Atharva Veda Anuvaka 2
Kanda 310 Suktas78 Mantras

Anuvaka 2

Rituelle Techniken zur Sicherung des Lebens — Gesundheit, Haus, Lebensunterhalt, Fruchtbarkeit und soziale Ordnung — durch die Weihe zentraler Räume (Haus, Wasser, Viehhof, Feld) und die Stärkung menschlicher Handlungsfähigkeit (Handel, Liebe, Krieg). Unterthemen: Befreiung von Schwindsucht und Tod (mocana von yakṣma/mṛtyu); Reinigung und Heilung durch die heiligen Wasser (Āpas); Weihe von Haus und Schwelle für Stabilität und Gedeihen; Zusammenhalt und Schutz des Viehs im goṣṭha/Viehhof; Gedeihen von Handel und Weg/Reise.

Kinds of charm

Paushtika (prosperity): 5Bhaishajya (healing): 2Abhicharika (against foes): 2Shantika (pacifying): 1

Suktas in Anuvaka 2

Sukta 11

AV 3.11 ist ein bhaiṣajya-Heilhymnus der Lösung (mocana), der den Kranken von yakṣma (zehrender Schwindsucht), vom grahi‑Zugriff/Anfall und von den vielen Gestalten des mṛtyu (tödlichen Endes) losmacht und Atem, Lebenskraft und langes Leben wiederherstellt. Er wirkt, indem er die feindlichen Mächte beim Namen nennt, ihren „Griff/Strick“ erkennt und dann höhere göttliche Autorität anruft – vor allem Indra‑Agni und Bṛhaspati –, um die Fessel zu zerbrechen und prāṇa und apāna im Körper wieder fest einzusetzen.

Rishi: Atharvanic healer tradition (often Atharvan/Angirasic attribution for bhaiṣajya hymns) | Devata: Indra-Agni; also implicitly Yakṣma and Grahi as adversarial agents | 8 Mantras

Sukta 12

AV 3.12 ist ein Hausweihe-Hymnus, der die śālā (Halle/Wohnstätte) als festen, wohlwollenden und gedeihlichen Lebensraum einsetzt, rituell „gemacht“ durch ṛta und die leuchtende Ordnung (virāj). Er segnet Pfosten und Firstbalken, fest zu stehen, Hausplagegeister und Feinde abzuwehren und langes Leben — „hundert Herbste“ — samt Reichtum und unversehrter Nachkommenschaft zu sichern.

Rishi: Atharvanic tradition (house-consecration hymn; r̥ṣi attribution varies by anukramaṇī) | Devata: Gṛha/Śālā and the consecrated house-timbers (with Ṛta/Virāj as sacral power) | 9 Mantras

Sukta 13

Dieser kurze atharvavedische Hymnus weiht die Wasser (Āpas/Flüsse) als uranfängliche, göttlich errungene Reiniger, deren wahre Namen und Ursprungserzählung ihre Heilkraft wirksam machen. Indem er an Varuṇas Anstoß und Indras „Erringung“ der Wasser erinnert, verwandelt er gewöhnliches Wasser in einen Träger von prāṇa (Lebensatem) und varcas (vitaler Glanzkraft) zur Reinigung, zum Schutz und zur Wiederherstellung.

Rishi: Atharvanic tradition (ṛṣi not securely fixed for this individual mantra in common indices) | Devata: Āpas (Waters), with mythic linkage to Varuṇa and Indra | 7 Mantras

Sukta 14

Dieser Paustika-Hymnus setzt die goṣṭha (Kuhstall/Byre) als rituell aufgeladenen Ort ein, der das Vieh sammelt, zur Ruhe bringt und in beständiger Eintracht unter der Hut des Besitzers bindet. Er soll das Auseinanderlaufen verhindern, Gedeihen und Fruchtbarkeit sichern und den Stall in eine fortwährende Quelle von rayi (stofflichem Reichtum) und subhūti (Wohlergehen) verwandeln, besonders im gefährdeten Moment von Neugeburt und erneuter Zusammenfügung der Herde.

Rishi: Atharvanic tradition (specific r̥ṣi not supplied in excerpt) | Devata: Goṣṭha / Rayi (functional deities: cowshed/wealth), with implicit cattle-prosperity powers | 6 Mantras

Sukta 15

Diese Sukta ist ein Kaufmanns-Anfahrtszauber: Sie setzt Handel und Reise rituell «in Gang» unter Indras Führung und bittet, dass der Weg von feindlichen Mächten und zufälligem Unheil freigemacht werde. Zugleich heiligt sie das Kapital selbst—sie betet, dass das zum Markt Getragene vermehrt zurückkehre, während Agni durch das Opfer die göttliche Gunst festigt und vor Rivalität sowie nachbarschaftlichem Schaden schützt.

Rishi: Atharvanic tradition (commercial/travel charms) | Devata: Indra | 8 Mantras

Sukta 16

Dieser Paustika-Hymnus macht die Schwellenkraft der Morgenröte (Uṣas) zu einem rituellen Träger, der Bhaga — den zugeteilten Anteil, das Los und genießbaren Wohlstand — in das Leben des Auftraggebers «herbeibringt». Wohlstand erscheint als göttlich ausgeteilter Anteil (bhaga), der allen Ständen offensteht; erbeten wird, dass Bhaga dem Ausübenden vorangehe wie ein wegklärender Anführer, damit Vorhaben gelingen. Die Diktion greift rigvedische Morgenrötenbilder (Wagen, preisgewinnende Pferde) auf, um das Glück rasch und sichtbar ankommen zu lassen, gleich zu Beginn des Tages und des Ritus.

Rishi: Traditionally Atharvanic seer(s) associated with Uṣas/Bhaga prosperity hymns (Saunaka anukramaṇī attribution varies by hymn-unit). | Devata: Uṣas (Dawns), Bhaga (Fortune/Distributor), with Dadhikrāvan as simile-power | 7 Mantras

Sukta 17

Dieser Kṣetra-Hymnus weiht das Pflügen und die Furche (Sītā), damit das Feld zu einem Gefäß für Nahrung, Regenfeuchte und stetigen Zuwachs werde. Durch Bilder von Salbung und göttlicher „Sanktion“ (Viśve Devāḥ, Maruts) wird die Feldarbeit zu einem von den Göttern gebilligten Ritus, der milchgleiches Übermaß (payas), ghee-reiche Kraft (ghṛta) und gedeihliche Ernten hervorbringt.

Rishi: Traditionally Atharvanic/Angirasa attribution for kṣetra-hymns (varies by anukramaṇī). | Devata: Sītā (Furrow), with Maruts and Viśve Devāḥ as sanctioning powers | 9 Mantras

Sukta 18

AV 3.18 ist ein knappes atharvanisches Bannlied, das Pflanzenkraft (oṣadhi/vanaspati) und die zwingende Mantra‑Macht mobilisiert, um eine rivalisierende Mitfrau zu vertreiben und ausschließliche eheliche Bindung zu sichern. Es verbindet ein praktisches Ritual (Ausgraben und Anwenden eines wirkmächtigen Krauts) mit Formeln sozial‑räumlicher Dominanz („ich bin höher; sie ist unten“) und geistlenkender Bildsprache, die die Zuneigung des Gatten zur Ausführenden hinströmen lässt wie Wasser seinem Lauf.

Rishi: Atharvanic seer (often anonymous/Angirasa in anukramaṇī for such charms; varies). | Devata: Oṣadhi/Vanaspati (plant-power) as operative deity | 6 Mantras

Sukta 19

AV 3.19 ist ein knappes kriegerisches Zauberlied, das das Heer des Königs und seine Waffen durch atharvanisches Brahman weiht und sie „schärfer“ macht als göttliche Vorbilder (Agni’s Axt, Indras Vajra) und damit im Kampf unwiderstehlich. Zugleich demütigt und erschöpft es die feindlichen Kräfte, während es die eigene Seite unter der Autorität des Purohita erhöht, und gipfelt in einem direkten Geschoss-Zauber: Der mantra-geschärfte Pfeil trifft die feindlichen Helden, ohne ihnen ein Entkommen zu lassen.

Rishi: Atharvanic seer (traditional attribution within AV war/host hymns; specific r̥ṣi varies by anukramaṇī tradition) | Devata: Indra (victory), Agni (fiery sharpness), and the empowered host/weapons as functional recipients | 8 Mantras

Sukta 20

AV 3.20 ist ein paustika-Hymnus, der Wohlstand (rayi) mit sozialer Eintracht verbindet: Reichtum soll aus recht entfachter Ritualkraft hervorgehen und in der Versammlung als freiwillige Freigebigkeit zirkulieren. Er ruft das göttliche „Gespann“ Agni (als rituellen Sitz und Mehrer) und Indra–Vāyu (als vereinte Mächte von Stärke und Lebenshauch) an, damit alle Teilnehmenden einmütig, frei von Parteiung und zum Geben geneigt beisammensitzen.

Rishi: Atharvanic tradition (sūkta attributed in the AV to an Atharvan/Āṅgirasa stream; exact r̥ṣi varies by anukramaṇī) | Devata: Indra–Vāyu (dual) | 10 Mantras

Inside Anuvaka 2

The theme

Ritual technologies for securing life—health, home, livelihood, fertility, and social order—by consecrating key spaces (house, waters, byre, field) and empowering human agency (trade, love, war).

Threads through it

  • Release from wasting disease and death (mocana from yakṣma/mṛtyu)
  • Purification and healing through sacred Waters (Āpas)
  • House and threshold consecration for stability and prosperity
  • Cattle cohesion and protection within the goṣṭha/byre
  • Trade and travel launch-charm for safe gain
  • Dawn as conveyor of Bhaga (allotted fortune)
  • Field/ploughing consecration and Sītā (furrow) for increase
  • Co-wife expulsion and exclusive conjugal attachment via plant-power
  • Royal/host martial consecration and weapon-sharpening through brahman
  • Wealth linked to assembly-harmony and generous circulation

Who it serves

Illness-recovery and longevity; purifying bath/river rites; moving into or stabilizing a dwelling; keeping cattle settled and safe; launching journeys and commerce; attracting fortune at daybreak; ensuring agricultural yield; resolving marital rivalry; empowering a king’s army; building prosperity with social concord.

The deities

  • Āpas (Waters/Rivers)healer/purifier
  • Indraprotector/warrior-leader
  • Uṣasbringer of fortune
  • Bhagadistributor of prosperity
  • Sītā (Furrow)fertility-bringer
  • Agniconsecrator/empowerer
  • Varuṇaguardian of ṛta/purifier
  • Virāj/Ṛta (cosmic order, as invoked)stabilizer/consecrator

What it heals

  • Yakṣma (wasting disease), grahi-seizure, threat of mṛtyu; loss of breath/vitalitySukta 3.11
  • Need for purification, removal of impurity and illness through water-ritesSukta 3.13
  • Marital rivalry (co-wife), loss of exclusive attachment; household relational conflictSukta 3.18
  • Fear of attack/defeat; need to harden and empower weapons and hostSukta 3.19
  • Instability in dwelling (inauspiciousness, lack of settled prosperity)Sukta 3.12
  • Cattle scattering, discord in the byre; loss/theft risk around livestockSukta 3.14
  • Travel and trade obstacles; road-danger, hostile forces, bad luck in commerceSukta 3.15
  • Agricultural uncertainty; need for rain-moisture and steady increase in the fieldSukta 3.17
  • Lack of fortune/portion (bhāga), delayed prosperity and daily successSukta 3.16, 3.20

Frequently Asked Questions

They apply Atharvanic mantra to stabilize core supports of life—health and longevity, purified space, home and cattle, trade and travel, agricultural increase, marital control, martial power, and prosperity in the assembly.

3.16 brings Bhaga through Uṣas (daily fortune), 3.20 frames wealth as socially harmonized and ritually generated, 3.15 supports trade and travel, 3.17 consecrates ploughing and the furrow for yield, and 3.14 stabilizes cattle-wealth in the byre.

Yes. Healing and purification are central in 3.11 (release from yakṣma/mṛtyu) and 3.13 (Waters as purifiers), while coercive aims appear in 3.18 (expelling a rival co-wife) and 3.19 (martial consecration to overpower enemies).

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