Opening the text

Sukta 5.70
Atri (Ātreya)
Mitra-Varuṇa
Anuṣṭubh (shorter 8-syllable cadence; hymn 5.70 is characteristically compact)
Dieser knappe Anuṣṭubh-Hymnus ruft Mitra–Varuṇa als gegenwärtige Helfer an, deren ordnende, lichtvolle Führung (sumati) den Verehrer durch Wunden, Mühsal und innere Hemmung tragen kann. Er bittet um Schutz, wirksame Bewahrungskraft und Sieg über Dasyu-Mächte (Dunkelheit, Unordnung) und schließt mit der Bitte, von jeder schädlichen Heimsuchung (yakṣa), die Leib und Lebenskraft trifft, verschont zu bleiben.
Mantra 1
पुरूरुणा चिद्ध्यस्त्यवो नूनं वां वरुण । मित्र वंसि वां सुमतिम् ॥
Selbst bei vielen Verwundungen und Mühen ist eure Hilfe jetzt wahrhaft für uns da, o Varuṇa; o Mitra, ihr beide wünscht uns sumatí — gutes Sinnen, rechtes und lichtes Verstehen.
Mantra 2
ता वां सम्यगद्रुह्वाणेषमश्याम धायसे । वयं ते रुद्रा स्याम ॥
Mögen wir, rechtgehend und ohne Verrat, den Antrieb eurer wonnespendenden Nahrung erreichen; mögen wir, o Rudras, die Euren sein — stark in der erhobenen Kraft.
Mantra 3
पातं नो रुद्रा पायुभिरुत त्रायेथां सुत्रात्रा । तुर्याम दस्यून्तनूभिः ॥
O Rudras, behütet uns mit euren Schutzmächten; und rettet uns, ihr guten Retter. Mögen wir, mit den im Leibe verkörperten Kräften, die Dasyus — die hemmenden Finsternisse — überschreiten und bezwingen.
Mantra 4
मा कस्याद्भुतक्रतू यक्षं भुजेमा तनूभिः । मा शेषसा मा तनसा ॥
O ihr von wundersamem Willen, lasst uns — in unserem verkörperten Sein — an keinem schädlichen Unheil und keiner Heimsuchung teilhaben; weder durch verbleibende Schwäche noch durch Schwinden unserer Substanz.
They are paired Āditya deities who uphold ṛta (cosmic and moral order). Mitra emphasizes harmony and right relations, while Varuṇa emphasizes truth, law, and vigilant protection.
Sumati means good-mindedness or right understanding—clear, luminous counsel that aligns thought and action with ṛta. The hymn asks Mitra–Varuṇa to place this clarity in the worshipper.
In a ritual-spiritual reading, dasyus are obstructing forces—darkness, disorder, or hostile impulses that block progress. Yakṣa here refers to a harmful affliction or visitation the hymn asks to be kept away from one’s embodied life and vitality.
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