
Sukta 10.68
Bṛhaspati / Angiras-tradition
Bṛhaspati
Triṣṭubh
Dieser Hymnus an Bṛhaspati feiert die anschwellende Kraft der inspirierten Rede (brahman), die die Höhle der Verbergung aufbricht und die strahlenden „Kühe“ von Licht und Wahrheit freisetzt. Er erinnert an den mythischen Sieg der Aṅgiras/Bṛhaspati: das Auffinden des geheimen Namens, das Spalten des Felsens wie eines Eies und das Hervorbringen leuchtender Fülle für die Verehrer. Am Ende bringen die Dichter ihr vollendetes Opfer dar und bitten Bṛhaspati, Fülle des Lebens, Stärke und menschlichen Wohlstand zu begründen.
Mantra 1
उदप्रुतो न वयो रक्षमाणा वावदतो अभ्रियस्येव घोषाः । गिरिभ्रजो नोर्मयो मदन्तो बृहस्पतिमभ्यर्का अनावन् ॥
Wie Vögel, die aus den Wassern aufsteigen und ihren eigenen Lebenshauch behüten, so erschallen die Rufe wie das Tosen der Wolke. Wie Wogen, die am Berghang aufblitzen, jubelnd, so sind die Hymnen zu Bṛhaspati angeschwollen.
Mantra 2
सं गोभिराङ्गिरसो नक्षमाणो भग इवेदर्यमणं निनाय । जने मित्रो न दम्पती अनक्ति बृहस्पते वाजयाशूँरिवाजौ ॥
Mit den Lichtstrahlen schreitet der Aṅgiras, das Ziel erreichend, voran; wie Bhaga führt er Aryaman weiter. Wie Mitra unter den Menschen salbt er die beiden Herren des Hauses; o Bṛhaspati, treibe uns zur Fülle — wie die Schnellen im Kampf.
Mantra 3
साध्वर्या अतिथिनीरिषिरा स्पार्हाः सुवर्णा अनवद्यरूपाः । बृहस्पतिः पर्वतेभ्यो वितूर्या निर्गा ऊपे यवमिव स्थिविभ्यः ॥
Die Edlen, als Gäste des Weges, schnell und begehrenswert, golden, von tadelloser Gestalt — Bṛhaspati, die Berge spaltend, führte die Kühe heraus, wie man Korn vom Spreu trennt.
Mantra 4
आप्रुषायन्मधुन ऋतस्य योनिमवक्षिपन्नर्क उल्कामिव द्योः । बृहस्पतिरुद्धरन्नश्मनो गा भूम्या उद्नेव वि त्वचं बिभेद ॥
Er tränkte den Schoß der Ṛta mit honigsüßer Fülle; der Hymnus wurde herabgeworfen wie ein Feuerstein, wie ein Meteor vom Himmel. Bṛhaspati, die Kühe aus dem Stein emporhebend, spaltete die Haut der Erde, wie man einen Wasserschlauch aufbricht.
Mantra 5
अप ज्योतिषा तमो अन्तरिक्षादुद्नः शीपालमिव वात आजत् । बृहस्पतिरनुमृश्या वलस्याभ्रमिव वात आ चक्र आ गाः ॥
Mit Licht vertrieb er die Finsternis aus dem Luftraum, wie der Wind einen Wasserschlauch forttreibt. Bṛhaspati, die Höhle des Vala ertastend, wie der Wind die Wolke formt, bewirkte das Herankommen der Kühe — er führte die Strahlen hervor.
Mantra 6
यदा वलस्य पीयतो जसुं भेद्बृहस्पतिरग्नितपोभिरर्कैः । दद्भिर्न जिह्वा परिविष्टमाददाविर्निधीँरकृणोदुस्रियाणाम् ॥
Als Bṛhaspati mit Hymnen, dem Tapas des Feuers, die gierige Umhegung des Vala zerbrach, da ergriff er sie, wie eine Zunge die ringsum bereitgelegte Speise nimmt; und er machte die verborgenen Schätze der Leuchtenden (usríyāḥ) offenbar.
Mantra 7
बृहस्पतिरमत हि त्यदासां नाम स्वरीणां सदने गुहा यत् । आण्डेव भित्त्वा शकुनस्य गर्भमुदुस्रियाः पर्वतस्य त्मनाजत् ॥
Da erkannte Bṛhaspati jenes geheime Name(n) der strahlenden Mächte, verborgen in ihrem inneren Sitz in der Höhle. Es aufbrechend wie ein Ei — den Schoß des Vogels — brachte er, durch die eigene Kraft des Berges, die leuchtenden Herden des Lichts hervor.
Mantra 8
अश्नापिनद्धं मधु पर्यपश्यन्मत्स्यं न दीन उदनि क्षियन्तम् । निष्टज्जभार चमसं न वृक्षाद्बृहस्पतिर्विरवेणा विकृत्य ॥
Er erblickte den Honig, im Stein versiegelt – wie einen Fisch, der in kargem Wasser dahinschwindet. Da riss Bṛhaspati ihn heraus, wie einen Becher aus dem Baum, mit fernhallendem Ruf, der die Gestalt zerbricht.
Mantra 9
सोषामविन्दत्स स्वः सो अग्निं सो अर्केण वि बबाधे तमांसि । बृहस्पतिर्गोवपुषो वलस्य निर्मज्जानं न पर्वणो जभार ॥
Er fand Uṣas, die Morgenröte; er fand den leuchtenden Himmel; er fand Agni. Mit dem Hymnus des Lichtes zerschlug er die Finsternisse. Bṛhaspati zog aus Vala, dessen Leib aus „Kühen“ besteht, hervor wie Mark aus einem Gelenk.
Mantra 10
हिमेव पर्णा मुषिता वनानि बृहस्पतिनाकृपयद्वलो गाः । अनानुकृत्यमपुनश्चकार यात्सूर्यामासा मिथ उच्चरातः ॥
Wie im Winter die Blätter abgestreift werden, so ließ Vala durch Bṛhaspati die lichtvollen Herden heraus. Er tat das Unnachahmliche: Er machte den rechten Lauf neu, durch den Sonne und Mond abwechselnd emporsteigen.
Mantra 11
अभि श्यावं न कृशनेभिरश्वं नक्षत्रेभिः पितरो द्यामपिंशन् । रात्र्यां तमो अदधुर्ज्योतिरहन्बृहस्पतिर्भिनदद्रिं विदद्गाः ॥
Die Väter zeichneten den Himmel mit den Sternen, als hätte man ein dunkles Ross mit lichten Streifen gezeichnet. In der Nacht setzten sie die Finsternis und schlugen das Licht hervor. Bṛhaspati spaltete den Felsen und fand die Strahlen der Erkenntnis.
Mantra 12
इदमकर्म नमो अभ्रियाय यः पूर्वीरन्वानोनवीति । बृहस्पतिः स हि गोभिः सो अश्वैः स वीरेभिः स नृभिर्नो वयो धात् ॥
Dieses Werk haben wir vollbracht — Ehrerbietung dem Mächtigen, der den uralten Pfaden folgt und sie stets neu macht. Möge Bṛhaspati, mit Kühen als Strahlen, mit Rossen als Kräften, mit Helden und mit Männern, uns die Fülle des Seins begründen.
Bṛhaspati is praised as the lord of inspired speech (sacred mantra) and the priestly power that reveals hidden truth and brings prosperity.
It is a Vedic image for removing concealment: Bṛhaspati’s mantra-knowledge opens what is sealed and releases the “cows,” meaning rays of light, truths, and blessings.
The hymn asks Bṛhaspati to establish “plenitude of being” for the worshippers—along with cattle, horses, heroic strength, and supportive people.
Answers come straight from the texts, with the shlokas they draw on. Ask in your own words.
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