
Sukta 8.69
Soma (with Purandhī as supporting power of abundance/fulfilment)
Triṣṭubh (explicitly referenced)
Dieser Hymnus stellt Soma als Inspirator und Kraftspender in den Mittelpunkt, der im Triṣṭubh-Gesang immer wieder hervorgebracht wird und von Purandhī gestützt ist – der Macht der Fülle, die das Opfer und den Geist mit Zuwachs „füllt“. Er entfaltet Bilder einer sorgfältigen, nicht verschüttenden Bereitung und Darbringung des Soma, damit der Trank für Indras Trinken fest und ruhig gehalten wird, und betont die disziplinierte rituelle Ordnung (gestutztes Barhis, recht gesetzte Energien) als Voraussetzung, um den alten, ursprünglichen „Vorschritt“ zu erlangen.
Mantra 1
प्रप्र वस्त्रिष्टुभमिषं मन्दद्वीरायेन्दवे । धिया वो मेधसातये पुरंध्या विवासति ॥
Immer wieder bringt sie euch die triṣṭubh‑Kraft der Inspiration hervor, den nährenden Impuls (iṣ) für Soma, der sich an Helden erfreut; mit Gedanken dient sie euch zum Gewinn leuchtender medhā, und Purandhī — die Macht der Fülle — bringt ihre Verehrung dar.
Mantra 2
नदं व ओदतीनां नदं योयुवतीनाम् । पतिं वो अघ्न्यानां धेनूनामिषुध्यसि ॥
Du wirst zum dröhnenden Strom für eure anschwellenden Kräfte, zum tönenden Fluss für die stets anjochenden Mächte; du bist der Herr der unangreifbaren Kühe, der dhenu‑Milchströme, damit der nährende Impuls (iṣ) in uns gesichert sei.
Mantra 3
ता अस्य सूददोहसः सोमं श्रीणन्ति पृश्नयः । जन्मन्देवानां विशस्त्रिष्वा रोचने दिवः ॥
Diese gesprenkelten Melkerinnen, reich an Ertrag, mischen und bereiten Soma; sie sind die Völkerschaften der Götter bei der Geburt: in den drei lichten Räumen des strahlenden Himmels setzen sie die leuchtende Opfergabe fest.
Mantra 4
अभि प्र गोपतिं गिरेन्द्रमर्च यथा विदे । सूनुं सत्यस्य सत्पतिम् ॥
Mit dem Wort dränge vor im Lobpreis Indras, des Herrn der Lichtkühe, damit wir erkennen: den Sohn der Wahrheit, den wahren Herrn des rechten Seins (satpati).
Mantra 5
आ हरयः ससृज्रिरेऽरुषीरधि बर्हिषि । यत्राभि संनवामहे ॥
Kommt: Mögen die fahlen Rosse (harayaḥ) losgelassen und auf das Barhis, die heilige Streu, gesetzt werden — dort, wo wir uns gemeinsam in einem Einklang von Streben und Opfergabe verbinden.
Mantra 6
इन्द्राय गाव आशिरं दुदुह्रे वज्रिणे मधु । यत्सीमुपह्वरे विदत् ॥
Für Indra haben die Strahlen des Lichts den segensreichen Saft gemolken — Honig für den Vajrin, den Träger des Vajra — wenn er ihn in der nahen Mulde findet, in der inneren Vertiefung.
Mantra 7
उद्यद्ब्रध्नस्य विष्टपं गृहमिन्द्रश्च गन्वहि । मध्वः पीत्वा सचेवहि त्रिः सप्त सख्युः पदे ॥
Wenn du in den weiten Bereich hinaufsteigst, in die Wohnstatt des Strahlenden, so geh dorthin, o Indra; nachdem du die honigsüße Wonne getrunken hast, wandle mit uns in Gemeinschaft — in den dreimal sieben Schritten der Freundschaft.
Mantra 8
अर्चत प्रार्चत प्रियमेधासो अर्चत । अर्चन्तु पुत्रका उत पुरं न धृष्ण्वर्चत ॥
Singt, singt hervor, ihr Liebenden des Opfers — singt! Auch die Söhne sollen singen; sie sollen kühn singen wie eine Feste, damit der Gesang zu einem befestigten Feld für die Wahrheit werde.
Mantra 9
अव स्वराति गर्गरो गोधा परि सनिष्वणत् । पिङ्गा परि चनिष्कददिन्द्राय ब्रह्मोद्यतम् ॥
Abwärts erschallt der Gesang — wie rollender Klang — ringsum kreisend und bebend; die fahlgoldene Flamme springt ringsum: für Indra wird das inspirierte Wort (brahman) emporgehoben, zur Erscheinung gebracht.
Mantra 10
आ यत्पतन्त्येन्यः सुदुघा अनपस्फुरः । अपस्फुरं गृभायत सोममिन्द्राय पातवे ॥
Wenn die schnellen, reichlich melkenden (Kühe) hierher angeflogen kommen, ohne zu verspritzen, dann ergreife den Soma, der nicht verschüttet wird, damit Indra ihn trinke; halte die Wonne fest, für die herabsteigende Kraft.
Mantra 11
अपादिन्द्रो अपादग्निर्विश्वे देवा अमत्सत । वरुण इदिह क्षयत्तमापो अभ्यनूषत वत्सं संशिश्वरीरिव ॥
Indra trank; Agni trank; alle Götter wurden froh. Auch Varuṇa wohnte hier; und die Wasser strömten ihm zu mit murmelndem Laut, wie Mütter, die um ein Kalb brüllen — und nährten die innewohnende Ordnung mit ihrem fließenden Einverständnis.
Mantra 12
सुदेवो असि वरुण यस्य ते सप्त सिन्धवः । अनुक्षरन्ति काकुदं सूर्म्यं सुषिरामिव ॥
Vollkommen göttlich bist du, o Varuṇa, dessen sieben Ströme deinem Rücken folgen — deiner wellentragenden Höhe — wie Wasserläufe durch ein wohlgeführtes Bett; so gehen die geordneten Strömungen in dir ohne Bruch.
Mantra 13
यो व्यतीँरफाणयत्सुयुक्ताँ उप दाशुषे । तक्वो नेता तदिद्वपुरुपमा यो अमुच्यत ॥
Der, der die widerstreitenden Mächte auseinandertreibt und dem Spender die wohlangespannten Kräfte nahebringt – er, der schnelle Führer: eben diese Gestalt von ihm ist das Maß, er, der zur freien Wirksamkeit entbunden ist.
Mantra 14
अतीदु शक्र ओहत इन्द्रो विश्वा अति द्विषः । भिनत्कनीन ओदनं पच्यमानं परो गिरा ॥
Mächtig hat der Śakra ausgeschlagen; Indra ist über alle Feindschaften hinausgegangen. Er spaltet sogar den Kochkessel des „Jünglings“, der im Garen ist – durch das weitertragende Wort (girā): so werden die feindlichen Gebilde durch eine höhere Rede zerbrochen.
Mantra 15
अर्भको न कुमारकोऽधि तिष्ठन्नवं रथम् । स पक्षन्महिषं मृगं पित्रे मात्रे विभुक्रतुम् ॥
Wie ein kleines Kind, wie ein Knabe, besteigt er den immer neuen Wagen. Er lässt die mächtige Kraft der wilden Energie reifen und bereitet sie, darbringend sie dem Vater und der Mutter – dem, dessen Wille weit und allwirksam ist.
Mantra 16
आ तू सुशिप्र दम्पते रथं तिष्ठा हिरण्ययम् । अध द्युक्षं सचेवहि सहस्रपादमरुषं स्वस्तिगामनेहसम् ॥
Komm her, o schönlippiger Herr des Hauses; besteige den goldenen Wagen. Dann schirre das leuchtende Ross an – tausendfüßig in seiner Kraft, rötlich vor Macht –, das uns auf dem Pfad des Heils trägt, unermüdlich in seinem Lauf.
Mantra 17
तं घेमित्था नमस्विन उप स्वराजमासते । अर्थं चिदस्य सुधितं यदेतव आवर्तयन्ति दावने ॥
Zu ihm wahrlich – so – treten die Verehrer, die sich in Anbetung verneigen, heran und setzen sich beim Selbstherrscher. Selbst sein wohlgefügtes Ziel wird deutlich, wenn sie ihn zur Fahrt wenden, zum Geben.
Mantra 18
अनु प्रत्नस्यौकसः प्रियमेधास एषाम् । पूर्वामनु प्रयतिं वृक्तबर्हिषो हितप्रयस आशत ॥
Dem uralten Wohnsitz, der ewigen Stätte, folgend, schreiten diese lieben Sucher der Einsicht. Sie erreichen den früheren, ursprünglichen Vorstoß – die, welche das Opfergras geschnitten und ihre Kräfte recht geordnet haben.
It praises Soma as the inspired, strengthening drink and highlights Purandhī as the power of fullness that helps the sacrifice yield intelligence (medhā) and abundance.
Because the hymn links ritual precision with spiritual potency: delight and power must be held steady (not scattered) so Indra can drink and the offering can work effectively.
Purandhī is the supportive power of plenitude and fulfilment—she ‘brings forward’ the inspired force and helps complete the rite with increase, nourishment, and clear intelligence.
Answers come straight from the texts, with the shlokas they draw on. Ask in your own words.
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