Rig Veda Sukta 5
Mandala 4Sukta 515 Mantras

Sukta 5

Sukta 4.5

Rishi

Vāmadeva Gautama (traditional attribution for RV 4.5)

Devata

Agni Vaiśvānara

Chandas

Trishtubh (probable; verify in critical edition)

Dieser Hymnus an Agni Vaiśvānara fragt, wie die Opfernden dem Feuer von weitreichendem Glanz recht darbringen mögen, das den Weg öffnet, indem es das Hindernis auseinanderspreizt. Agni wird gepriesen als Offenbarer des verborgenen „Wortes“ in der Höhle und als Hüter des vordersten Schrittes der Strahlen (der Schau), gipfelnd in dem lebhaften Bild seines leuchtenden Antlitzes, das im Haus lodert (der rituellen Wohnstatt und dem inneren Wesen). Insgesamt schreitet die Sukta von Anrufung und Lob zu einer Lehre der Offenbarung fort: Agni ist die Kraft, die die verhüllte Wahrheit und das Licht sichtbar macht.

Sanskrit recitationRig Veda 4.5

Mantras

Mantra 1

वैश्वानराय मीळ्हुषे सजोषाः कथा दाशेमाग्नये बृहद्भाः । अनूनेन बृहता वक्षथेनोप स्तभायदुपमिन्न रोधः ॥

Dem Vaiśvānara, dem Freigebigen, in einmütigem Einklang — wie sollen wir Agni, dem weitstrahlenden, die Gabe darbringen? Mit unverminderter, weittragender Kraft hat er das Hindernis abgestützt, gleichsam als abgemessene Grenze, damit der Weg dem wachsenden Licht offen stehe.

Mantra 2

मा निन्दत य इमां मह्यं रातिं देवो ददौ मर्त्याय स्वधावान् । पाकाय गृत्सो अमृतो विचेता वैश्वानरो नृतमो यह्वो अग्निः ॥

Schmäht nicht den Gott, der mir diese Gabe verlieh — dem Sterblichen, der aus eigener Macht sein Gesetz (svadhā) trägt. Für den Reifenden (pāka) wird Agni, Gṛtsa, der Unsterbliche, der Unterscheidende, Vaiśvānara, der Männlichste, der Strebende (yahvá), zum inspirierten Sucher, der die Wege des Bewusstseins kennt.

Mantra 3

साम द्विबर्हा महि तिग्मभृष्टिः सहस्ररेता वृषभस्तुविष्मान् । पदं न गोरपगूळ्हं विविद्वानग्निर्मह्यं प्रेदु वोचन्मनीषाम् ॥

Ein Sāman, doppelt gegründet, gewaltig, mit scharfglänzender Schneide; ein Stier mit tausend Samen, voll wuchtiger Kraft. Agni, der den verborgenen Tritt der Kuh (des Strahls) erkannte, sprach mir die inspirierte Einsicht (manīṣā) voraus.

Mantra 4

प्र ताँ अग्निर्बभसत्तिग्मजम्भस्तपिष्ठेन शोचिषा यः सुराधाः । प्र ये मिनन्ति वरुणस्य धाम प्रिया मित्रस्य चेततो ध्रुवाणि ॥

Gegen sie lodert Agni, scharfzahnig, mit der brennendsten Glut — er, dessen Wirkungen vollkommen sind. Er schlägt die, welche Varuṇas Wohnstatt des Gesetzes schmälern und die lieben, festen Ordnungen Mitras verwirren, die das wache Bewusstsein erwecken.

Mantra 5

अभ्रातरो न योषणो व्यन्तः पतिरिपो न जनयो दुरेवाः । पापासः सन्तो अनृता असत्या इदं पदमजनता गभीरम् ॥

Wie Frauen ohne Brüder irren sie schutzlos umher; wie die Gattinnen eines feindlichen Herrn gehen sie auf bösen Wegen. Sünderisch — unwahr, nicht im Ṛta gegründet — vermögen sie dieses tiefe Pada (pada), diese Stätte des Bewusstseins, nicht zu zeugen.

Mantra 6

इदं मे अग्ने कियते पावकामिनते गुरुं भारं न मन्म । बृहद्दधाथ धृषता गभीरं यह्वं पृष्ठं प्रयसा सप्तधातु ॥

Dies, o Agni, ist es, was meine läuternde Flamme nicht ganz zu tragen vermag: mein Denken ist wie eine schwere Last. Du aber setze es weit, tief und kühn; mache es zum eifrigen Rückgrat des Weges und gründe es durch deine Fülle auf siebenfachem Fundament.

Mantra 7

तमिन्न्वेव समना समानमभि क्रत्वा पुनती धीतिरश्याः । ससस्य चर्मन्नधि चारु पृश्नेरग्रे रुप आरुपितं जबारु ॥

Ihn — wahrlich, immer denselben in der gemeinsamen Versammlung — erreicht der läuternde Gedanke durch seine Willenskraft. Auf der Haut des wachsenden Wesens, auf dem schöngefleckten (Feld der Natur), ist vorn die Gestalt in Schönheit eingesetzt — jabāru, das äußere Zeichen der inneren Formung.

Mantra 8

प्रवाच्यं वचसः किं मे अस्य गुहा हितमुप निणिग्वदन्ति । यदुस्रियाणामप वारिव व्रन्पाति प्रियं रुपो अग्रं पदं वेः ॥

Was ist von diesem meinem Wort zu sagen, von jener Rede, die, so sagen sie, in der geheimen Höhle verborgen liegt? Wenn die Wunde sich öffnet wie ein Tor zu weitem Raum, dann hütet die geliebte Gestalt den vordersten Schritt der Strahlen, den führenden Standort des Schauens.

Mantra 9

इदमु त्यन्महि महामनीकं यदुस्रिया सचत पूर्व्यं गौः । ऋतस्य पदे अधि दीद्यानं गुहा रघुष्यद्रघुयद्विवेद ॥

Dies ist wahrlich jenes große, weite Antlitz der Macht, wenn die uranfängliche Kuh sich mit den Strahlen vereint. Auf dem Sitz des Ṛta flammend, in der Höhle verborgen, entdeckt es der schnell vorandrängende Sucher durch schnellen Vorstoß — und findet den lichtvollen Sitz der Wahrheit.

Mantra 10

अध द्युतानः पित्रोः सचासामनुत गुह्यं चारु पृश्नेः । मातुष्पदे परमे अन्ति षद्गोर्वृष्णः शोचिषः प्रयतस्य जिह्वा ॥

Dann erkannte der Leuchtende, nahe bei den beiden Eltern, das geheime, schöne Wirken der Pṛśni. Am höchsten Sitz der Mutter setzte er sich in die Nähe: die Zunge der antreibenden Flamme des Stieres in der Kuh — (Agni), die strahlende Kraft, in rechte Bewegung gesetzt.

Mantra 11

ऋतं वोचे नमसा पृच्छ्यमानस्तवाशसा जातवेदो यदीदम् । त्वमस्य क्षयसि यद्ध विश्वं दिवि यदु द्रविणं यत्पृथिव्याम् ॥

Den Ṛta spreche ich mit ehrfürchtiger Verneigung, befragt, in der Hoffnung, die die Deine ist, o Jātavedas, über dieses (Geheimnis). Denn du waltst als Herr über all dies: über alles, was im Himmel ist, und über allen Reichtum des Seins, der auf Erden ist.

Mantra 12

किं नो अस्य द्रविणं कद्ध रत्नं वि नो वोचो जातवेदश्चिकित्वान् । गुहाध्वनः परमं यन्नो अस्य रेकु पदं न निदाना अगन्म ॥

Was ist für uns sein wahrer Reichtum, was denn sein Schatz? Verkünde es uns, o Jātavedas, du Wissender. Denn wir sind gekommen als Suchende, nicht als bloße Streiter, zu jener höchsten Stufe, verborgen in der Höhle des Pfades — zu seiner strahlenden Stätte.

Mantra 13

का मर्यादा वयुना कद्ध वाममच्छा गमेम रघवो न वाजम् । कदा नो देवीरमृतस्य पत्नीः सूरो वर्णेन ततनन्नुषासः ॥

Welche Grenze, welche rechte Unterscheidung, welches wahrhaft begehrenswerte Gut wird uns geradewegs zu ihm führen, schnell wie zum Überfluss an Kraft? Wann werden für uns die göttlichen Morgenröten, die Gemahlinnen der Unsterblichkeit, ihren Glanz ausbreiten, vom Farbton der Sonne durchwoben?

Mantra 14

अनिरेण वचसा फल्ग्वेन प्रतीत्येन कृधुनातृपासः । अधा ते अग्ने किमिहा वदन्त्यनायुधास आसता सचन्ताम् ॥

Mit saftloser Rede, mit dürftigem, verkehrtem Verstehen gehen die Unersättlichen umher. Was könnten sie hier zu dir sagen, o Agni? Die Waffenlosen mögen sich setzen und nur an ihrer eigenen Hilflosigkeit festhalten.

Mantra 15

अस्य श्रिये समिधानस्य वृष्णो वसोरनीकं दम आ रुरोच । रुशद्वसानः सुदृशीकरूपः क्षितिर्न राया पुरुवारो अद्यौत् ॥

Zu seinem Glanz — zu dem Stier, wenn er entzündet wird — leuchtete im Haus das Antlitz des Weiten auf. In Strahlenglanz gekleidet, in Gestalt vollkommen sichtbar gemacht, flammte er auf — wie eine Wohnstatt reich an Fülle, weit geöffnet in den Toren des Reichtums.

Frequently Asked Questions

Vaiśvānara is Agni seen as the universal fire—present for all people and beings—who carries offerings and brings light, order, and protection.

It points to sacred truth or inspired insight that is concealed within; Agni is praised as the power that opens the closed space and makes that hidden knowledge and vision emerge.

It can be recited at the lighting of a lamp or household fire (especially at dawn or dusk) with a simple ghee offering, focusing on removing inner obstacles and gaining clarity and right direction.

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