
Sukta 6.57
Bharadvāja
Indra and Pūṣan (dual invocation)
Gāyatrī (likely, given brevity; exact confirmation requires syllable count)
Dieser kurze Hymnus ruft Indra und Pūṣan gemeinsam als freundliche Verbündete an, die svasti (sicheres Wohlergehen) und vājasāti (das Gewinnen von Kraft, Fülle und Erfolg) sichern. Er erinnert daran, wie Indra, vom r̥ta geleitet, die großen Wasser freisetzte und führte, während Pūṣan als Wegweiser begleitete; und er endet damit, Pūṣan zu „wecken“ wie ein Wagenlenker, der die Zügel strafft, damit die Fahrt geradeaus und sicher verläuft.
Mantra 1
इन्द्रा नु पूषणा वयं सख्याय स्वस्तये । हुवेम वाजसातये ॥
Indra und Pūṣan — nun rufen wir euch zur Freundschaft und zum Heil, zum Gewinn der vāja, der Fülle an Kraft und Beute.
Mantra 2
सोममन्य उपासदत्पातवे चम्वोः सुतम् । करम्भमन्य इच्छति ॥
Der eine tritt zum Soma heran, um aus dem Becher den ausgepressten Trank zu trinken; der andere begehrt karambha. So verschieden sind die Regungen in uns: die einen greifen nach der Ekstase, die anderen nach gemischter Nahrung.
Mantra 3
अजा अन्यस्य वह्नयो हरी अन्यस्य सम्भृता । ताभ्यां वृत्राणि जिघ्नते ॥
Dem einen Herrn gehören die ajāḥ, die Kräfte des Loslösens; dem anderen sind die zwei harī, die Rosse leuchtender Macht, zusammengestellt. Mit diesen beiden schlagen sie die vṛtrāṇi nieder — die Hüllen des Widerstands.
Mantra 4
यदिन्द्रो अनयद्रितो महीरपो वृषन्तमः । तत्र पूषाभवत्सचा ॥
Als Indra, der Mächtigste im Ausströmen, nach dem Gesetz des Ṛta die gewaltigen Wasser hervorführte, da war Pūṣan bei ihm — als Gefährte der Bewegung, der sie auf rechte Bahnen im Innern des Seins lenkt.
Mantra 5
तां पूष्णः सुमतिं वयं वृक्षस्य प्र वयामिव । इन्द्रस्य चा रभामहे ॥
Diese lichtvolle rechte Gesinnung Pūṣans wollen wir ergreifen, wie man sich an der ausladenden Kraft eines Baumes festhält; und auch Indras Macht wollen wir fassen.
Mantra 6
उत्पूषणं युवामहेऽभीशूँरिव सारथिः । मह्या इन्द्रं स्वस्तये ॥
Wir rufen Pūṣan empor, wie ein Wagenlenker die Zügel strafft; und (wir rufen) Indra zu unserem weiten Heil, zur svasti.
Indra provides the power to overcome obstacles and win abundance, while Pūṣan protects the path and keeps movement in the right direction. Together they represent strength plus guidance, leading to svasti (safe well-being).
Svasti means safe welfare—protection, auspiciousness, and a smooth course free from harm. In this hymn it is both outer safety (life and travel) and inner steadiness of direction.
It suggests controlled, well-guided movement. Pūṣan is invoked to keep the ‘reins’ of one’s journey—outer or inner—steady, while Indra is called to supply the force that carries one forward successfully.
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