Rig Veda Sukta 3
Mandala 8Sukta 324 Mantras

Sukta 3

Sukta 8.3

Devata

Indra

Dieser Hymnus ist eine Soma-Einladung und ein Lobpreis Indras: Er wird aufgefordert, den ausgepressten Saft zu trinken, in die gemeinsame Berauschung (sadhamāda) einzutreten und die Sänger mit seiner inspirierten Kraft (dhī) zu schützen. Gefeiert wird Indras unvergleichliche Macht (indriya), die zum Licht hinführt; der Schluss bringt eine esoterischere Betrachtung und ruft Rohita/Pākasthāmā als ein freigebiges, kraftspendendes Prinzip an, das mit Indras Stärke verbündet ist.

Recitation with translationRig Veda 8.3

Mantras

Mantra 1

पिबा सुतस्य रसिनो मत्स्वा न इन्द्र गोमतः । आपिर्नो बोधि सधमाद्यो वृधेऽस्माँ अवन्तु ते धियः ॥

Trink den Saft des ausgepressten Soma und werde froh in uns, o Indra, Herr der lichtvollen Strahlen. Erwache uns als naher Helfer, als Gefährte der gemeinsamen Ekstase zu unserem Wachstum; mögen deine inspirierten Gedanken (dhī) uns behüten und fördern.

Mantra 2

भूयाम ते सुमतौ वाजिनो वयं मा नः स्तरभिमातये । अस्माञ्चित्राभिरवतादभिष्टिभिरा नः सुम्नेषु यामय ॥

Mögen wir immer mehr in deinem guten Wohlwollen sein, wir, die wir die Füllen der Kraft suchen; überlass uns nicht dem Ansturm des feindlichen Denkers. Mit deinen vielfarbigen Hilfen schütze uns und führe uns in deine Gnaden, in deine Glückseligkeiten.

Mantra 3

इमा उ त्वा पुरूवसो गिरो वर्धन्तु या मम । पावकवर्णाः शुचयो विपश्चितोऽभि स्तोमैरनूषत ॥

Diese meine Worte, o weithin Glänzender, mögen dich mehren. Rein, von läuternder Farbe, haben die seherisch Einsichtigen dich mit Hymnen besungen.

Mantra 4

अयं सहस्रमृषिभिः सहस्कृतः समुद्र इव पप्रथे । सत्यः सो अस्य महिमा गृणे शवो यज्ञेषु विप्रराज्ये ॥

Diese Kraft, von tausend Rishis zur Stärke gemacht, hat sich weit ausgebreitet wie ein Ozean. Wahr ist seine Größe; ich besinge seine Macht in den Opfern, in der königlichen Herrschaft der Inspirierten.

Mantra 5

इन्द्रमिद्देवतातय इन्द्रं प्रयत्यध्वरे । इन्द्रं समीके वनिनो हवामह इन्द्रं धनस्य सातये ॥

Indra allein rufen wir herbei zum Herankommen der Gottheit; Indra im voranschreitenden Adhvaryu-Opfer. Indra im Nahkampf rufen wir an, wir Suchenden—Indra zum Gewinn der Reichtümer des Seins.

Mantra 6

इन्द्रो मह्ना रोदसी पप्रथच्छव इन्द्रः सूर्यमरोचयत् । इन्द्रे ह विश्वा भुवनानि येमिर इन्द्रे सुवानास इन्दवः ॥

Indra hat durch seine Größe die beiden Welten durch seine Kraft geweitet; Indra ließ die Sonne hervorleuchten. In Indra finden wahrlich alle Welten ihren rechten Halt; in Indra strömen die ausgepressten Soma-Ströme aus.

Mantra 7

अभि त्वा पूर्वपीतय इन्द्र स्तोमेभिरायवः । समीचीनास ऋभवः समस्वरन्रुद्रा गृणन्त पूर्व्यम् ॥

Zu dir, o Indra, zum ersten Trunk kommen die Suchenden mit Hymnen. In rechtem Einklang ließen die Ṛbhus einen einzigen Klang erschallen; die Rudras besingen deine uralte Macht.

Mantra 8

अस्येदिन्द्रो वावृधे वृष्ण्यं शवो मदे सुतस्य विष्णवि । अद्या तमस्य महिमानमायवोऽनु ष्टुवन्ति पूर्वथा ॥

Wahrlich, dadurch ist Indra gewachsen an seiner mannhaften Kraft — im Rausch des gepressten Soma, o Viṣṇu, All-Durchdringender. Heute preisen die Suchenden seiner Größe nach, wie nach alter Weise.

Mantra 9

तत्त्वा यामि सुवीर्यं तद्ब्रह्म पूर्वचित्तये । येना यतिभ्यो भृगवे धने हिते येन प्रस्कण्वमाविथ ॥

Jene heldische Kraft von dir suche ich; das ist das Brahman-Wort zur Erweckung des alten Bewusstseins: womit du den Strebenden, den Bhṛgu, beistandest, als der Schatz bereitgelegt war; womit du Praskaṇva beschütztest.

Mantra 10

येना समुद्रमसृजो महीरपस्तदिन्द्र वृष्णि ते शवः । सद्यः सो अस्य महिमा न संनशे यं क्षोणीरनुचक्रदे ॥

Wodurch du den Ozean, die großen Wasser, ausströmen ließest — das, o Indra, ist deine stierhafte Kraft (vṛṣṇi), deine Macht. Sogleich schwindet seine Größe nicht: dem folgen die Erdenräume in ihrem kreisenden Lauf.

Mantra 11

शग्धी न इन्द्र यत्त्वा रयिं यामि सुवीर्यम् । शग्धि वाजाय प्रथमं सिषासते शग्धि स्तोमाय पूर्व्य ॥

Sei uns gewachsen, o Indra: denn zu dir gehe ich um rayi, den Reichtum, der su-vīrya, heldische Kraft, ist. Sei gewachsen zum ersten Gewinn des Vāja — Kraft und Fülle — für die Strebenden; sei auch gewachsen für unseren uralten Stoma, den alten Lobgesang.

Mantra 12

शग्धी नो अस्य यद्ध पौरमाविथ धिय इन्द्र सिषासतः । शग्धि यथा रुशमं श्यावकं कृपमिन्द्र प्रावः स्वर्णरम् ॥

Sei uns auch hierin gewachsen: denn du halfst, o Indra, den väterlichen, alten Eingebungen (paura), als sie nach dem Gewinn strebten. Sei jetzt gewachsen, wie du einst machtvoll Ruśama, Śyāvaka und Kṛpa beistandest — o Indra, der zum Licht führt, svar-nara.

Mantra 13

कन्नव्यो अतसीनां तुरो गृणीत मर्त्यः । नही न्वस्य महिमानमिन्द्रियं स्वर्गृणन्त आनशुः ॥

Wer von den Sterblichen, unter diesen Wortwebern, wird rasch singen? Denn wahrlich keiner hat seine Größe erlangt, seine Indra-Kraft (indriyá), auch wenn sie zum Licht hin preisen.

Mantra 14

कदु स्तुवन्त ऋतयन्त देवत ऋषिः को विप्र ओहते । कदा हवं मघवन्निन्द्र सुन्वतः कदु स्तुवत आ गमः ॥

Wann werden die Preisenden, im Rhythmus des Ṛta schreitend, die Gottheit in Bewegung setzen? Welcher ṛṣi, welcher vipra vermag dich heranzuziehen? Wann, o freigebiger Indra, wirst du auf den Ruf des Soma-Pressers kommen — wann wirst du zum Lobpreisenden gelangen?

Mantra 15

उदु त्ये मधुमत्तमा गिरः स्तोमास ईरते । सत्राजितो धनसा अक्षितोतयो वाजयन्तो रथा इव ॥

Empor steigen jene Reden, übervoll von honigsüßer Wonne; die Hymnen drängen hervor. Allzeit siegreich, den Schatz gewinnend, mit unversiegenden Hilfen treiben sie den Vāja voran wie Wagen, die vorwärtsstürmen.

Mantra 16

कण्वा इव भृगवः सूर्या इव विश्वमिद्धीतमानशुः । इन्द्रं स्तोमेभिर्महयन्त आयवः प्रियमेधासो अस्वरन् ॥

Wie die Kaṇvas, wie die Bhṛgus, wie die Sonnen: durch gesammelte Schau erlangten sie das All. Indra mit Hymnen erhöhend, riefen die Āyus, reich an liebgewonnener Einsicht, im inspirierten Klang.

Mantra 17

युक्ष्वा हि वृत्रहन्तम हरी इन्द्र परावतः । अर्वाचीनो मघवन्त्सोमपीतय उग्र ऋष्वेभिरा गहि ॥

Schirre doch, o Indra, du größter Vṛtra-Schläger, deine beiden fahlen Rosse an und komm aus der fernen Weite. Wende dich her, o Freigebiger, zum Trank des Soma; stark, emporgehoben vom Eifer der ṛṣi, komm herbei.

Mantra 18

इमे हि ते कारवो वावशुर्धिया विप्रासो मेधसातये । स त्वं नो मघवन्निन्द्र गिर्वणो वेनो न शृणुधी हवम् ॥

Diese deine Sänger haben laut gerufen mit inspirierter Einsicht, o Indra, die Seherhaften, um Erkenntnis zu gewinnen. So höre für uns, o freigebiger Indra, du Freund der Lieder, den Ruf — wie ein Liebender das sehnsüchtige Verlangen hört.

Mantra 19

निरिन्द्र बृहतीभ्यो वृत्रं धनुभ्यो अस्फुरः । निरर्बुदस्य मृगयस्य मायिनो निः पर्वतस्य गा आजः ॥

O Indra, du zerschmettertest Vṛtra, das Hindernis, hinweg von den großen Mächten, von ihren Bogen; du vertriebst den trügerischen Arbuda, den Jäger, den Māyin; du brachst aus dem Berge die Kühe hervor – Strahlen von Licht und Erkenntnis.

Mantra 20

निरग्नयो रुरुचुर्निरु सूर्यो निः सोम इन्द्रियो रसः । निरन्तरिक्षादधमो महामहिं कृषे तदिन्द्र पौंस्यम् ॥

Hervor leuchteten die Feuer; hervor stieg die Sonne; hervor floss Soma, der Saft der indriischen Kraft. Aus dem Zwischenraum zogst du von unten die große Schlange hervor: dies, o Indra, ist deine Manneskraft, deine sieghafte Potenz.

Mantra 21

यं मे दुरिन्द्रो मरुतः पाकस्थामा कौरयाणः । विश्वेषां त्मना शोभिष्ठमुपेव दिवि धावमानम् ॥

Den, den mir Indra und die Maruts, der Reifer des Unreifen, in Bewegung setzten – unter allen in eigenem Wesen am strahlendsten, dahinstürmend, als wäre er nahe dem Himmel –, ihn halte ich als die schnelle Kraft des Aufstiegs im inneren Firmament.

Mantra 22

रोहितं मे पाकस्थामा सुधुरं कक्ष्यप्राम् । अदाद्रायो विबोधनम् ॥

Pākasthāmā hat mir Rohita gegeben — wohl angeschirrt, die umkreisenden Räume erfüllend, ein Erwecker der inneren Fülle (rāyas), der die Seele zu ihren Reichtümern des Seins aufrührt.

Mantra 23

यस्मा अन्ये दश प्रति धुरं वहन्ति वह्नयः । अस्तं वयो न तुग्र्यम् ॥

Dem tragen die anderen Zehn das Joch als Antwort — die Träger der Flammenkraft; wie Vögel zur Heimstatt in der Dämmerung: so kehren alle Kräfte zu jenem führenden Prinzip zurück, zur festen Ruhestätte der Fahrt.

Mantra 24

आत्मा पितुस्तनूर्वास ओजोदा अभ्यञ्जनम् । तुरीयमिद्रोहितस्य पाकस्थामानं भोजं दातारमब्रवम् ॥

Das Selbst ist der Vater; der Leib ist Wohnung und Gewand; der Kraftspender ist die innere Salbung. Als vierte Macht Rohitas habe ich Pākasthāmā verkündet — den Freigebigen, den Geber — der den reifen Genuss der Seele vollendet.

Frequently Asked Questions

It invites Indra to drink the pressed Soma, praises his unmatched power, and asks him to protect the singers and grant growth, strength, and prosperity.

In Vedic ritual, Soma is the offering that ‘gladdens’ Indra and draws his presence; the hymn uses this to request help, victory, and inspired protection (dhī).

The hymn is generally placed in the Kāṇva tradition of seers; individual verse attributions vary in manuscripts, but the family style and placement point to the Kaṇvas.

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