Upanishads - Taittiriya
Mukhya (Principal)Yajur Veda83 Verses

Taittiriya

Mukhya (Principal)Yajur Veda

Die Taittirīya-Upaniṣad ist eine Haupt-Upaniṣad (mukhya) des Kṛṣṇa-Yajurveda und systematisch nach vallīs und anuvākas gegliedert. Die ‘Śikṣāvallī’ betont die Disziplin vedischer Bildung—korrekte Aussprache, svādhyāya und Verehrung des Lehrers—sowie eine Lebensethik; die Abschlussmahnung („Sprich die Wahrheit, übe Dharma“) zeigt Moral als Vorbereitung auf befreiendes Wissen. Die ‘Brahmānandavallī’ definiert Brahman als „satyam–jñānam–anantam“ und entfaltet die Lehre von den fünf Hüllen (pañca-kośa) sowie eine gestufte Analyse der Glückseligkeit (ānanda-mīmāṃsā), die in Brahman gipfelt. Die ‘Bhṛguvallī’ veranschaulicht im Dialog Bhṛgu–Varuṇa wiederholte Untersuchung und innere Reifung bis zur Erkenntnis Brahmans als innerstem Grund des Selbst.

Start Reading

Key Teachings

Brahman as satyaṃ–jñānaṃ–anantaṃ (reality, consciousness/knowledge, infinitude)

Pañca-kośa doctrine: annamaya, prāṇamaya, manomaya, vijñānamaya, ānandamaya

Ānanda-mīmāṃsā: graded analysis of bliss culminating in Brahman

Education as sādhana: śikṣā (phonetics/discipline), svādhyāya, and reverence to guru

Ethical injunctions (śikṣā–anuśāsana): satya, dharma, self-control, generosity, non-negligence

Interiorization of Vedic ritual: outer order becomes inner purification and contemplation

Bhṛgu–Varuṇa dialogue: iterative inquiry and experiential verification of Brahman

Vallis

This Upanishad is organized into 3 vallis.

Verses of the Taittiriya

83 verses with Sanskrit text, transliteration, and translation.

Verse 1.1.1

ॐ शं नो मित्रः शं वरुणः । शं नो भवत्वर्यमा । शं न इन्द्रो बृहस्पतिः । शं नो विष्णुरुरुक्रमः । नमो ब्रह्मणे । नमस्ते वायो । त्वमेव प्रत्यक्षं ब्रह्मासि । त्वामेव प्रत्यक्षं ब्रह्म वदिष्यामि । ऋतं वदिष्...

Om. Möge Mitra uns heilvoll sein; möge Varuṇa heilvoll sein. Möge Aryaman uns heilvoll sein. Mögen Indra und Bṛhaspati uns heilvoll sein. Möge Viṣṇu, der weit ausschreitende, uns heilvoll sein. Verehrung dem Brahman. Verehrung dir, o Vāyu. Du bist wahrlich das unmittelbar offenbarte Brahman. Dich, als das unmittelbar offenbarte Brahman, werde ich verkünden. Ich werde ṛta sprechen. Ich werde satya sprechen. Möge das mich schützen; möge es den Sprecher schützen. Schütze mich; schütze den Sprecher. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Śānti (inner and outer peace) as prerequisite for Brahmavidyā; pratyakṣa-brahman (Brahman as immediately evident) and satya/ṛta as disciplines of speech

Verse 1.2.1

ॐ शीक्षां व्याख्यास्यामः । वर्णः स्वरः । मात्रा बलम् । साम सन्तानः । इत्युक्तः शीक्षाध्यायः ॥१॥

Om. Wir werden śikṣā, die Lehre von der Lautbildung, darlegen. Ihre Themen sind: varṇa (Laut/Buchstabe), svara (Akzent), mātrā (Länge), balam (Kraft), sāma (Gleichmaß) und santāna (Kontinuität). So ist die Lektion über śikṣā ausgesprochen.

Śikṣā (Vedic phonetics) as a limb of Veda safeguarding mantra and meaning; discipline of speech as preparation for knowledge

Verse 1.3.1

सह नौ यशः । सह नौ ब्रह्मवर्चसम् । अथातः संहिताया उपनिषदम् व्याख्यास्यामः । पञ्चस्वधिकरणेषु । अधिलोकम् अधिज्यौतिषम् अधिविद्यम् अधिप्रजम् अध्यात्मम् । ता महासंहिता इत्याचक्षते ॥१॥

Gemeinsam mögen wir Ruhm erlangen; gemeinsam mögen wir brahmischen Glanz (brahmavarcas) erlangen. Nun werden wir die geheime Unterweisung über saṁhitā, die Verbindung/Verknüpfung, darlegen. In fünf Bereichen: bezogen auf die Welt, auf die Leuchtkörper, auf das Wissen, auf die Nachkommenschaft und auf das Selbst. Diese nennt man die „großen Verknüpfungen“.

Saṁhitā-upaniṣad (contemplation on connections/correspondences); bandhu (linking microcosm and macrocosm) as preparatory contemplation for non-dual insight

Verse 1.3.2

अथाधिलोकम् । पृथिवी पूर्वरूपम् । द्यौरुत्तररूपम् । आकाशः सन्धिः । वायुः सन्धानम् । इत्यधिलोकम् ॥२॥

Nun, hinsichtlich des kosmischen Bereichs: Die Erde ist die frühere Gestalt; der Himmel ist die spätere Gestalt; der Raum ist die Fuge; der Wind ist das verbindende Medium. So ist die Betrachtung in Bezug auf den kosmischen Bereich.

Upāsanā (contemplative integration through sandhi); cosmic correspondence (adhiloka)

Verse 1.3.3

अथाधिज्यौतिषम् । अग्निः पूर्वरूपम् । आदित्य उत्तररूपम् । आपः सन्धिः । वैद्युतः सन्धानम् । इत्यधिज्यौतिषम् ॥३॥

Nun, hinsichtlich des lichtvollen Bereichs: Das Feuer ist die frühere Gestalt; die Sonne ist die spätere Gestalt; die Wasser sind die Fuge; der Blitz ist das verbindende Medium. So ist die Betrachtung in Bezug auf den lichtvollen Bereich.

Upāsanā on jyotis (light) as an integrating principle; ordered unity (saṃhitā)

Verse 1.3.4

अथाधिविद्यम् । आचार्यः पूर्वरूपम् । अन्तेवास्युत्तररूपम् । विद्या सन्धिः । प्रवचनं सन्धानम् । इत्यधिविद्यम् ॥४॥

Nun, hinsichtlich des Wissens (des Lernens): Der Lehrer ist die frühere Gestalt; der im Hause wohnende Schüler ist die spätere Gestalt; das Wissen ist die Fuge; Unterweisung und Rezitation (pravacana) sind das verbindende Mittel. So ist die Betrachtung in Bezug auf das Wissen.

Guru–śiṣya sambandha; upāsanā on vidyā as sandhi; śravaṇa/pravacana as means

Verse 1.3.5

अथाधिप्रजम् । माता पूर्वरूपम् । पितोत्तररूपम् । प्रजा सन्धिः । प्रजननं सन्धानम् । इत्यधिप्रजम् ॥५॥

Nun, hinsichtlich der Nachkommenschaft: die Mutter ist die frühere Gestalt; der Vater ist die spätere Gestalt; das Kind ist die Fuge; die Zeugung ist das Verbinden. So ist die Betrachtung hinsichtlich der Nachkommenschaft.

Dharma (gṛhastha-dharma) and saṃhitā as a contemplative upāsanā on continuity (saṃbandha)

Verse 1.3.6

अथाध्यात्मम् । अधराहनुः पूर्वरूपम् । उत्तराहनूत्तररूपम् । वाक्सन्धिः । जिह्वासन्धानम् । इत्यध्यात्मम् ॥६॥

Nun, hinsichtlich des Inneren (des Leibes): der Unterkiefer ist die frühere Gestalt; der Oberkiefer ist die spätere Gestalt; die Rede ist die Fuge; die Zunge ist das Verbinden. So ist die Betrachtung hinsichtlich des Inneren.

Upāsanā on saṃhitā (integration) applied to the body-speech complex; discipline of vāk (speech) as a sādhana

Verse 1.3.7

इतीमामहासंहिताः । य एवमेता महासंहिता व्याख्याता वेद । सन्धीयते प्रजया पशुभिः । ब्रह्मवर्चसेनान्नाद्येन सुवर्ग्येण लोकेन ॥७॥

So sind diese großen Verknüpfungen. Wer—sie so darlegend—diese großen Verknüpfungen erkennt, wird verbunden mit Nachkommenschaft und Vieh, mit Brahma-varchas (geistiger Ausstrahlung), mit Nahrung und mit der himmlischen Welt.

Upāsanā-phala (result of contemplation); saṃhitā as integrative vision leading to prosperity and brahmavarcasa

Verse 1.4.1

यश्छन्दसामृषभो विश्वरूपः । छन्दोभ्योऽध्यमृतात्सम्बभूव । स मेन्द्रो मेधया स्पृणोतु । अमृतस्य देव धारणो भूयासम् । शरीरं मे विचर्षणम् । जिह्वा मे मधुमत्तमा । कर्णाभ्यां भूरिविश्रुवम् । ब्रह्मणः कोशोऽसि म...

Er, der Stier (der Vornehmste) der Metren, von allumfassender Gestalt—er wurde über den Metren geboren, aus dem Unsterblichen. Möge Indra mich mit Erkenntniskraft erfüllen. O Gott, möge ich ein Träger der Unsterblichkeit werden. Möge mein Leib kraftvoll und leuchtend sein; möge meine Zunge überaus süß sein; möge ich mit beiden Ohren viel vernehmen. Du bist die Hülle, der Schatz Brahmans, von Einsicht bedeckt; bewahre mir das Gehörte (die Veda).

Brahmavidyā as preserved through śruti; medhā (spiritual-intellectual power) as a means to realize the immortal (amṛta)

Verse 1.4.2

आवहन्ती वितन्वाना । कुर्वाणाऽचीरमात्मनः । वासांसि मम गावश्च । अन्नपाने च सर्वदा । ततो मे श्रियमावह । लोमशां पशुभिः सह स्वाहा ॥२॥

Herbeibringend und ausbreitend, rasch für mich vollbringend: Gewänder für mich und Kühe, und Speise und Trank allezeit. Dann bringe mir Glück und Gedeihen—zusammen mit zottigem Vieh—svāhā.

Artha and śrī (prosperity) as supportive means (sādhana-sāhāyya) for dharma and brahmavidyā; right livelihood for a Vedic student/teacher

Verse 1.4.3

आमायन्तु ब्रह्मचारिणः स्वाहा । विमायन्तु ब्रह्मचारिणः स्वाहा । प्रमायन्तु ब्रह्मचारिणः स्वाहा । दमायन्तु ब्रह्मचारिणः स्वाहा । शमायन्तु ब्रह्मचारिणः स्वाहा ॥३॥

Mögen Brahmacārins zu mir kommen—svāhā. Mögen Brahmacārins auf vielfältige Weise zu mir kommen—svāhā. Mögen Brahmacārins in Fülle zu mir kommen—svāhā. Mögen Brahmacārins, mit Selbstzucht begabt, zu mir kommen—svāhā. Mögen Brahmacārins, mit innerer Ruhe begabt, zu mir kommen—svāhā.

Guru–śiṣya paramparā; brahmacarya, dama (sense-restraint), śama (mind-calm) as prerequisites for brahmavidyā

Verse 1.4.4

यशो जनेऽसानि स्वाहा । श्रेयान् वस्यसोऽसानि स्वाहा । तं त्वा भग प्रविशानि स्वाहा । स मा भग प्रविश स्वाहा । तस्मिन् सहस्रशाखे । निभगाऽहं त्वयि मृजे स्वाहा ॥४॥

Möge ich unter den Menschen von gutem Ruf sein — svāhā. Möge ich vortrefflicher sein als die Wohlhabenden — svāhā. O Bhaga, Herr des Glücks und der Gabe, möge ich in Dich eingehen — svāhā. O Bhaga, gehe in mich ein — svāhā. In jenem tausendzweigigen Halt reinige ich mich in Dir, ob mit Anteil oder ohne Anteil — svāhā.

Bhaga (divine prosperity) aligned with dharma; purification and receptivity; integration of worldly success with spiritual discipline

Verse 1.4.5

यथाऽऽपः प्रवताऽऽयन्ति । यथा मासा अहर्जरम् । एवं मां ब्रह्मचारिणः । धातरायन्तु सर्वतः स्वाहा । प्रतिवेशोऽसि प्रमाभाहि प्रमापद्यस्व ॥५॥

Wie Wasser den Hang hinabfließt, wie die Monate dem die Tage verzehrenden Zeitlauf entgegengehen, so mögen von allen Seiten die Brahmacārins zu mir kommen — svāhā. Du bist eine Wohnstatt/Herberge; leuchte mir auf; gelange zu mir als Maß und Erkenntnisgrund (pramā).

Guru–śiṣya transmission; attraction of worthy students; pramā (valid knowledge/authority) and the radiance of learning

Verse 1.5.1

भूर्भुवः सुवरिति वा एतास्तिस्रो व्याहृतयः । तासामुहस्मै तां चतुर्थीम् । माहाचमस्यः प्रवेदयते । मह इति । तद्ब्रह्म । स आत्मा । अङ्गान्यन्या देवताः ॥१॥

„Bhūḥ, bhuvaḥ, suvaḥ“ — dies sind wahrlich die drei Vyāhṛtis, die heiligen Ausrufe. Von ihnen offenbarte Mahācamasya dem Schüler die vierte: „mahaḥ“. Das ist Brahman. Das ist der Ātman. Die anderen Gottheiten sind seine Glieder.

Brahman as ‘Mahas’ (the Great); Ātman–Brahman identification; deities as limbs (aṅga) of the one reality

Verse 1.5.2

भूरिति वा अयं लोकः । भुव इत्यन्तरिक्षम् । सुवरित्यसौ लोकः । मह इत्यादित्यः । आदित्येन वाव सर्वे लोकाः महीयन्ते ॥२॥

„Bhūḥ“ ist wahrlich diese Welt (Erde); „Bhuvaḥ“ ist der Zwischenraum (Luftraum); „Suvaḥ“ ist jene Welt (Himmel); „Mahaḥ“ ist die Sonne. Wahrlich, durch die Sonne werden alle Welten groß gemacht und in ihrer Größe getragen.

Brahman (as cosmic greatness expressed through the ‘Mahas’ principle)

Verse 1.5.3

भूरिति वा अग्निः । भुव इति वायुः । सुवरित्यादित्यः । मह इति चन्द्रमाः । चन्द्रमसा वाव सर्वाणि ज्योतीꣳषि महीयन्ते ॥३॥

„Bhūḥ“ ist wahrlich das Feuer; „Bhuvaḥ“ ist der Wind; „Suvaḥ“ ist die Sonne; „Mahaḥ“ ist der Mond. Wahrlich, durch den Mond werden alle Lichter groß gemacht und leuchten in Fülle.

Brahman (as the integrative ‘great’ behind the hierarchy of deities/luminaries)

Verse 1.5.4

भूरिति वा ऋचः । भुव इति सामानि । सुवरिति यजूꣳषि । मह इति ब्रह्म । ब्रह्मणा वाव सर्वे वेदा महीयन्ते ॥४॥

„Bhūḥ“ sind wahrlich die Ṛc-Verse; „Bhuvaḥ“ sind die Sāman-Gesänge; „Suvaḥ“ sind die Yajus-Formeln; „Mahaḥ“ ist Brahman. Wahrlich, durch Brahman werden alle Veden groß gemacht und erhaben.

Brahman (as the ground and ‘greatener’ of all Vedic speech/knowledge)

Verse 1.5.5

भूरिति वै प्राणः । भुव इत्यपानः । सुवरिति व्यानः । मह इत्यन्नम् । अन्नेन वाव सर्वे प्राणाः महीयन्ते ॥५॥

„Bhūḥ“ ist wahrlich prāṇa (der einströmende Lebenshauch); „Bhuvaḥ“ ist apāna (der abwärts gerichtete/ausströmende Hauch); „Suvaḥ“ ist vyāna (der alles durchdringende Hauch). „Mahaḥ“ ist Nahrung. Durch Nahrung werden wahrlich alle Lebenskräfte groß gemacht und gestärkt.

Prāṇa and Anna as supports of life; vyāhṛti-upāsanā (contemplation on the cosmic utterances)

Verse 1.5.6

ता वा एताश्चतस्रश्चतुर्धा । चतस्रश्चतस्रो व्याहृतयः । ता यो वेद । स वेद ब्रह्म । सर्वेऽस्मै देवा बलिमावहन्ति ॥६॥

Diese, wahrlich, in vierfacher Gestalt, sind die vier vyāhṛtis. Wer sie erkennt, der erkennt Brahman. Alle Götter bringen ihm bali dar — Tribut und Opfergaben.

Brahma-vidyā via vyāhṛti-upāsanā; knowledge as spiritual sovereignty (brahmavid)

Verse 1.6.1

स य एषोऽन्तर्हृदय आकाशः । तस्मिन्नयं पुरुषो मनोमयः । अमृतो हिरण्मयः ॥१॥

Er ist dieser Raum im Innern des Herzens; in ihm ist dieser Puruṣa, aus Geist (manas) gewoben; unsterblich, von goldenem Glanz.

Ātman/Brahman in the heart-space (dahara-vidyā motif); inner locus for upāsanā leading toward Self-knowledge

Verse 1.6.2

अन्तरेण तालुके । य एष स्तन इवावलम्बते । सेन्द्रयोनिः । यत्रासौ केशान्तो विवर्तते । व्यपोह्य शीर्षकपाले ॥२॥

Zwischen den beiden Gaumen: das, was wie eine Brustwarze herabhängt — das ist Indras Schoß, sein Ursprung; dort, wo sich am Scheitel die Haarlocke wendet und wirbelt, gleichsam nachdem die Schädelkalotte am Scheitel getrennt ist.

Upāsanā (meditative contemplation) on the subtle ‘head-space’ as a support for realizing Brahman

Verse 1.6.3

भूरित्यग्नौ प्रतितिष्ठति । भुव इति वायौ । सुवरित्यादित्ये । मह इति ब्रह्मणि ॥३॥

„Bhūḥ“ ist in Agni (dem Feuer) gegründet; „Bhuvaḥ“ in Vāyu (dem Wind); „Suvaḥ“ in Āditya (der Sonne); „Mahaḥ“ in Brahman.

Brahman as the ‘Mahas’ (the Great) and the integration of vyāhṛtis in contemplative cosmology

Verse 1.6.4

आप्नोति स्वाराज्यम् । आप्नोति मनसस्पतिम् । वाक्पतिश्चक्षुष्पतिः । श्रोत्रपतिर्विज्ञानपतिः । एतत्ततो भवति ॥४॥

Er erlangt Selbstherrschaft; er erlangt Herrschaft über den Geist — als Herr der Rede, Herr des Sehens, Herr des Hörens, Herr des Erkennens. Daraus wird dann dies.

Mokṣa-oriented upāsanā yielding svārājya (inner sovereignty) and indriya-jaya (mastery of faculties) as fruits leading toward Brahma-jñāna

Verse 1.6.5

आकाशशरीरं ब्रह्म । सत्यात्म प्राणारामं मन आनन्दम् । शान्तिसमृद्धममृतम् । इति प्राचीनयोग्योपास्व ॥५॥

Brahman hat den Raum (ākāśa) als Leib; Sein Selbst ist Wahrheit; Seine Wonne ruht im prāṇa; Sein Geist ist Seligkeit; Er ist reich an Frieden; Er ist unsterblich. So, wie es den Alten geziemt, verehre Ihn in Andacht.

Brahman as the all-pervading reality; upāsanā (contemplative worship) leading toward Brahma-jñāna

Verse 1.7.1

पृथिव्यन्तरिक्षं द्यौर्दिशोऽवान्तरदिशाः । अग्निर्वायुरादित्यश्चन्द्रमा नक्षत्राणि । आप ओषधयो वनस्पतय आकाश आत्मा । इत्यधिभूतम् ॥१॥

Dann, in Bezug auf die Elemente (adhibhūta): Erde, Zwischenraum und Himmel; die Himmelsrichtungen und die Zwischenrichtungen; Feuer, Wind, Sonne, Mond und Sterne; die Wasser, die Kräuter und die Bäume; der Raum (ākāśa); und das Selbst — dies ist das adhibhūta.

Adhibhūta–adhyātma mapping; cosmic totality as a support for recognizing the Self/Brahman

Verse 1.7.2

अथाध्यात्मम् । प्राणो व्यानोऽपान उदानः समानः । चक्षुः श्रोत्रं मनो वाक् त्वक् । चर्म मांसं स्नावास्थि मज्जा ॥२॥

Nun, in Bezug auf das Innere (adhyātma): prāṇa, vyāna, apāna, udāna, samāna; Auge, Ohr, Geist, Rede und Haut; ferner: Haut, Fleisch, Sehnen, Knochen und Mark.

Adhyātma analysis of the person; prāṇa and the psycho-physical aggregate as a contemplative field leading toward discernment of Ātman

Verse 1.7.3

एतदधिविधाय ऋषिरवोचत् । पाङ्क्तं वा इदं सर्वम् । पाङ्क्तेनैव पाङ्क्तं स्पृणोतीति ॥३॥

Nachdem er dies so geordnet hatte, sprach der Seher: „Wahrlich, dies alles ist fünffach (pāṅkta). Durch das Fünffache allein wird das Fünffache erfüllt und erreicht.“

Brahman as cosmic order (ṛta) expressed through structured correspondences; integrative contemplation (upāsanā)

Verse 1.8.1

ॐ इति ब्रह्म । ॐ इति इदं सर्वम् । ॐ इति एतद् अनुकृतिः । ह स्म वा अपि योऽश्रावयेत् इति आश्रावयन्ति । ॐ इति सामानि गायन्ति । ॐ शोम् इति शस्त्राणि शंसन्ति । ॐ इति अध्वर्युः प्रतिगरं प्रतिगृणाति । ॐ इति ब...

„Om“ ist Brahman. „Om“ ist dies alles. „Om“ ist diese Zustimmung, dieses Widerhallen (anukṛti). Ja, selbst wenn man sagt: „Er soll verkünden“, verkündet man mit „Om“. Mit „Om“ singt man die Sāmans; mit „Om śom“ rezitiert man die Śastras; mit „Om“ erwidert der Adhvaryu den Wechselruf; mit „Om“ erteilt der Brahman-Priester die Erlaubnis; mit „Om“ genehmigt man das Agnihotra. Mit „Om“ sagt ein Brāhmaṇa, der zu lehren im Begriff ist: „Möge ich Brahman erlangen.“ Er erlangt wahrlich Brahman.

Praṇava (Oṃ) as Brahman; śabda as a support for Brahma-upāsanā and entry into knowledge

Verse 1.9.1

ऋतं च स्वाध्यायप्रवचने च । सत्यं च स्वाध्यायप्रवचने च । तपश्च स्वाध्यायप्रवचने च । दमश्च स्वाध्यायप्रवचने च । शमश्च स्वाध्यायप्रवचने च । अग्नयश्च स्वाध्यायप्रवचने च । अग्निहोत्रं च स्वाध्यायप्रवचने च ...

Ṛta (kosmische Ordnung) und das Lernen-und-Lehren; satya (Wahrheit) und das Lernen-und-Lehren; tapas (Askese) und das Lernen-und-Lehren; dama (Zügelung der Sinne) und das Lernen-und-Lehren; śama (Beruhigung des Geistes) und das Lernen-und-Lehren; die heiligen Feuer und das Lernen-und-Lehren; das Agnihotra und das Lernen-und-Lehren; die Gäste und das Lernen-und-Lehren; menschliche/soziale Pflicht und das Lernen-und-Lehren; Nachkommenschaft und das Lernen-und-Lehren; Zeugung und das Lernen-und-Lehren; Fortpflanzung der Linie und das Lernen-und-Lehren. „Wahrheit“, sagt Satyavacā Rāthītara. „Askese“, sagt Taponitya Pauruśiṣṭi. „Allein Lernen-und-Lehren“, sagt Nāka Maudgalya; denn das ist wahrlich Askese — ja, das ist wahrlich Askese.

Dharma as integrated discipline; svādhyāya-pravacana as tapas and a means of purification leading toward Brahma-vidyā

Verse 1.10.1

अहं वृक्षस्य रेरिवा । कीर्तिः पृष्ठं गिरेरिव । ऊर्ध्वपवित्रो वाजिनीव स्वमृतमस्मि । द्रविणं सवर्चसम् । सुमेधा अमृतोक्षितः । इति त्रिशङ्कोर्वेदानुवचनम् ॥१॥

Ich bin wie der Antreiber des Baumes; mein Ruhm ist wie der Bergrücken. Nach oben geläutert, wie ein schneller Hengst, bin ich mein eigenes ṛta, die kosmische Wahrheit. Ich erlange Reichtum, von Glanz erfüllt. Ich bin von guter Einsicht, mit Unsterblichkeit besprengt. So lautet die vedische Rezitation des Triśaṅku.

Mokṣa (immortality) through realization of ṛta/satya and inner uplift; affirmation of the realized self

Verse 1.11.1

वेदमनूच्याचार्योऽन्तेवासिनमनुशास्ति । सत्यं वद । धर्मं चर । स्वाध्यायान्मा प्रमदः । आचार्याय प्रियं धनमाहृत्य प्रजातन्तुं मा व्यवच्छेत्सीः । सत्यान्न प्रमदितव्यम् । धर्मान्न प्रमदितव्यम् । कुशलान्न प्...

Nachdem der Lehrer den Veda gelehrt hat, weist er den im Hause wohnenden Schüler an: Sprich die Wahrheit. Übe Dharma. Sei nicht nachlässig im Selbststudium. Nachdem du dem Lehrer die erwünschte Gabe dargebracht hast, schneide den Faden der Nachkommenschaft nicht ab. Man darf nicht nachlässig sein gegenüber der Wahrheit; nicht nachlässig gegenüber Dharma; nicht nachlässig gegenüber guter Lebensführung und Geschick; nicht nachlässig gegenüber Gedeihen; nicht nachlässig gegenüber Selbststudium und Unterweisung.

Dharma and Satya as preparatory disciplines (sādhana) supporting brahmajñāna and a life aligned with ṛta

Verse 1.11.2

देवपितृकार्याभ्यां न प्रमदितव्यम् । मातृदेवो भव । पितृदेवो भव । आचार्यदेवो भव । अतिथिदेवो भव । यान्यनवद्यानि कर्माणि । तानि सेवितव्यानि । नो इतराणि । यान्यस्माकं सुचरितानि । तानि त्वयोपास्यानि ॥२॥

Man darf nicht nachlässig sein in den Pflichten gegenüber den Göttern und den Ahnen. Sei einer, für den die Mutter wie eine Gottheit ist. Sei einer, für den der Vater wie eine Gottheit ist. Sei einer, für den der Lehrer wie eine Gottheit ist. Sei einer, für den der Gast wie eine Gottheit ist. Welche Handlungen tadellos sind—die sind zu üben, nicht die anderen. Welche guten Taten wir vollbracht haben—die sollst du verehren und ihnen nachfolgen.

Dharma (right action), ṛṇa (debts/obligations), and ethical purification as a basis for spiritual realization

Verse 1.11.3

नो इतराणि। ये के चारुमच्छ्रेयांसो ब्राह्मणाः। तेषां त्वयाऽऽसनेन प्रश्वसितव्यम्। श्रद्धया देयम्। अश्रद्धयाऽदेयम्। श्रिया देयम्। ह्रिया देयम्। भिया देयम्। संविदा देयम्। अथ यदि ते कर्मविचिकित्सा वा वृत्त...

Nicht anders. Welche Brahmanen es auch gebe, die guten Rat wissen und an Wandel und Wissen überlegen sind — ihnen sollst du Erleichterung gewähren, indem du ihnen einen Sitz anbietest. Eine Gabe ist mit Glauben zu geben; ohne Glauben ist sie nicht zu geben. Sie ist mit Wohlstand und Würde zu geben; sie ist mit Schamhaftigkeit zu geben; sie ist mit ehrfürchtiger Furcht zu geben; sie ist mit Einsicht und Unterscheidung zu geben. Und wenn dir Zweifel entstünde hinsichtlich einer Handlung (Pflicht) oder hinsichtlich des rechten Verhaltens…

Dharma (ethical discipline as preparation for Brahmavidyā)

Verse 1.11.4

ये तत्र ब्राह्मणाः संमर्शिनः। युक्ता आयुक्ताः। अलूक्षा धर्मकामाः स्युः। यथा ते तत्र वर्तेरन् तथा तत्र वर्तेथाः। अथाभ्याख्यातेषु। ये तत्र ब्राह्मणाः संमर्शिनः। युक्ता आयुक्ताः। अलूक्षा धर्मकामाः स्युः।...

Jene Brahmanen, die dort sind — besonnen und zur Erwägung fähig, ob sonst tüchtig oder untüchtig, nicht hart, nach Dharma verlangend — wie sie sich dort verhalten würden, so sollst du dich dort verhalten. Und hinsichtlich der Angeklagten oder Geschmähten: jene Brahmanen, die dort sind — besonnen, tüchtig oder untüchtig, nicht hart, nach Dharma verlangend — wie sie sich ihnen gegenüber verhalten würden, so sollst du dich ihnen gegenüber verhalten. Dies ist die Weisung; dies ist die Unterweisung; dies ist die Upaniṣad des Veda, sein geheimer Sinn; dies ist die Zucht. So ist es zu betrachten und zu befolgen; so, wahrlich, ist dies zu betrachten und zu befolgen.

Dharma as pramāṇa in conduct (sadācāra) and the role of śiṣṭa (exemplary persons)

Verse 1.12.1

शं नो मित्रः शं वरुणः। शं नो भवत्वर्यमा। शं न इन्द्रो बृहस्पतिः। शं नो विष्णुरुरुक्रमः। नमो ब्रह्मणे। नमस्ते वायो। त्वमेव प्रत्यक्षं ब्रह्मासि। त्वामेव प्रत्यक्षं ब्रह्मावादिषम्। ऋतमवादिषम्। सत्यमवादि...

Möge Mitra uns heilvoll sein; möge Varuṇa uns heilvoll sein. Möge Aryaman uns heilvoll sein. Mögen Indra und Bṛhaspati uns heilvoll sein. Möge Viṣṇu, der Weitschreitende, uns heilvoll sein. Verehrung dem Brahman. Verehrung dir, o Vāyu. Du bist wahrlich das offenbarte Brahman. Dich habe ich wahrlich als das offenbarte Brahman verkündet. Ich habe ṛta gesprochen, die rechte Ordnung; ich habe satya gesprochen, die Wahrheit. Möge das mich schützen; möge es den Sprecher schützen. Es hat mich geschützt; es hat den Sprecher geschützt. Oṁ. Frieden, Frieden, Frieden.

Brahman (as pratyakṣa—immediately evident), and satya/ṛta as spiritual-ethical foundation

Verse 2.1.1

ॐ ब्रह्मविद् आप्नोति परम् । तद् एषा अभ्युक्ता । सत्यं ज्ञानम् अनन्तं ब्रह्म । यो वेद निहितं गुहायां परमे व्योमन् । सोऽश्नुते सर्वान् कामान् सह । ब्रह्मणा विपश्चिता इति ॥१॥

Der Kenner Brahmans erlangt das Höchste. Darüber lautet die heilige Aussage: „Brahman ist Wahrheit, Erkenntnis, Unendlichkeit.“ Wer Ihn erkennt, verborgen in der Höhle des Herzens, im höchsten Raum, der genießt alle Wünsche zugleich mit Brahman, dem Allwissenden.

Brahman (as satya–jñāna–ananta) and mokṣa through brahmajñāna

Verse 2.1.2

तस्माद् वा एतस्माद् आत्मन आकाशः सम्भूतः । आकाशाद् वायुः । वायोर् अग्निः । अग्नेर् आपः । अद्भ्यः पृथिवी । पृथिव्या ओषधयः । ओषधीभ्यः अन्नम् । अन्नात् पुरुषः । स वा एष पुरुषोऽन्नरसमयः । तस्येदमेव शिरः । ...

Wahrlich, aus diesem Selbst entstand der Raum; aus dem Raum die Luft; aus der Luft das Feuer; aus dem Feuer die Wasser; aus den Wassern die Erde; aus der Erde die Pflanzen; aus den Pflanzen die Nahrung; aus der Nahrung der Mensch. Dieser Mensch ist aus der Essenz der Nahrung gebildet. Dies ist sein Haupt; dies sein rechter Flügel; dies sein linker Flügel; dies sein Rumpf (das Selbst); dies sein Schweif, die Stütze. Darüber entsteht auch dieser Vers.

Cosmic emanation and the Annamaya-kośa (food-sheath) as the first layer of self-inquiry

Verse 2.2.1

अन्नाद् वै प्रजाः प्रजायन्ते । याः काश्च पृथिवीं श्रिताः । अथो अन्नेनैव जीवन्ति । अथैनद् अपि यन्त्यन्ततः । अन्नं हि भूतानां ज्येष्ठम् । तस्मात् सर्वौषधम् उच्यते । सर्वं वै तेऽन्नम् आप्नुवन्ति । येऽन्न...

Aus Nahrung, wahrlich, werden die Geschöpfe geboren — welche Wesen auch immer auf der Erde beruhen. Und durch Nahrung allein leben sie, und in sie gehen sie zuletzt ein. Denn Nahrung ist das Älteste unter den Wesen; darum wird sie das Allheilmittel genannt. Wahrlich, alle Nahrung erlangen jene, die Nahrung als Brahman verehren und betrachten.

Upāsanā on Anna (food) as Brahman; recognition of the annamaya foundation and sacredness of sustenance

Verse 2.2.2

अन्नं हि भूतानां ज्येष्ठम् । तस्मात् सर्वौषधम् उच्यते । अन्नाद् भूतानि जायन्ते । जातान्यन्नेन वर्धन्ते । अद्यतेऽत्ति च भूतानि । तस्मादन्नं तदुच्यत इति ॥२॥

Nahrung ist wahrlich das Älteste und Vorrangige unter den Wesen; darum wird sie das allumfassende Heilmittel genannt. Aus Nahrung werden die Wesen geboren; geboren, wachsen sie durch Nahrung. Die Wesen essen sie, und sie „isst“ die Wesen; darum heißt sie „Nahrung“ — so wird gesagt.

Annamaya-kośa; dependence of embodied existence; cyclicity of nourishment and dissolution

Verse 2.2.3

तस्माद्वा एतस्मादन्नरसमयात् । अन्योऽन्तर आत्मा प्राणमयः । तेनैष पूर्णः । स वा एष पुरुषविध एव । तस्य पुरुषविधताम् । अन्वयं पुरुषविधः । तस्य प्राण एव शिरः । व्यानो दक्षिणः पक्षः । अपान उत्तरः पक्षः । आक...

Aus diesem, aus der Essenz der Nahrung bestehenden (Selbst), gibt es wahrlich ein anderes inneres Selbst, aus prāṇa bestehend; durch dieses ist jenes erfüllt. Dieses (prāṇamaya) ist in der Tat von Menschengestalt. Seine „Menschengestalt“ ist so: prāṇa selbst ist sein Haupt; vyāna ist der rechte Flügel; apāna der linke Flügel; ākāśa ist sein Rumpf, sein Selbst; die Erde ist sein Schwanz, seine Stütze. Auch darüber gibt es den folgenden Vers.

Prāṇamaya-kośa; kośa-viveka (discrimination of sheaths); inner controller vs. outer sheath

Verse 2.3.1

प्राणं देवा अनु प्राणन्ति । मनुष्याः पशवश्च ये । प्राणो हि भूतानामायुः । तस्मात् सर्वायुषम् उच्यते । सर्वमेव त आयुर्यन्ति । ये प्राणं ब्रह्मोपासते ॥१॥

Die Götter atmen dem prāṇa nach; ebenso die Menschen und die Tiere, die da sind. Denn prāṇa ist wahrlich das Leben und die Lebensdauer der Wesen; darum wird es „das Leben aller“ genannt. Ganz in sein Leben gehen sie ein — jene, die prāṇa als Brahman verehren.

Upāsanā on prāṇa; prāṇa as a cosmic principle; relative Brahman (saguṇa) contemplation leading toward higher knowledge

Verse 2.3.2

प्राणो हि भूतानामायुः । तस्मात् सर्वायुषमुच्यत इति । तस्यैष एव शारीर आत्मा । यः पूर्वस्य ॥२॥

Denn Prāṇa ist wahrlich das Leben (āyus) der Wesen; darum wird er „die volle Lebensspanne“ (sarvāyus) genannt. Von diesem (prāṇamaya) ist dies wahrhaft das verkörperte Selbst (Ātman) — das zur vorhergehenden Hülle gehört.

Prāṇamaya-kośa; graded analysis of the Self (kośa-viveka)

Verse 2.3.3

तस्माद्वा एतस्मात् प्राणमयात् । अन्योऽन्तर आत्मा मनोमयः । तेनैष पूर्णः । स वा एष पुरुषविध एव । तस्य पुरुषविधताम् । अन्वयं पुरुषविधः । तस्य यजुरेव शिरः । ऋग्दक्षिणः पक्षः । सामोत्तरः पक्षः । आदेश आत्मा...

Wahrlich, aus diesem prāṇamaya ist ein anderes inneres Selbst, das manomaya. Durch dieses ist jenes (prāṇamaya) erfüllt. Dieses ist in der Tat von Menschenform. Seine „Menschenform“ ist so: Der Yajus ist sein Haupt; der Ṛk sein rechter Flügel; der Sāman sein linker Flügel; die Weisung/Unterweisung (ādeśa) ist sein Rumpf, sein Selbst; die Atharvāṅgirases sind sein Schwanz, seine Stütze. Darüber entsteht auch dieser śloka.

Manomaya-kośa; Veda as symbolic body of the inner person; progressive interiorization

Verse 2.4.1

यतो वाचो निवर्तन्ते । अप्राप्य मनसा सह । आनन्दं ब्रह्मणो विद्वान् । न बिभेति कदाचनेति । तस्यैष एव शारीर आत्मा । यः पूर्वस्य ॥१॥

Wovon die Worte umkehren, zusammen mit dem Geist, es nicht erreichend—wer die Wonne Brahmans erkannt hat, fürchtet sich niemals: so heißt es. Von diesem ist dies wahrhaft das verkörperte Selbst, das zum Vorhergehenden (zur vorausgehenden Hülle) gehört.

Brahmānanda; apophatic teaching (neti/ineffability); fearlessness (abhaya) through Brahman-knowledge

Verse 2.4.2

तस्माद्वा एतस्मान्मनोमयात् अन्योऽन्तर आत्मा विज्ञानमयः। तेनैष पूर्णः। स वा एष पुरुषविध एव। तस्य पुरुषविधताम् अन्वयं पुरुषविधः। तस्य श्रद्धैव शिरः। ऋतं दक्षिणः पक्षः। सत्यमुत्तरः पक्षः। योग आत्मा। महः ...

Daher gibt es wahrlich aus diesem aus Geist (manas) gebildeten Selbst ein anderes inneres Selbst, aus Erkenntnis (vijñāna) gebildet. Durch dieses wird jenes (vorherige) erfüllt. Auch dieses ist von Menschengestalt; seine „Menschengestalt“ folgt der menschlichen Form. Sein Haupt ist allein der Glaube; sein rechter Flügel ist ṛta (kosmische Ordnung, Recht); sein linker Flügel ist satya (Wahrheit); Yoga ist der Rumpf, das Selbst; und mahaḥ (das Große, das Weite) ist der Schwanz, die Stütze. Auch darüber gibt es den folgenden Vers.

Pañca-kośa (vijñānamaya-kośa), inner Self as intelligence; ethical-spiritual structure (śraddhā, ṛta, satya) supporting realization

Verse 2.5.1

विज्ञानं यज्ञं तनुते। कर्माणि तनुतेऽपि च। विज्ञानं देवाः सर्वे ब्रह्म ज्येष्ठमुपासते। विज्ञानं ब्रह्म चेद्वेद तस्माच्चेन्न प्रमाद्यति। शरीरे पाप्मनो हित्वा सर्वान्कामान् समश्नुते इति। तस्यैष एव शारीर ...

Erkenntnis (vijñāna) entfaltet das Opfer; sie entfaltet auch die Handlungen (Riten). Alle Götter verehren die Erkenntnis als den ältesten Brahman. Wenn einer die Erkenntnis als Brahman erkennt und nicht von ihr abirrt, dann erlangt er, nachdem er das Übel im Körper abgelegt hat, alle Wünsche. So heißt es. Und dies ist das verkörperte Selbst davon, das dem vorherigen (Hüllen-)Selbst entspricht.

Vijñāna as upāsya (object of contemplation) and as a sheath; steadfastness (apramāda) and purification leading toward fulfillment and higher realization

Verse 2.5.2

तस्माद्वा एतस्माद्विज्ञानमयात् अन्योऽन्तर आत्माऽऽनन्दमयः। तेनैष पूर्णः। स वा एष पुरुषविध एव। तस्य पुरुषविधताम् अन्वयं पुरुषविधः। तस्य प्रियमेव शिरः। मोदो दक्षिणः पक्षः। प्रमोद उत्तरः पक्षः। आनन्द आत्म...

Daher gibt es wahrlich aus diesem aus Erkenntnis (vijñāna) gebildeten Selbst ein anderes inneres Selbst, aus Seligkeit (ānanda) gebildet. Durch dieses wird jenes (vorherige) erfüllt. Auch dieses ist von Menschengestalt; seine „Menschengestalt“ folgt der menschlichen Form. Sein Haupt ist allein das Liebe (priya); sein rechter Flügel ist Freude (moda); sein linker Flügel ist höchste Freude (pramoda); sein Rumpf, das Selbst, ist Seligkeit; und sein Schwanz, die Stütze, ist Brahman. Auch darüber gibt es den folgenden Vers.

Ānandamaya-kośa and its culmination in Brahman; graded bliss leading toward the Brahmānanda teaching

Verse 2.6.1

असन्नेव स भवति । असद्ब्रह्मेति वेद चेत् । अस्ति ब्रह्मेति चेद्वेद । सन्तमेनं ततो विदुरिति । तस्यैष एव शारीर आत्मा । यः पूर्वस्य ॥१॥

Wer Brahman als nichtseiend erkennt, wird gleichsam nichtseiend. Wer aber erkennt: „Brahman ist“, der erkennt Es als seiend; darum wissen sie Es als das Seiende. Und dies ist wahrlich der verkörperte Ātman jenes (Brahman), gemäß der vorhergehenden Unterweisung.

Brahman as Sat (Existence); epistemic stance toward Brahman; Atman–Brahman identity (implied)

Verse 2.6.2

अथातोऽनुप्रश्नाः । उताविद्वानमुं लोकं प्रेत्य कश्चन गच्छति । आहो विद्वानमुं लोकं प्रेत्य कश्चित्समश्नुता उ ॥२॥

Nun folgen die Nachfragen: Gelangt etwa irgendein Unwissender, nachdem er dahingegangen ist, in jene Welt? Oder erreicht etwa irgendein Wissender, nachdem er dahingegangen ist, sie wahrlich?

Phala of Brahmavidyā; post-mortem destiny; soteriology (mokṣa vs. continued saṃsāra)

Ask anything about the Taittiriya Upanishad

Answers come straight from the texts, with the shlokas they draw on. Ask in your own words.

Not sure where to start?

A free sign-in with Google or Apple keeps your chat saved across web and the app.

Read Upanishads in the Vedapath app

Scan the QR code to open this directly in the app, with word-by-word meanings, Sanskrit recitation where available, and more.

Download on the App StoreGet it on Google Play

Continue reading in the Vedapath app

Open in App
Download on the App StoreGet it on Google Play