Atharva Veda Anuvaka 13
Kanda 610 Suktas37 Mantras

Anuvaka 13

Wiederherstellung heilsamer Ordnung: Lösung von Sünde und Unheil, Sicherung von Eintracht und Gedeihen sowie Stärkung sozialer Ziele durch konsekrierende und schützende Zauber. Unterthemen: Lösung aus Varuṇas Fesseln und Sühne; Beseitigung böser Träume; Verdienst von Gabe und Opfer und eine abhiṣeka‑artige Weihe für aufsteigendes Geschick; saumanasa — Einmütigkeit und Versammlungsharmonie; Zeit‑ und Nakṣatra‑gebundene Glückverheißung (bhadrāham); paustika — Wohlstand und rechtmäßiger Anteil (Bhaga); bhaiṣajya — Austreibung von Krankheit und schädlichem Einfluss.

Suktas in Anuvaka 13

Sukta 121

Dieser vierstrophige Hymnus ist ein Gebet um Loslösung und Sühne: Er bittet Varuṇa, seine rechtlich bindenden pāśas (Fesseln von Schuld, Eidbruch und Zwang) zu lockern und duṣvapnya (böse Träume) sowie durita (Unheil) zu vertreiben. Durch das Entfernen unheilvoller Bindungen und die Wiederherstellung der rechten Ordnung zielt er auf Gesundheit, ungehindertes Vorankommen auf den «Wegen» des Lebens und einen sicheren Übergang zur sukṛta-loka (der durch Verdienst erlangten Welt).

Rishi: Atharvanic tradition (anukramaṇī attribution varies). | Devata: Varuṇa (as lord of pāśa) and the abstract powers of duṣvapnya/durita to be expelled. | 4 Mantras

Sukta 122

Dieser Hymnus verknüpft die Ethik des dāna (Schenkens), den aufwärts führenden „Faden“ der Ahnenverdienste und den himmelwärts drängenden Impuls des yajña und mündet in eine abhiṣeka-artige Weihe, die Indra-mit-den-Maruts um die Gewährung der ersehnten Gabe bittet. Seine Kraft liegt darin, sozial-religiöses Handeln (Geben, priesterliche Vermittlung, Opfer) mit einem konsekratorischen Akt (Besprengung) zu synchronisieren, der Wohlstand, Schutz und glückverheißenden Rang besiegelt. So fungiert die Sūkta als paustika-saṃskāra-Zauber: Sie autorisiert Erfolg im Diesseits und einen gesicherten Weg darüber hinaus, unter brahmanischer ritueller Obhut.

Rishi: Atharvanic/Aṅgirasa tradition (specific r̥ṣi not stated in the provided excerpt; requires Anukramaṇī check). | Devata: Indra (marutvat) as boon-granter; implicitly the consecratory power of abhiṣeka. | 5 Mantras

Sukta 123

Dieser kurze Hymnus verteilt und festigt saumanasa — geteiltes Wohlwollen, Einmütigkeit und heiter-gesinnte Eintracht — unter einer versammelten Gruppe, die als „Gefährten eines Sitzes“ (sadhásthaḥ) angeredet wird. Agni Jātavedas erscheint als göttlicher Träger, der den „Schatz“ der Eintracht herbeibringt, während Götter und Ahnen angerufen werden, um die Kontinuität von Identität und sozialer Ordnung zu verankern. Die Schlusswendung erbittet eine „königliche“ (rājan) Sanktion aus der erhabenen Sphäre, die der Gemeinschaft Gunst sichert und die Anerkennung ihrer verdienstvollen Gaben (pūrta).

Rishi: Not specified in the excerpt; to be verified via Anukramaṇī for AVŚ 6.123. | Devata: Saumanasa (personified concord) with Agni Jātavedas as fetcher; communal ‘sadhásthaḥ’ as ritual addressees. | 5 Mantras

Sukta 124

Dieser kurze atharvanische Zauberspruch wirkt gegen Nirṛti — Unheil, Verzehrung und Todesnähe — durch reinigende Wasser, eine von Agni gestützte Wiederherstellung und verdienstgestützte rituelle Rede. Er behandelt unheilvollen „Kontakt“ (eine fallende Frucht oder eine Berührung aus der Luft) als entfernbaren Makel, der von Körper und Gewand abgewaschen wird, und versiegelt die Person danach in Wohlstand, Glanz und nachkommenspendender Heilsfülle.

Rishi: Atharvanic tradition (not specified in the excerpt). | Devata: Agni; Waters (Āpas) as implicit agents; anti-deity target: Nirṛti. | 3 Mantras

Sukta 125

Dieser kurze Hymnus für kriegerischen Erfolg und Gedeihen weiht den Streitwagen des Kämpfers, indem er Vanaspati (den göttlichen Herrn des Holzes/der Bäume) anruft und den ratha mit Indras vajra-gleicher Kraft gleichsetzt. Die Mantras binden Holz, Rinderkraft, Wasserstärke und göttliche Kampfmacht zusammen, damit der berittene Streiter den Sieg und den „Gewinn“ (die Beute) erringt, während das Gefährt fest, geschützt und wirksam bleibt.

Rishi: Atharvanic tradition (not specified in the excerpt). | Devata: Vanaspati (lord of trees/wood), with the chariot as empowered object. | 3 Mantras

Sukta 126

Dieser kurze Kriegshymnus weiht die dundubhi (Kriegstrommel) als lebendige, atemgleiche Kraft, deren Donner den Kosmos belebt und feindliche Mächte aus der Ferne in Panik versetzt. Mit Indra verbündet wird die Trommel zur apotropäischen Waffe: Sie vertreibt durita (Unheil/böses Vorzeichen), sammelt die eigenen Truppen und besiegelt den Sieg für die Wagenkämpfer.

Rishi: Atharvanic tradition (anukramaṇī-dependent). | Devata: Dundubhi (personified drum) allied with Indra | 3 Mantras

Sukta 127

Diese kurze atharvanische Heilhymne ist ein unmittelbarer medizinischer Zauberspruch, der Yakṣma (zehrende Krankheit) und verwandte krankhafte Zustände — Abszess (vidradha), balāsa‑Schleim, „rote“ Entzündung und visalpaka (sich ausbrechender Ausschlag) — restlos ausrotten befiehlt. Der Hymnus verleiht einer Heilpflanze (Oṣadhi/Vanaspati) und einem namentlich genannten Mittel (cīpudru) die Kraft, die Krankheit aus bestimmten Körperstellen „herauszureißen“ und den verborgenen (ajñāta) Yakṣma nach unten und weit fort zu verbannen.

Rishi: Atharvanic tradition (exact r̥ṣi not specified in the provided input; commonly anonymous in AV medical charms) | Devata: Oṣadhi/Vanaspati (medicinal plant as deity-like agent); secondarily the expulsion of Yakṣma and allied diseases | 3 Mantras

Sukta 128

Dieser kurze atharvavedische Zauberspruch bittet den Nakṣatra-König Śakadhūma und die ordnenden Mächte der Zeit — Tag/Nacht und Sonne/Mond —, den gegenwärtigen Augenblick in „bhadrāham“, einen glückverheißenden, erfolgbringenden Tag, zu verwandeln. Er wirkt, indem er ein menschliches Vorhaben (besonders königliches/öffentliches Handeln) rituell mit der kosmischen Ordnung in Einklang bringt, widrige Zeitzeichen besänftigt und beständiges Glück über den gesamten Tag-Nacht-Zyklus sichert.

Rishi: Atharvanic tradition (specific ṛṣi not securely determinable from the provided excerpt alone) | Devata: Nakṣatra-rājan (Śakadhūma) with day/night and sun/moon as invoked supports | 4 Mantras

Sukta 129

Dieser kurze Paustika-Hymnus ruft Bhaga an – das Glück als der einem zustehende „Anteil“ – zusammen mit Indras freigebiger Kraft, um Wohlstand zu sichern und den Rezitierenden „glückhaft/anteilhabend“ (bhagin) zu machen. Er zieht Gedeihen aus dem vegetativen Bereich (aus Bäumen, besonders aus śāṃśapa) hervor und vertreibt zugleich arātis – Missgünstige, Rivalen und Verhinderer –, die den Gewinn hemmen würden. Die Wirkmacht des Mantras liegt darin, den Praktizierenden mit Bhagas wiederkehrendem, selbst verborgenem Anteil in Einklang zu bringen und ihn durch apotropäische Austreibung zu versiegeln.

Rishi: Atharvanic tradition (not determinable from excerpt alone) | Devata: Bhaga (fortune/portion), with Indra as co-agent | 3 Mantras

Sukta 130

AV 6.130 ist ein knappes atharvanisches Liebeszauberlied, das Smara (Kāma) durch die Apsaras und die Götter „aussendet“, damit die begehrte Person liebeskrank, ruhelos und vor Sehnsucht nach dem Ausführenden brennend werde. Der Hymnus verbindet Faszination und Unterwerfung (vaśīkaraṇa) mit der Ausschaltung von Rivalen: Dem Ziel wird geboten, nur an den Vollziehenden zu denken und alle anderen zu vergessen. Seine Wirkkraft erscheint als göttliche Sendung: Die Götter treiben Smara hinaus, während Maruts und Agni den inneren Taumel des Ziels steigern.

Rishi: Atharvanic tradition (often treated as anonymous/atharvanic for such kāmya hymns) | Devata: Smara (Kāma) empowered through Apsarases; Gods as dispatchers | 4 Mantras

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