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Sukta 10.27
Indra (by contrast: anindrān; the needed power to avoid violent distortion)
Triṣṭubh (probable; needs verification)
Dieser Hymnus ist eine scharfe moralisch‑psychologische Kritik an Macht, die ohne Indras ordnende Kraft ausgeübt wird: Wer an Stärke oder am rituellen Trank teilhat und doch «anindrāḥ» (ohne Indra) bleibt, verfällt in Gewalt, Umkehrung und selbstzerstörerischen Rückschlag. In gnomenhaften Bildern der Verkehrung (gefallen und doch wach, Kopf gegen Kopf gesetzt) diagnostiziert er ein verzerrtes Sein und mahnt den Suchenden, die innere «Lebenskraft» und die Schau von Svar (der Sonnenwelt) nicht zu verbergen, sondern sie in den Kampf um rechte Erfüllung einzubringen.
Mantra 1
असत्सु मे जरितः साभिवेगो यत्सुन्वते यजमानाय शिक्षम् । अनाशीर्दामहमस्मि प्रहन्ता सत्यध्वृतं वृजिनायन्तमाभुम् ॥
Unter den Unwahren, o Sänger, ist mein Ansturm schnell, wenn ich für den Opferherrn, der (Soma) presst, unterwiesen werde. Ich bin der Schläger des freudlosen Gebers; ich treffe den krumm Dahinschreitenden, der an falschem Gesetz wider die Wahrheit festhält.
Mantra 2
यदीदहं युधये संनयान्यदेवयून्तन्वा शूशुजानान् । अमा ते तुम्रं वृषभं पचानि तीव्रं सुतं पञ्चदशं नि षिञ्चम् ॥
Wenn ich zum Kampf ausziehe und die Gottlosen zusammenführe – die, die im Stolz des Leibes anschwellen –, dann bereite ich daheim für dich die starke Stierkraft; den scharfen, ausgepressten Soma gieße ich aus, das volle fünfzehnfache Maß.
Mantra 3
नाहं तं वेद य इति ब्रवीत्यदेवयून्त्समरणे जघन्वान् । यदावाख्यत्समरणमृघावदादिद्ध मे वृषभा प्र ब्रुवन्ति ॥
Ich kenne den nicht, der sagt: „so“ – und doch hat er im Kampf die Gottlosen erschlagen. Wenn er das Gefecht klar erblickt hat, gleich einem stürmenden Anprall, dann sprechen wahrlich in mir meine Stierkräfte hervor.
Mantra 4
यदज्ञातेषु वृजनेष्वासं विश्वे सतो मघवानो म आसन् । जिनामि वेत्क्षेम आ सन्तमाभुं प्र तं क्षिणां पर्वते पादगृह्य ॥
Als ich in unbekannten, verschlungenen Gängen des Daseins war, standen mir alle Mächte der Fülle bei, o Freigebige. Ich siege; ich finde den sicheren, gefestigten Zustand. Den Fußhalt ergreifend, dränge ich vor und zehre den Hemmer aus, selbst auf dem Berg der Mühsal.
Mantra 5
न वा उ मां वृजने वारयन्ते न पर्वतासो यदहं मनस्ये । मम स्वनात्कृधुकर्णो भयात एवेदनु द्यून्किरणः समेजात् ॥
Weder verschlungene Pfade noch Berge halten mich zurück, wenn ich den Willen im Geist festsetze. Beim Klang, der von mir ausgeht, weicht die hartohrige Furcht zurück; und der Lichtstrahl, den Tagen folgend, sammelt sich und bewegt sich in Einklang.
Mantra 6
दर्शन्न्वत्र शृतपाँ अनिन्द्रान्बाहुक्षदः शरवे पत्यमानान् । घृषुं वा ये निनिदुः सखायमध्यू न्वेषु पवयो ववृत्युः ॥
Hier sieht man jene, die den gekochten Trank trinken und doch ohne Indra sind: Arm-Verschlinger, die zum Pfad des Pfeils dahinstürmen. Oder jene, die die Gefährtenkraft schmähen: auf sie wenden sich die geschärften Schneiden, wenden sich wieder zurück.
Mantra 7
अभूर्वौक्षीर्व्यु आयुरानड्दर्षन्नु पूर्वो अपरो नु दर्षत् । द्वे पवस्ते परि तं न भूतो यो अस्य पारे रजसो विवेष ॥
Du bist geworden; du bist gewachsen; du hast das Leben ausgebreitet und es erreicht. Nun wird das Frühere gesehen, und nun wird das Spätere gesehen. Zwei scharfe Schneiden umschließen ihn; keiner wird zu jenem, der dieses rajas (den Zwischenraum) überschritten und das fernere Ufer betreten hat.
Mantra 8
गावो यवं प्रयुता अर्यो अक्षन्ता अपश्यं सहगोपाश्चरन्तीः । हवा इदर्यो अभितः समायन्कियदासु स्वपतिश्छन्दयाते ॥
Die Kühe – Strahlen, angeschirrt an die Gerste der Kraft – zogen unter dem edlen (ārya) Antrieb dahin; ich sah sie wandeln, mit ihren Hütern zusammen. Der Ruf des Ārya kam von allen Seiten herbei: wie weit in ihnen stimmt der wahre Herr des Selbst (svapati) zu und findet Gefallen?
Mantra 9
सं यद्वयं यवसादो जनानामहं यवाद उर्वज्रे अन्तः । अत्रा युक्तोऽवसातारमिच्छादथो अयुक्तं युनजद्ववन्वान् ॥
Wenn wir, die wir unter den Menschen vom Gras leben, und ich, der Gerstenesser, uns im weiten Feld der Donnerkraft sammeln, dann sucht die angeschirrte Macht den Spender der Hilfe; und die noch unangespannte Macht spannt der an, der gewinnt, der erringt.
Mantra 10
अत्रेदु मे मंससे सत्यमुक्तं द्विपाच्च यच्चतुष्पात्संसृजानि । स्त्रीभिर्यो अत्र वृषणं पृतन्यादयुद्धो अस्य वि भजानि वेदः ॥
Hier wahrlich halte ich im Sinn die ausgesprochene Wahrheit: die Zweifüßigen und die Vierfüßigen vermag ich in rechte Verbindung zu fügen. Wer aber hier mit den Frauenkräften gegen den Stier Streit sucht, selbst ohne den wahren Kampf, den teile ich, der Wissende, aus: ich scheide ihn ab und begrenze seinen Anteil.
Mantra 11
यस्यानक्षा दुहिता जात्वास कस्तां विद्वाँ अभि मन्याते अन्धाम् । कतरो मेनिं प्रति तं मुचाते य ईं वहाते य ईं वा वरेयात् ॥
Wessen Tochter ist ohne Wagen — wer würde sie, ein Wissender, für blind halten? Wer löst das Maß, die Fessel, gegen ihn: der sie fährt, oder der sie erwählen möchte?
Mantra 12
कियती योषा मर्यतो वधूयोः परिप्रीता पन्यसा वार्येण । भद्रा वधूर्भवति यत्सुपेशाः स्वयं सा मित्रं वनुते जने चित् ॥
Wie groß ist die Frauenkraft für den jungen Mann und für den Stand der Braut, wenn sie durch den bewundernswerten Schatz erfüllt ist. Heilvoll wird die Braut, wenn sie schön gestaltet ist; sie selbst gewinnt den Freund — selbst unter den Menschen.
Mantra 13
पत्तो जगार प्रत्यञ्चमत्ति शीर्ष्णा शिरः प्रति दधौ वरूथम् । आसीन ऊर्ध्वामुपसि क्षिणाति न्यङ्ङुत्तानामन्वेति भूमिम् ॥
Gefallen erwacht er; er verzehrt, was sich ihm rückwärts zuwendet. Mit dem Haupt setzt er das Haupt als Schutz, als Varūtha. Sitzend zehrt er das Obere ab; nach unten gewandt, ausgestreckt, folgt er der Erde.
Mantra 14
बृहन्नच्छायो अपलाशो अर्वा तस्थौ माता विषितो अत्ति गर्भः । अन्यस्या वत्सं रिहती मिमाय कया भुवा नि दधे धेनुरूधः ॥
Der Große, der lichtfarbige, blattlose Hengst steht fest. Die Mutter — vom inneren Antrieb getrieben — nährt den wachsenden Keim. Das Kalb einer andern leckend, brüllt sie: durch welches Werden des Seins setzt die Kuh ihr Euter nieder?
Mantra 15
सप्त वीरासो अधरादुदायन्नष्टोत्तरात्तात्समजग्मिरन्ते । नव पश्चातात्स्थिविमन्त आयन्दश प्राक्सानु वि तिरन्त्यश्नः ॥
Sieben heldische Mächte stiegen von unten auf; acht kamen von der oberen Seite her und trafen sich am Ende. Neun kamen von hinten, stark in ihrer Masse; zehn vorn strecken den Rücken des Steins aus — und bahnen einen Durchgang durch die widerstehende Härte.
Mantra 16
दशानामेकं कपिलं समानं तं हिन्वन्ति क्रतवे पार्याय । गर्भं माता सुधितं वक्षणास्ववेनन्तं तुषयन्ती बिभर्ति ॥
Von den Zehn ist eines, das fahlgoldene (kapila) Prinzip, dem Wesen nach dasselbe; sie treiben es voran um des Entschlusses (krátu) willen und um des Hinübergehens jenseits. Die Mutter trägt den wohlgefügten Keim in ihren Brüsten, ihn erfreuend, nicht verletzend — ihn nährend, bis er Gestalt gewinnt.
Mantra 17
पीवानं मेषमपचन्त वीरा न्युप्ता अक्षा अनु दीव आसन् । द्वा धनुं बृहतीमप्स्वन्तः पवित्रवन्ता चरतः पुनन्ता ॥
Die Helden kochten den wohlgenährten Widder; die geworfenen Würfel (akṣá) folgten dem Lauf des Tages. Zwei große Bogen bewegen sich in den Wassern, den Läuterer tragend; sie wandeln umher, reinigend — das Seiende tauglich machend für die Wahrheit.
Mantra 18
वि क्रोशनासो विष्वञ्च आयन्पचाति नेमो नहि पक्षदर्धः । अयं मे देवः सविता तदाह द्र्वन्न इद्वनवत्सर्पिरन्नः ॥
Die Lautrufer zogen in alle Richtungen aus; das Maß kocht, doch die Hälfte reift nicht zum Flügel. So sprach zu mir dieser Gott Savitṛ: »Es siegt, wessen Speise Holz ist; es siegt, wessen Speise Ghee (sárpis) ist« — denn rechte Nahrung trägt den Aufstieg.
Mantra 19
अपश्यं ग्रामं वहमानमारादचक्रया स्वधया वर्तमानम् । सिषक्त्यर्यः प्र युगा जनानां सद्यः शिश्ना प्रमिनानो नवीयान् ॥
Aus der Ferne erblickte ich das ziehende Heer, ohne Räder fahrend, nach eigener svadhā sich bewegend. Der Edle (ārya) spannt die Geschlechter der Menschen voran; sogleich, stets neu, zerbricht er die erstarrte Manneskraft der alten Ordnungen.
Mantra 20
एतौ मे गावौ प्रमरस्य युक्तौ मो षु प्र सेधीर्मुहुरिन्ममन्धि । आपश्चिदस्य वि नशन्त्यर्थं सूरश्च मर्क उपरो बभूवान् ॥
Diese beiden Kühe von mir sind dem Schläger angeschirrt; hindere sie nicht — immer wieder berauschen sie mich mit ihrer Kraft. Selbst die Wasser zerstreuen sein Vorhaben; und die Sonne — die Finsternis — ist zur oberen Decke geworden, bis der rechte Sieg errungen ist.
Mantra 21
अयं यो वज्रः पुरुधा विवृत्तोऽवः सूर्यस्य बृहतः पुरीषात् । श्रव इदेना परो अन्यदस्ति तदव्यथी जरिमाणस्तरन्ति ॥
Dieser vajra, vielfach gewendet, ist die Hilfe der Sonne aus der weiten Fülle. Denn durch ihn gibt es einen ferneren, anderen Ruhm; die Unerschütterlichen setzen hinüber über das Zermürben der Zeit.
Mantra 22
वृक्षेवृक्षे नियता मीमयद्गौस्ततो वयः प्र पतान्पूरुषादः । अथेदं विश्वं भुवनं भयात इन्द्राय सुन्वदृषये च शिक्षत् ॥
Von Baum zu Baum brüllte die gebundene Kuh; dann flogen die Vögel auseinander – der Menschenfresser. Da geriet diese ganze Welt des Werdens in Furcht; sie lernte Gehorsam gegenüber Indra und dem pressenden ṛṣi.
Mantra 23
देवानां माने प्रथमा अतिष्ठन्कृन्तत्रादेषामुपरा उदायन् । त्रयस्तपन्ति पृथिवीमनूपा द्वा बृबूकं वहतः पुरीषम् ॥
Nach dem Maß der Götter nahmen die ersten Mächte zuerst ihren Stand; aus dem Durchschneiden erhoben sich ihre höheren. Drei brennen über der weiten Erde und ihren Wassern; zwei tragen den bṛbūka und die reichliche Substanz und führen das Werk der Gestaltung voran.
Mantra 24
सा ते जीवातुरुत तस्य विद्धि मा स्मैतादृगप गूहः समर्ये । आविः स्वः कृणुते गूहते बुसं स पादुरस्य निर्णिजो न मुच्यते ॥
Das ist deine Lebenskraft; erkenne auch ihr Geheimnis. Verbirg nicht ein solches Schauen im Kampf um die rechte Erfüllung. Wer die Sonnenwelt offenbar macht und doch die Hülse verbirgt – er, der Hüter an der Schwelle, wird nicht von seinem Hüllgewand entbunden.
It points to a condition of being “without Indra”—using strength, passion, or even ritual potency without the guiding principle of right order (ṛta). The hymn warns that such power becomes violent and rebounds on the doer.
These are allegories for inner misalignment: when consciousness is distorted, actions turn back upon oneself and wear away one’s higher aim. The images dramatize the need to regain right orientation through truth-guided force (Indra).
Recognize the life-force and its secret, and do not hide the insight when it matters most—during the struggle to live rightly. Partial concealment keeps one bound; integral clarity and honesty are required for release.
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