Ayodhya KandaPrakarana 2520 Verses

Prakarana 25

त्याग-दीक्षा का सोपान: राजधर्म, कुलधर्म और आत्मधर्म के संघर्ष में ‘प्रेम’ को शुद्ध कर ‘शरणागति’ तक पहुँचाना। अयोध्या काण्ड में भक्त-हृदय का अहं (अधिकार/अपमान/राज्य) गलता है और सेवाभाव (दास्य) व भ्रातृ-प्रेम (सख्य) मिलकर वैराग्य-युक्त करुणा में परिणत होते हैं—यही मुक्ति-सीढ़ी की मध्य-चढ़ाई है।

Der Haupt‑rasa des Ayodhyā‑Kāṇḍa ist karuṇā, doch nicht als bloßes Klagen—sondern als durch Bhakti geläuterte karuṇā. Hier kreisen die Anziehung des „Reiches“ und die Härte des „Waldes“ um dieselbe Achse: Rāmas dharma‑treue Selbstzucht und Bharatas makellose Liebe. Im vorliegenden Auszug (um doha 240–249) besänftigt der Begegnungs‑rasa die karuṇā: die Umarmung Bharata‑Rāma, die natürliche Herzlichkeit von Lakṣmaṇa‑Niṣāda‑Kevat, das herzzerreißende Empfinden der Mütter und das Spenden von Standhaftigkeit an die Gesellschaft durch Vasiṣṭha und die Munis. Tulasīs dharma‑tattva findet hier Halt in „īs ādhīn jagu“—einem Blick ohne Schuldzuweisung. Die nirguṇa‑Wahrheit (Gottes Allherrschaft) wird in saguṇa‑līlā (Umarmung, Staub der Füße, Segensworte) erfahren. Darum ist dieses Kāṇḍa im Stufenweg die Etappe „entsagungs‑durchwirkter Liebe“—wo Bhakti selbst gesellschaftliche Trauer in sādhana verwandelt.

Verses

Chaupai 240.1-4

सानुज सखा समेत मगन मन।बिसरे हरष सोक सुख दुख गन।।

पाहि नाथ कहि पाहि गोसाई।भूतल परे लकुट की नाई।।

बचन सपेम लखन पहिचाने।करत प्रनामु भरत जियँ जाने।।

बंधु सनेह सरस एहि ओरा।उत साहिब सेवा बस जोरा।।

मिलि न जाइ नहिं गुदरत बनई।सुकबि लखन मन की गति भनई।।

रहे राखि सेवा पर भारू।चढ़ी चंग जनु खैंच खेलारू।।

कहत सप्रेम नाइ महि माथा।भरत प्रनाम करत रघुनाथा।।

उठे रामु सुनि पेम अधीरा।कहुँ पट कहुँ निषंग धनु तीरा।।

sānuja sakhā sameta magana mana |bisare haraṣa soka sukha dukha gana ||

pāhi nātha kahi pāhi gosāī |bhūtala pare lakuṭa kī nāī ||

bacana sapema lakhana pahicāne |karata pranāmu bharata jiyã jāne ||

baṁdhu saneha sarasa ehi orā |uta sāhiba sevā basa jorā ||

mili na jāi nahiṁ gudarata banaī |sukabi lakhana mana kī gati bhanaī ||

rahe rākhi sevā para bhārū |caṛhī caṁga janu khaiṁca khelārū ||

kahata saprema nāi mahi māthā |bharata pranāma karata raghunāthā ||

uṭhe rāmu suni pema adhīrā |kahũ paṭa kahũ niṣaṁga dhanu tīrā ||

Bharata, mit seinem jüngeren Bruder und seinem Freund, war versunken in der Verzückung seines Geistes und vergaß die ganze Schar der Freuden und Leiden, der Lüste und Schmerzen. Rief er: «Schütze mich, o Herr! Schütze mich, o Meister!» und fiel zu Boden wie ein Stab. Lakshmana erkannte die liebevolle Stimme und verstand in seinem Herzen, dass es Bharata war, der seine Ehrerbietung darbrachte. Auf dieser Seite war die zarte Liebe eines Bruders; auf jener Seite die Bindung des Dienstes an seinen Herrn. Er konnte nicht gehen und Bharata umarmen, doch sich zurückzuhalten war auch nicht angemessen. Ein wahrer Dichter möge den Zustand von Lakshmanas Geist beschreiben. Er blieb, festhaltend an der schwereren Last des Dienstes, wie ein hoch fliegender Drachen, dessen Schnur der Spieler an sich zieht. Den Kopf zur Erde neigend, sagte er liebevoll: «O Herr der Raghus, Bharata erweist dir seine Ehrerbietung.» Als er dies hörte, erhob sich Rama, überwältigt von Liebe, sein Gewand an einem Ort und sein Köcher, Bogen und Pfeile an einem anderen.

Doha 240

बरबस लिए उठाइ उर लाए कृपानिधान।भरत राम की मिलनि लखि बिसरे सबहि अपान।।⁠240।।

barabasa lie uṭhāi ura lāe kṛpānidhāna |bharata rāma kī milani lakhi bisare sabahi apāna ||⁠240||

Unwillkürlich hob er ihn auf und drückte ihn an sein Herz, der Schatzkammer des Erbarmens. Als Bharat und Rama sich trafen, vergaßen alle jeden Gedanken an sich selbst.

Chaupai 241.1-4

मिलनि प्रीति किमि जाइ बखानी।कबिकुल अगम करम मन बानी।।

परम पेम पूरन दोउ भाई।मन बुधि चित अहमिति बिसराई।।

कहहु सुपेम प्रगट को करई।केहि छाया कबि मति अनुसरई।।

कबिहि अरथ आखर बलु साँचा।अनुहरि ताल गतिहि नटु नाचा।।

अगम सनेह भरत रघुबर को।जहँ न जाइ मनु बिधि हरि हर को।।

सो मैं कुमति कहौं केहि भाँती।बाज सुराग कि गाँडर ताँती।।

मिलनि बिलोकि भरत रघुबर की।सुरगन सभय धकधकी धरकी।।

समुझाए सुरगुरु जड़ जागे।बरषि प्रसून प्रसंसन लागे।।

milani prīti kimi jāi bakhānī |kabikula agama karama mana bānī ||

parama pema pūrana dou bhāī |mana budhi cita ahamiti bisarāī ||

kahahu supema pragaṭa ko karaī |kehi chāyā kabi mati anusaraī ||

kabihi aratha ākhara balu sā̃cā |anuhari tāla gatihi naṭu nācā ||

agama saneha bharata raghubara ko |jahã na jāi manu bidhi hari hara ko ||

so maiṁ kumati kahauṁ kehi bhā̃tī |bāja surāga ki gā̃ḍara tā̃tī ||

milani biloki bharata raghubara kī |suragana sabhaya dhakadhakī dharakī ||

samujhāe suraguru jaṛa jāge |baraṣi prasūna prasaṁsana lāge ||

Wie kann die Liebe jener Begegnung beschrieben werden? Sie bleibt unerreichbar für die ganze Schar der Dichter, in Tat, in Geist und in Wort. Beide Brüder waren erfüllt von höchster Liebe und vergaßen Geist, Verstand, Gedanken und das Gefühl des Selbst. Sag mir, wer kann jene vollkommene Liebe offenbar machen? Durch welches Gleichnis könnte der Geist eines Dichters ihr folgen? Die Kraft des Dichters liegt in wahrer Bedeutung und in Worten; der Tänzer tanzt, indem er dem Takt und dem Rhythmus der Melodie folgt. Die Liebe von Bharata und dem besten der Raghus ist unerreichbar; dorthin kann nicht einmal der Geist von Brahma, Vishnu und Shiva gelangen. Wie kann also ich, von stumpfem Verstand, sie beschreiben? Kann eine Laute, bespannt mit Gandar-Gras, süße Musik hervorbringen? Als sie die Begegnung von Bharata und dem besten der Raghus sahen, wurden die Scharen der Götter von Furcht ergriffen, und ihre Herzen pochten vor Schreck. Als Brihaspati, der Lehrer der Götter, sie belehrt hatte, erwachten die Dumpfgeistigen, und sie ließen Blumen regnen und begannen zu preisen.

Doha 241

मिलि सपेम रिपुसूदनहि केवटु भेंटेउ राम।भूरि भायँ भेंटे भरत लछिमन करत प्रनाम।।⁠241।।

mili sapema ripusūdanahi kevaṭu bheṁṭeu rāma |bhūri bhāyã bheṁṭe bharata lachimana karata pranāma ||⁠241||

Nachdem er Shatrughna mit Zuneigung getroffen hatte, umarmte Rama den Fährmann. Mit reicher Liebe umarmte Bharata Lakshmana, während Lakshmana ihm Ehrerbietung erwies.

Chaupai 242.1-4

भेंटेउ लखन ललकि लघु भाई।बहुरि निषादु लीन्ह उर लाई।।

पुनि मुनिगन दुहुँ भाइन्ह बंदे।अभिमत आसिष पाइ अनंदे।।

सानुज भरत उमगि अनुरागा।धरि सिर सिय पद पदुम परागा।।

पुनि पुनि करत प्रनाम उठाए।सिर कर कमल परसि बैठाए।।

सीयँ असीस दीन्हि मन माहीं।मगन सनेहँ देह सुधि नाहीं।।

सब बिधि सानुकूल लखि सीता।भे निसोच उर अपडर बीता।।

कोउ किछु कहइ न कोउ किछु पूँछा।प्रेम भरा मन निज गति छूँछा।।

तेहि अवसर केवटु धीरजु धरि।जोरि पानि बिनवत प्रनामु करि।।

bheṁṭeu lakhana lalaki laghu bhāī |bahuri niṣādu līnha ura lāī ||

puni munigana duhũ bhāinha baṁde |abhimata āsiṣa pāi anaṁde ||

sānuja bharata umagi anurāgā |dhari sira siya pada paduma parāgā ||

puni puni karata pranāma uṭhāe |sira kara kamala parasi baiṭhāe ||

sīyã asīsa dīnhi mana māhīṁ |magana sanehã deha sudhi nāhīṁ ||

saba bidhi sānukūla lakhi sītā |bhe nisoca ura apaḍara bītā ||

kou kichu kahai na kou kichu pū̃chā |prema bharā mana nija gati chū̃chā ||

tehi avasara kevaṭu dhīraju dhari |jori pāni binavata pranāmu kari ||

Lakshmana umarmte voller Freude seinen jüngeren Bruder Shatrughna, dann drückte er den Nishada an sein Herz und umarmte ihn. Dann verneigten sich die beiden Brüder vor der Versammlung der Weisen, und sie erhielten von ihnen die gewünschten Segnungen und waren erfreut. Bharata, mit seinem jüngeren Bruder, überströmend von Liebe, legte auf sein Haupt den Staub von Sitas Lotusfüßen. Als sie sich immer wieder verneigten, hob sie sie empor, und berührte ihre Häupter mit ihren Lotushänden und ließ sie sitzen. Sita erteilte ihren Segen in ihrem Herzen, so versenkt in Liebe, dass sie keine Wahrnehmung ihres Leibes hatte. Als Bharata sah, dass Sita in jeder Weise gewogen war, wurde er frei von Sorge, und die grundlose Furcht in seinem Herzen verging. Niemand sagte etwas und niemand fragte etwas; der Geist war erfüllt von Liebe und entleert von seinem eigenen Zustand. In diesem Moment fasste der Fährmann Mut, faltete die Hände, verneigte sich und brachte eine demütige Bitte vor.

Doha 242

नाथ साथ मुनिनाथ के मातु सकल पुर लोग।सेवक सेनप सचिव सब आए बिकल बियोग।।⁠242।।

nātha sātha muninātha ke mātu sakala pura loga |sevaka senapa saciva saba āe bikala biyoga ||⁠242||

Herr, in Begleitung des Obersten der Weisen sind alle Mütter und die Menschen der Stadt gekommen, zusammen mit deinen Dienern, den Heerführern und allen Ministern, verzweifelt vor Schmerz über die Trennung von dir.

Chaupai 243.1-4

सीलसिंधु सुनि गुर आगवनू।सिय समीप राखे रिपुदवनू।।

चले सबेग रामु तेहि काला।धीर धरम धुर दीनदयाला।।

गुरहि देखि सानुज अनुरागे।दंड प्रनाम करन प्रभु लागे।।

मुनिबर धाइ लिए उर लाई।प्रेम उमगि भेंटे दोउ भाई।।

प्रेम पुलकि केवट कहि नामू।कीन्ह दूरि तें दंड प्रनामू।।

रामसखा रिषि बरबस भेंटा।जनु महि लुठत सनेह समेटा।।

रघुपति भगति सुमंगल मूला।नभ सराहि सुर बरिसहिं फूला।।

एहि सम निपट नीच कोउ नाहीं।बड़ बसिष्ठ सम को जग माहीं।।

sīlasiṁdhu suni gura āgavanū |siya samīpa rākhe ripudavanū ||

cale sabega rāmu tehi kālā |dhīra dharama dhura dīnadayālā ||

gurahi dekhi sānuja anurāge |daṁḍa pranāma karana prabhu lāge ||

munibara dhāi lie ura lāī |prema umagi bheṁṭe dou bhāī ||

prema pulaki kevaṭa kahi nāmū |kīnha dūri teṁ daṁḍa pranāmū ||

rāmasakhā riṣi barabasa bheṁṭā |janu mahi luṭhata saneha sameṭā ||

raghupati bhagati sumaṁgala mūlā |nabha sarāhi sura barisahiṁ phūlā ||

ehi sama nipaṭa nīca kou nāhīṁ |baṛa basiṣṭha sama ko jaga māhīṁ ||

Als Rama, der Ozean sanfter Tugend, von der Ankunft des Guru hörte, ließ er Shatrughna, den Bezwinger der Feinde, bei Sita zurück. In jenem Augenblick machte sich Rama, der Standhafte, Träger der Bürde der Gerechtigkeit, barmherzig gegenüber den Niedrigen, eilig auf den Weg. Als er den Guru sah, wurden er und sein Bruder von Liebe erfüllt, und der Herr warf sich vor ihm nieder. Der beste der Weisen lief herbei und drückte sie an seine Brust, und in einem Überfluss der Liebe umarmte er die beiden Brüder. Der Fährmann Guha, von Liebe ergriffen, sprach seinen Namen aus und warf sich aus der Ferne nieder. Aber der Weise, da er ihn als Ramas Freund kannte, umarmte ihn mit schierer Gewalt, als sammle er die Liebe auf, die verschüttet war und über den Boden rollte. Die Hingabe an den Herrn der Raghus ist die Wurzel allen großen Segens; sie vom Himmel aus lobend, ließen die Götter Blumen regnen. Sie sagten: «Es gibt niemanden, der so gänzlich niedrig ist wie dieser Fährmann, und wer in der Welt ist so groß wie Vasishtha?»

Doha 243

जेहि लखि लखनहु तें अधिक मिले मुदित मुनिराउ।सो सीतापति भजन को प्रगट प्रताप प्रभाउ।।⁠243।।

jehi lakhi lakhanahu teṁ adhika mile mudita munirāu |so sītāpati bhajana ko pragaṭa pratāpa prabhāu ||⁠243||

Als er ihn sah, kam der König der Weisen mit noch größerer Freude zu ihm, als er gegenüber Lakshmana gezeigt hatte. Solches ist die offenbare Macht und Herrlichkeit der Hingabe zum Herrn Sitas.

Chaupai 244.1-4

आरत लोग राम सबु जाना।करुनाकर सुजान भगवाना।।

जो जेहि भायँ रहा अभिलाषी।तेहि तेहि कै तसि तसि रुख राखी।।

सानुज मिलि पल महु सब काहू।कीन्ह दूरि दुखु दारुन दाहू।।

यह बड़ि बातँ राम कै नाहीं।जिमि घट कोटि एक रबि छाहीं।।

मिलि केवटिहि उमगि अनुरागा।पुरजन सकल सराहहिं भागा।।

देखीं राम दुखित महतारीं।जनु सुबेलि अवलीं हिम मारीं।।

प्रथम राम भेंटी कैकेई।सरल सुभायँ भगति मति भेई।।

पग परि कीन्ह प्रबोधु बहोरी।काल करम बिधि सिर धरि खोरी।।

ārata loga rāma sabu jānā |karunākara sujāna bhagavānā ||

jo jehi bhāyã rahā abhilāṣī |tehi tehi kai tasi tasi rukha rākhī ||

sānuja mili pala mahu saba kāhū |kīnha dūri dukhu dāruna dāhū ||

yaha baṛi bātã rāma kai nāhīṁ |jimi ghaṭa koṭi eka rabi chāhīṁ ||

mili kevaṭihi umagi anurāgā |purajana sakala sarāhahiṁ bhāgā ||

dekhīṁ rāma dukhita mahatārīṁ |janu subeli avalīṁ hima mārīṁ ||

prathama rāma bheṁṭī kaikeī |sarala subhāyã bhagati mati bheī ||

paga pari kīnha prabodhu bahorī |kāla karama bidhi sira dhari khorī ||

Rama, der barmherzige und allwissende Herr, sah, dass alle Menschen von Not bedrängt waren. Welchen Wunsch auch immer jeder hatte, und auf welche Weise auch immer er ihn ersehnte, Rama begegnete jedem von ihnen auf genau diese Weise und ehrte sein Verlangen. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder begegnete er ihnen allen in einem Augenblick und vertrieb ihre schreckliche, brennende Qual. Das ist keine große Sache für Rama; so wie sich die eine Sonne in Millionen von Wassergefäßen spiegelt. Den Fährmann umarmend, überströmend vor Liebe, priesen alle Stadtbewohner sein gutes Geschick. Rama sah seine Mütter im Kummer, wie zarte Schlingpflanzen, deren Reihen vom Frost getroffen wurden. Zuerst begegnete Rama Kaikeyi, mit einfacher, natürlicher Wesensart und einem in Hingabe versunkenen Geist. Dann fiel er ihr zu Füßen und tröstete sie, indem er die Schuld der Zeit, dem Schicksal und der Vorsehung zuschrieb.

Doha 244

भेटीं रघुबर मातु सब करि प्रबोधु परितोषु।अंब ईस आधीन जगु काहु न देइअ दोषु।।⁠244।।

bheṭīṁ raghubara mātu saba kari prabodhu paritoṣu |aṁba īsa ādhīna jagu kāhu na deia doṣu ||⁠244||

Rama begegnete allen seinen Müttern und schenkte ihnen Trost und Genüge. Mutter, die Welt ist dem Herrn untertan; niemandem sei eine Schuld gegeben.

Chaupai 245.1-4

गुरतिय पद बंदे दुहु भाई।सहित बिप्रतिय जे सँग आई।।

गंग गौरि सम सब सनमानीं।देहिं असीस मुदित मृदु बानी।।

गहि पद लगे सुमित्रा अंका।जनु भेटीं संपति अति रंका।।

पुनि जननि चरननि दोउ भ्राता।परे पेम ब्याकुल सब गाता।।

अति अनुराग अंब उर लाए।नयन सनेह सलिल अन्हवाए।।

तेहि अवसर कर हरष बिषादू।किमि कबि कहै मूक जिमि स्वादू।।

मिलि जननहि सानुज रघुराऊ।गुर सन कहेउ कि धारिअ पाऊ।।

पुरजन पाइ मुनीस नियोगू।जल थल तकि तकि उतरेउ लोगू।।

guratiya pada baṁde duhu bhāī |sahita bipratiya je sãga āī ||

gaṁga gauri sama saba sanamānīṁ |dehiṁ asīsa mudita mṛdu bānī ||

gahi pada lage sumitrā aṁkā |janu bheṭīṁ saṁpati ati raṁkā ||

puni janani caranani dou bhrātā |pare pema byākula saba gātā ||

ati anurāga aṁba ura lāe |nayana saneha salila anhavāe ||

tehi avasara kara haraṣa biṣādū |kimi kabi kahai mūka jimi svādū ||

mili jananahi sānuja raghurāū |gura sana kaheu ki dhāria pāū ||

purajana pāi munīsa niyogū |jala thala taki taki utareu logū ||

Die beiden Brüder verneigten sich zu Füßen der Gattin des Guru und der Gattinnen der Brahmanen, die mit ihr gekommen waren. Sie ehrten sie alle, wie sie Ganga und Gauri ehren würden, und die Frauen, frohen Herzens, gaben ihren Segen in sanften Worten. Sie ergriffen Sumitras Füße und wurden in ihren Schoß aufgenommen, als sei ein völlig mittelloser Bettler auf großen Reichtum gestoßen. Dann fielen die beiden Brüder der Mutter zu Füßen, ihr ganzer Körper von Liebe überwältigt. Mit tiefer Zuneigung drückte die Mutter sie an ihre Brust und badete sie mit dem Wasser der Liebe, das aus ihren Augen floss. Wie kann ein Dichter die Freude und den Schmerz jenes Augenblicks beschreiben? Es ist wie ein Stummer, der den Geschmack von etwas Süßem zu beschreiben versucht. Nachdem er die Mütter getroffen hatte, sagte Rama, der König der Raghus, zusammen mit seinem jüngeren Bruder zum Guru, und bat ihn, seine Füße voranzusetzen. Die Stadtbewohner, den Befehl des obersten Weisen empfangend, suchten nach Wasser und festem Land und stiegen hinab, um den Fluss zu überqueren.

Doha 245

महिसुर मंत्री मातु गुर गने लोग लिए साथ।पावन आश्रम गवनु किय भरत लखन रघुनाथ।।⁠245।।

mahisura maṁtrī mātu gura gane loga lie sātha |pāvana āśrama gavanu kiya bharata lakhana raghunātha ||⁠245||

Sie nahmen die Brahmanen, den Minister, die Mütter, den Präzeptor und einige wenige auserwählte Leute mit, und Bharata, Lakshmana und der Herr der Raghus begaben sich zur heiligen Einsiedelei.

Chaupai 246.1-4

सीय आइ मुनिबर पग लागी।उचित असीस लही मन मागी।।

गुरपतिनिहि मुनितियन्ह समेता।मिली पेमु कहि जाइ न जेता।।

बंदि बंदि पग सिय सबही के।आसिरबचन लहे प्रिय जी के।।

सासु सकल जब सीयँ निहारीं।मूदे नयन सहमि सुकुमारीं।।

परीं बधिक बस मनहुँ मरालीं।काह कीन्ह करतार कुचालीं।।

तिन्ह सिय निरखि निपट दुखु पावा।सो सबु सहिअ जो दैउ सहावा।।

जनकसुता तब उर धरि धीरा।नील नलिन लोयन भरि नीरा।।

मिली सकल सासुन्ह सिय जाई।तेहि अवसर करुना महि छाई।।

sīya āi munibara paga lāgī |ucita asīsa lahī mana māgī ||

gurapatinihi munitiyanha sametā |milī pemu kahi jāi na jetā ||

baṁdi baṁdi paga siya sabahī ke |āsirabacana lahe priya jī ke ||

sāsu sakala jaba sīyã nihārīṁ |mūde nayana sahami sukumārīṁ ||

parīṁ badhika basa manahũ marālīṁ |kāha kīnha karatāra kucālīṁ ||

tinha siya nirakhi nipaṭa dukhu pāvā |so sabu sahia jo daiu sahāvā ||

janakasutā taba ura dhari dhīrā |nīla nalina loyana bhari nīrā ||

milī sakala sāsunha siya jāī |tehi avasara karunā mahi chāī ||

Sita kam und warf sich dem großen Weisen zu Füßen und empfing den angemessenen Segen, den ihr Herz begehrte. Dann traf sie die Frau des Gurus zusammen mit den Frauen der Weisen, und die Liebe zwischen ihnen war über alle Beschreibung. Immer wieder sich den Füßen aller verneigend, empfing Sita Segnungen, die ihrem Herzen teuer waren. Als alle Schwiegermütter Sita ansahen, schlossen sie die Augen und erschauderten, da sie sahen, wie zart sie war. Sie schien wie ein weiblicher Schwan, der in die Gewalt eines Vogelstellers geraten war. Sie riefen: «Welch grausame und verkehrte Tat hat der Schöpfer vollbracht!» Als sie Sita sahen, erfüllte sie tiefes Leid; doch man muss alles ertragen, was das Schicksal einem auferlegt. Da fasste Sita, die Tochter Janakas, Mut in ihrem Herzen, ihre dunklen Lotusaugen füllten sich mit Tränen. Sie ging und umarmte alle ihre Schwiegermütter, und in diesem Moment breitete sich Mitgefühl über die ganze Erde aus.

Doha 246

लागि लागि पग सबनि सिय भेंटति अति अनुराग।हृदयँ असीसहिं पेम बस रहिअहु भरी सोहाग।।⁠246।।

lāgi lāgi paga sabani siya bheṁṭati ati anurāga |hṛdayã asīsahiṁ pema basa rahiahu bharī sohāga ||⁠246||

Sita berührte die Füße von ihnen allen nacheinander und begegnete ihnen mit tiefer Liebe. In ihren Herzen segneten sie sie: "Mögest du erfüllt bleiben von ehelichem Glück."

Chaupai 247.1-4

बिकल सनेहँ सीय सब रानीं।बैठन सबहि कहेउ गुर ग्यानीं।।

कहि जग गति मायिक मुनिनाथा।कहे कछुक परमारथ गाथा।।

नृप कर सुरपुर गवनु सुनावा।सुनि रघुनाथ दुसह दुखु पावा।।

मरन हेतु निज नेहु बिचारी।भे अति बिकल धीर धुर धारी।।

कुलिस कठोर सुनत कटु बानी।बिलपत लखन सीय सब रानी।।

सोक बिकल अति सकल समाजू।मानहुँ राजु अकाजेउ आजू।।

मुनिबर बहुरि राम समुझाए।सहित समाज सुसरित नहाए।।

ब्रतु निरंबु तेहि दिन प्रभु कीन्हा।मुनिहु कहें जलु काहुँ न लीन्हा।।

bikala sanehã sīya saba rānīṁ |baiṭhana sabahi kaheu gura gyānīṁ ||

kahi jaga gati māyika munināthā |kahe kachuka paramāratha gāthā ||

nṛpa kara surapura gavanu sunāvā |suni raghunātha dusaha dukhu pāvā ||

marana hetu nija nehu bicārī |bhe ati bikala dhīra dhura dhārī ||

kulisa kaṭhora sunata kaṭu bānī |bilapata lakhana sīya saba rānī ||

soka bikala ati sakala samājū |mānahũ rāju akājeu ājū ||

munibara bahuri rāma samujhāe |sahita samāja susarita nahāe ||

bratu niraṁbu tehi dina prabhu kīnhā |munihu kaheṁ jalu kāhũ na līnhā ||

Sita und alle Königinnen waren von Liebe und Kummer überwältigt, und der weise Guru hieß sie alle sich setzen. Der Herr der Weisen sprach von den Wegen der Welt, die alle trügerisch sind, und erzählte ein wenig von der Geschichte der höchsten Wahrheit. Er verkündete den Aufbruch des Königs zur Stadt der Götter, und als Rama es hörte, empfand er einen unerträglichen Schmerz. Da er bedachte, dass seine eigene Liebe die Ursache für den Tod des Königs gewesen war, wurde Rama, der die Last der Standhaftigkeit trug, zutiefst betrübt. Als sie die bitteren Worte hörten, hart wie der Donnerkeil, begannen Lakshmana, Sita und alle Königinnen zu klagen. Die ganze Versammlung war von Trauer überwältigt, als wäre der König an eben diesem Tag gestorben. Dann tröstete der beste der Weisen Rama, und sie badeten mit der ganzen Gemeinschaft im heiligen Fluss. An jenem Tag hielt der Herr ein Fasten ohne auch nur Wasser, und obwohl der Weise es erlaubte, nahm auch sonst niemand Wasser zu sich.

Doha 247

भोरु भएँ रघुनंदनहि जो मुनि आयसु दीन्ह।श्रद्धा भगति समेत प्रभु सो सबु सादरु कीन्ह।।⁠247।।

bhoru bhaẽ raghunaṁdanahi jo muni āyasu dīnha |śraddhā bhagati sameta prabhu so sabu sādaru kīnha ||⁠247||

Als der Morgen kam, was immer der Weise dem Stolz der Raghus gebot, der Herr führte alles mit Ehrfurcht, mit Glauben und Hingabe aus.

Chaupai 248.1-4

करि पितु क्रिया बेद जसि बरनी।भे पुनीत पातक तम तरनी।।

जासु नाम पावक अघ तूला।सुमिरत सकल सुमंगल मूला।।

सुद्ध सो भयउ साधु संमत अस।तीरथ आवाहन सुरसरि जस।।

सुद्ध भएँ दुइ बासर बीते।बोले गुर सन राम पिरीते।।

नाथ लोग सब निपट दुखारी।कंद मूल फल अंबु अहारी।।

सानुज भरतु सचिव सब माता।देखि मोहि पल जिमि जुग जाता।।

सब समेत पुर धारिअ पाऊ।आपु इहाँ अमरावति राऊ।।

बहुत कहेउँ सब कियउँ ढिठाई।उचित होइ तस करिअ गोसाँई।।

kari pitu kriyā beda jasi baranī |bhe punīta pātaka tama taranī ||

jāsu nāma pāvaka agha tūlā |sumirata sakala sumaṁgala mūlā ||

suddha so bhayau sādhu saṁmata asa |tīratha āvāhana surasari jasa ||

suddha bhaẽ dui bāsara bīte |bole gura sana rāma pirīte ||

nātha loga saba nipaṭa dukhārī |kaṁda mūla phala aṁbu ahārī ||

sānuja bharatu saciva saba mātā |dekhi mohi pala jimi juga jātā ||

saba sameta pura dhāria pāū |āpu ihā̃ amarāvati rāū ||

bahuta kaheũ saba kiyaũ ḍhiṭhāī |ucita hoi tasa karia gosā̃ī ||

Nachdem er die Totenriten für seinen Vater vollzogen hatte, wie die Veden es vorschreiben, wurde Rama, die Sonne, die die Finsternis der Sünde vertreibt, gereinigt. Sein Name ist ein Feuer für die Baumwolle der Sünde, und schon sein Gedenken ist die Wurzel allen Glücks. Er wurde rein auf die Weise, die die Weisen billigen, so wie andere heilige Stätten rein werden, indem man den Ganges in sie hineinruft. Als er gereinigt war und zwei Tage vergangen waren, sprach Rama, allen lieb, zum Guru. «Herr, alle Menschen sind in tiefstem Leid, sie leben von Wurzeln, Knollen, Früchten und Wasser.» «Wenn ich Bharata mit seinem jüngeren Bruder, den Ministern und allen Müttern sehe, vergeht für mich jeder Augenblick wie ein Zeitalter.» «Mache dich mit ihnen allen auf zur Stadt. Du bist hier, und der König ist in Amaravati.» «Ich habe zu viel gesagt, und alles war Anmaßung. Meister, tu, was du für richtig hältst.»

Doha 248

धर्म सेतु करुनायतन कस न कहहु अस राम।लोग दुखित दिन दुइ दरस देखि लहहुँ बिश्राम।।⁠248।।

dharma setu karunāyatana kasa na kahahu asa rāma |loga dukhita dina dui darasa dekhi lahahũ biśrāma ||⁠248||

Wie könnt ihr dies nicht sagen, o Rama, der ihr die Brücke der Rechtschaffenheit und die Wohnstätte des Erbarmens seid? Die Menschen sind betrübt; nachdem sie euren Anblick zwei Tage lang geschaut haben, lasst sie Ruhe finden.

Chaupai 249.1-4

राम बचन सुनि सभय समाजू।जनु जलनिधि महुँ बिकल जहाजू।।

सुनि गुर गिरा सुमंगल मूला।भयउ मनहुँ मारुत अनुकुला।।

पावन पयँ तिहुँ काल नहाहीं।जो बिलोकि अंघ ओघ नसाहीं।।

मंगलमूरति लोचन भरि भरि।निरखहिं हरषि दंडवत करि करि।।

राम सैल बन देखन जाहीं।जहँ सुख सकल सकल दुख नाहीं।।

झरना झरिहिं सुधासम बारी।त्रिबिध तापहर त्रिबिध बयारी।।

बिटप बेलि तृन अगनित जाती।फल प्रसून पल्लव बहु भाँती।।

सुंदर सिला सुखद तरु छाहीं।जाइ बरनि बन छबि केहि पाहीं।।

rāma bacana suni sabhaya samājū |janu jalanidhi mahũ bikala jahājū ||

suni gura girā sumaṁgala mūlā |bhayau manahũ māruta anukulā ||

pāvana payã tihũ kāla nahāhīṁ |jo biloki aṁgha ogha nasāhīṁ ||

maṁgalamūrati locana bhari bhari |nirakhahiṁ haraṣi daṁḍavata kari kari ||

rāma saila bana dekhana jāhīṁ |jahã sukha sakala sakala dukha nāhīṁ ||

jharanā jharihiṁ sudhāsama bārī |tribidha tāpahara tribidha bayārī ||

biṭapa beli tṛna aganita jātī |phala prasūna pallava bahu bhā̃tī ||

suṁdara silā sukhada taru chāhīṁ |jāi barani bana chabi kehi pāhīṁ ||

Als sie Ramas Worte hörten, ergriff die Versammlung die Furcht, wie ein Schiff, das in Not auf dem Ozean hin- und hergeworfen wird. Als sie jedoch die Worte des Lehrers hörten, der Ursprung allen Segens, war es, als hätte sich der Wind günstig gewendet. Dreimal am Tag badeten sie im heiligen Wasser, dessen bloßer Anblick Haufen von Sünden vernichtet. Sie schauten Rama, die Verkörperung des Segens, mit immer wieder sich füllenden Augen an, und voller Freude warfen sie sich immer wieder vor ihm nieder. Sie gingen, um den Hügel und den Wald Ramas zu sehen, wo alle Freude und kein Leid war. Quellen flossen mit nektargleichem Wasser, und Winde von dreierlei Art wehten, kühl, sanft und duftend, die dreifache Qual vertreibend. Es gab Bäume, Schlingpflanzen und Gräser von unzähligen Arten, mit Früchten, Blüten und zarten Blättern vielerlei Art. Es gab schöne Felsen und angenehmen Schatten unter den Bäumen; wer könnte je die Schönheit jenes Waldes beschreiben?

Doha 249

सरनि सरोरुह जल बिहग कूजत गुंजत भृंग।बैर बिगत बिहरत बिपिन मृग बिहंग बहुरंग।।⁠249।।

sarani saroruha jala bihaga kūjata guṁjata bhṛṁga |baira bigata biharata bipina mṛga bihaṁga bahuraṁga ||⁠249||

Die Seen mit ihren Lotusblumen, das Wasser, die Vögel, die singen, die Bienen, die summen. Frei von Feindschaft durchstreifen Hirsche und Vögel vieler Farben den Wald.

Frequently Asked Questions

परंपरा में भरत-राम मिलन और पितृ-क्रिया प्रसंग का पाठ ‘भ्रातृ-प्रेम, वैराग्य, और दोषारोपण-रहित शरणागति’ को दृढ़ करता है; घर-कलह/वियोग-शोक में मन को धैर्य, करुणा और धर्म-बुद्धि देता है, तथा पितृ-ऋण/श्राद्ध-भाव की शुद्धि का संस्कार जगाता है।

रामनाम-सम्पुट (जैसे ‘श्रीराम जय राम जय जय राम’) या ‘सियाराममय सब जग जानी’ भाव-सम्पुट; विशेषतः भरत-प्रेम प्रसंग में ‘राम’ नाम-जप को प्रत्येक दोहा के पूर्व/पश्चात जोड़कर पाठ-परंपरा मिलती है।

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