Atharva Veda Sukta 3
Kanda 11Anuvaka 1Sukta 3157 Mantras

Sukta 3

Rishi: Atharvanic/Angirasa tradition (attribution varies by anukramaṇī for AV 11.3)

Devata: Śāpa/Abhicāra (the efficacious power of speech); implicitly the forces governing hearing (śrotra)

Chandas: Prose/Anuṣṭubh-fragment (late Atharvanic style; not a full metrical pāda)

AV 11.3 ist eine ausgedehnte atharvanische Abhicāra-Folge in prosanahem Stil, die Rede als vollziehbare Kraft behandelt: Durch präzise verbale Akte kann sie einen Gegner binden, umlenken und schädigen. Ein markanter Strang zielt auf das śrotra (Gehör) des Gegners, einschließlich ausdrücklicher Verwünschungen der Taubheit; benachbarte Passagen zeigen dieselbe Technik als Fesselung — die Ausrichtung des Ziels wird „verriegelt“, sodass es sich nicht wenden, fliehen oder gegenwirken kann. Der Hymnus integriert zudem eine prāṇa–apāna-„Lebenshauch-Technik“ und rahmt sowohl Zwang als auch Stabilisierung als Wirkungen, die durch den Präzedenzfall der „früheren ṛṣi“ beglaubigt sind.

Recitation with translationAtharva Veda 11.3

Mantras

Mantra 1

ओदनः। (१) तस्यौ॑द॒नस्य॒ बृहस्पतिः॒ शिरो॒ ब्रह्म॒ मुख॑म्

Der Odana (Reisbrei): Von diesem Odana ist Bṛhaspati das Haupt; das Brahman ist der Mund.

Mantra 2

द्यावा॑पृथि॒वी श्रोत्रे॑ सूर्याचन्द्र॒मसा॒वक्षि॑णी सप्तऋ॒षयः॑ प्राणापा॒नाः

Himmel und Erde sind die Ohren; Sonne und Mond sind die Augen; die Sieben Ṛṣis sind Einatem und Ausatem.

Mantra 3

चक्षु॒र्मुस॑लं॒ काम॑ उ॒लूख॑लम्

Der Stößel ist das Auge; der Mörser ist Kāma (Begehren).

Mantra 4

दितिः॒ शूर्प॒मदि॑तिः शूर्पग्रा॒ही वातोऽपा॑विनक्

Diti ist die Worfel; Aditi ist die Worfelhalterin; der Wind hat (den Abfall) hinweggeworfelt.

Mantra 5

अश्वाः॒ कणा॒ गाव॑स्तण्डु॒ला म॒शका॒स्तुषाः॑

Pferde sind seine Körner; Kühe seine Reiskörner; Mücken seine Hülsen.

Mantra 6

कब्रु॑ फली॒कर॑णाः॒ शरो॒ऽभ्रम्

Braunfarbig, fruchtbewirkend; ein Schilfrohr — (und) eine Wolke.

Mantra 7

श्या॒ममयो॑ऽस्य मां॒सानि॒ लोहि॑तमस्य॒ लोहि॑तम्

Dunkel ist sein Fleisch; rot — ja, rot — ist seine Röte.

Mantra 8

त्रपु॒ भस्म॒ हरि॑तं॒ वर्णः॒ पुष्क॑रमस्य ग॒न्धः

Zinn ist seine Asche; grün sein Farbton; Lotos ist sein Duft.

Mantra 9

खलः॒ पात्रं॒ स्फ्यावंसा॑वी॒षे अ॑नू॒क्येऽ

Die Tenne ist das Gefäß; die beiden Worfel-Fächer — zum Behüten, im folgenden (Ritus)…

Mantra 10

आ॒न्त्राणि॑ ज॒त्रवो॒ गुदा॑ वर॒त्राः

Die Eingeweide, die Schlüsselbeingelenke, der After — das sind die Riemen (die binden und festhalten).

Mantra 11

इ॒यमे॒व पृ॑थि॒वी कु॒म्भी भ॑वति॒ राध्य॑मानस्यौद॒नस्य॒ द्यौर॑पि॒धान॑म्

Diese Erde selbst wird zum Kochtopf; und für den Reisbrei, der zubereitet wird, ist der Himmel der Deckel, der ihn bedeckt.

Mantra 12

सीताः॒ पर्श॑वः॒ सिक॑ता॒ ऊब॑ध्यम्

Die Furchen sind die Rippen; die Sande sind die Bänder, die anzubinden sind.

Mantra 13

ऋ॒तं ह॑स्ताव॒नेज॑नं कु॒ल्योऽप॒सेच॑नम्

Ṛta ist das Händewaschen; die Rinnen sind das Ausgießen, das Besprengen.

Mantra 14

ऋ॒चा कु॒म्भ्यधि॑हि॒तार्त्विज्येन॒ प्रेषि॑ता

Mit einer heiligen ṛc bist du, o Krug, an deinen Platz gesetzt — angetrieben durch priesterlichen Dienst (ṛtvijya).

Mantra 15

ब्रह्म॑णा॒ परि॑गृहीता॒ साम्ना॒ पर्यू॑ढा

Ringsum ergriffen durch Brahman-Kraft und umhergetragen vom Sāman-Gesang.

Mantra 16

बृ॒हदा॒यव॑नं रथन्त॒रं दर्विः॑

Die Schöpfkelle ist das Bṛhat‑Vorschreiten, der Rathantara‑Gesang.

Mantra 17

ऋ॒तवः॑ प॒क्तार॑ आर्त॒वाः समि॑न्धते

Die Jahreszeiten, zur rechten Zeit, die Garer: gemeinsam entfachen sie (das Feuer).

Mantra 18

च॒रुं पञ्च॑बिलमु॒खं घ॒र्मो॒३भी॑न्धे

Die Gharma‑Glut entfacht den Caru, fünfmündig mit seinen Öffnungen.

Mantra 19

ओ॒द॒नेन॑ यज्ञव॒चः सर्वे॑ लो॒काः स॑मा॒प्याः

Mit odaná (gekochtem Reis), mit Opferrede — alle Welten sind in ihrer Ganzheit zu gewinnen.

Mantra 20

यस्मि॑न्त्समु॒द्रो द्यौर्भूमि॒स्त्रयो॑ऽवरप॒रं श्रि॒ताः

Der, in dem der Ozean, der Himmel und die Erde — die Drei — gegründet sind, das Niedere wie das Höhere, fest ruhend.

Mantra 21

यस्य॑ दे॒वा अक॑ल्प॒न्तोच्छि॑ष्टे॒ षड॑शी॒तयः॑

Dessen — im Übriggebliebenen (Ucchiṣṭa) — die Götter sich ordnungsgemäß fügten, alle sechsundachtzig in voller Zahl.

Mantra 22

तं त्वौ॑द॒नस्य॑ पृच्छामि॒ यो अ॑स्य महि॒मा म॒हान्

Dich, Odana, befrage ich — dich, den Mächtigen: was ist diese Größe der deinen, so überaus groß?

Mantra 23

स य ओ॑द॒नस्य॑ महि॒मानं॑ वि॒द्यात्

Wer die Größe des Odana erkennt — der ist der wahre Träger seiner Kraft.

Mantra 24

नाल्प॒ इति॑ ब्रूया॒न्नानु॑पसेच॒न इति॒ नेदं च॒ किं चेति॑

Er soll nicht sagen: „Es ist nur wenig“; auch nicht: „Es ist ohne Benetzung (ohne Besprengung)“; und ebenso nicht: „Was ist dies denn, fürwahr?“

Mantra 25

याव॑द् दा॒ताभि॑मन॒स्येत॒ तन्नाति॑ वदेत्

Solange der Geber seinen Sinn noch nicht darauf gerichtet hat, soll er darüber nicht über das rechte Maß hinaus sprechen.

Mantra 26

ब्र॒ह्म॒वा॒दिनो॑ वदन्ति॒ परा॑ञ्चमोद॒नं प्राशीः३ प्र॒त्यञ्चा३मिति॑

Die Brahmavādins, die Sprecher der heiligen Lehre, sagen: „Du hast den odana gegessen, der nach außen gewandt ist; (du hast) den nach dir gewandten (gegessen)“ — so sagen sie.

Mantra 27

त्वमो॑द॒नं प्राशी३स्त्वामो॑द॒ना३ इति॑

„Du hast den odaná (Brei) gegessen; die odanás (ihrerseits) haben dich gegessen“, — so heißt es.

Mantra 28

परा॑ञ्चं चैनं॒ प्राशीः॑ प्रा॒णास्त्वा॑ हास्य॒न्तीत्ये॑नमाह

„Du hast es nach außen gewendet gegessen; die prāṇas (Lebenshauche) werden dich verlassen“, — so sagt man zu ihm.

Mantra 29

प्र॒त्यञ्चं॑ चैनं॒ प्राशी॑रपा॒नास्त्वा॑ हास्य॒न्तीत्ये॑नमाह

„Du hast es zu dir hin gewendet gegessen; die apānas (abwärtsgehenden Hauche) werden dich verlassen“, — so sagt man zu ihm.

Mantra 30

नैवाहमो॑द॒नं न मामो॑द॒नः

Wahrlich, ich bin nicht der Odana (Reisbrei); und der Odana ist nicht ich.

Mantra 31

ओ॒द॒न ए॒वौद॒नं प्राशी॑त्

Der Odana selbst hat den Odana gegessen.

Mantra 32

(२) ३२-४९ मन्त्रोक्ताः। ३२, ३८, ४१ (प्रथमा), ३२-४९ (सप्तमी) साम्नी त्रिष्टुप्, ३२, ३५,४२ (द्वितीया), ३२-४९ (तृतीया) ३३-३४, ४४-४८ (पञ्चमी) एकपदाऽऽसुरी गायत्री, ३२, ४१, ४३, ४७ दैवी जगती, ३८, ४४, ४६ (द्विo), ३२, ३५-४३, ४९ (पञ्चo) एकपदाऽऽसुर्यनुष्टुप्, ३२-४९ (षष्ठी) साम्न्यनुष्टुप्, ३२-४९ (प्रo) आर्च्यनुष्टुप्, ३७ (प्रo) साम्नी पङ्क्तिः, ३३, ३६, ४०, ४७-४८ (द्विo) आसुरी जगती, ३४, ३७, ४१, ४३, ४५ (द्विo) आसुरी पङ्क्तिः, ३४ (चo) आसुरी त्रिष्टुप्, ३५, ४६, ४८ (चo) याजुषी गायत्री, ३६-३७, ४० (चo) दैवी पङ्क्तिः ३८-३९ (चo) प्राजापत्या गायत्री, ३९ (द्विo) आसुर्युष्णिक्, ४२, ४५, ४९ (चo) दैवी त्रिष्टुप्, ४९ (द्विo) एकपदा भुरिक्साम्नी बृहती। तत॑श्चैनम॒न्येन॑ शी॒र्ष्णा प्राशी॒र्येन॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

„Beginnend mit deinem Ältesten wird deine Nachkommenschaft zugrunde gehen“ — so sprach er zu ihm.

Mantra 33

ज्ये॒ष्ठ॒तस्ते॑ प्र॒जा म॑रिष्य॒तीत्ये॑नमाह

„Von dem Ältesten her wird dir die Nachkommenschaft zugrunde gehen“, so spricht man von ihm.

Mantra 34

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॑ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn aber erkenne ich weder als herwärts Gehenden, noch als fortwärts Gehenden, noch als zu mir zurückkehrend.

Mantra 35

बृह॒स्पति॑ना शी॒र्ष्णा

Mit Bṛhaspati als weihender Kraft, mit dem Haupt als Werkzeug (des Ritus).

Mantra 36

तेनै॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तेनै॑नमजीगमम्

Damit ließ ich ihn davon kosten (seinen Anteil nehmen); damit ließ ich ihn (sein Ziel) erreichen.

Mantra 37

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odana: ganz in allen Gliedern, ganz in allen Gelenken, ganz am ganzen Leib.

Mantra 38

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Wahrlich, ganzgliedrig, allgelenkig, ganzleibig — zur Vollständigkeit gelangt, wer dies so weiß.

Mantra 39

३२॥ तत॑श्चैनम॒न्याभ्यां॒ श्रोत्रा॑भ्यां॒ प्राशी॒र्याभ्यां॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Daraufhin lass ihn mit den beiden anderen — den beiden Ohren — davon teilhaben; mit eben diesen (beiden) nahmen die Seher der Vorzeit dies zu sich.

Mantra 40

ब॒धि॒रो भ॑विष्य॒सीत्ये॑नमाह

„Taub wirst du werden“: so spricht er ihn an.

Mantra 41

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, [lasse] ich weder hierher gewandt, noch weggewandt, noch zurückgewandt.

Mantra 42

द्यावा॑पृथि॒वीभ्यां॒ श्रोत्रा॑भ्याम्

Bei Himmel und Erde, bei den zwei Ohren (den Kräften des Hörens).

Mantra 43

ताभ्या॑मेनं॒ प्राशि॑षं॒ ताभ्या॑मेनमजीगमम्

Mit jenen beiden ließ ich ihn essen; mit jenen beiden ließ ich ihn hinausgehen (ich trieb ihn an).

Mantra 44

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odaná, der gekochte Reis: ganzgliedrig, ganzgelenkig, in allen Körperteilen vollständig.

Mantra 45

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Ganz an Gliedern wahrlich, ganz an Gelenken, ganz an Leib — in vollkommener Fülle wird der, der so erkennt.

Mantra 46

३३॥ तत॑श्चैनम॒न्याभ्या॑म॒क्षीभ्यां॒ प्राशी॒र्याभ्यां॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Daraufhin verzehrtest du ihn mit anderen Augen — mit eben jenen Augen, mit denen die Seher der Vorzeit von diesem aßen.

Mantra 47

अ॒न्धो भ॑वि॒ष्य॒सीत्ये॑नमाह

„Blind wirst du werden“ — so sprach er zu ihm.

Mantra 48

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn wahrlich lasse ich — weder hergewandt, noch abgewandt, noch rückwärtsgewandt — nicht zu.

Mantra 49

सू॒र्या॒च॒न्द्र॒म॒साभ्या॑म॒क्षीभ्या॑म्

Mit Sonne und Mond als deinen Augen.

Mantra 50

ताभ्या॑मेनं॒ प्राशि॑षं॒ ताभ्या॑मेनमजीगमम्

Mit jenen beiden ließ ich ihn essen; mit jenen beiden ließ ich ihn hervorgehen – in den ihm bestimmten Zustand.

Mantra 51

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्वपरुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odaná: allgliedrig, allgelenkig, von ganzem Leib.

Mantra 52

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Ganz an allen Gliedern, ganz an allen Gelenken, ganz am ganzen Leib wird er — wer es so weiß.

Mantra 53

३४॥ तत॑श्चैनम॒न्येन॒ मुखे॑न॒ प्राशी॒र्येन॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Darauf sollst du ihn mit einem anderen Mund essen lassen — eben mit dem, womit die Rishis der Vorzeit hiervon aßen.

Mantra 54

मु॒ख॒तस्ते॑ प्र॒जा म॑रिष्य॒तीत्ये॑नमाह

„Aus deinem Mund wird deine Nachkommenschaft zugrunde gehen“ — so sprach er zu ihm.

Mantra 55

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, (halte) ich für weder hierher gewandt, noch weggewandt, noch zurückgewandt gegen (mich).

Mantra 56

ब्रह्म॑णा॒ मुखे॑न

Mit Brahman, mit dem Mund (als Werkzeug).

Mantra 57

तेनै॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तेनै॑नमजीगमम्

Damit ließ ich ihn essen; damit setzte ich ihn in Gang (geleitete ich ihn weiter).

Mantra 58

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dieser, wahrlich, odaná ist allgliedrig, allgelenkig, von ganzem Leib.

Mantra 59

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Allgliedrig eben, allgelenkig, von ganzem Leib — ganz wird, wer so weiß.

Mantra 60

३५॥ तत॑श्चैनम॒न्यया॑ जि॒ह्वया॒ प्राशी॒र्यया॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Darauf verzehrtest du ihn mit einer anderen Zunge — ja, mit derselben, womit die alten Ṛṣi eben diesen verzehrten.

Mantra 61

जि॒ह्वा ते॑ मरिष्य॒तीत्ये॑नमाह

„Deine Zunge wird zugrunde gehen“ — so sprach er zu ihm.

Mantra 62

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn wahrlich mache ich weder herwärts gewandt, noch hinauswärts, noch rückwärts gewandt.

Mantra 63

अ॒ग्नेर्जि॒ह्वया॑

Mit Agnis Zunge.

Mantra 64

तयै॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तयै॑नमजीगमम्

Mit ihr verzehrte ich ihn; mit ihr ließ ich ihn hervorgehen.

Mantra 65

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Wahrlich, dies ist der odaná: ganz in allen Gliedern, ganz in allen Gelenken, ganz am ganzen Leib.

Mantra 66

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Ganz in allen Gliedern — ja, ganz in allen Gelenken, ganz am ganzen Leib — wird der, der so erkennt.

Mantra 67

३६॥ तत॑श्चैनम॒न्यैर्दन्तैः॒ प्राशी॒र्यैश्चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Daraufhin sollst du ihn mit anderen Zähnen verzehren — mit eben denen, mit denen die Seher der Vorzeit diese (Speise) verzehrten.

Mantra 68

दन्ता॑स्ते शत्स्य॒न्तीत्ये॑नमाह

„Deine Zähne sollen hundert (Jahre) währen“ — so sprach er zu ihm.

Mantra 69

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, (halte) ich weder hierher gewandt, noch dorthin gewandt, noch rückwärts, zu mir hin, gewandt.

Mantra 70

ऋ॒तुभि॒र्दन्तैः॑

Mit den Jahreszeiten als seinen Zähnen.

Mantra 71

तैरे॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तैरे॑नमजीगमम्

Mit ihnen ließ ich ihn essen; mit ihnen führte ich ihn weiter.

Mantra 72

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der Odana: ganz in allen Gliedern, ganz in allen Gelenken, ganz am ganzen Leib.

Mantra 73

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Mit allen Gliedern, mit allen Gelenken, mit ganzem Leib — ganz und gar wird er so, wer es so weiß.

Mantra 74

३७॥ तत॑श्चैनम॒न्यैः प्रा॑णापा॒नैः प्राशी॒र्यैश्चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Daraufhin verzehre ihn mit anderen Atemkräften — prāṇa und apāna; mit eben denen, womit die ṛṣi der Vorzeit dies verzehrten, verzehre auch du es.

Mantra 75

प्रा॒णा॒पा॒नास्त्वा॑ हास्य॒न्तीत्ये॑नमाह

„Prāṇa und Apāna werden dich verlassen“ — so sprach er von diesem Menschen.

Mantra 76

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, mache ich nicht hierher gewandt, nicht abgewandt, nicht zurückgewandt.

Mantra 77

स॒प्त॒ऋषिभिः॑ प्राणापा॒नैः

Mit den Sieben Ṛṣi, mit Prāṇa und Apāna.

Mantra 78

तैरे॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तैरे॑नमजीगमम्

Mit diesen ließ ich ihn essen; mit diesen ließ ich ihn hinausgehen auf seinen Lauf.

Mantra 79

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odaná, der Reisbrei: ganz in allen Gliedern, ganz in allen Gelenken, ganz am ganzen Leib.

Mantra 80

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Ganz an Gliedern, ja, mit allen Gelenken unversehrt, mit dem ganzen Leib vollendet wird er — wer so erkennt.

Mantra 81

३८॥ तत॑श्चैनम॒न्येन॒ व्यच॑सा॒ प्राशी॒र्येन॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Daraufhin verabreichtest du ihm mit einem anderen, alles durchdringenden Zauberspruch — eben mit jenem, durch den die Seher der Vorzeit dies zu genießen pflegten.

Mantra 82

रा॒ज॒य॒क्ष्मस्त्वा॑ हनिष्य॒तीत्ये॑नमाह

„Die Königsschwindsucht (rājayakṣmá) wird dich schlagen“ — so sprach er zu ihm.

Mantra 83

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn aber wahrlich ich — weder herkommend, noch fortgehend, noch zurückkehrend —

Mantra 84

अ॒न्तरि॑क्षेण॒ व्यच॑सा

Mit dem Gang des Zwischenraums (Antarikṣa), mit dem all-durchdringenden Zauber —

Mantra 85

तेनै॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तेनै॑नमजीगमम्

Damit ließ ich ihn davon kosten; damit setzte ich ihn wieder voran.

Mantra 86

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odaná: vollständig an allen Gliedern, vollständig an allen Gelenken, vollständig am ganzen Leib.

Mantra 87

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Wahrlich, allgliedrig, allgelenkig, ganzleibig—ganz wird der, der so erkennt.

Mantra 88

३९॥ तत॑श्चैनम॒न्येन॑ पृ॒ष्ठेन॒ प्राशी॒र्येन॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Daraufhin, mit Hilfe eines anderen (Dienenden), von der Rückenseite her, lass ihn davon kosten—womit die Seher der Vorzeit dies kosteten.

Mantra 89

वि॒द्युत् त्वा॑ हनिष्य॒तीत्ये॑नमाह

„Der Blitz wird dich schlagen!“—so sprach er zu ihm.

Mantra 90

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, ich — weder hierher gewandt, noch abgewandt, noch zurückgewandt gegen (mich).

Mantra 91

दि॒वा पृ॒ष्ठेन॑

Am Tage — mit (seinem) Rücken (als Stütze/Schutz).

Mantra 92

तेनै॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तेनै॑नमजीगमम्

Damit ließ ich ihn essen; damit ließ ich ihn hinausgehen (setzte ihn in Bewegung).

Mantra 93

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der Odana: ganz in allen Gliedern, ganz in allen Gelenken, ganz am ganzen Leib.

Mantra 94

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Ganz an allen Gliedern, ganz an allen Gelenken, ganz am ganzen Leib — völlig wird der, der so erkennt.

Mantra 95

४०॥ तत॑श्चैनम॒न्येनोर॑सा॒ प्राशी॒र्येन॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Darauf ließest du ihn mit einer anderen Brust teilhaben – mit derselben, womit die alten Ṛṣi eben dies genossen.

Mantra 96

कृ॒ष्या न रा॑त्स्य॒सीत्ये॑नमाह

„Du sollst ihn nicht zum Pflügen ausliefern“ — so redete er ihn an.

Mantra 97

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn aber, wahrlich, ich — weder hierher gewandt, noch weggewandt, noch rückwärts gewandt —

Mantra 98

पृ॒थि॒व्योर॑सा

mit dem Busen der Erde (Pṛthivī).

Mantra 99

तेनै॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तेनै॑नमजीगमम्

Damit ließ ich ihn davon kosten; damit ließ ich ihn hinausgehen (ich führte ihn).

Mantra 100

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odaná, die gekochte Opfer-Speise: in allen Gliedern ganz, in allen Gelenken ganz, im ganzen Leib ganz.

Mantra 101

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Vollständig an allen Gliedern — ja, vollständig an allen Gelenken, vollständig am ganzen Leib — ganz und gar wird der, der so weiß.

Mantra 102

४१॥ तत॑श्चैनम॒न्येनो॒दरे॑ण॒ प्राशी॒र्येन॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Darauf ließest du ihn mit einem anderen Bauch essen — eben mit dem, womit die ṛṣi der Vorzeit diese selbe (Speise) aßen.

Mantra 103

उ॒द॒र॒दा॒रस्त्वा॑ हनिष्य॒तीत्ये॑नमाह

„Der Bauchzerreißer wird dich schlagen“ — so sprach er zu ihm.

Mantra 104

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, lasse ich nicht zu: weder herwärts kommend, noch fortwärts gehend, noch zurück zu mir gewandt.

Mantra 105

स॒त्येनो॒दरे॑ण

Durch Wahrheit, mit dem Bauch (als Werkzeug der Assimilation).

Mantra 106

तेनै॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तेनै॑नमजीगमम्

Damit ließ ich ihn essen; damit führte ich ihn weiter (zu seinem Erreichen).

Mantra 107

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Wahrlich, dies ist der Odana: allgliedrig, allgelenkig, ganzleibig.

Mantra 108

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Allgliedrig wahrlich, allgelenkig, ganzleibig—ganz und gar wird der, der so weiß.

Mantra 109

४२॥ तत॑श्चैनम॒न्येन॑ व॒स्तिना॒ प्राशी॒र्येन॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Darauf lass ihn mit einem anderen Gefäß davon kosten—mit eben dem, womit auch die Seher der Vorzeit dieses (Odana) kosten ließen.

Mantra 110

अ॒प्सु म॑रिष्य॒सीत्ये॑नमाह

„In den Wassern wirst du zugrunde gehen“ — so spricht er ihn an.

Mantra 111

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, mache ich weder herwärts gewandt noch fortwärts gewandt noch rückwärts gewandt.

Mantra 112

स॒मु॒द्रेण॑ व॒स्तिना॑

Mit dem Ozean als Bedeckung.

Mantra 113

तेनै॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तेनै॑नमजीगमम्

Damit ließ ich ihn essen; damit ließ ich ihn hinausgehen.

Mantra 114

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Wahrlich, dies ist der Odana (Reisbrei): an allen Gliedern vollkommen, an allen Gelenken vollkommen, am ganzen Leib vollkommen.

Mantra 115

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Wahrlich, ganzgliedrig—an jedem Gelenk vollständig, am ganzen Leib vollkommen—wird der, der so erkennt.

Mantra 116

४३॥ तत॑श्चैनम॒न्याभ्या॑मू॒रुभ्यां॒ प्राशी॒र्याभ्यां॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Darauf verzehrten ihn die uralten Rishis (ṛṣi) mit dem anderen Paar der Schenkel—mit den beiden, die abgerissen werden sollen—diesen Menschen gänzlich.

Mantra 117

ऊ॒रू ते॑ मरिष्यत॒ इत्ये॑नमाह

„Deine beiden Schenkel werden zugrunde gehen“: so sprach er zu ihm.

Mantra 118

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, lasse ich — weder herwärts, noch fortwärts, noch gegenwärts — nicht zu; ich richte ihn nicht aus.

Mantra 119

मि॒त्राव॑रुणयोरू॒रुभ्या॑म्

Mit den beiden Schenkeln Mitras und Varuṇas.

Mantra 120

ताभ्या॑मेनं॒ प्राशि॑षं॒ ताभ्या॑मेनमजीगमम्

Mit jenen beiden ließ ich ihn essen; mit jenen beiden führte ich ihn hinaus – in den ihm bestimmten Zustand.

Mantra 121

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odana: allgliedrig, allgelenkig, von ganzem Leib.

Mantra 122

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Allgliedrig zwar, allgelenkig, von ganzem Leib wird er ganz und gar—wer es so weiß.

Mantra 123

४४॥ तत॑श्चैनम॒न्याभ्या॑मष्ठी॒वद्भ्यां॒ प्राशी॒र्याभ्यां॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Darauf sollst du ihn mit zwei anderen, mit den beiden, die Knochen haben, essen lassen; mit eben diesen aßen auch die Seher der Vorzeit diesen Anteil.

Mantra 124

स्रा॒मो भ॑विष्य॒सीत्ये॑नमाह

„Heil sollst du werden“ — so spricht er zu ihm.

Mantra 125

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, stelle ich so, dass er weder herwärts gerichtet ist, noch fortwärts, noch wieder zurückgewandt.

Mantra 126

त्वष्टु॑रष्ठी॒वद्भ्या॑म्

Mit Tvaṣṭṛs zwei knochentragenden Stützen.

Mantra 127

ताभ्या॑मेनं॒ प्राशि॑षं॒ ताभ्या॑मेनमजीगमम्

Mit jenen beiden ließ ich ihn essen; mit jenen beiden ließ ich ihn weitergehen, voran.

Mantra 128

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dieser, wahrlich, odaná ist ganz: allgliedrig, allgelenkig, von ganzem Leib.

Mantra 129

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Allgliedrig, ja, allgelenkig, von ganzem Leib wird der, der so weiß.

Mantra 130

४५॥ तत॑श्चैनम॒न्याभ्यां॒ पादा॑भ्यां॒ प्राशी॒र्याभ्यां॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Daraufhin speistest du ihn mit dem anderen Paar Füße—mit denen die alten Ṛṣi einst diesen Menschen speisten.

Mantra 131

ब॒हुचा॒री भ॑विष्य॒सीत्ये॑नमाह

„Weit umhergehend sollst du sein“: so sprach er zu ihm.

Mantra 132

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn, wahrlich, mache ich — weder hierher gewandt, noch fortgewandt, noch rückwärts gewandt.

Mantra 133

अ॒श्विनोः॒ पादा॑भ्याम्

Mit den beiden Füßen der Aśvins.

Mantra 134

ताभ्या॑मेनं॒ प्राशि॑षं॒ ताभ्या॑मेनमजीगमम्

Mit diesen beiden speiste ich ihn; mit diesen beiden ließ ich ihn weitergehen, voran.

Mantra 135

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Wahrlich, dies ist der Odana (Reisbrei): an allen Gliedern vollkommen, an allen Gelenken vollkommen, am ganzen Leib vollkommen.

Mantra 136

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Allgliedrig wahrlich, allgelenkig, allleibig — vollkommen wird, wer dies so weiß.

Mantra 137

४६॥ तत॑श्चैनम॒न्याभ्यां॒ प्रप॑दाभ्यां॒ प्राशी॒र्याभ्यां॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Daraufhin, mit zwei anderen Schritten und auch mit zwei Segenssprüchen, davon nahmen die Seher der Vorzeit Anteil.

Mantra 138

स॒र्पस्त्वा॑ हनिष्य॒तीत्ये॑नमाह

„Eine Schlange wird dich schlagen“, so sprach er zu ihm.

Mantra 139

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Den aber, wahrlich, lasse ich weder hierher noch dorthin noch zurück (zu).

Mantra 140

स॒वि॒तुः प्रप॑दाभ्याम्

Mit Savitars zwei vorwärtsschreitenden Schritten (mit seinen vorandrängenden Füßen).

Mantra 141

ताभ्या॑मेनं॒ प्राशि॑षं॒ ताभ्या॑मेनमजीगमम्

Mit diesen beiden ließ ich ihn essen; mit diesen beiden ließ ich ihn hervorgehen – mit diesen beiden führte ich ihn.

Mantra 142

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odana: ganz an allen Gliedern, ganz in jedem Gelenk, ganz am ganzen Leib.

Mantra 143

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Wahrlich, ganzgliedrig wird er, an allen Gelenken vollendet, am ganzen Leib vollendet — wer so erkennt.

Mantra 144

४७॥ तत॑श्चैनम॒न्याभ्यां॒ हस्ता॑भ्यां॒ प्राशी॒र्याभ्यां॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Darauf nährte ich ihn mit den beiden anderen Händen — mit denen die Rishis der Vorzeit hiervon aßen.

Mantra 145

ब्रा॒ह्म॒णं ह॑निष्य॒सीत्ये॑नमाह

„Du wirst einen Brāhmaṇa erschlagen“ — so sprach er von ihm.

Mantra 146

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn aber, wahrlich, ich — weder herwärts gewandt, noch hinwärts gewandt, noch rückwärts gewandt —

Mantra 147

ऋ॒तस्य॒ हस्ता॑भ्याम्

mit den beiden Händen des ṛta (der kosmischen Ordnung).

Mantra 148

ताभ्या॑मेनं॒ प्राशि॑षं॒ ताभ्या॑मेनमजीगमम्

Mit jenen beiden ergriff ich ihn; mit jenen beiden ließ ich ihn gehen.

Mantra 149

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odana: ganz an allen Gliedern, voll an allen Gelenken, ganz an Leib und Gestalt.

Mantra 150

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Wahrlich, ganz an allen Gliedern, vollständig an jedem Gelenk, vollständig am ganzen Leib, gelangt er zu stimmiger Geschlossenheit — wer so erkennt.

Mantra 151

४८॥ तत॑श्चैनम॒न्यया॑ प्रति॒ष्ठया॒ प्राशी॒र्यया॑ चै॒तं पूर्व॒ ऋष॑यः॒ प्राश्न॑न्

Darauf soll er ihn mit einer anderen Festgründung (pratiṣṭhā) teilhaben lassen — eben damit, mit demselben, nahmen die Seher der Vorzeit an diesem Menschen teil.

Mantra 152

अ॒प्र॒ति॒ष्ठा॒नोऽनायत॒नो म॑रिष्य॒सीत्ये॑नमाह

„Ungegründet, ohne Stätte (āyatana), wirst du zugrunde gehen“ — so sprach er zu ihm.

Mantra 153

तं वा अ॒हं नार्वाञ्चं॒ न परा॑ञ्चं॒ न प्र॒त्यञ्च॑म्

Ihn wahrlich mache ich weder hierher gewandt, noch dorthin gewandt, noch rückwärts gegen (mich) gewandt.

Mantra 154

स॒त्ये प्र॑ति॒ष्ठाय॑

In der Wahrheit gegründet.

Mantra 155

तयै॑नं॒ प्राशि॑षं॒ तयै॑नमजीगमम्

Damit ließ ich ihn essen; damit ließ ich ihn weitergehen.

Mantra 156

ए॒ष वा ओ॑द॒नः सर्वा॑ङ्गः॒ सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः

Dies, wahrlich, ist der odana: ganz in allen Gliedern, ganz in allen Gelenken, ganz am ganzen Leib.

Mantra 157

सर्वा॑ङ्ग ए॒व सर्व॑परुः॒ सर्व॑तनूः॒ सं भ॑वति॒ य ए॒वं वेद॑

Wahrlich: ganzgliedrig, allgelenkig, ganzleibig — ganz und gar wird der, der so erkennt.

Frequently Asked Questions

Not primarily. It is centered on śāpa/abhicāra-śakti—the efficacy of spoken formulae—while also treating hearing (śrotra) and the vital airs (prāṇa, apāna) as operative powers.

It is a direct abhicāra performative: the reciter addresses a target and commands a specific impairment (loss of hearing). The hymn treats such utterance as an action that produces the stated effect.

This is a binding technique. By negating multiple directions, the target is ritually ‘fixed’ so they cannot turn, escape, or effectively respond—an immobilization strategy that can serve coercion or protection.

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