Atharva Veda Anuvaka 6
Kanda 710 Suktas33 Mantras

Anuvaka 6

Hauptthema: Stabilisierung des Lebens — Schutz von Person und Haus durch Wiederherstellung des Prāṇa, Hüterschaft der Himmelsrichtungen und glückverheißende Einsetzung. Unterthemen: Rakṣā: Schutz nach den Richtungen und Abwehr von Übeltätern; Saṁjñāna: Eintracht innerhalb und jenseits des eigenen Kreises; Bhaiṣajya: Prāṇa/Apāna wieder fest einsetzen und dem Zug des Todes widerstehen; Viṣa-haraṇa: Gegengift durch vīrúd und Mantra; Verehrung von Vāc/Śruti: Ṛc und Sāman als wirkmächtige Rede; Svasty-ayana: sichere Reise und ein hindernisfreier Weg.

Suktas in Anuvaka 6

Sukta 51

Dieser einversige rakṣoghna‑Hymnus errichtet einen vollständigen Schutzkreis, indem er Bṛhaspati und Indra die Hüterschaft über alle Himmelsrichtungen zuweist. Bṛhaspati wird gebeten, den „Übeltäter“ von hinten, von oben/nördlich und von unten abzuwehren, während Indra Vorderseite und Mitte sichert und für die Gemeinschaft einen sicheren „weiten Raum“ (varīyas) ausdehnt.

Rishi: Atharvanic tradition (protective formula section) | Devata: Bṛhaspati and Indra | 1 Mantras

Sukta 52

Dieser kurze Saṁjñāna-Hymnus bittet die Aśvins, Eintracht (gemeinsames Verstehen) im eigenen Kreis und selbst mit Außenstehenden zu pflanzen, damit das gemeinsame Leben ohne Bruch voranschreitet. Ferner wird erbeten, dass beim Zusammenkommen der Vielen — besonders in angespannten bürgerlichen oder kriegerischen Augenblicken — öffentlicher Aufruhr, unheilvolle Zeichen und destabilisierende Vorzeichen gezügelt werden, damit ein einmütiger Rat obsiegt.

Rishi: Atharvanic tradition (concord formula section) | Devata: The Aśvins (dual helpers) as establishers of concord | 2 Mantras

Sukta 53

Dieser Heilungshymnus stabilisiert die vitale Ordnung des Kranken, indem er Prāṇa (Einatem) und Apāna (Ausatem) zurückruft und wieder einsetzt, damit sie beim Nahen des Todes nicht weichen. Er macht Yamas/Mṛtyus Anspruch rückgängig, ruft die göttlichen Ärzte (Aśvins, Agni Bhiṣaj) an und stellt den Leidenden unter das schützende „Geleit/Fahrzeug“ der Saptarṣis auf dem Weg zu sicherem Alter. Seine Kraft wird als ein „Schatz gegen das Dahinschwinden“ (jarimán) gefasst, der unversehrte Lebenskraft und die Kontinuität des Lebens wiederherstellt.

Rishi: Atharvanic tradition (exact r̥ṣi attribution for this verse not securely fixed across indices) | Devata: Prāṇa and Apāna (vital breaths) | 7 Mantras

Sukta 54

Dieser kurze Hymnus aus zwei Mantras verehrt Ṛc und Sāman als lebendige, wirkmächtige Formen heiliger Rede, die rituelles Handeln ermöglichen und das Opfer zu den Göttern tragen. Zugleich dient er als Schutzzauber für das Studium: Der Schüler bittet, dass die machtvolle Veda — wenn man sie befragt und handhabt — keinen Schaden bringe, sondern Kraft, Klarheit und gelingende Ausführung verleihe.

Rishi: Atharvanic tradition (attribution uncertain) | Devata: Ṛc and Sāman (personified Vedic speech-forms) | 2 Mantras

Sukta 55

Dieser einversige Hymnus bittet Indra um svasty-ayana — einen glückverheißenden, hindernisfreien Weg —, indem er den Reisenden mit Indras eigenen, „vom Himmel herabsteigenden“ Pfaden in Einklang bringt, die die Welt in Bewegung setzen. Indem diese göttlichen Routen als schützendes Vorbild angerufen werden, wirkt das Mantra zugleich als paustischer Wohlstandszauber (für ein gelingendes Unternehmen) und als apotropäischer Reiseschutz (gegen Missgeschick, Verzögerung und feindliche Mächte).

Rishi: Bhṛgu | Devata: Indra | 1 Mantras

Sukta 56

AV 7.56 ist ein heilender Gegengift-Zauber, der das Gift der Śarkota und anderer kriechender, beißender Wesen erkennt und durch die Kraft von Mantra und heilkräftiger vīrúd (Arzneipflanze) bezwingt. Der Hymnus verbindet die botanische Gegenmittelmacht mit dem brahman (heiligem Wort) und erklärt das Gift des Wesens für „zermalmt“, seine beißenden Mäuler niedergebogen und unschädlich gemacht.

Rishi: Atharvanic tradition (specific r̥ṣi not stated in the provided excerpt; commonly anonymous/Angirasic for such charms) | Devata: Viṣa-nāśana (poison-destroying power) directed against the śarkota; the mantra itself functions as the agent | 8 Mantras

Sukta 57

Dieser kurze atharvavedische Hymnus ruft Sarasvatī als Heilerin an, die innere Standfestigkeit und leibliche Unversehrtheit wiederherstellt, wenn jemand durch Angst, umherirrendes Flehen oder einen empfundenen „Riss“ im Körper erschüttert ist. Durch das Bild von ghṛta (Ghee) als nährender Fülle und das Motiv der sieben strömenden Gewässer erbittet er allseitiges Gedeihen — Gesundheit, Kraft und geordnetes Aufblühen (ṛta) für die Person und die Hauslinie.

Rishi: Unspecified in the provided excerpt (likely Atharvanic) | Devata: Sarasvatī | 2 Mantras

Sukta 58

Dieser kurze Paustika-Hymnus ist eine Formel der „Annahme von anna und soma“: Er lädt Indra und Varuṇa ein, den ausgepressten, honigsüßen Soma zu trinken und sich auf dem Barhis niederzusetzen, wodurch die Opfergabe bekräftigt wird. Durch die wohlgefällige Teilnahme der Götter am Ritus soll Nahrung (anna), Kraft und geordneter Wohlstand unter fester göttlicher Ordnung gefestigt werden.

Rishi: Unspecified here (to be resolved via Anukramaṇī for AVŚ 7.58). | Devata: Indra-Varuṇa; Soma as offering/deity. | 2 Mantras

Sukta 59

Dieser einversige Rakṣā–Abhicārika-Zauber erstrebt die „Befreiung vom Fluch“ (śāpa-mocanam), indem er feindliche Verwünschungen auf ihren Ursprung zurückwendet. Er stellt sich vor, dass die Macht des Fluchenden wie ein Baum vom Blitz getroffen wird und von der Wurzel her verdorrt; so wird eine völlige Umkehr und das Abschneiden der Stütze des Fluches behauptet.

Rishi: Unspecified here (to be resolved via Anukramaṇī for AVŚ 7.59). | Devata: Śāpa (curse) as adversarial force; implicit divine sanction via ‘vidyut’ imagery. | 1 Mantras

Sukta 60

AVŚ 7.60 ist ein paustika-Hymnus zum Betreten des Hauses und zur Stabilisierung des Haushalts: Er setzt „bhadra“ (glückverheißenden Wohlstand) in der Wohnung ein und macht das Haus selbst seinen Bewohnern freundlich. Er besänftigt die Mächte des Mangels – Hunger und Durst – und wandelt das Haus in ein sicheres, einladendes Gefäß für Reichtum, Kraft und harmonische Gemeinschaft, besiegelt durch das beharrliche „hier selbst“ (ihaiva) als Ort des Gedeihens.

Rishi: Atharvanic/Aṅgiras-type attribution (kāṇḍa 7 paustika strata; specific r̥ṣi not supplied in the input) | Devata: Bhadra (Auspiciousness) / generalized prosperity-power; implicit Manu as normative human authority | 7 Mantras

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