
Rishi: Atharvanic tradition (longevity charms frequently ascribed to Atharvan seers in ancillary lists)
Devata: Āyus/Asu (vital breath) with implicit opposition to Mṛtyu; Pitṛs as the avoided destination
Chandas: Mixed/Anuṣṭubh-like cadence (prose-like opening with metrical continuation)
AV 5.30 ist ein atharvanisches Lebensverlängerungs‑Zauberlied: Es hält das Abgleiten eines Menschen in den Tod auf, indem es den Lebenshauch (asu) „fest bindet“ und die zerstreuten Vermögen zurückruft. Es versperrt ausdrücklich den Weg zu den Pitṛs (den Ahnen der Toten als Ziel dessen, der stirbt) und wendet feindliche Mächte ab, einschließlich Schaden, von dem man meinte, er könne sogar aus dem eigenen Verwandtenkreis kommen. Seine Wirkkraft wird als Reintegration gefasst: Atem, Geist, Sehkraft, Stärke und körperliche Standfestigkeit werden wieder zusammengefügt, damit der Patient hier bleibt und fest in der Welt der Lebenden steht.
Mantra 1
दीघायुष्यम्। आ॒वत॑स्त आ॒वतः॑ परा॒वत॑स्त आ॒वतः॑ । इ॒हैव भ॑व॒ मा नु गा॒ मा पूर्वा॒ननु॑ गाः पि॒तॄनसुं॑ बध्नामि ते दृ॒ढम्
Für langes Leben. Aus der Nähe für dich, aus der Nähe; aus der Ferne für dich, aus der Nähe. Hier wahrlich bleibe; geh nicht fort, folge nicht den Früheren, den Vätern (pitṛ́). Deinen Atem, dein Leben binde ich fest für dich.
Mantra 2
यत् त्वा॑भिचे॒रुः पुरु॑षः॒ स्वो यदर॑णो॒ जनः॑ । उ॒न्मो॒च॒न॒प्र॒मो॒च॒ने उ॒भे वा॒चा व॑दामि ते
Was auch immer ein Mensch an Zauber gegen dich gewirkt hat—sei er dein Eigen oder fremdes Volk—zum Lösen und zur völligen Befreiung spreche ich dir den zweifachen Spruch, mit Rede.
Mantra 3
यद् दु॒द्रोहि॑थ शेपि॒षे स्त्रि॒यै पुं॒से अचि॑त्त्या । उ॒न्मो॒च॒न॒प्र॒मो॒च॒ने उ॒भे वा॒चा व॑दामि ते
Wenn du in Angelegenheiten des Gliedes ein Vergehen begangen hast—gegen Frau oder gegen Mann—aus Unachtsamkeit: zum Lösen und zur völligen Befreiung spreche ich dir den zweifachen Spruch, mit Rede.
Mantra 4
यदेन॑सो मा॒तृकृ॑ता॒च्छेषे॑ पि॒तृकृ॑ताच्च॒ यत्। उ॒न्मो॒च॒न॒प्र॒मो॒च॒ने उ॒भे वा॒चा व॑दामि ते
Welche Schuld noch übrig ist, von der Mutter gewirkt, und welche vom Vater: zum Lösen und zur völligen Befreiung — mit beiden Worten spreche ich sie für dich aus.
Mantra 5
यत् ते मा॒ता यत् ते पि॒ता जा॒मिर्भ्राता॑ च॒ सर्ज॑तः । प्र॒त्यक् से॑वस्व भेष॒जं ज॒रद॑ष्टिं कृणोमि त्वा
Was immer deine Mutter, was dein Vater, dein Verwandter und dein Bruder gegen dich ausgesandt haben — wende es zurück. Halte dich an das Heilmittel (bheṣajá): Ich mache dich zu einem, dessen Stab das Alter ist (jarád-aṣṭi).
Mantra 6
इ॒हैधि॑ पुरुष॒ सर्वे॑ण॒ मन॑सा स॒ह। दू॒तौ य॒मस्य॒ मानु॑ गा॒ अधि॑ जीवपु॒रा इ॑हि
Sei hier, o Mensch, mit deinem ganzen Geist, ganz gesammelt. Folge nicht den zwei Boten Yamas; komm hierher, oberhalb der festen Stätten der Lebenden.
Mantra 7
अनु॑हूतः॒ पुन॒रेहि॑ वि॒द्वानु॒दय॑नं प॒थः । आ॒रोह॑णमा॒क्रम॑णं॒ जीव॑तोजीव॒तोऽय॑नम्
Gerufen, kehre wieder zurück, du Wissender, auf dem Pfad des Aufsteigens: das Hinaufsteigen, der feste Schritt — dieser Übergang vom Lebenden zum Lebenden.
Mantra 8
0 मा बि॑भे॒र्न म॑रिष्यसि ज॒रद॑ष्टिं कृणोमि त्वा । निर॑वोचम॒हं यक्ष्म॒मङ्गे॑भ्यो अङ्गज्व॒रं तव॑
Fürchte dich nicht; du wirst nicht sterben: ich mache dich zu einem, dessen Stab das Alter ist. Ich habe die yakṣmá, die zehrende Krankheit, aus deinen Gliedern hinausgesprochen, dein Fieber, das in den Gliedern sitzt.
Mantra 9
अ॒ङ्ग॒भे॒दो अ॑ङ्गज्व॒रो यश्च॑ ते हृदयाम॒यः । यक्ष्मः॑ श्ये॒न इ॑व॒ प्राप॑प्तद् वा॒चा सा॒ढः प॑रस्त॒राम्
Gliederreißender Schmerz, Gliederfieber und welche Herzkrankheit auch immer in dir ist — yakṣma ist wie ein Habicht auf dich herabgestoßen. Durch unser Wort bezwungen, werde es noch weiter fortgetrieben.
Mantra 10
ऋषी॑ बोधप्रतीबो॒धाव॑स्व॒प्नो यश्च॒ जागृ॑विः । तौ ते॑ प्रा॒णस्य॑ गो॒प्तारौ॒ दिवा॒ नक्तं॑ च जागृताम्
Zwei Ṛṣi — Erwachen und Wieder‑Erwachen, Schlaflosigkeit und wachsame Wacht: sie, die Hüter deines prāṇa, sollen dich bei Tag und auch bei Nacht behüten.
Mantra 11
अ॒यम॒ग्निरु॑प॒सद्य॑ इ॒ह सूर्य॒ उदे॑तु ते । उ॒देहि॑ मृ॒त्योर्ग॑म्भी॒रात् कृ॒ष्णाच्चि॒त् तम॑स॒स्परि॑
Hier ist Agni, dem man sich nahen und bei dem man sitzen soll; für dich gehe die Sonne auf. Steig hervor aus dem tiefen Abgrund des Todes — ja, selbst aus der Schwärze — aus der ringsum waltenden Finsternis.
Mantra 12
नमो॑ य॒माय॒ नमो॑ अस्तु मृ॒त्यवे॒ नमः॑ पि॒तृभ्य॑ उ॒त ये नय॑न्ति । उ॒त्पार॑णस्य॒ यो वेद॒ तम॒ग्निं पु॒रो द॑धे॒ऽस्मा अ॑रिष्टता॑तये
Ehrerbietung Yama; Ehrerbietung sei dem Tod; Ehrerbietung den Vätern (Pitṛs) und auch denen, die hinwegführen. Wer den rettenden Übergang (utpāraṇa) kennt, der stellt Agni vor diesen Menschen hin – zu seiner unversehrten Sicherheit.
Mantra 13
ऐतु॑ प्रा॒ण ऐतु॑ मन॒ ऐतु॒ चक्षु॒रथो॒ बल॑म्। शरी॑रमस्य॒ सं वि॑दां॒ तत् प॒द्भ्यां प्रति॑ तिष्ठतु
Möge der Atem (prāṇa) zurückkehren; möge der Geist zurückkehren; möge das Sehen zurückkehren, und auch die Kraft. Den Leib dieses Menschen – als Ganzes erkenne ich ihn – möge er fest auf seinen Füßen stehen.
Mantra 14
प्रा॒णेना॑ग्ने चक्षु॑षा॒ सं सृ॑जे॒मं समी॑रय त॒न्वा॒३सं बले॑न । वेत्था॒मृत॑स्य॒ मा नु गा॒न्मा नु भूमि॑गृहो भुवत्
Mit Atem, o Agni, und mit Sehen füge diesen Menschen in rechte Ordnung zusammen; belebe ihn mit Leib und Kraft. Du kennst den Weg zur Unsterblichkeit: er gehe jetzt nicht fort; das Erdenhaus werde nicht seine Wohnung.
Mantra 15
मा ते॑ प्रा॒ण उप॑ दस॒न्मो अ॑पा॒नोऽपि॑ धायि ते । सूर्य॒स्त्वाधि॑पतिर्मृ॒त्योरु॒दाय॑च्छतु र॒श्मिभिः॑
Dein prāṇa sinke nicht hinab, und dein apāna werde nicht auf dich gelegt. Sūrya, dein Herrscher, ziehe dich mit seinen Strahlen aus dem Tod empor.
Mantra 16
इ॒यम॒न्तर्व॒दति जि॒ह्वा ब॒द्धा प॑निष्प॒दा। त्वया॒ यक्ष्मं॒ निर॑वोचं श॒तं रोपी॑श्च त॒क्मनः॑
Dieses (Zauberwort) spricht von innen; die Zunge ist gebunden, schreitet mit heimlichem Schritt. Durch dich habe ich die yakṣmá (Schwindsucht) ausgesprochen und hinausgetrieben, hundert kriechende Leiden und das Fieber (takmán).
Mantra 17
अ॒यं लो॒कः प्रि॒यत॑मो दे॒वाना॒मप॑राजितः । यस्मै॒ त्वमि॒ह मृ॒त्यवे॑ दि॒ष्टः पु॑रुष जज्ञि॒षे। स च॒ त्वानु॑ ह्वयामसि॒ मा पु॒रा ज॒रसो॑ मृथाः
Diese Welt ist den Göttern die liebste, unbesiegt. Für den du hier dem Tod bestimmt wurdest, o Mensch, für den bist du geboren; von ihm rufen wir dich zurück: Stirb nicht vor dem Alter.
It is a ritual and verbal act of stabilizing the person’s life-breath so it does not ‘slip away’ toward death. Practically, it is often paired with tying a cord as a symbolic anchor for vitality.
In Atharvavedic healing language, going to the Pitṛs implies dying and joining the ancestral realm. The hymn blocks that destination by commanding the patient to remain here among the living.
Primarily it is for life-threatening weakness or collapse, but it also addresses ‘sent harm’ and ominous influences. It functions as both healing and protective stabilization when death feels near.
Answers come straight from the texts, with the shlokas they draw on. Ask in your own words.
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