Opening the text

Rishi: Atharvanic tradition (rāṣṭra-hymn cycle; attribution varies)
Devata: Mitra-Varuṇa (and Vāyu, Agni) as sovereign stabilizers
Chandas: Mixed/triṣṭubh-like cadence (probable; longer pādas than anuṣṭubh)
AV 3.8 ist ein rāṣṭra-Hymnus, der ein Reich „bewohnbar und besiedelt“ machen soll, indem er die politische Ordnung durch Mitra–Varuṇa und verbündete Stabilisierer (Vāyu, Agni) mit ṛta (kosmischem Gesetz) in Einklang bringt. Er bindet die Menschen an ein gemeinsames Zentrum — verhindert Zerstreuung, ruft kollektive Zustimmung herbei und (in schärferen Versen) zwingt Geist und Herz, dem Kurs eines gewählten Führers zu folgen. So schreitet der Hymnus von kosmischer Legitimation (Jahreszeiten, Erde, Feuer) zu sozialem Zusammenhalt und schließlich zu lenkender Kontrolle der Loyalität fort.
Mantra 1
राष्ट्रधारणम्। आ या॑तु मि॒त्र ऋ॒तुभिः॒ कल्प॑मानः संवे॒शय॑न् पृथि॒वीमु॒स्रिया॑भिः । अथा॒स्मभ्यं॒ वरु॑णो वा॒युर॒ग्निर्बृ॒हद् रा॒ष्ट्रं सं॑वे॒श्यंऽ दधातु
Reichserhaltung. Es komme hierher Mitra, sich nach den Jahreszeiten fügend, die Erde mit rötlichen Lichtern festigend. Dann mögen für uns Varuṇa, Vāyu und Agni ein mächtiges Reich errichten – ein Reich, zum sesshaften Wohnen wohl eingerichtet.
Mantra 2
धा॒ता रा॒तिः स॑वि॒तेदं जु॑षन्ता॒मिन्द्र॒स्त्वष्टा॒ प्रति॑ हर्यन्तु मे॒ वचः॑ । हु॒वे दे॒वीमदि॑तिं॒ शूर॑पुत्रां सजा॒तानां॑ मध्यमे॒ष्ठा यथासा॑नि
Dhātṛ, Gabe (Rāti) und Savitar mögen daran Gefallen finden; Indra und Tvaṣṭṛ mögen meine Rede gutheißen. Ich rufe die Göttin Aditi, die Tochter des Helden, damit ich unter meinen Mitgeborenen in der Mitte stehe – hervorrangend.
Mantra 3
हु॒वे सोमं॑ सवि॒तारं॒ नमो॑भि॒र्विश्वा॑नादि॒त्याँ अ॒हमु॑त्तर॒त्वे। अ॒यम॒ग्निर्दी॑दायद् दी॒र्घमे॒व स॑जा॒तैरि॒द्धोऽप्र॑तिब्रुवद्भिः
Mit Verehrungen rufe ich Soma, Savitar und alle Ādityas an – um Überlegenheit. Dieses Agni soll lange, ja lange, auflodern: unter meinen Mitgeborenen entzündet, ohne einen, der widerspricht.
Mantra 4
इ॒हेद॑साथ॒ न प॒रो ग॑मा॒थेर्यो॑ गो॒पाः पु॑ष्ट॒पति॑र्व॒ आज॑त्। अ॒स्मै कामा॒योप॑ का॒मिनी॒र्विश्वे॑ वो दे॒वा उ॑प॒संय॑न्तु
Hier, ja hier, bleibt; geht nicht fort darüber hinaus. Zu euch ist der Antreiber gekommen — und doch der Hüter der Herde, der Herr der Nahrung. Für diesen Mann, zum ersehnten Ziel, mögen die Begehrenswerten (Mächte/Frauen) herannahen; mögen alle Götter in enger Eintracht zu euch zusammenkommen.
Mantra 5
सं वो॒ मनां॑सि॒ सं व्र॒ता समाकू॑तीर्नमामसि । अ॒मी ये विव्र॑ता॒ स्थन॒ तान् वः॒ सं न॑मयामसि
Zusammen eure Geister, zusammen eure Gelübde, zusammen eure Vorsätze – davor verneigen wir uns (zur Eintracht). Die aber, die gelübdelos, zügellos, abseits stehend sind – die beugen wir um euretwillen zur Einheit.
Mantra 6
अ॒हं गृ॑भ्णामि॒ मन॑सा॒ मनां॑सि॒ मम॑ चि॒त्तमनु॑ चि॒त्तेभि॒रेत॑ । मम॒ वशे॑षु॒ हृद॑यानि वः कृणोमि॒ मम॑ या॒तमनु॑वर्त्मान॒ एत॑
Mit dem Geist ergreife ich eure Geister: meiner Gedanken folgend, mit euren Gedanken, geht. Unter meine Gewalt mache ich eure Herzen; auf meinem Weg geht, der Spur folgend – geht.
It is used to stabilize and enlarge a community or kingdom—making the realm ‘settled,’ preventing people from drifting away, and drawing collective support (human and divine) into one loyal center.
Mitra represents agreement and social cohesion, while Varuṇa represents law (ṛta) and sovereign restraint. Together they model a realm where order is both harmonious and enforceable.
It contains both. Much of it is shānti/paustika—settling and prospering the polity—but the final mind-binding style verse can be read as an abhicārika edge used to compel wavering allegiance in times of crisis.
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