This Sopāna marks the soul’s initiation into Tyāga-yoga: dharma is no longer an ideal but a lived renunciation. Ayodhya—symbol of ordered consciousness—witnesses the wrenching shift from ‘gṛha’ (secure, scripted duty) to ‘vana’ (austere, unscripted surrender). The staircase-step here is Vairāgya tempered by Prem: the devotee learns that love does not cancel duty; it sanctifies separation, hardship, and obedience into bhakti-sādhana.
In diesem Abschnitt (Dohā 60–69) ist der dominante rasa Karuṇā, verflochten mit Śṛṅgāra im vipralambha (Liebe in Trennung) und überschattet von Dharma-vīra (Heldentum der Entsagung). Rāmas Entschluss, das Wort des Vaters zu ehren, ist die Achse; darum herum branden mütterliche Zärtlichkeit und eheliche Hingabe wie Wellen auf und brechen. Kauśalyās Rat an Sītā ist ein lehrhaftes Haus-Dharma-Textstück: Dienst an den Älteren, Selbstzucht und der „sichere“ Pfad häuslicher Verdienste. Sītās Antwort sprengt bloße Vorsicht durch die Logik der Bhakti: Ohne den Herrn ist jeder Wohlstand Kummer; mit Ihm wird selbst Rindenkleid zum Himmel. Theologisch inszeniert das Mānas hier saguṇa-Nähe (pati–parameśvar, der Gatte als höchster Herr) und weist zugleich still auf nirguṇa-Festigkeit: Rāmas Gleichmut und seine satya-pratijñā sind der formlose Dharma im geformten Līlā-Spiel. Die Sopāna-Stellung ist entscheidend: Der Suchende lernt, dass die Treppe zur Befreiung nicht im Wald beginnt, sondern in der inneren Zustimmung des Herzens zum Opfer.
Chaupai 60.1-4
बन हित कोल किरात किसोरी।रचीं बिरंचि बिषय सुख भोरी।।
पाइन कृमि जिमि कठिन सुभाऊ।तिन्हहि कलेसु न कानन काऊ।।
कै तापस तिय कानन जोगू।जिन्ह तप हेतु तजा सब भोगू।।
सिय बन बसिहि तात केहि भाँती।चित्रलिखित कपि देखि डेराती।।
सुरसर सुभग बनज बन चारी।डाबर जोगु कि हंसकुमारी।।
अस बिचारि जस आयसु होई।मैं सिख देउँ जानकिहि सोई।।
जौं सिय भवन रहै कह अंबा।मोहि कहँ होइ बहुत अवलंबा।।
सुनि रघुबीर मातु प्रिय बानी।सील सनेह सुधाँ जनु सानी।।
bana hita kola kirāta kisorī |racīṁ biraṁci biṣaya sukha bhorī ||
pāina kṛmi jimi kaṭhina subhāū |tinhahi kalesu na kānana kāū ||
kai tāpasa tiya kānana jogū |jinha tapa hetu tajā saba bhogū ||
siya bana basihi tāta kehi bhā̃tī |citralikhita kapi dekhi ḍerātī ||
surasara subhaga banaja bana cārī |ḍābara jogu ki haṁsakumārī ||
asa bicāri jasa āyasu hoī |maiṁ sikha deũ jānakihi soī ||
jauṁ siya bhavana rahai kaha aṁbā |mohi kahã hoi bahuta avalaṁbā ||
suni raghubīra mātu priya bānī |sīla saneha sudhā̃ janu sānī ||
Für den Wald hat Brahma die jungen Mädchen der Kols und Kiratas geschaffen, die einfach und unschuldig in den Sinnesfreuden sind. Ihre Natur ist hart wie der Wurm, der im Stein lebt, und der Wald bereitet ihnen keinerlei Leid. Oder die Frauen der Asketen sind für den Wald geeignet, die jegliches Vergnügen um der Buße willen aufgegeben haben. Vater, wie wird Sita im Wald leben, die sich erschrickt, wenn sie auch nur einen auf einem Bild gemalten Affen sieht? Der junge Schwan, der durch die lieblichen Lotus-Haine des himmlischen Flusses gewandert ist, ist er für einen schlammigen Tümpel geeignet? Wenn ich dies bedenke, welchen Befehl auch immer gegeben wird, so werde ich Janaki genau diese Unterweisung geben. Wenn Sita zu Hause bleibt, sagt die Mutter, werde ich große Unterstützung haben. Als er die liebevollen Worte seiner Mutter hörte, die wie getränkt im Nektar der Sanftheit und Zuneigung schienen, Rama, der Held der Raghus,
Doha 60
कहि प्रिय बचन बिबेकमय कीन्हि मातु परितोष।लगे प्रबोधन जानकिहि प्रगटि बिपिन गुन दोष।।60।।
kahi priya bacana bibekamaya kīnhi mātu paritoṣa |lage prabodhana jānakihi pragaṭi bipina guna doṣa ||60||
Er sprach liebevolle und weisheitsvolle Worte und befriedigte seine Mutter; dann begann er, Sita zu unterweisen und offen die Vorzüge und Mängel des Waldes darzulegen.
Chaupai 61.1-4
मातु समीप कहत सकुचाहीं।बोले समउ समुझि मन माहीं।।
राजकुमारि सिखावन सुनहू।आन भाँति जियँ जनि कछु गुनहू।।
आपन मोर नीक जौं चहहू।बचनु हमार मानि गृह रहहू।।
आयसु मोर सासु सेवकाई।सब बिधि भामिनि भवन भलाई।।
एहि ते अधिक धरमु नहिं दूजा।सादर सासु ससुर पद पूजा।।
जब जब मातु करिहि सुधि मोरी।होइहि प्रेम बिकल मति भोरी।।
तब तब तुम्ह कहि कथा पुरानी।सुंदरि समुझाएहु मृदु बानी।।
कहउँ सुभायँ सपथ सत मोही।सुमुखि मातु हित राखउँ तोही।।
mātu samīpa kahata sakucāhīṁ |bole samau samujhi mana māhīṁ ||
rājakumāri sikhāvana sunahū |āna bhā̃ti jiyã jani kachu gunahū ||
āpana mora nīka jauṁ cahahū |bacanu hamāra māni gṛha rahahū ||
āyasu mora sāsu sevakāī |saba bidhi bhāmini bhavana bhalāī ||
ehi te adhika dharamu nahiṁ dūjā |sādara sāsu sasura pada pūjā ||
jaba jaba mātu karihi sudhi morī |hoihi prema bikala mati bhorī ||
taba taba tumha kahi kathā purānī |suṁdari samujhāehu mṛdu bānī ||
kahaũ subhāyã sapatha sata mohī |sumukhi mātu hita rākhaũ tohī ||
Er schämte sich, in Gegenwart seiner Mutter zu sprechen, aber die Gelegenheit in seinem Geist abwägend, sprach er. "Prinzessin, höre meinen Rat und bilde dir nichts anderes in deinem Herzen ein." "Wenn du dein eigenes Wohl und das meine wünschst, befolge mein Wort und bleibe im Hause." "Mein Befehl ist dieser: diene meiner Mutter. Auf jede Weise, meine Geliebte, ist es zum Wohl des Hauses." "Es gibt keine andere Pflicht, die größer ist als diese: mit Ehrfurcht die Füße deiner Schwiegermutter und deines Schwiegervaters zu verehren." "Wann immer meine Mutter meiner gedenkt, und ihr einfacher Geist vor Liebe verwirrt wird," "dann, du Schöne, erzähle ihr alte Geschichten und tröste sie mit sanften Worten." "Ich spreche von Herzen, und ich schwöre dir hundert Schwüre, du Schönangesichtige: es ist zum Wohl meiner Mutter, dass ich dich zurücklasse."
Doha 61
गुर श्रुति संमत धरम फलु पाइअ बिनहिं कलेस।हठ बस सब संकट सहे गालव नहुष नरेस।।61।।
gura śruti saṁmata dharama phalu pāia binahiṁ kalesa |haṭha basa saba saṁkaṭa sahe gālava nahuṣa naresa ||61||
Indem man dem vom Guru und den Veden gebilligten Weg folgt, erlangt man die Frucht der Rechtschaffenheit ohne Leiden. Durch Eigensinn ertrugen König Nahusha und Galava jede Prüfung.
Chaupai 62.1-4
मैं पुनि करि प्रवान पितु बानी।बेगि फिरब सुनु सुमुखि सयानी।।
दिवस जात नहिं लागिहि बारा।सुंदरि सिखवनु सुनहु हमारा।।
जौ हठ करहु प्रेम बस बामा।तौ तुम्ह दुखु पाउब परिनामा।।
काननु कठिन भयंकरु भारी।घोर घामु हिम बारि बयारी।।
कुस कंटक मग काँकर नाना।चलब पयादेहिं बिनु पदत्राना।।
चरन कमल मुदु मंजु तुम्हारे।मारग अगम भूमिधर भारे।।
कंदर खोह नदीं नद नारे।अगम अगाध न जाहिं निहारे।।
भालु बाघ बृक केहरि नागा।करहिं नाद सुनि धीरजु भागा।।
maiṁ puni kari pravāna pitu bānī |begi phiraba sunu sumukhi sayānī ||
divasa jāta nahiṁ lāgihi bārā |suṁdari sikhavanu sunahu hamārā ||
jau haṭha karahu prema basa bāmā |tau tumha dukhu pāuba parināmā ||
kānanu kaṭhina bhayaṁkaru bhārī |ghora ghāmu hima bāri bayārī ||
kusa kaṁṭaka maga kā̃kara nānā |calaba payādehiṁ binu padatrānā ||
carana kamala mudu maṁju tumhāre |māraga agama bhūmidhara bhāre ||
kaṁdara khoha nadīṁ nada nāre |agama agādha na jāhiṁ nihāre ||
bhālu bāgha bṛka kehari nāgā |karahiṁ nāda suni dhīraju bhāgā ||
Und ich, nachdem ich das Wort meines Vaters erfüllt habe, werde schnell zurückkehren. Höre, du Schöngesichtige und Weise. Die Tage werden vergehen, und es wird nicht lange dauern. Höre, du Schöne, meinen Rat. Wenn du in Eigensinn verharrst, liebe Gattin, aus Liebe, dann wirst du am Ende Leid erfahren. Der Wald ist rau, schrecklich und weit, mit glühender Hitze, Kälte, Regen und Wind. Der Weg ist bestreut mit Kusha-Gras, Dornen und allerlei Kieseln, und man muss zu Fuß gehen, ohne Schuhe. Deine Lotusfüße sind zart und lieblich, während der Weg unpassierbar ist, mit gewaltigen Bergen darauf. Es gibt Höhlen, Schluchten, Flüsse, große Ströme und Wildbäche, unpassierbar und unergründlich, die man nicht ertragen kann anzusehen. Bären, Tiger, Wölfe, Löwen und Elefanten brüllen, und wenn man sie hört, flieht der Mut.
Doha 62
भूमि सयन बलकल बसन असनु कंद फल मूल।ते कि सदा सब दिन मिलिहिं सबुइ समय अनुकूल।।62।।
bhūmi sayana balakala basana asanu kaṁda phala mūla |te ki sadā saba dina milihiṁ sabui samaya anukūla ||62||
Du würdest auf der Erde schlafen, Rindenkleidung tragen und Knollen, Früchte und Wurzeln essen. Und diese, werden sie immer und jeden Tag zu finden sein? Alles hängt davon ab, ob die Jahreszeit günstig ist.
Chaupai 63.1-4
नर अहार रजनीचर चरहीं।कपट बेष बिधि कोटिक करहीं।।
लागइ अति पहार कर पानी।बिपिन बिपति नहिं जाइ बखानी।।
ब्याल कराल बिहग बन घोरा।निसिचर निकर नारि नर चोरा।।
डरपहिं धीर गहन सुधि आएँ।मृगलोचनि तुम्ह भीरु सुभाएँ।।
हंसगवनि तुम्ह नहिं बन जोगू।सुनि अपजसु मोहि देइहि लोगू।।
मानस सलिल सुधाँ प्रतिपाली।जिअइ कि लवन पयोधि मराली।।
नव रसाल बन बिहरनसीला।सोह कि कोकिल बिपिन करीला।।
रहहु भवन अस हृदयँ बिचारी।चंदबदनि दुखु कानन भारी।।
nara ahāra rajanīcara carahīṁ |kapaṭa beṣa bidhi koṭika karahīṁ ||
lāgai ati pahāra kara pānī |bipina bipati nahiṁ jāi bakhānī ||
byāla karāla bihaga bana ghorā |nisicara nikara nāri nara corā ||
ḍarapahiṁ dhīra gahana sudhi āẽ |mṛgalocani tumha bhīru subhāẽ ||
haṁsagavani tumha nahiṁ bana jogū |suni apajasu mohi deihi logū ||
mānasa salila sudhā̃ pratipālī |jiai ki lavana payodhi marālī ||
nava rasāla bana biharanasīlā |soha ki kokila bipina karīlā ||
rahahu bhavana asa hṛdayã bicārī |caṁdabadani dukhu kānana bhārī ||
Dämonen, die sich von Menschen ernähren, streunen umher und nehmen auf millionenfache Weise trügerische Gestalten an. Das Wasser der Berge ist sehr schädlich, und die Nöte des Waldes lassen sich nicht beschreiben. Es gibt furchteinflößende Schlangen und schreckliche Vögel im Wald, und Scharen von Dämonen, die Frauen und Männer entführen. Sogar die Tapferen zittern, wenn sie sich an den tiefen Wald erinnern; und du, o Rehäugige, bist von Natur aus furchtsam. Du, die du wie ein Schwan einherschreitest, bist nicht für den Wald geeignet; wenn die Leute davon hören, würden sie mir Schande aufladen. Kann ein Schwan, der auf den Gewässern des Manasa-Sees genährt wurde, im salzigen Meer leben? Kann ein Kuckuck, dessen Natur es ist, in Hainen junger Mangobäume umherzustreifen, in einem Gestrüpp aus dornigen Karil-Büschen schön aussehen? Bedenke dies in deinem Herzen und bleibe zu Hause, o Mondgesichtige; die Not des Waldes ist groß.
Doha 63
सहज सुह्द गुर स्वामि सिख जो न करइ सिर मानि।सो पछिताइ अघाइ उर अवसि होइ हित हानि।।63।।
sahaja suhda gura svāmi sikha jo na karai sira māni |so pachitāi aghāi ura avasi hoi hita hāni ||63||
Wer nicht das Haupt neigt und den Rat eines natürlichen Freundes, eines Gurus oder eines Herren nicht beachtet, der wird im Herzen voll bereuen und mit Sicherheit Schaden an seinem eigenen Wohl nehmen.
Chaupai 64.1-4
सुनि मृदु बचन मनोहर पिय के।लोचन ललित भरे जल सिय के।।
सीतल सिख दाहक भइ कैंसें।चकइहि सरद चंद निसि जैंसें।।
उतरु न आव बिकल बैदेही।तजन चहत सुचि स्वामि सनेही।।
बरबस रोकि बिलोचन बारी।धरि धीरजु उर अवनिकुमारी।।
लागि सासु पग कह कर जोरी।छमबि देबि बड़ि अबिनय मोरी।।
दीन्हि प्रानपति मोहि सिख सोई।जेहि बिधि मोर परम हित होई।।
मैं पुनि समुझि दीखि मन माहीं।पिय बियोग सम दुखु जग नाहीं।।
suni mṛdu bacana manohara piya ke |locana lalita bhare jala siya ke ||
sītala sikha dāhaka bhai kaiṁseṁ |cakaihi sarada caṁda nisi jaiṁseṁ ||
utaru na āva bikala baidehī |tajana cahata suci svāmi sanehī ||
barabasa roki bilocana bārī |dhari dhīraju ura avanikumārī ||
lāgi sāsu paga kaha kara jorī |chamabi debi baṛi abinaya morī ||
dīnhi prānapati mohi sikha soī |jehi bidhi mora parama hita hoī ||
maiṁ puni samujhi dīkhi mana māhīṁ |piya biyoga sama dukhu jaga nāhīṁ ||
Als sie die sanften und lieblichen Worte ihres Geliebten hörte, füllten sich Sitas schöne Augen mit Tränen. Sein kühlender Rat verbrannte sie, wie der Herbstmond in der Nacht den Chakwi verbrennt. Die Tochter von Videha fand in ihrer Not keine Antwort, denn ihr reiner und liebevoller Herr wünschte sie zurückzulassen. Mit Gewalt das Wasser ihrer Augen zurückhaltend, fasste die Tochter der Erde Mut in ihrem Herzen. Sie fiel ihrer Schwiegermutter zu Füßen und sprach mit gefalteten Händen: «Vergib mir, o Herrin, meine große Unhöflichkeit. Der Herr meines Lebens hat mir jenen Rat gegeben, durch den mein höchstes Wohl erreicht würde. Aber ich habe darüber nachgedacht und in meinem eigenen Geist erkannt, dass es keinen Schmerz in der Welt gibt, der der Trennung vom Geliebten gleicht.»
Doha 64
प्राननाथ करुनायतन सुंदर सुखद सुजान।तुम्ह बिनु रघुकुल कुमुद बिधु सुरपुर नरक समान।।64।।
prānanātha karunāyatana suṁdara sukhada sujāna |tumha binu raghukula kumuda bidhu surapura naraka samāna ||64||
Herr meines Lebens, Wohnsitz des Erbarmens, schön, Spender der Freude, Weiser; ohne dich, o Mond der Lotusblüte des Geschlechts von Raghu, ist die Stadt der Götter wie die Hölle selbst.
Chaupai 65.1-4
मातु पिता भगिनी प्रिय भाई।प्रिय परिवारु सुहृद समुदाई।।
सासु ससुर गुर सजन सहाई।सुत सुंदर सुसील सुखदाई।।
जहँ लगि नाथ नेह अरु नाते।पिय बिनु तियहि तरनिहु ते ताते।।
तनु धनु धामु धरनि पुर राजू।पति बिहीन सबु सोक समाजू।।
भोग रोगसम भूषन भारू।जम जातना सरिस संसारू।।
प्राननाथ तुम्ह बिनु जग माहीं।मो कहुँ सुखद कतहुँ कछु नाहीं।।
जिय बिनु देह नदी बिनु बारी।तैसिअ नाथ पुरुष बिनु नारी।।
नाथ सकल सुख साथ तुम्हारें।सरद बिमल बिधु बदनु निहारें।।
mātu pitā bhaginī priya bhāī |priya parivāru suhṛda samudāī ||
sāsu sasura gura sajana sahāī |suta suṁdara susīla sukhadāī ||
jahã lagi nātha neha aru nāte |piya binu tiyahi taranihu te tāte ||
tanu dhanu dhāmu dharani pura rājū |pati bihīna sabu soka samājū ||
bhoga rogasama bhūṣana bhārū |jama jātanā sarisa saṁsārū ||
prānanātha tumha binu jaga māhīṁ |mo kahũ sukhada katahũ kachu nāhīṁ ||
jiya binu deha nadī binu bārī |taisia nātha puruṣa binu nārī ||
nātha sakala sukha sātha tumhāreṁ |sarada bimala bidhu badanu nihāreṁ ||
Mutter, Vater, Schwester und lieber Bruder, die liebe Familie und die ganze Schar der Freunde, Schwiegermutter, Schwiegervater, der Lehrer, Verwandte und Helfer, und ein Sohn, der schön, tugendhaft und freudenspendend ist: soweit Zuneigung und Verwandtschaftsbande reichen, mein Herr, sind sie für eine Frau ohne ihren Geliebten heißer als die Sonne selbst. Körper, Reichtum, Heim, Land, Stadt und Königreich: ohne Gatten ist all dies nur eine Versammlung von Kummer. Genüsse sind wie Krankheiten, Schmuck eine Last, und die Welt wie die Qualen Yamas. O Herr meines Lebens, ohne dich gibt es nichts irgendwo in der Welt, das mir Freude gibt. Wie der Körper ohne Leben und der Fluss ohne Wasser, so, mein Herr, ist eine Frau ohne ihren Gatten. Mein Herr, alle Freuden sind mein in deiner Gesellschaft, solange ich dein Antlitz betrachten darf, hell wie der reine Herbstmond.
Doha 65
खग मृग परिजन नगरु बनु बलकल बिमल दुकूल।नाथ साथ सुरसदन सम परनसाल सुख मूल।।65।।
khaga mṛga parijana nagaru banu balakala bimala dukūla |nātha sātha surasadana sama paranasāla sukha mūla ||65||
Vögel und Hirsche sind meine Verwandten, der Wald ist meine Stadt; Rindenkleider sind meine leuchtende Gewandung. Herr, mit dir ist ein Laubdach die Stätte der Seligkeit, gleich der himmlischen Wohnstatt der Götter.
Chaupai 66.1-4
बनदेवीं बनदेव उदारा।करिहहिं सासु ससुर सम सारा।।
कुस किसलय साथरी सुहाई।प्रभु सँग मंजु मनोज तुराई।।
कंद मूल फल अमिअ अहारू।अवध सौध सत सरिस पहारू।।
छिनु छिनु प्रभु पद कमल बिलोकि।रहिहउँ मुदित दिवस जिमि कोकी।।
बन दुख नाथ कहे बहुतेरे।भय बिषाद परिताप घनेरे।।
प्रभु बियोग लवलेस समाना।सब मिलि होहिं न कृपानिधाना।।
अस जियँ जानि सुजान सिरोमनि।लेइअ संग मोहि छाड़िअ जनि।।
बिनती बहुत करौं का स्वामी।करुनामय उर अंतरजामी।।
banadevīṁ banadeva udārā |karihahiṁ sāsu sasura sama sārā ||
kusa kisalaya sātharī suhāī |prabhu sãga maṁju manoja turāī ||
kaṁda mūla phala amia ahārū |avadha saudha sata sarisa pahārū ||
chinu chinu prabhu pada kamala biloki |rahihaũ mudita divasa jimi kokī ||
bana dukha nātha kahe bahutere |bhaya biṣāda paritāpa ghanere ||
prabhu biyoga lavalesa samānā |saba mili hohiṁ na kṛpānidhānā ||
asa jiyã jāni sujāna siromani |leia saṁga mohi chāṛia jani ||
binatī bahuta karauṁ kā svāmī |karunāmaya ura aṁtarajāmī ||
Die großmütigen Göttinnen und Götter des Waldes werden mich so treu versorgen wie eine Schwiegermutter und ein Schwiegervater. Ein schönes Bett aus Kusha-Gras und frischen Blättern, mit dem Herrn an meiner Seite, wird so herrlich sein wie das sanfte Lager Kamas. Knollen, Wurzeln und Früchte werden eine Nahrung wie Nektar sein, und die Berge werden wie Hunderte von Palästen Ayodhyas sein. In jedem Augenblick die Lotusfüße des Herrn betrachtend, werde ich in Freude leben, wie der Chakwi am Tag. Die Nöte des Waldes, mein Herr, hast du als sehr viele geschildert: Ängste, Leid und zahllose Qualen. Alle Nöte zusammen kommen nicht einmal einem Bruchteil der Trennung vom Herrn gleich, o Schatz des Erbarmens. Wenn du dies in deinem Herzen erkennst, o Krone der Weisen, nimm mich mit und lass mich nicht zurück. Warum soll ich so lange flehen, mein Herr? Du bist voller Mitgefühl und kennst die Herzen aller.
Doha 66
राखिअ अवध जो अवधि लगि रहत न जनिअहिं प्रान।दीनबंधु संदर सुखद सील सनेह निधान।।66।।
rākhia avadha jo avadhi lagi rahata na janiahiṁ prāna |dīnabaṁdhu saṁdara sukhada sīla saneha nidhāna ||66||
Wenn du mich in Ayodhya lässt bis zum Ende deiner Verbannung, so glaube nicht, dass mein Leben in mir bleiben wird. O Freund der Demütigen, schöner und Geber von Glück, Schatz sanfter Tugend und Liebe.
Chaupai 67.1-4
मोहि मग चलत न होइहि हारी।छिनु छिनु चरन सरोज निहारी।।
सबहि भाँति पिय सेवा करिहौं।मारग जनित सकल श्रम हरिहौं।।
पाय पखारी बैठि तरु छाहीं।करिहउँ बाउ मुदित मन माहीं।।
श्रम कन सहित स्याम तनु देखें।कहँ दुख समउ प्रानपति पेखें।।
सम महि तृन तरुपल्लव डासी।पाग पलोटिहि सब निसि दासी।।
बारबार मृदु मूरति जोही।लागहि तात बयारि न मोही।।
को प्रभु सँग मोहि चितवनिहारा।सिंघबधुहि जिमि ससक सिआरा।।
मैं सुकुमारि नाथ बन जोगू।तुम्हहि उचित तप मो कहुँ भोगू।।
mohi maga calata na hoihi hārī |chinu chinu carana saroja nihārī ||
sabahi bhā̃ti piya sevā karihauṁ |māraga janita sakala śrama harihauṁ ||
pāya pakhārī baiṭhi taru chāhīṁ |karihaũ bāu mudita mana māhīṁ ||
śrama kana sahita syāma tanu dekheṁ |kahã dukha samau prānapati pekheṁ ||
sama mahi tṛna tarupallava ḍāsī |pāga paloṭihi saba nisi dāsī ||
bārabāra mṛdu mūrati johī |lāgahi tāta bayāri na mohī ||
ko prabhu sãga mohi citavanihārā |siṁghabadhuhi jimi sasaka siārā ||
maiṁ sukumāri nātha bana jogū |tumhahi ucita tapa mo kahũ bhogū ||
Ich werde nicht ermüden auf dem Weg, denn in jedem Augenblick werde ich deine Lotusfüße betrachten. Auf jede Weise werde ich meinem Geliebten dienen und alle Mühsal beseitigen, die die Reise bringt. Ich werde deine Füße waschen und, während du im Schatten eines Baumes sitzt, dich fächeln, mit frohem Herzen. Wenn ich deinen dunklen Körper mit Schweißtropfen sehe, wie könnte ich an Leid denken, wenn ich den Herrn meines Lebens erblicke? Gras und Baumblätter auf ebenem Boden ausbreitend, wird deine Dienerin dir die ganze Nacht die Füße massieren. Immer wieder deine zarte Gestalt betrachtend, lieber Herr, wird mich nicht einmal ein heißer Wind berühren. Während ich bei meinem Herrn bin, wer wird es wagen, mich anzublicken, wie ein Hase oder Schakal es nicht wagt, eine Löwin anzublicken? Bin ich, so zart, für den Wald geeignet, mein Herr, während dir die Buße ziemt und mir der Genuss?
Doha 67
ऐसेउ बचन कठोर सुनि जौं न हृदउ बिलगान।तौ प्रभु बिषम बियोग दुख सहिहहिं पावँर प्रान।।67।।
aiseu bacana kaṭhora suni jauṁ na hṛdau bilagāna |tau prabhu biṣama biyoga dukha sahihahiṁ pāvãra prāna ||67||
Wenn beim Hören so harter Worte mein Herz nicht zerbricht, dann, o Herr, werden diese elenden Atemzüge von mir die grausame Qual der Trennung weiter ertragen.
Chaupai 68.1-4
अस कहि सीय बिकल भइ भारी।बचन बियोगु न सकी सँभारी।।
देखि दसा रघुपति जियँ जाना।हठि राखें नहिं राखिहि प्राना।।
कहेउ कृपाल भानुकुलनाथा।परिहरि सोचु चलहु बन साथा।।
नहिं बिषाद कर अवसरु आजू।बेगि करहु बन गवन समाजू।।
कहि प्रिय बचन प्रिया समुझाई।लगे मातु पद आसिष पाई।।
बेगि प्रजा दुख मेटब आई।जननी निठुर बिसरि जनि जाई।।
फिरहि दसा बिधि बहुरि कि मोरी।देखिहउँ नयन मनोहर जोरी।।
सुदिन सुघरी तात कब होइहि।जननी जिअत बदन बिधु जोइहि।।
asa kahi sīya bikala bhai bhārī |bacana biyogu na sakī sãbhārī ||
dekhi dasā raghupati jiyã jānā |haṭhi rākheṁ nahiṁ rākhihi prānā ||
kaheu kṛpāla bhānukulanāthā |parihari socu calahu bana sāthā ||
nahiṁ biṣāda kara avasaru ājū |begi karahu bana gavana samājū ||
kahi priya bacana priyā samujhāī |lage mātu pada āsiṣa pāī ||
begi prajā dukha meṭaba āī |jananī niṭhura bisari jani jāī ||
phirahi dasā bidhi bahuri ki morī |dekhihaũ nayana manohara jorī ||
sudina sugharī tāta kaba hoihi |jananī jiata badana bidhu joihi ||
Nachdem sie so gesprochen hatte, war Sita zutiefst betrübt und konnte das Wort 'Trennung' nicht ertragen. Ihren Zustand sehend, verstand Rama in seinem Herzen, dass er, wenn er sie zum Bleiben zwänge, ihr Leben nicht bewahren würde. Der mitleidvolle Herr des Sonnenstammes sprach: 'Gib deinen Kummer auf und komm mit mir in den Wald.' 'Heute ist keine Zeit für Trauer. Mach dich eilends bereit für die Reise in den Wald.' Nachdem er seine Geliebte mit diesen liebevollen Worten getröstet hatte, fiel er seinen Mutter zu Füßen und empfing ihren Segen. Sie sprach: 'Kehre bald zurück und beende die Leiden deines Volkes, und vergiss deine hartherzige Mutter nicht und geh fort.' 'Wird das Schicksal mein Los wieder wenden, damit meine Augen euch beide, das liebliche Paar, noch einmal sehen können?' 'Mein Sohn, wann wird jener glückliche Tag und die gnädige Stunde kommen, da deine Mutter, noch am Leben, dein mondgleiches Gesicht erblicken darf?'],
Doha 68
बहुरि बच्छ कहि लालु कहि रघुपति रघुबर तात।कबहिं बोलाइ लगाइ हियँ हरषि निरखिहउँ गात।।68।।
bahuri baccha kahi lālu kahi raghupati raghubara tāta |kabahiṁ bolāi lagāi hiyã haraṣi nirakhihaũ gāta ||68||
Dich wieder "mein Kind", "mein Liebling", "Raghupati", "Raghubara", "mein Sohn" nennend, wann werde ich dich zu mir rufen, dich an mein Herz pressen und freudig deine Gestalt betrachten?
Chaupai 69.1-4
लखि सनेह कातरि महतारी।बचनु न आव बिकल भइ भारी।।
राम प्रबोधु कीन्ह बिधि नाना।समउ सनेहु न जाइ बखाना।।
तब जानकी सासु पग लागी।सुनिअ माय मैं परम अभागी।।
सेवा समय दैअँ बनु दीन्हा।मोर मनोरथु सफल न कीन्हा।।
तजब छोभु जनि छाड़िअ छोहू।करमु कठिन कछु दोसु न मोहू।।
सुनि सिय बचन सासु अकुलानी।दसा कवनि बिधि कहौं बखानी।।
बारहि बार लाइ उर लीन्ही।धरि धीरजु सिख आसिष दीन्ही।।
अचल होउ अहिवातु तुम्हारा।जब लगि गंग जमुन जल धारा।।
lakhi saneha kātari mahatārī |bacanu na āva bikala bhai bhārī ||
rāma prabodhu kīnha bidhi nānā |samau sanehu na jāi bakhānā ||
taba jānakī sāsu paga lāgī |sunia māya maiṁ parama abhāgī ||
sevā samaya daiã banu dīnhā |mora manorathu saphala na kīnhā ||
tajaba chobhu jani chāṛia chohū |karamu kaṭhina kachu dosu na mohū ||
suni siya bacana sāsu akulānī |dasā kavani bidhi kahauṁ bakhānī ||
bārahi bāra lāi ura līnhī |dhari dhīraju sikha āsiṣa dīnhī ||
acala hou ahivātu tumhārā |jaba lagi gaṁga jamuna jala dhārā ||
Da er sah, dass seine Mutter von Liebe überwältigt, unfähig zu sprechen und tief bestürzt war, tröstete Rama sie auf vielerlei Weise; der Augenblick und seine Zärtlichkeit lassen sich nicht beschreiben. Da fiel Janaki ihrer Schwiegermutter zu Füßen und sprach: «Höre, Mutter, ich bin zutiefst unglücklich. Gerade zur Zeit, dir zu dienen, hat mir das Schicksal den Wald gegeben und meines Herzens Wunsch nicht erfüllt. Lege deinen Kummer ab, aber gib deine Zuneigung zu mir nicht auf. Das Schicksal ist hart; ich habe daran keine Schuld. Als Sitas Schwiegermutter ihre Worte hörte, war sie überwältigt; wie kann ich ihren Zustand in Worte fassen? Wieder und wieder drückte sie Sita an ihr Herz und fasste Mut, gab ihr Rat und Segen. Möge dein eheliches Glück unerschüttert bleiben, solange die Wasser von Ganges und Yamuna fließen.
Doha 69
सीतहि सासु असीस सिख दीन्हि अनेक प्रकार।चली नाइ पद पदुम सिरु अति हित बारहिं बार।।69।।
sītahi sāsu asīsa sikha dīnhi aneka prakāra |calī nāi pada paduma siru ati hita bārahiṁ bāra ||69||
Die Schwiegermutter gab Sita viele Ratschläge und Segnungen vielerlei Art. Sie neigte ihr Haupt vor den Lotusfüßen und schied in tiefster Liebe, immer und immer wieder.
In this passage (Doha 60–69), the dominant rasa is Karuṇa braided with Śṛṅgāra-in-vipralambha (love in separation) and shaded by Dharma-vīra (heroism of renunciation). Rama’s resolve to honor the father’s word is the axis; around it, maternal tenderness and spousal devotion surge and break like waves. Kaushalya’s counsel to Sita is a didactic domestic dharma-text: service to elders, restraint, and the ‘safe’ path of household merit. Sita’s reply overturns mere prudence with bhakti-logic: without the Lord, every prosperity is grief; with Him, even bark-cloth is heaven. Theologically, the Manas here stages Saguna intimacy (पति-परमेश्वर) while quietly pointing to Nirguna steadiness: Rama’s equanimity and सत्य-प्रतिज्ञा are the formless dharma within the formed leela. The Sopāna placement is crucial: the seeker is taught that liberation’s staircase begins not in forests but in the heart’s consent to sacrifice.
Traditional satsang reading holds that reciting Sita’s ananyā-bhakti and Rama’s dharma-niṣṭhā strengthens vairāgya, steadies the mind in separation/sorrow, and grants ‘sahaj dhairya’ (natural fortitude) in household trials—turning grief into devotion and duty into worship.
A common practice is to insert the Ram-nāma samput—“श्रीराम जय राम जय जय राम”—especially after each Doha in this sequence, to seal the teaching that Rama’s presence alone converts ‘vana’ into ‘vaikuṇṭha’.
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