Opening the text

Sukta 6.55
Bharadvāja (Bārhaspatya) tradition (Mandala 6 attribution)
Unclear from provided excerpt alone; dual address (vām) with ‘napāt’ and ‘āghṛṇe’ suggests a paired power; often such epithets can touch Pūṣan/Agni/Sūrya lineages—requires confirmation from full sukta 6.55 header in a critical index
Triṣṭubh (probable; confirm in critical edition)
Dieser kurze Hymnus preist vor allem Pūṣan als Führer und Beschützer der rechten Bewegung im ṛta (der kosmischen Ordnung). Er wird aufgefordert zu „kommen“ und zum Wagenlenker zu werden, der den Verehrer sicher geleitet. Reise- und Anspannungsbilder — Pūṣan, von Böcken gezogen — verbinden sich mit der tieferen Bitte um Lösung aus Fesseln und um gedeihliche, lichtvolle Führung auf den Wegen des Lebens.
Mantra 1
एहि वां विमुचो नपादाघृणे सं सचावहै । रथीॠतस्य नो भव ॥
Komm zu uns, o strahlender Napat der Befreiung; lass uns in Gefährtenschaft mit dir verbunden sein. Sei uns der Wagenlenker des ṛta, der Wahrheit‑Ordnung.
Mantra 2
रथीतमं कपर्दिनमीशानं राधसो महः । रायः सखायमीमहे ॥
Als Freund erbitten wir den höchsten Wagenlenker, den Träger der geflochtenen Kraft, den Herrn der großen Gaben, den Gefährten des Reichtums.
Mantra 3
रायो धारास्याघृणे वसो राशिरजाश्व । धीवतोधीवतः सखा ॥
O Strahlender, du bist der Strom des Reichtums; o Vasu, du bist ein Hort guten Wohnens; o Ajāśva, Freund des Denkers, der immerfort denkt.
Mantra 4
पूषणं न्वजाश्वमुप स्तोषाम वाजिनम् । स्वसुर्यो जार उच्यते ॥
Nun wollen wir Pūṣan Ajāśva preisen, den Vājina, den Spender der Fülle an Kraft; er heißt der Geliebte der strahlenden Schwester – der, der sich der lichten Uṣas (Morgenröte) im Innern anschmiegt.
Mantra 5
मातुर्दिधिषुमब्रवं स्वसुर्जारः शृणोतु नः । भ्रातेन्द्रस्य सखा मम ॥
Dies habe ich der innigen Stütze der Mutter zugesprochen; möge der Geliebte der Schwester uns hören – Indras Bruder und mein Gefährte.
Mantra 6
आजासः पूषणं रथे निशृम्भास्ते जनश्रियम् । देवं वहन्तु बिभ्रतः ॥
Mögen die Ziegen, gut angeschirrt, Pūṣan auf dem Wagen tragen – Pūṣan, den inneren Glanz des Volkes; mögen sie den Gott fahren, ihn im Gang tragend.
The hymn resolves into praise of Pūṣan. While the opening uses a dual-address style, later verses explicitly name Pūṣan and use his characteristic imagery (like the goat-drawn chariot).
It means the deity is asked to lead the worshipper’s movement according to ṛta—truth, right order, and the straight path—so actions and journeys reach a good end without going astray.
Goats are Pūṣan’s traditional draft animals in Vedic imagery. They symbolize practical, steady conveyance and the safe carrying of divine guidance into real-world travel and daily life.
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