Rig Veda Sukta 140
Mandala 1Sukta 14013 Mantras

Sukta 140

Sukta 1.140

Rishi

Traditionally attributed to Kaṇva lineage for RV 1.140 (verify in anukramaṇī); hymn is Agni-centered

Devata

Agni

Chandas

Jagatī or Triṣṭubh (verify in critical edition)

RV 1.140 ist ein Agni-Hymnus, der das Altarfeuer einlädt, in einem wohlbereiteten „Schoß“ (yoni) Platz zu nehmen und als reiner, die Finsternis vertreibender Lichtwagen zu leuchten. Er verwebt rituelle Bildsprache (Entzünden, Bekleiden, Darbringen) mit kosmischer Erneuerung und zeichnet Agni als den Wissenden, der Kräfte sammelt, Gestalten erneuert und die göttlichen Eltern (Himmel und Erde) mit den strömenden Flüssen verbindet, um den Hymnus zu erwecken und Nahrung und Gaben zu sichern.

Recitation with translationRig Veda 1.140

Mantras

Mantra 1

वेदिषदे प्रियधामाय सुद्युते धासिमिव प्र भरा योनिमग्नये । वस्त्रेणेव वासया मन्मना शुचिं ज्योतीरथं शुक्रवर्णं तमोहनम् ॥

O Agni, der du auf der vedi (dem Altar) sitzest, für die geliebte Heimstatt und das helle Leuchten: bring hervor, wie einen reichen Anteil, die Schoßstätte für Agni. Wie mit einem Gewand bekleide den Reinen mit der inspirierten Gedankenmacht; den Lichtwagen, weiß an Farbe, den Vertilger der Finsternis.

Mantra 2

अभि द्विजन्मा त्रिवृदन्नमृज्यते संवत्सरे वावृधे जग्धमी पुनः । अन्यस्यासा जिह्वया जेन्यो वृषा न्यन्येन वनिनो मृष्ट वारणः ॥

Der Zweimalgeborene wird gepresst und geordnet für die dreifache Speise; im Lauf des Jahres wächst er wieder nach dem Verzehrten. Mit einem Mund und einer Zunge kostet der siegreiche Stier, mit dem andern reinigt er die Suchenden: ein Elefant der Kraft, geläutert, gewaltig.

Mantra 3

कृष्णप्रुतौ वेविजे अस्य सक्षिता उभा तरेते अभि मातरा शिशुम् । प्राचाजिह्वं ध्वसयन्तं तृषुच्युतमा साच्यं कुपयं वर्धनं पितुः ॥

In den dunklen Fluten beben seine zwei Wohn-Mütter; beide tragen und geleiten das Kind. Mit vorgestreckter Zunge treibt er fort und streut auseinander, durch die Dürste hindurchgleitend; zur rechten Seite kommt er — ein anschwellendes Wachstum des Vaters.

Mantra 4

मुमुक्ष्वो मनवे मानवस्यते रघुद्रुवः कृष्णसीतास ऊ जुवः । असमना अजिरासो रघुष्यदो वातजूता उप युज्यन्त आशवः ॥

Löse für Manu, für den Menschen, der danach verlangt: schnell und fest, dunkel angeschirrt, ungestüm. Ungezügelt, eilend, schnell dahingleitend, vom Wind getrieben — die Raschen schirren sich heran, Kräfte, reisefertig.

Mantra 5

आदस्य ते ध्वसयन्तो वृथेरते कृष्णमभ्वं महि वर्पः करिक्रतः । यत्सीं महीमवनिं प्राभि मर्मृशदभिश्वसन्त्स्तनयन्नेति नानदत् ॥

Dann stürmen seine Zerstreuer ungehindert dahin; in der schwarzen Weite wirkt seine große Gestalt ihr Werk. Wenn er die große Erdgründung berührt und vorwärts drängt, schwer atmend, donnernd im Gehen, brüllt er laut auf.

Mantra 6

भूषन्न योऽधि बभ्रूषु नम्नते वृषेव पत्नीरभ्येति रोरुवत् । ओजायमानस्तन्वश्च शुम्भते भीमो न शृङ्गा दविधाव दुर्गृभिः ॥

Schmückend beugt er sich über die fahlbraunen Gestalten; wie ein Stier naht er den Gattinnen, brüllend. An Kraft zunehmend, ziert er seine Leiber; furchtbar, wie Hörner, stürmt er voran mit hartem Griff.

Mantra 7

स संस्तिरो विष्टिरः सं गृभायति जानन्नेव जानतीर्नित्य आ शये । पुनर्वर्धन्ते अपि यन्ति देव्यमन्यद्वर्पः पित्रोः कृण्वते सचा ॥

Er, fest ausgebreitet und weithin entfaltet, rafft sie zusammen; wissend liegt er immerdar bei den Wissenden. Wieder wachsen sie, kehren zurück zum Göttlichen; gemeinsam gestalten sie eine andere Gestalt der beiden Eltern.

Mantra 8

तमग्रुवः केशिनीः सं हि रेभिर ऊर्ध्वास्तस्थुर्मम्रुषीः प्रायवे पुनः । तासां जरां प्रमुञ्चन्नेति नानददसुं परं जनयञ्जीवमस्तृतम् ॥

Jene strahlenden, langhaarigen Mächte des Lichts, mit ihren hymnischen Kräften gesammelt, standen aufrecht; obgleich sie in Erschöpfung gefallen waren, schreiten sie wieder voran zur Ankunft des Lebens. Indem er ihre Alterung abstreift, zieht er einher, sieghaft rufend, und gebiert den höchsten Atem — lebendig, unerschöpflich.

Mantra 9

अधीवासं परि मातू रिहन्नह तुविग्रेभिः सत्वभिर्याति वि ज्रयः । वयो दधत्पद्वते रेरिहत्सदानु श्येनी सचते वर्तनीरह ॥

Er schreitet dahin, rings das umhüllende Gewand der Mutter leckend, getrieben von mächtigen Griffen und starken Antrieben; der Schnelle zieht aus auf sich weitende Bahnen. Dem Fliegenden legt er Flügel an; stets aufwärts leckend folgt die Falkenkraft den Pfaden.

Mantra 10

अस्माकमग्ने मघवत्सु दीदिह्यध श्वसीवान्वृषभो दमूनाः । अवास्या शिशुमतीरदीदेर्वर्मेव युत्सु परिजर्भुराणः ॥

Leuchte für uns, o Agni, unter den spendenden Mächten der Fülle; dann, gewaltig atmend, Stier des Hauses, lodere auf. Entfache unten die kindtragenden Kräfte; wie ein Panzer in den Kämpfen umschließt und schützt du, von allen Seiten vorandrängend.

Mantra 11

इदमग्ने सुधितं दुर्धितादधि प्रियादु चिन्मन्मनः प्रेयो अस्तु ते । यत्ते शुक्रं तन्वो रोचते शुचि तेनास्मभ्यं वनसे रत्नमा त्वम् ॥

Dies, o Agni, wohlgefügt, erhebt sich über das schlecht Gefügte; selbst aus dem Lieben sei dir eine noch liebere Wonne des Sinnes. Denn der reine, helle Glanz, der von deinem Leibe strahlt—durch ihn gewinnst du uns den Schatz, du selbst ihn herbeibringend.

Mantra 12

रथाय नावमुत नो गृहाय नित्यारित्रां पद्वतीं रास्यग्ने । अस्माकं वीराँ उत नो मघोनो जनाँश्च या पारयाच्छर्म या च ॥

Für unsere Fahrt und für das Hinübergelangen, und auch für unser Haus, gewähre uns, o Agni, das stets geruderte, geflügelte Fahrzeug. Setze hinüber unsere Helden und unsere Gabenreichen, und auch unser Volk — durch jene bergende Schutzmacht, die uns ans jenseitige Ufer trägt.

Mantra 13

अभी नो अग्न उक्थमिज्जुगुर्या द्यावाक्षामा सिन्धवश्च स्वगूर्ताः । गव्यं यव्यं यन्तो दीर्घाहेषं वरमरुण्यो वरन्त ॥

O Agni, mögen Himmel und Erde und die Ströme, wohlgeleitet, unser Loblied in voller Kraft erwecken. Rinder-Glanz und Gersten-Nahrung bringend, wählen sie die weitreichende Wonne der Gabe; die rötlichen Mächte wählen sie.

Frequently Asked Questions

It establishes Agni in the altar-seat as a pure, radiant power that dispels darkness and makes the sacrifice effective, while also showing Agni as a cosmic intelligence that renews life and order.

Because the altar and fire-pan are treated as the stable ‘birthplace’ where Agni is generated and sustained; ritually, placing Agni in the yoni means properly founding the rite so offerings can reach the gods.

They act as cosmic supports and witnesses: Heaven–Earth provide the great framework of order, and the Rivers symbolize flowing vitality and purification—together they ‘awaken’ the hymn and help bring nourishment and boons.

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