Rig Veda Sukta 76
Mandala 10Sukta 768 Mantras

Sukta 76

Sukta 10.76

Rishi

Traditionally attributed to a seer of the late tenth maṇḍala (as per Anukramaṇī for RV 10.76); exact rishi not supplied in input

Devata

Indra with the Maruts (Indra-Marut complex); also Rodasī invoked

Chandas

Trishtubh

Dieser Hymnus, ein spätrigvedisches Loblied, stärkt Indra zusammen mit den Maruts; er ruft die beiden Welten (Rodasī) und die beiden Tage an, damit durch den Durchbruch von Licht und Kraft dem Opfernden „weiter Raum“ eröffnet werde. Er feiert die rituellen Kräfte – vor allem die Soma-Presssteine und die kundigen Opferpriester –, deren gesteigerte Arbeit die Gabe wirksam macht, sodass Reichtum und Stärke sowohl auf himmlischer als auch auf irdischer Ebene zufließen.

Sanskrit recitationRig Veda 10.76

Mantras

Mantra 1

आ व ऋञ्जस ऊर्जां व्युष्टिष्विन्द्रं मरुतो रोदसी अनक्तन । उभे यथा नो अहनी सचाभुवा सदःसदो वरिवस्यात उद्भिदा ॥

Kommt her, o ihr, die ihr die Kraft bereitet: in den Morgenröten salbt Indra, o Maruts, und die beiden Welten. Mögen uns beide Tage zu Gefährten werden; und in jeder Sitzung, immer wieder, gewährt weiten Raum durch das Aufbrechen.

Mantra 2

तदु श्रेष्ठं सवनं सुनोतनात्यो न हस्तयतो अद्रिः सोतरि । विदद्ध्यर्यो अभिभूति पौंस्यं महो राये चित्तरुते यदर्वतः ॥

Preßt jenes beste Trankopfer aus: wie ein Roß in der Hand treibe es der Stein (adri) hervor, o Presser. Denn der Ārya findet die sieghafte Manneskraft; er überragt selbst großen Reichtum, wenn der Antrieb (arvat) recht eingespannt ist. So löse unser Pressen die höchste Kraft, die über bloßes Besitzen hinausgeht.

Mantra 3

तदिद्ध्यस्य सवनं विवेरपो यथा पुरा मनवे गातुमश्रेत् । गोअर्णसि त्वाष्ट्रे अश्वनिर्णिजि प्रेमध्वरेष्वध्वराँ अशिश्रयुः ॥

Denn dieses Pressen öffnete wahrlich die Wasser, wie es einst dem Manu einen Gang, einen Weg zum Gehen, erschloß. Im kuhreichen (lichtvollen) Raum, in der von Tvaṣṭṛ gefügten, roßglänzenden Ordnung, stellten sie die Opfer in den Riten voran. So öffne unsere rechte Darbringung die inneren Wasser und schaffe den Pfad für das Menschengeschlecht.

Mantra 4

अप हत रक्षसो भङ्गुरावत स्कभायत निॠतिं सेधतामतिम् । आ नो रयिं सर्ववीरं सुनोतन देवाव्यं भरत श्लोकमद्रयः ॥

Schlagt die Rākṣasas hinweg, die Zerstörer der Ordnung; stemmt sie ab, treibt Nirṛti fort, zügelt die Krümmung des Sinnes. Preßt uns den rayi aus, den allheldischen Reichtum; bringt gottbehüteten Ruhm, o Presssteine (adrayaḥ). So wehre unser inneres Opfer die Finsternis ab und gründe sieghaften Bestand.

Mantra 5

दिवश्चिदा वोऽमवत्तरेभ्यो विभ्वना चिदाश्वपस्तरेभ्यः । वायोश्चिदा सोमरभस्तरेभ्योऽग्नेश्चिदर्च पितुकृत्तरेभ्यः ॥

Selbst über den Himmel hinaus — zu euch, den Mächtigeren; selbst über das All-Durchdringende hinaus — zu euch, den Schnelleren im Werk. Selbst über Vāyu hinaus — zu euch, die Soma fester ergreifen; selbst über Agni hinaus — besingt euch, die Vollkommeneren im rechten Zerteilen (pitu-kṛt): so steige unser Streben mit stets größerer Kraft empor.

Mantra 6

भुरन्तु नो यशसः सोत्वन्धसो ग्रावाणो वाचा दिविता दिवित्मता । नरो यत्र दुहते काम्यं मध्वाघोषयन्तो अभितो मिथस्तुरः ॥

Mögen uns die Presssteine leuchtenden Ruhm ausgießen; mögen sie den Saft (Soma) mit dem Wort pressen — durch himmlische Kraft und himmelwärts drängende Macht. Dort, wo die starken Männer den begehrten honigsüßen Trank melken, ihn ringsum erschallen lassen, miteinander wetteifernd im gegenseitigen Aufschwung.

Mantra 7

सुन्वन्ति सोमं रथिरासो अद्रयो निरस्य रसं गविषो दुहन्ति ते । दुहन्त्यूधरुपसेचनाय कं नरो हव्या न मर्जयन्त आसभिः ॥

Soma pressen die Steine (adri), schnell in ihrer Bewegung; indem sie seine Essenz herausziehen, auf der Suche nach den lichten Herden, melken sie ihn. Sie melken das Euter zum Ausgießen; die starken Männer glätten die Opfergaben, gleichsam mit dem Mund — und machen die Darbringung innen den Göttern würdig.

Mantra 8

एते नरः स्वपसो अभूतन य इन्द्राय सुनुथ सोममद्रयः । वामंवामं वो दिव्याय धाम्ने वसुवसु वः पार्थिवाय सुन्वते ॥

Ihr seid zu diesen wirkmächtigen Kräften geworden, o starken Männer — ihr Steine, die ihr Soma für Indra auspresst. Gebt jedes begehrenswerte Gut der himmlischen Wohnstatt, und jeden Reichtum auch dem irdischen Presser: Mögen beide Ebenen vom Strom der Wonne erfüllt sein.

Frequently Asked Questions

Indra is the main deity, praised together with the Maruts (storm-gods). The hymn also invokes Rodasī, the two Worlds (Heaven and Earth), as part of the cosmic setting.

It fits a Soma-sacrifice context, especially the dawn-time pressing. The hymn highlights the pressing-stones and skilled ritual action that produce Soma for Indra.

It asks for strength and successful ritual power, and for “wide room” (freedom, open paths, prosperity). It also seeks blessings that reach both the divine realm and the earthly life of the sacrificer.

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