
Rishi: Atharvanic healer tradition (specific r̥ṣi not given in supplied excerpt).
Devata: Medicinal root / Kṛṣṇā (as plant-power) / healing efficacy personified.
Chandas: Anuṣṭubh (probable; two 8-syllable pādas per half-verse in typical AV style).
AV 7.74 ist ein knappes atharvanisches Heilbeschwörungs‑Lied, das darauf zielt, drüsige Schwellungen (gaṇḍamālā/apacit) zu zerschlagen: Das Leiden wird als etwas verstanden, das durch die ermächtigte Wurzel und die durchdringende Rede des Mantras „gespalten“ werden kann. Neben dem körperlichen Heilmittel (mūla, besonders die Pflanzenkraft namens Kṛṣṇā) neutralisiert der Hymnus auch feindselige Regungen (Eifersucht, Zorn), die Krankheit verschärfen können, und er gipfelt darin, das Wohlergehen im häuslichen Agni und in der disziplinierten Befolgung des Gelübdes (vrata) zu verankern.
Mantra 1
गण्डमालाचिकित्सा। अ॒प॒चितां॒ लोहि॑नीनां कृ॒ष्णा मा॒तेति॑ शुश्रुम । मुने॑र्दे॒वस्य॒ मूले॑न॒ सर्वा॑ विध्यामि॒ ता अ॒हम्
Heilmittel gegen gaṇḍamālā. Von den roten Schwellungen sagt man: „Schwarz ist die Mutter“ — so haben wir gehört. Mit der Wurzel des göttlichen Muni spalte ich sie alle auseinander, jene Schwellungen, ich.
Mantra 2
विध्या॑म्यासां प्रथ॒मां विध्या॑म्यु॒त म॑ध्य॒माम्। इ॒दं ज॑घ॒न्याऽमासा॒मा च्छि॑नद्मि॒ स्तुका॑मिव
Die erste von diesen durchbohre ich; auch die mittlere durchbohre ich. Diese letzte von ihnen schneide ich ab, wie man einen Schopf abschert.
Mantra 3
त्वा॒ष्ट्रेणा॒हं वच॑सा॒ वि त॑ ई॒र्ष्याम॑मीमदम्। अथो॒ यो म॒न्युष्टे॑ पते॒ तमु॑ ते शमयामसि
Mit Tvaṣṭṛs Wortspruch habe ich deine Eifersucht auseinandergetrieben. Und ferner: wer auch immer zürnt, o Herr, den — um deinetwillen — besänftigen wir.
Mantra 4
व्र॒तेन॒ त्वं व्र॑तपते॒ सम॑क्तो वि॒श्वाहा॑ सु॒मना॑ दीदिही॒ह। तं त्वा॑ व॒यं जा॑तवेदः॒ समि॑द्धं प्र॒जाव॑न्त॒ उप॑ सदेम॒ सर्वे॑
Durch das Gelübde, o Herr der Gelübde, bist du wohlgerüstet; leuchte hier jeden Tag mit gütigem Sinn. Dich, o Jātavedas, wenn entzündet, mögen wir alle, mit Nachkommenschaft begabt, nahen und uns zu dir setzen.
It targets gaṇḍamālā/apacit—glandular swellings described as “red swellings”—seeking to disperse and break them up through a medicinal root empowered by mantra.
Atharvavedic healing often treats illness as worsened by hostile social-psychic forces. The hymn therefore pacifies jealousy and anger to protect the patient and prevent relapse or misfortune.
The core cure centers on the root (mūla/Kṛṣṇā) and recitation. The closing Agni verse can be used as an additional household ‘seal’—especially where a domestic fire is maintained—but it is supportive rather than strictly required.
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