ||⁠27||

«Bitte, bitte», sagst du immer wieder, mein Geliebter, aber du gibst nie und ich empfange nie. Du hast versprochen, mir zwei Gaben zu gewähren, doch selbst an denen zweifle ich, sie zu erhalten.

Chaupai 28.1-4

जानेउँ मरमु राउ हँसि कहई।तुम्हहि कोहाब परम प्रिय अहई।।

थाति राखि न मागिहु काऊ।बिसरि गयउ मोहि भोर सुभाऊ।।

झूठेहुँ हमहि दोषु जनि देहू।दुइ कै चारि मागि मकु लेहू।।

रघुकुल रीति सदा चलि आई।प्रान जाहुँ बरु बचनु न जाई।।

नहिं असत्य सम पातक पुंजा।गिरि सम होहिं कि कोटिक गुंजा।।

सत्यमूल सब सुकृत सुहाए।बेद पुरान बिदित मनु गाए।।

तेहि पर राम सपथ करि आई।सुकृत सनेह अवधि रघुराई।।

बात दृढ़ाइ कुमति हँसि बोली।कुमत कुबिहग कुलह जनु खोली।।

jāneũ maramu rāu hãsi kahaī |tumhahi kohāba parama priya ahaī ||

thāti rākhi na māgihu kāū |bisari gayau mohi bhora subhāū ||

jhūṭhehũ hamahi doṣu jani dehū |dui kai cāri māgi maku lehū ||

raghukula rīti sadā cali āī |prāna jāhũ baru bacanu na jāī ||

nahiṁ asatya sama pātaka puṁjā |giri sama hohiṁ ki koṭika guṁjā ||

satyamūla saba sukṛta suhāe |beda purāna bidita manu gāe ||

tehi para rāma sapatha kari āī |sukṛta saneha avadhi raghurāī ||

bāta dṛṛhāi kumati hãsi bolī |kumata kubihaga kulaha janu kholī ||

Der König sagte mit einem Lächeln: «Ich habe dein Geheimnis verstanden: du bist überaus darauf versessen, dich zu ärgern. Du hast die Gabe in Verwahrung gehalten und nie danach verlangt, und in meiner einfältigen, vergesslichen Natur ist sie mir aus dem Sinn geschwunden. Beschuldige mich nicht fälschlich; wenn du willst, verlange vier statt zwei. Die Sitte des Hauses von Raghu ist immer dieselbe geblieben: das Leben möge vergehen, aber das Wort nicht fehlschlagen. Es gibt keinen Sündenhaufen, der der Lüge gleichkäme; können auch zehn Millionen Gunja-Samen einen Berg ergeben? Die Wahrheit ist die Wurzel aller schönen verdienstvollen Taten, wie aus den Veden und Puranas bekannt und wie Manu gesungen hat. Außerdem habe ich bei Rama geschworen, dem Herrn der Raghus, der die Grenze des Verdienstes und der Zuneigung ist.» Nachdem sie ihn fest an sein Wort gebunden hatte, lächelte die böswillige Frau und sprach, als sei der böse Plan wie ein Falke von seiner Haube befreit worden.

Doha 28

भूप मनोरथ सुभग बनु सुख सुबिहंग समाजु।भिल्लनि जिमि छाड़न चहति बचनु भयंकरु बाजु।।⁠28।।

bhūpa manoratha subhaga banu sukha subihaṁga samāju |bhillani jimi chāṛana cahati bacanu bhayaṁkaru bāju ||⁠28||

Die Wünsche des Königs waren ein schöner Wald, und der Schwarm glücklicher Vögel, der darin lebte, waren seine Freuden. Wie eine Bhil-Frau war Kaikeyi im Begriff, auf sie den schrecklichen Falken ihrer Worte loszulassen.

Chaupai 29.1-5

सुनहु प्रानप्रिय भावत जी का।देहु एक बर भरतहि टीका।।

मागउँ दूसर बर कर जोरी।पुरवहु नाथ मनोरथ मोरी।।

तापस बेष बिसेषि उदासी।चौदह बरिस रामु बनबासी।।

सुनि मृदु बचन भूप हियँ सोकू।ससि कर छुअत बिकल जिमि कोकू।।

गयउ सहमि नहिं कछु कहि आवा।जनु सचान बन झपटेउ लावा।।

बिबरन भयउ निपट नरपालू।दामिनि हनेउ मनहुँ तरु तालू।।

माथे हाथ मूदि दोउ लोचन।तनु धरि सोचु लाग जनु सोचन।।

मोर मनोरथु सुरतरु फूला।फरत करिनि जिमि हतेउ समूला।।

अवध उजारि कीन्हि कैकेईं।दीन्हसि अचल बिपति कै नेईं।।

sunahu prānapriya bhāvata jī kā |dehu eka bara bharatahi ṭīkā ||

māgaũ dūsara bara kara jorī |puravahu nātha manoratha morī ||

tāpasa beṣa biseṣi udāsī |caudaha barisa rāmu banabāsī ||

suni mṛdu bacana bhūpa hiyã sokū |sasi kara chuata bikala jimi kokū ||

gayau sahami nahiṁ kachu kahi āvā |janu sacāna bana jhapaṭeu lāvā ||

bibarana bhayau nipaṭa narapālū |dāmini haneu manahũ taru tālū ||

māthe hātha mūdi dou locana |tanu dhari socu lāga janu socana ||

mora manorathu surataru phūlā |pharata karini jimi hateu samūlā ||

avadha ujāri kīnhi kaikeīṁ |dīnhasi acala bipati kai neīṁ ||

Kaikeyi sprach: «Höre, mein Geliebter, so teuer wie das Leben, was meinem Herzen gefällt: Gewähre mir eine Gnade, die Einsetzung Bharatas.» «Mit gefalteten Händen bitte ich um eine zweite Gnade: Erfülle meinen Wunsch, mein Herr.» «Möge Rama vierzehn Jahre im Wald wohnen, im Gewand eines Asketen, besonders als ein weltabgewandter Einsiedler lebend.» Als er ihre sanften Worte hörte, wurde der König im Herzen von Kummer getroffen, wie der Chakwa-Vogel, der in Bedrängnis gerät, wenn ihn die Mondstrahlen berühren. Er wich zurück, ohne etwas sagen zu können, wie eine Wachtel im Wald, wenn ein Falke auf sie herabgestoßen ist. Der König wurde völlig blass, als ob der Blitz eine Palme getroffen hätte. Er legte die Hand an die Stirn und schloss beide Augen, als sei der Kummer selbst leibgeworden und habe zu trauern begonnen. «Mein Wunsch war wie der Wunschbaum in voller Blüte; gerade als er Frucht tragen sollte, hat ein Elefantenweibchen ihn mitsamt den Wurzeln ausgerissen.» «Kaikeyi hat Ayodhya verwüstet und das feste Fundament des Unheils gelegt.»

Doha 29

कवनें अवसर का भयउ गयउँ नारि बिस्वास।जोग सिद्धि फल समय जिमि जतिहि अबिद्या नास।।⁠29।।

kavaneṁ avasara kā bhayau gayaũ nāri bisvāsa |joga siddhi phala samaya jimi jatihi abidyā nāsa ||⁠29||

Zu welcher Zeit und was ist geschehen! Ich bin zugrunde gerichtet, weil ich einer Frau vertraut habe, wie ein Asket, der durch Unwissenheit vernichtet wird, gerade wenn die Frucht seiner yogischen Vollendung reifen will.

Frequently Asked Questions

परंपरागत मान्यता में यह खंड ‘कुसंग-त्याग’ और ‘सत्यव्रत-स्थिरता’ का बोध कराता है; इसका पाठ मन के कोप/कपट को पहचानने की विवेक-शक्ति देता है और ‘वचन-पालन’ के संस्कार को दृढ़ करता है—जिससे गृहस्थ-धर्म और भक्ति दोनों में स्थैर्य आता है।

सामान्य राम-नाम-सम्पुट परंपरा: प्रत्येक दोहा/चौपाई के पूर्व या पश्चात ‘श्रीराम जय राम जय जय राम’ अथवा ‘राम राम’ नाम-जप। (विशेष स्थानीय परंपराएँ भिन्न हो सकती हैं।)

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