
Sukta 10.172
Dieser kurze Hymnus verknüpft das Kommen der Morgenröte mit der erneuten Öffnung des rechten „Weges“ (vartani) für Leben und Opfer: Die Finsternis wird vertrieben, die Strahlen/Kühe sammeln sich, und das Werk wird wieder in geordnete Bewegung gesetzt. Er stellt Erneuerung sowohl als kosmisches Ereignis (Uṣas stellt das Licht wieder her) als auch als rituell‑psychologischen Akt dar (die „Faden“-Kontinuität im yajña und im Bewusstsein wird wiederhergestellt).
Mantra 1
आ याहि वनसा सह गावः सचन्त वर्तनिं यदूधभिः ॥
Komm her mit der Kraft des Waldes; mögen die Kühe — die leuchtenden Strahlen — sich anschließen und dem Pfad folgen, wenn sie voll sind mit ihrer eutertragenden Fülle, wenn die inneren Quellen der Nahrung strömen.
Mantra 2
आ याहि वस्व्या धिया मंहिष्ठो जारयन्मखः सुदानुभिः ॥
Komm mit der reichen, begnadenden dhī; du Freigebigster, der das Opfer in uns reifen lässt, komm mit deinen sudānu, den guten Ausströmungen, den Strömen, die das Sein wachsen machen.
Mantra 3
पितुभृतो न तन्तुमित्सुदानवः प्रति दध्मो यजामसि ॥
Wie Träger des pitu, des nährenden Trankes, legen wir den Faden an seinen rechten Ort; o sudānavas, ihr freigebigen Mächte, wir befestigen ihn fest und opfern, die Kontinuität des Werkes zusammenhaltend.
Mantra 4
उषा अप स्वसुस्तमः सं वर्तयति वर्तनिं सुजातता ॥
Uṣā, die glückliche Schwester, treibt die Finsternis fort; durch ihre wohlgeborene Kraft setzt sie den Weg wieder in Bewegung und stellt den rechten Lauf der Reise des Bewusstseins her.
The hymn centers on Uṣas (Dawn), who removes darkness and re-establishes the right path for life and ritual activity.
Here “cows” commonly symbolizes luminous rays or powers of light that bring nourishment and clarity, gathering onto the proper course (the path).
It means restoring continuity and correct order—both in the external sacrifice (yajña sequence) and inwardly in one’s steady practice and direction.
Read Rig Veda in the Vedapath app
Scan the QR code to open this directly in the app, with audio, word-by-word meanings, and more.