
Sukta 1.158
Aśvins (with Rudra-like epithets; hymn addressed to the twin powers)
Triṣṭubh (probable)
Dieser kurze Hymnus aus dem Dīrghatamas‑Zyklus ruft die Zwillingsmächte an, die mit den Aśvins identifiziert werden und mit rudraartigen Epitheta als leuchtende, kraftvolle und vielgesinnte Helfer gepriesen sind. Von der Lobrede zur Schutzbitte übergehend, wird erbeten, dass das „geflügelte“ Paar den Verehrer nicht aussauge oder zerstreue; er gipfelt in einer selbstbezüglichen Aussage, in der der brahman (heilige Rede/Einsicht) zum Wagenlenker wird, der die Suchenden zu den Wassern (Āpas) führt, dem verborgenen Ziel der Suche.
Mantra 1
वसू रुद्रा पुरुमन्तू वृधन्ता दशस्यतं नो वृषणावभिष्टौ । दस्रा ह यद्रेक्ण औचथ्यो वां प्र यत्सस्राथे अकवाभिरूती ॥
O Rudras, ihr Leuchtenden, Vielgesinnten, an Kräften Wachsenden—seid unseres Lobpreises würdig, ihr Starken, in eurer Nähe. O Wundertäter, wenn im Hymnus von euren Reichtümern gesprochen wird, möge eure Hilfe zu uns ausströmen mit unfehlbarem Schutz.
Mantra 2
को वां दाशत्सुमतये चिदस्यै वसू यद्धेथे नमसा पदे गोः । जिगृतमस्मे रेवतीः पुरंधीः कामप्रेणेव मनसा चरन्ता ॥
Wer wird euch eine Gabe darbringen für diese eure heitere Gunst, o Glänzende—da ihr (eure Gnade) durch Verehrung an der Spur der Kuh (des Lichtstrahls) festsetzt? Richtet für uns die reichen Erfüllungen auf, die im Geist wandeln wie der Vorstoß des Begehrens, damit unser Erkennen reich werde.
Mantra 3
युक्तो ह यद्वां तौग्र्याय पेरुर्वि मध्ये अर्णसो धायि पज्रः । उप वामवः शरणं गमेयं शूरो नाज्म पतयद्भिरेवैः ॥
Als euer angeschirrtes Gefährt (eure Kraft) den Sohn des Tugra trug und Pajra mitten in der Flut eingesetzt wurde—da möge ich zu eurer Hilfe gelangen wie zu einer Zuflucht, wie ein Held, der auf der Bahn dahinjagt mit fliegenden Rossen (Energien).
Mantra 4
उपस्तुतिरौचथ्यमुरुष्येन्मा मामिमे पतत्रिणी वि दुग्धाम् । मा मामेधो दशतयश्चितो धाक्प्र यद्वां बद्धस्त्मनि खादति क्षाम् ॥
Möge der aufrüttelnde Lobgesang und das lichtvolle Wort sich ausweiten, um mich zu schützen; mögen mich diese beiden geflügelten Mächte nicht auseinandertränken. Mögen mich nicht Brennholz und das zehnfach geschichtete Feuer verzehren, wenn das in sich selbst Gebundene hervortritt und in die Erdsubstanz hineinfrisst.
Mantra 5
न मा गरन्नद्यो मातृतमा दासा यदीं सुसमुब्धमवाधुः । शिरो यदस्य त्रैतनो वितक्षत्स्वयं दास उरो अंसावपि ग्ध ॥
Nicht verschlangen mich die Flüsse, die allermütterlichsten, als die Dāsas ihn, im Strom wohlgebunden, hinabwarfen. Als Traitana ihm das Haupt abhieb, da klammerte sich der Dāsa selbst an Brust und Schultern.
Mantra 6
दीर्घतमा मामतेयो जुजुर्वान्दशमे युगे । अपामर्थं यतीनां ब्रह्मा भवति सारथिः ॥
Dīrghatamas, Sohn der Mamata, reifte im zehnten Zeitalter; für das Suchen der Sucher nach den Wassern wird der Brahman zum Wagenlenker.
The hymn opens by praising the Twins as bright, powerful ‘Rudras,’ asking them to be worthy of reverence and near at hand with protection.
It develops the idea that the hymn’s spoken praise should release their riches and unfailing aid, then turns inward to a protective plea against being ‘drained apart’ by the paired ‘winged’ forces and against consuming, uncontrolled fire imagery.
The peak is the shift from external divine help to an inner technology: brahman (mantric insight) taking the role of ‘sārathi’—the charioteer—directing the seeker toward the Waters, the hidden objective.
It concludes with the seer’s self-identification (Dīrghatamas Māmateya) and the assurance that disciplined sacred speech can guide the quest safely, integrating protection with spiritual direction.
"vasū rudrā" / "akavābhir ūtī"
उपस्तुतिरौचथ्यमुरुष्येन्मा मामिमे पतत्रिणी वि दुग्धाम् । मा मामेधो दशतयश्चितो धाक्प्र यद्वां बद्धस्त्मनि खादति क्षाम् ॥"brahmā bhavati sārathiḥ"
Tradition attributes RV 1.158 to Dīrghatamas Āucathya, also called Māmateya (“son of Mamatā”). The last verse names him directly.
Here “Rudras” highlights their fierce, protective strength rather than changing the deity. The hymn praises the Twins as powerful guardians who can ward off harm and bring timely help.
It means sacred utterance and insight (brahman) can actively steer the seeker—like a charioteer—toward the “Waters,” a Vedic symbol for deep nourishment, purification, and the hidden source of life and knowledge.
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