Atharva Veda Anuvaka 2
Kanda 110 Suktas42 Mantras

Anuvaka 2

Schützende und wiederherstellende atharvanische Riten, die Blockaden, Krankheit, Unheil und feindliche Angriffe beseitigen und zugleich Standfestigkeit und Gedeihen einsetzen. Themen: Öffnung der Geburtswege und sichere Entbindung; Heilung und Befriedung der zehrenden Krankheit (yakṣma) und von Schmerzen; apotropäische Austreibung von Zauberei und dämonischer Bedrängnis; häusliches Glück und Brautglanz (varcas); Zusammenführung und Mehrung des Wohlstands (pauṣṭika); Abwehr von Geschossen/Waffen und Abwendung von Kriegsübeln; Festigung von Stabilität und Frieden.

Kinds of charm

Bhaishajya (healing): 3Shantika (pacifying): 3Paushtika (prosperity): 2Abhicharika (against foes): 1

Suktas in Anuvaka 2

Sukta 11

Diese Sukta ist ein atharvanisches geburtshilfliches Beschwörungswort, das dazu dient, eine Blockade zu lösen und die Geburt zu vollenden; es richtet sich an die Himmelsrichtungen und an die Götter als kosmische Mächte, die das Geschlossene «öffnen». Es verbindet Bilder räumlicher Ganzheit (alle Richtungen von Himmel und Erde) mit der konkreten Physiologie der Entbindung — Öffnung des Mutterleibs, Austreibung des Hindernisses und Herabkommen der Nachgeburt —, damit die Geburt rasch, sicher und ohne Zurückbleiben von Resten vor sich geht.

Rishi: Atharvanic tradition (often transmitted under Atharvan/Angiras lineages; specific r̥ṣi attribution depends on anukramaṇī tradition). | Devata: Pradiśas (the Quarters) and Devāḥ (the Gods) as collective agents of delivery. | 6 Mantras

Sukta 12

Dieser vierstrophige Heil- und Befriedungshymnus richtet sich gegen diffuse Krankheit (besonders yakṣma, das zehrende Schwindsuchtsleiden), Kopfschmerz, Husten sowie reißende Glieder- und Gelenkschmerzen, indem er eine sturmgleiche reinigende Kraft und die erneuernden Mächte von Pflanzen und Bergen herbeiruft. Er gipfelt in einer umfassenden «śam»-Formel (Heil/ Frieden), die Wohlergehen auf obere und untere Körperteile, auf die vier Gliedmaßen und auf den ganzen Leib verteilt. Die Wirkkraft des Hymnus liegt darin, die Leiden präzise zu benennen, sie als eindringende Agenten auszutreiben und den Patienten mit allumfassender leiblicher Ganzheit zu versiegeln.

Rishi: Atharvanic tradition (hymn-level attribution varies by anukramaṇī; commonly Atharvan/Angiras-type) | Devata: Śam/Śānti (personified well-being; pacificatory power rather than a single theonym) | 4 Mantras

Sukta 13

AV 1.13 ist ein kurzer, besänftigender Heil- und Schutzhymnus. Er richtet sich an ein verdichtetes, potenziell gefährliches tapas (feurige asketische Glut) als personale Macht namens „Pravato Nāpāt“ sowie an dessen waffenhaftes „Geschoss“-Moment. Durch wiederholte namas (Ehrerbietungen) und das Lob seines verborgenen kosmischen Sitzes wird die Kraft befriedet und auf leibliches Wohlergehen, häusliche Sicherheit und den Schutz der Kinder hingelenkt.

Rishi: Atharvanic tradition (Anukramaṇī attribution for AV 1.13 commonly places it in Atharvan/Angiras milieu; verse-level r̥ṣi not securely isolable here) | Devata: Tapas-bearing ‘Nāpāt’ (a fiery/ascetic power addressed as a personal agent; often interpreted in the orbit of Agni-like potency) | 4 Mantras

Sukta 14

AV 1.14 ist ein häuslicher Segensspruch für eine Jungfrau an der Schwelle zur Ehe; er zielt darauf, durch Bhagas Zuteilung des Glücks Várchas — strahlende Anmut und sozialen Glanz — „zuzuweisen“. Zugleich ordnet der Hymnus rituell die Überführung der Braut von der Herkunftssippe in das Haus des Gatten, bindet sie an den neuen Haushalt und ruft Ahnenbeistand sowie dauerhafte Beständigkeit an.

Rishi: Atharvanic tradition (exact ṛṣi attribution varies by anukramaṇī; commonly treated as an Atharvan/Angiras-type domestic benediction). | Devata: Bhaga (as distributor of fortune) with the operative power of Várchas (splendour). | 4 Mantras

Sukta 15

Dieser paustika-Hymnus bündelt Gedeihen, indem er natürliche Strömungen – Flüsse, Winde und geflügelte Bewegende – herbeiruft, sich zu vereinen und „zusammenzufließen“ zum Opfernden. Indem er den zustimmenden Himmelsraum durch eine einigende Opfergabe erfreut, zielt er darauf, dass Reichtum, Vieh und glückverheißender Gewinn heranströmen und dauerhaft am eigenen Ort fest gegründet bleiben.

Rishi: Atharvanic tradition (general; specific r̥ṣi attribution varies by anukramaṇī traditions for early AV hymns) | Devata: Prosperity through converging natural powers (rivers, winds, winged beings) and the accepting heavenly realm; effectively a paustika collective invocation rather than a single named deity. | 4 Mantras

Sukta 16

AV 1.16 ist ein knappes apotropäisches Lied, das Blei (sīsa) als mantra-aufgeladenes Medium einsetzt, um yātu — feindliche Zauberei und dämonische Heimsuchung — auszutreiben. Die Autorität des Zaubers wird unter Varuṇa, Agni und Indra verankert; es wird behauptet, dass das ermächtigte „dies“ (idam) — das bereitete Amulett/Heilmittel — Viṣkandha, die Verschlinger (attriṇ) und Piśāca-Bruten überwindet. Der Hymnus kulminiert in einer schützenden Drohung: jedes Wesen, das Rinder, Pferde oder Menschen schädigt, soll rituell mit Blei „durchbohrt“ werden, damit es kein Heldentöter werde.

Rishi: Atharvanic tradition (seer not securely individualized for this single verse in common indices) | Devata: Lead as apotropaic power (material devatā) under the authority of Varuṇa, Agni, and Indra; functional devatā: yātucātana (expulsion of yātu). | 4 Mantras

Sukta 17

AV 1.17 ist ein knappes atharvanisches Schutzwort, das den Schutz fest an Ort und Stelle bindet und leibliche/bauliche Ordnung wiederherstellt, wenn sie gelockert, verrückt oder bedroht ist. Es setzt eine stabilisierende Kraft in allen Lagen ein (unten—fern/außen—mittig), „ordnet“ Bahnen und Glieder und errichtet schließlich eine allumfassende Sperre — personifiziert als Sikātāvatī und der hohe Bogen —, damit der geschützte Raum nicht zerfällt und das Wohlergehen fest bleibt.

Rishi: Atharvanic tradition (specific ṛṣi attribution varies by anukramaṇī; commonly Atharvan/Angiras-type for protective hymns). | Devata: Protective power personified as Sikātāvatī and the Bow (Dhanuḥ), with Bṛhatī as magnified might. | 4 Mantras

Sukta 18

AV 1.18 ist ein knappes atharvanisches Bannlied, das alakṣmī (Unheil/Armut), arāti (feindliche Hemmung und Nicht-Geben) und jedes „ghora“ innere Leiden, das am Körper haftet, vertreibt. Indem die Unreinheit „fortgeweht“ und rituell von Gliedern und Erscheinung der Person weg verlagert wird, zieht der Hymnus zugleich bhadrā/śrī an — glückverheißendes Gedeihen, das Hausstandserfolg und Nachkommenschaft trägt. Die wirksame Kraft ist vāc (Mantra-Rede), gestützt von Savitar und verbündeten Gottheiten, die das Böse forttreiben und das gute Geschick in Gang setzen.

Rishi: Atharvanic tradition (often attributed broadly to Atharvan/Angiras circles for alakṣmī-expulsion hymns; specific r̥ṣi assignment depends on anukramaṇī). | Devata: Alakṣmī (as the expelled misfortune) and Bhadrā/Śrī (as the attracted auspicious fortune); also the abstract power of Arāti as obstruction. | 4 Mantras

Sukta 19

Diese kurze apotropäische Hymne ist ein Zauber zur Ablenkung von Waffen: Sie erbittet, dass feindliche Bogenschützen und „Über-Durchbohrer“ das rituell geschützte Subjekt nicht ausfindig machen, und dass alle Geschosse abirren und harmlos zu Boden fallen. Der Sukta kehrt die feindliche Aggression gegen sich selbst, indem er den Pfeilen – göttlichen wie menschlichen – gebietet, die geschützte Person zu verfehlen und stattdessen die Gegner zu treffen. Indra (und in einem Vers Rudra als der Schütze) wird als göttlicher Lenker der Flugbahnen angerufen, sodass Schutz zur Sache heiligen Befehls wird und nicht bloß der Ausweichbewegung.

Rishi: Atharvanic tradition (often transmitted under Atharvan/Āṅgirasa provenance for protective charms; specific r̥ṣi attribution varies by anukramaṇī tradition). | Devata: Indra (as protector and deflector of weapons); secondarily the ‘missiles’ as the object being controlled. | 4 Mantras

Sukta 20

AV 1.20 ist ein atharvanischer apotropäischer Hymnus, der sich an Mitra–Varuṇa (mit besonderem Nachdruck auf Varuṇa) wendet, um „kriegerisches Schlachten“ (vadhá) und feindselige, übelwollende Angriffe gegen den Schutzbefohlenen abzuwehren. Die Gefahr erscheint als etwas, das aus jeder Richtung — nah oder fern — abgeschossen wird, und es wird befohlen, sie „ringsum und fort“ zu vertreiben, während zugleich ein schützender Bezirk des śárman (Schirm, Zuflucht) errichtet und die Gewissheit des Nicht-Unterliegens zugesprochen wird. Die Wirkkraft des Hymnus liegt darin, die souveränen, ordnungsbehütenden Gottheiten als Züchtiger der Feinde und als Spender einer erweiterten Zuflucht anzurufen, die verhindert, dass der Verbündete erschlagen und der Klient bezwungen wird.

Rishi: Atharvanic tradition (hymn addressed to Mitra–Varuṇa; specific r̥ṣi attribution varies by anukramaṇī traditions for early AV hymns) | Devata: Mitra–Varuṇa | 4 Mantras

Inside Anuvaka 2

The theme

Protective and restorative Atharvanic rites that remove blockage, illness, misfortune, and hostile aggression while installing stability and prosperity.

Threads through it

  • Obstetric opening and safe delivery
  • Healing–pacification of wasting disease and pains
  • Apotropaic expulsion of sorcery and demonic affliction
  • Household fortune and bridal radiance (varcas)
  • Prosperity-convergence and increase (paustika)
  • Missile/weapon deflection and war-evil averting
  • Stabilization, fixing-in-place, and re-integration

Who it serves

Childbirth assistance, recovery from illness and pain, safeguarding home and person from curses/sorcery and enemies, securing marriage-fortune and social radiance, attracting prosperity, and preventing violence.

The deities

  • Dik (Quarters/Directions)opener
  • Viśve Devāḥ (All Gods)restorer
  • Pravato Nāpāt (tapas-personified power)protector
  • Bhagabestower
  • Agniprotector
  • Varuṇaprotector
  • Mitra–Varuṇaprotector
  • Vāyu (Wind)purifier
  • Āpaḥ / Nadyaḥ (Waters/Rivers)bestower

What it heals

  • Obstructed or delayed childbirth (need to ‘open’ and complete delivery)Sukta 1.11
  • Wasting illness (yakṣma) and diffuse disease-afflictionSukta 1.12
  • Headache, cough, and tearing limb/joint painSukta 1.12
  • Dangerous inner heat/tapas needing propitiation and containmentSukta 1.13
  • Misfortune/poverty (alakṣmī) and hostile obstruction (arāti)Sukta 1.18
  • Hostile sorcery/demonic affliction (yātu) directed at the clientSukta 1.16
  • Instability, loosening, displacement—need to ‘fix’ protection and restore orderSukta 1.17
  • Threat from weapons, arrows, and hostile archers (missile harm)Sukta 1.19
  • Warlike slaughter/violent aggression raised against the client (vadhá)Sukta 1.20
  • Marriage-threshold vulnerability; need for varcas (radiance) and auspicious allotmentSukta 1.14
  • Prosperity and resource-flow attraction (bringing currents together)Sukta 1.15

Frequently Asked Questions

They function as practical rites for removing blockage and harm—opening childbirth, pacifying illness and dangerous powers, driving off misfortune and sorcery, and installing protection, stability, and prosperity.

Healing is concentrated in 1.11 (childbirth opening), 1.12 (yakṣma/pains), and 1.13 (tapas pacification). Protection dominates 1.16–1.20 (anti-sorcery, stabilization, misfortune-removal, weapon-deflection, and anti-violence).

Varuṇa (alone and with Mitra) is central as a guardian against hostile aggression and disorder (1.16, 1.20). The Quarters and All Gods ‘open’ and complete delivery (1.11), Bhaga assigns fortune and varcas (1.14), and wind/waters imagery supports purification and prosperity-flow (1.12, 1.15).

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