
Sukta 10.159
Sūrya; Bhaga; and the speaking feminine power (often read as a bride/wife-voice hymn)
Dieser kurze Hymnus spricht in einer weiblichen Ich-Stimme — oft als Stimme einer Braut oder Ehefrau gelesen —, die den aufgehenden Sūrya und Bhaga (den Spender des rechtmäßigen Anteils) anruft, um eheliche Vereinigung, Wohlstand und soziale Vorrangstellung zu sichern. Er wirkt als Siegeszauber gegen „Nebenbuhlerinnen“ (sapatnī) und zersetzende Kräfte, die die Harmonie stören, und richtet das häusliche Glück an der sieghaften Macht aus, wie sie Indra verkörpert.
Mantra 1
उदसौ सूर्यो अगादुदयं मामको भगः । अहं तद्विद्वला पतिमभ्यसाक्षि विषासहिः ॥
Emporgestiegen ist jene Sonne; emporgestiegen ist auch mein Bhaga — mein Anteil an Wonne. Dies wissend habe ich den Gatten zu mir genommen — ich, die die Gifte überwindet, siegreich über die Kräfte, die die Verbindung zersetzen.
Mantra 2
अहं केतुरहं मूर्धाहमुग्रा विवाचनी । ममेदनु क्रतुं पतिः सेहानाया उपाचरेत् ॥
Ich bin das Zeichen, ich bin der Gipfel; ich bin die Mächtige, die deutlich ausspricht. Dem Entschluss und Willen gemäß soll der Gatte handeln; zu mir, der Standhaften, soll er herantreten – damit die Vereinigung dem bewussten Gesetz der Seele folgt.
Mantra 3
मम पुत्राः शत्रुहणोऽथो मे दुहिता विराट् । उताहमस्मि संजया पत्यौ मे श्लोक उत्तमः ॥
Meine Söhne sind Erschläger der feindlichen Mächte; und meine Tochter ist Virāj, weithin herrschend. Und ich bin sieghaft; in meinem Gatten ist mein Wort das höchste.
Mantra 4
येनेन्द्रो हविषा कृत्व्यभवद्द्युम्न्युत्तमः । इदं तदक्रि देवा असपत्ना किलाभुवम् ॥
Durch jene Opfergabe, durch die Kraft des havis, wodurch Indra der höchste an leuchtender Siegesmacht wurde – durch eben diese Kraft, o Götter, vollbringe ich dies: wahrlich werde ich ohne Nebenbuhlerin, ohne Widersacher.
Mantra 5
असपत्ना सपत्नघ्नी जयन्त्यभिभूवरी । आवृक्षमन्यासां वर्चो राधो अस्थेयसामिव ॥
Ohne Nebenbuhlerin, Nebenbuhlerinnen-Töterin, siegreich, überwältigend — zu mir ziehe ich Glanz und Fülle-Gabe der anderen heran, wie man nimmt, was ungesichert ist. Für die Seele, die im Recht steht, kann ihr widerstreitender Anspruch nicht bestehen.
Mantra 6
समजैषमिमा अहं सपत्नीरभिभूवरी । यथाहमस्य वीरस्य विराजानि जनस्य च ॥
Vollends habe ich diese Nebenbuhlerinnen besiegt, zur überwältigenden Macht geworden, damit ich als königlicher Glanz dieses Helden erstrahle — und auch des Volkes.
It is a short hymn in a feminine voice that links sunrise (Sūrya) and fortune (Bhaga) with securing marriage, prosperity, and victory over rivalry or opposition.
Sūrya (the rising Sun) and Bhaga (giver of one’s share and good fortune) are explicit, and Indra’s victorious radiance is invoked as the model power that removes obstacles.
Sapatnī means a rival (often in a domestic sense), and asapatnā means ‘without rival.’ The hymn uses these terms as a spiritual-ritual declaration of overcoming jealousy, hostility, and any force that disrupts harmony.
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