
Sukta 10.26
Pūṣan (with ‘dasrā’ as attendant powers/possibly Aśvins)
Gāyatrī (3×8 syllables typical for such compact verse; approximate)
Dieser Hymnus ruft Pūṣan als göttlichen Führer der Wege und Reisen an und bittet ihn, den Wagen der Lebensenergie auf eine sichere, gedeihliche Bahn zu lenken und den Ruf des Verehrers zu erhören. In seinen knappen Strophen verbindet er äußeres Unterwegssein mit innerer rechten Ausrichtung: geordnete Eingebungen, gut angeschirrte Kräfte und die Beseitigung von Hindernissen für Seher und Opfernden.
Mantra 1
प्र ह्यच्छा मनीषा स्पार्हा यन्ति नियुतः । प्र दस्रा नियुद्रथः पूषा अविष्टु माहिनः ॥
Vorwärts, ja, dem Ziel entgegen, gehen die begehrenswerten Eingebungen, angeschirrt und geordnet. Vorwärts ziehen die wunderwirkenden Kräfte mit dem angeschirrten Wagen; möge Pūṣan, der Mächtige, uns führen und die Fahrt behüten.
Mantra 2
यस्य त्यन्महित्वं वाताप्यमयं जनः । विप्र आ वंसद्धीतिभिश्चिकेत सुष्टुतीनाम् ॥
Er, dessen Größe dem Wind gleicht, der weithin wirkenden Kraft, — diesem naht sich dieses Volk. Der inspirierte Seher kommt mit erleuchteten Gedanken zu ihm und erkennt die wohlgefügten Lobgesänge.
Mantra 3
स वेद सुष्टुतीनामिन्दुर्न पूषा वृषा । अभि प्सुरः प्रुषायति व्रजं न आ प्रुषायति ॥
Er kennt die rechten Lobpreisungen; als Indu, der lichtspendende Tropfen, ist er wie Pūṣan, der Nährer, ein Stier der Kraft. Er regnet seinen glänzenden Überfluss auf den Suchenden und regnet ihn in unseren Pferch, in unsere Hürde der gesammelten Mächte.
Mantra 4
मंसीमहि त्वा वयमस्माकं देव पूषन् । मतीनां च साधनं विप्राणां चाधवम् ॥
Wir bilden dich in unserem Denken, o göttlicher Pūṣan, als den Unsrigen — Vollender unserer Eingebungen und als die Presskraft (adhavan) der Schau der Seher.
Mantra 5
प्रत्यर्धिर्यज्ञानामश्वहयो रथानाम् । ऋषिः स यो मनुर्हितो विप्रस्य यावयत्सखः ॥
Er ist Gegengewicht und rechter Anteil der Opfer; der schnelle Lenker der Wagen, von Rossen der Kraft gezogen. Er ist der Ṛṣi; er ist der Freund, dem Manu gesetzt, der das Hindernis vom Vipra, dem Erleuchteten, vertreibt.
Mantra 6
आधीषमाणायाः पतिः शुचायाश्च शुचस्य च । वासोवायोऽवीनामा वासांसि मर्मृजत् ॥
Herr der strebenden Einsicht, des Reinen und der Reinheit selbst; er, der Weber der Gewänder, reinigt und ordnet die Hüllen der Kräfte in uns.
Mantra 7
इनो वाजानां पतिरिनः पुष्टीनां सखा । प्र श्मश्रु हर्यतो दूधोद्वि वृथा यो अदाभ्यः ॥
Er ist der Antreiber, Herr der Füllen; Antreiber und Freund allen Wachstums. Maßvoll schüttelt er den goldenen Wuchs aus — er, der Untrügliche, den niemand täuscht.
Mantra 8
आ ते रथस्य पूषन्नजा धुरं ववृत्युः । विश्वस्यार्थिनः सखा सनोजा अनपच्युतः ॥
An deinen Wagen, o Pūṣan, haben die Böcke das Joch gewendet; du bist der Freund eines jeden, der das Ziel begehrt, mit uns von alters her mitgeboren, unerschütterlich, vom rechten, führenden Weg nicht abfallend.
Mantra 9
अस्माकमूर्जा रथं पूषा अविष्टु माहिनः । भुवद्वाजानां वृध इमं नः शृणवद्धवम् ॥
Möge Pūṣan, der Mächtige, unseren Wagen der Lebenskraft behüten; möge er der Mehrer unserer Füllen an Stärke werden und diesen unseren Ruf vernehmen.
Pūṣan is the Vedic guardian of paths and safe passage. In RV 10.26 he is asked to lead the journey, protect the worshipper’s ‘chariot’ of life-energy, and bring increase and well-being.
It suggests that true inspiration (manīṣā) should be disciplined and rightly directed, like horses yoked to a chariot. The prayer asks that our thoughts and powers move forward in an effective, protected way.
It can be recited before travel or before beginning an important task, asking for a clear path, removal of obstacles, and steady energy. Traditionally it fits well with a simple ghee offering into a lamp or fire and a focused intention.
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