सोपान-प्रवेश: ‘भक्ति-उद्गम’ का चरण। बालकाण्ड में रामकथा को ‘मानस’ (अन्तःकरण) में प्रवाहित कर के साधक को श्रवण→स्मरण→आत्म-शुद्धि की प्रथम सीढ़ी पर रखा जाता है। यहाँ कथा स्वयं ‘सुरसरि’ (गंगा) होकर ‘सरजू’ (अयोध्या-प्रवाह) में मिलती है—अर्थात शास्त्रीय पवित्रता लोक-जीवन की मधुरता से संयुक्त होकर मुक्ति-मार्ग बनती है।
Dieser Abschnitt bildet das Zentrum des Gleichnis-Kapitels vom „Mānas-Strom“, in dem die Erzählung als Flusssystem verstanden wird: mit Zusammenflüssen, Ghāṭs, Wasserwesen, Wellen, Jahreszeitenwechsel und der Frucht von Bad und Trank. In der Rasa-Anmutung überwiegt Śānta, doch treten als Nebenrasas auch Ānanda (Freude der Geburtsfeier), Karuṇa (Andeutung von Sītās Trennungsschmerz), Raudra (Bhṛgunāths Zorn) und Adbhuta (die Mannigfaltigkeit der Līlā) hinzu—wie verschiedene Strömungen eines Flusses. Entscheidend ist dieser Teil im „Sopān“, weil der Übende hier eine klare Weisung erhält: Rāmas höchste Liebe ist das Wasser, das die Befleckung des Kali tilgt, Lust, Zorn, Hochmut und Verblendung vernichtet und Viveka sowie Vairāgya stärkt. Durch den Prayāg-Abschnitt wird die „Feststellung der Befähigung“ (Adhikāra) begründet: Bharadvājas Frage und Jāgbaliks Antwort—das ist die Eintrittsweihe (Initiation) zum Hören des Mānas.
Chaupai 40.1-4
रामभगति सुरसरितहि जाई।मिली सुकीरति सरजु सुहाई।।
सानुज राम समर जसु पावन।मिलेउ महानदु सोन सुहावन।।
जुग बिच भगति देवधुनि धारा।सोहति सहित सुबिरति बिचारा।।
त्रिबिध ताप त्रासक तिमुहानी।राम सरुप सिंधु समुहानी।।
मानस मूल मिली सुरसरिही।सुनत सुजन मन पावन करिही।।
बिच बिच कथा बिचित्र बिभागा।जनु सरि तीर तीर बन बागा।।
उमा महेस बिबाह बराती।ते जलचर अगनित बहुभाँती।।
रघुबर जनम अनंद बधाई।भवँर तरंग मनोहरताई।।
rāma-bhagati sura-saritahi jāī |milī su-kīrati sarajū suhāī ||
s-anuja rāma samara jasu pāvana |mileu mahā-nadu sona suhāvana ||
juga bica bhagati deva-dhunī dhārā |sohati sahita su-birati bicārā ||
tri-bidha tāpa trāsaka timu-hānī |rāma-sarūpa sindhu sumuhānī ||
mānasa mūla milī sura-sarihī |sunata su-jana mana pāvana karihī ||
bica bica kathā bicitra bibhāgā |janu sari tīra tīra bana bāgā ||
umā mahesa bibāha barātī |te jalacara aganita bahu-bhā̃tī ||
raghubara janama anaṃda badhāī |bhavãra taraṅga manoharatāī ||
Die liebliche Sarayu, von Ramas gutem Ruf, fließt und vereinigt sich mit dem himmlischen Fluss, dem Ganges der Hingabe an Rama. Die reine Herrlichkeit Ramas und seiner Brüder in der Schlacht ist der schöne große Fluss Son, der sich mit ihnen vereinigt hat. Zwischen den beiden Flüssen strahlt der Strom des göttlichen Flusses, die Hingabe, zusammen mit Loslösung und Unterscheidungskraft. Dieser Zusammenfluss von drei Strömen, der die dreifache Qual verscheucht, fließt weiter und mündet in den Ozean, der die eigentliche Gestalt Ramas ist. Die Sarayu, die im Manasa-See entspringt, hat sich mit dem himmlischen Fluss vereinigt, und indem sie gehört wird, reinigt sie die Gemüter der Guten. Die wunderbaren Erzählungen und Episoden, die hier und dort dazwischen verstreut sind, sind wie die Wälder und Gärten an den Ufern des Flusses. Die Hochzeit von Uma und Mahesha und ihr Hochzeitszug sind die unzähligen Wasserwesen vielerlei Art. Die freudvollen Feiern bei der Geburt Ramas, des besten der Raghus, sind die Strudel und Wellen, voller Anmut.
Doha 40
बालचरित चहु बंधु के बनज बिपुल बहुरंग।नृप रानी परिजन सुकृत मधुकर बारिबिहंग।।40।।
bālacarita cahu bandhu ke banaja bipula bahuraṅga |nṛpa rānī parijana sukṛta madhukara bāribihiṅga ||40||
Die Kinderspiele der vier Brüder sind ein weites, vielfarbiges Lotusblütenmeer. Der König, die Königinnen und das ganze Haus – durch das Verdienst früherer guter Taten – gleichen Bienen und Wasservögeln, die aus jenem Nektarsee der Wonne trinken und darin spielen.
Chaupai 41.1-4
सीय स्वयंबर कथा सुहाई।सरित सुहावनि सो छबि छाई।।
नदी नाव पटु प्रस्न अनेका।केवट कुसल उतर सबिबेका।।
सुनि अनुकथन परस्पर होई।पथिक समाज सोह सरि सोई।।
घोर धार भृगुनाथ रिसानी।घाट सुबद्ध राम बर बानी।।
सानुज राम बिबाह उछाहू।सो सुभ उमग सुखद सब काहू।।
कहत सुनत हरषहिं पुलकाहीं।ते सुकृती मन मुदित नहाहीं।।
राम तिलक हित मंगल साजा।परब जोग जनु जुरे समाजा।।
काई कुमति केकई केरी।परी जासु फल बिपति घनेरी।।
sīya svayaṃbara kathā suhāī |sarita suhāvani so chabi chāī ||
nadī nāva paṭu prasna anekā |kevaṭa kusala utara saba bibekā ||
suni anukathana paraspara hoī |pathika samāja soha sari soī ||
ghora dhāra bhṛgunātha risānī |ghāṭa subaddha rāma bara bānī ||
sānuj rāma bibāha uchāhū |so subha umaga sukhada saba kāhū ||
kahata sunata haraṣahiṃ pulakāhīṃ |te sukṛtī mana mudita nahāhīṃ ||
rāma tilaka hita maṅgala sājā |paraba joga janu jure samājā ||
kāī kumati kekaī kerī |parī jāsu phala bipati ghanerī ||
Die reizende Geschichte von Sitas Svayamvara ist der schöne Fluss, und seine Schönheit breitet sich überall aus. Die vielen klugen Fragen sind die Boote auf dem Fluss, und die geschickten, einsichtsvollen Antworten sind die tüchtigen Fährleute. Die Gespräche, die sich nach dem Hören ergeben und unter den Zuhörern weitergehen, sind die Reisegesellschaft, die jenen Fluss schmückt. Der Zorn des Herrn von Bhrigu ist die schreckliche Strömung, und die feinen Worte Ramas sind die gut gebauten Ghats. Die freudvolle Feier der Hochzeit Ramas mit seinen Brüdern ist das Anschwellen der Flut, glückverheißend und erfreulich für alle. Diejenigen, die sich freuen und vor Glück beben, wenn sie davon erzählen und hören, sind die Tugendhaften, die mit freudigen Herzen im Fluss baden. Die glückverheißenden Vorbereitungen für Ramas Salbung sind die Menschenmengen, die sich an einem heiligen Pilgertag versammeln. Der böse Rat Kaikeyis ist der grüne Schimmel auf dem Wasser, dessen Frucht zahllose Katastrophen herabfallen ließ.
Doha 41
समन अमित उतपात सब भरतचरित जपजाग।कलि अघ खल अवगुन कथन ते जलमल बग काग।।41।।
samana amita utapāta saba bharata-carita japa jāga |kali agha khala avaguna kathana te jala-mala baga kāga ||41||
Die Geschichte von Bharatas Taten ist wie die Gebete und Opfer, die alle unzähligen Katastrophen besänftigen. Die Erzählungen von den Sünden des Kali-Zeitalters und den Fehlern der Bösen sind wie der Schmutz im Wasser, die Kraniche und die Krähen.
Chaupai 42.1-4
कीरति सरित छहूँ रितु रूरी।समय सुहावनि पावनि भूरी।।
हिम हिमसैलसुता सिव ब्याहू।सिसिर सुखद प्रभु जनम उछाहू।।
बरनब राम बिबाह समाजू।सो मुद मंगलमय रितुराजू।।
ग्रीषम दुसह राम बनगवनू।पंथकथा खर आतप पवनू।।
बरषा घोर निसाचर रारी।सुरकुल सालि सुमंगलकारी।।
राम राज सुख बिनय बड़ाई।बिसद सुखद सोइ सरद सुहाई।।
सती सिरोमनि सिय गुनगाथा।सोइ गुन अमल अनूपम पाथा।।
भरत सुभाउ सुसीतलताई।सदा एकरस बरनि न जाई।।
kīrati sarita chahũ ritu rūrī |samaya suhāvani pāvani bhūrī ||
hima himasaila-sutā siva byāhū |sisira sukhada prabhu janama uchāhū ||
baranaba rāma bibāha samājū |so muda maṅgalamaya ritu-rājū ||
grīṣama dusaha rāma bana-gavanū |pantha-kathā khara ātapa pavanū ||
baraṣā ghora nisācara rārī |sura-kula sāli su-maṅgala-kārī ||
rāma-rāja sukha binaya baṛāī |bisada sukhada soi sarada suhāī ||
satī siromaṇi siya guna-gāthā |soi guna amala anūpama pāthā ||
bharata subhāu su-sītala-tāī |sadā eka-rasa barani na jāī ||
Der Fluss des Ruhmes des Herrn ist lieblich durch alle sechs Jahreszeiten, jeder Augenblick schön zu schauen, überaus reinigend. Hemant ist die Hochzeit Śivas mit der Tochter des Himālaya, und in śiśir kommt das frohe Fest der Geburt des Herrn. Ich werde Rāmas Hochzeitsfeier beschreiben, freudvoll und segensreich wie der König der Jahreszeiten, der Frühling. Dann kommt der strenge Sommer: Rāmas Gang in den Wald, mit der Erzählung des Weges wie sengende Sonne und schneidender Wind. Darauf die schrecklichen Regen: die Schlacht mit den Nachtwandelnden, doch für die Scharen der Götter ist es wie eine Reisernte, die Glück bringt. Das Glück, die Demut und die Herrlichkeit von Rāmas Herrschaft sind der klare und wonnige Herbst. Das Lob Sītās, Kronjuwel unter den Keuschen, ist jener makellose, unvergleichliche Strom der Tugend. Und Bharatas Wesen, kühl und lindernd, immer gleich, lässt sich nicht vollends beschreiben.
Doha 42
अवलोकनि बोलनि मिलनि प्रीति परसपर हास।भायप भलि चहु बंधु की जल माधुरी सुबास।।42।।
avalokani bolani milani prīti paraspara hāsa |bhāyapa bhali cahu bandhu kī jala mādhurī subāsa ||42||
In ihren Blicken, in ihren Worten und in ihrem Beisammensein war Liebe, mit gegenseitigem, sanftem Lachen. Die brüderliche Zuneigung der vier Brüder war erlesen—wie Süße und Duft, die sich im Wasser ausbreiten.
Chaupai 43.1-4
आरति बिनय दीनता मोरी।लघुता ललित सुबारि न थोरी।।
अदभुत सलिल सुनत गुनकारी।आस पिआस मनोमल हारी।।
राम सुप्रेमहि पोषत पानी।हरत सकल कलि कलुष गलानी।।
भव श्रम सोषक तोषक तोषा।समन दुरित दुख दारिद दोषा।।
काम कोह मद मोह नसावन।बिमल बिबेक बिराग बढ़ावन।।
सादर मज्जन पान किए तें।मिटहिं पाप परिताप हिए तें।।
जिन्ह एहि बारि न मानस धोए।ते कायर कलिकाल बिगोए।।
तृषित निरखि रबि कर भव बारी।फिरिहहि मृग जिमि जीव दुखारी।।
ārati binaya dīnatā morī |laghutā lalita subāri na thorī ||
adabhuta salila sunata guṇa-kārī |āsa piās mano-mala hārī ||
rāma su-premahi poṣata pānī |harata sakala kali kaluṣa galānī ||
bhava śrama ṣoṣaka toṣaka toṣā |samana durita dukha dārida doṣā ||
kāma koha mada moha nasāvana |bimala bibeka birāga baṛhāvana ||
sādara majjana pāna kiye teṁ |miṭahiṁ pāpa paritāpa hie teṁ ||
jinha ehi bāri na mānasa dhoe |te kāyara kali-kāla bigoe ||
tṛṣita nirakhi rabi kara bhava bārī |phirihahi mṛga jimi jīva dukhārī ||
Meine Not, mein Flehen und meine Niedrigkeit, dieses anmutige, vortreffliche Wasser ist nicht knapp. Wundersam ist dieser Strom: von ihm zu hören ist schon wohltätig; er stillt Hoffnung und Verlangen und wäscht die Unreinheit des Geistes hinfort. Es ist Wasser, das reine Liebe zu Rāma nährt, und es entfernt alle schlimme Befleckung und Schwere von Kali. Es trocknet die Mühsal des weltlichen Werdens aus, doch schenkt es Zufriedenheit; es stillt Sünde, Leid, Armut und Fehler. Es vernichtet Wollust, Zorn, Stolz und Verblendung und mehrt makellose Unterscheidung und Leidenschaftslosigkeit. Wer ehrfurchtsvoll in ihm badet und davon trinkt, dem werden Sünden und das brennende Weh des Herzens getilgt. Die ihren Manas in diesem Wasser nicht reinigen, sind Feiglinge, verdorben durch das Zeitalter Kalis. Durstend schauen sie auf das Wasser der Welt, geboren aus den Strahlen der Sonne, und irren wie Hirsche, elende Lebewesen.
Doha 43(क)-(ख)
मति अनुहारि सुबारि गुन गनि मन अन्हवाइ।सुमिरि भवानी संकरहि कह कबि कथा सुहाइ।।43(क)।।
अब रघुपति पद पंकरुह हियँ धरि पाइ प्रसाद।कहउँ जुगल मुनिबर्ज कर मिलन सुभग संबाद।।43(ख)।।
mati anuhāri subāri guna gani mana anhavāi |sumiri bhavānī saṅkarahi kaha kabi kathā suhāi ||43(ka)||
aba raghupati pada paṅkaruha hiyã dhari pāi prasāda |kahaũ jugala munibarja kara milana subhaga saṁbāda ||43(kha)||
Nach meinem Verständnis habe ich die Tugenden dieses vortrefflichen Wassers gezählt und meinen Geist darin gebadet; Bhavani und Shankara erinnernd, erzählt der Dichter eine entzückende Geschichte. Nun, die Lotusfüße des Herrn der Raghus in meinem Herzen tragend und seine Gnade empfangend, werde ich von der Begegnung der beiden großen Weisen und ihrem schönen Gespräch erzählen.
Chaupai 44.1-4
भरद्वाज मुनि बसहिं प्रयागा।तिन्हहि राम पद अति अनुरागा।।
तापस सम दम दया निधाना।परमारथ पथ परम सुजाना।।
माघ मकरगत रबि जब होई।तीरथपतिहिं आव सब कोई।।
देव दनुज किंनर नर श्रेनी।सादर मज्जहिं सकल त्रिबेनीं।।
पूजहि माधव पद जलजाता।परसि अखय बटु हरषहिं गाता।।
भरद्वाज आश्रम अति पावन।परम रम्य मुनिबर मन भावन।।
तहाँ होइ मुनि रिषय समाजा।जाहिं जे मज्जन तीरथराजा।।
मज्जहिं प्रात समेत उछाहा।कहहिं परसपर हरि गुन गाहा।।
bharadvāja muni basahiṃ prayāgā |tinhahi rāma pada ati anurāgā ||
tāpasa sama dama dayā nidhānā |paramāratha patha parama sujānā ||
māgha makaragata rabi jaba hoī |tīrathapati-hiṃ āva saba koī ||
deva danuja kiṃnara nara śreṇī |sādara majjahiṃ sakala tribenīṃ ||
pūjahi mādhava pada jalajātā |parasi akhaya baṭu haraṣahiṃ gātā ||
bharadvāja āśrama ati pāvana |parama ramya munibara mana bhāvana ||
tahāṃ hoi muni riṣaya samājā |jāhiṃ je majjana tīratharājā ||
majjahiṃ prāta sameta uchāhā |kahahiṃ parasapara hari guna gāhā ||
In Prayag lebte der Weise Bharadwaja, dessen Herz mit überaus großer Liebe an Ramas Füßen hing. Ein wahrer Asket, der Seelenruhe, Selbstbeherrschung und Mitgefühl als Schätze bewahrte, war er höchst kundig auf dem Pfad, der zum höchsten Gut führt. Wenn im Monat Magh die Sonne in den Steinbock eintritt, kommen allerlei Wesen zum Herrn der Pilgerstätten. Götter, Dämonen, Kinnaras und Scharen von Menschen baden mit Ehrfurcht in der gesamten Triveni. Sie verehren Madhavas Lotusfüße; indem sie den Akshayavat berühren, freuen sie sich und singen. Bharadwajas Einsiedelei war hochheilig, überaus schön und dem Herzen des großen Weisen teuer. Dort versammelt sich eine Gemeinschaft von Munis und Rishis, jene, die zum Bad am König der Tirthas gehen. Bei Tagesanbruch baden sie mit freudiger Begeisterung und sprechen untereinander, indem sie Haris Lob verkünden.
Doha 44
ब्रह्म निरूपम धरम बिधि बरनहिं तत्त्व बिभाग।कहहिं भगति भगवंत कै संजुत ग्यान बिराग।।44।।
brahma nirūpama dharama bidhi baranahiṁ tattva bibhāga |kahahiṁ bhagati bhagavaṁta kai saṁjuta gyāna birāga ||44||
Sie legen die Natur von Brahma, die Regeln des rechtschaffenen Verhaltens und die Einteilung der Elemente der Wirklichkeit dar; und sie sprechen von der Hingabe an den Herrn, verbunden mit Wissen und Entsagung.
Chaupai 45.1-4
एहि प्रकार भरि माघ नहाहीं।पुनि सब निज निज आश्रम जाहीं।।
प्रति संबत अति होइ अनंदा।मकर मज्जि गवनहिं मुनिबृंदा।।
एक बार भरि मकर नहाए।सब मुनीस आश्रमन्ह सिधाए।।
जगबालिक मुनि परम बिबेकी।भरव्दाज राखे पद टेकी।।
सादर चरन सरोज पखारे।अति पुनीत आसन बैठारे।।
करि पूजा मुनि सुजस बखानी।बोले अति पुनीत मृदु बानी।।
नाथ एक संसउ बड़ मोरें।करगत बेदतत्व सबु तोरें।।
कहत सो मोहि लागत भय लाजा।जौ न कहउँ बड़ होइ अकाजा।।
ehi prakāra bhari māgha nahāhīṁ |puni saba nija-nija āśrama jāhīṁ ||
prati saṁbata ati hoi anaṁdā |makara majji gavanahiṁ muni-bṛṁdā ||
eka bāra bhari makara nahāe |saba munīsa āśramanha sidhāe ||
jagabālika muni parama bibekī |bharavdāja rākhē pada ṭekī ||
sādara carana saroja pakhārē |ati punīta āsana baiṭhārē ||
kari pūjā muni sujasa bakhānī |bolē ati punīta mṛdu bānī ||
nātha eka saṁsau baṛa morēṁ |karagata bedatatva sabu tōrēṁ ||
kahata sō mōhi lāgata bhaya lājā |jau na kahauṁ baṛa hoi akāzā ||
Auf diese Weise baden sie den ganzen Monat Magha hindurch, und dann kehrt jeder in seine eigene Einsiedelei zurück. Jedes Jahr herrscht große Freude; nachdem sie gebadet haben, während die Sonne im Steinbock steht, ziehen die Scharen von Weisen fort. Einmal, als sie ihr Bad im Monat des Steinbocks beendet hatten, machten sich alle führenden Weisen auf den Weg zu ihren Einsiedeleien. Doch Bharadvaja hielt die Füße des Weisen Yajnavalkya, der von höchster Weisheit war, fest und behielt ihn dort. Er wusch ehrfürchtig seine Lotusfüße und ließ ihn auf einem sehr reinen Sitz Platz nehmen. Nachdem er ihn verehrt und den guten Ruf des Weisen gepriesen hatte, sprach er mit sanfter und sehr reiner Stimme. «Herr, ich habe einen großen Zweifel; das ganze Wesen der Veden liegt in deiner Hand.» «Darüber zu sprechen erfüllt mich mit Furcht und Scham, doch wenn ich nicht spreche, werde ich einen großen Verlust erleiden.»
Doha 45
संत कहहि असि नीति प्रभु श्रुति पुरान मुनि गाव।होइ न बिमल बिबेक उर गुर सन किएँ दुराव।।45।।
santa kahahi asi nīti prabhu śruti purāna muni gāva |hoi na bimala bibeka ura gura sana kiẽ durāva ||45||
Diese Regel verkünden die Heiligen, o Herr—so besingen es die Veden, die Purāṇas und die Weisen: Keine makellose Unterscheidungskraft erwacht im Herzen, solange man dem Guru gegenüber Verbergen und Abstand wahrt.
Chaupai 46.1-4
अस बिचारि प्रगटउँ निज मोहू।हरहु नाथ करि जन पर छोहू।।
राम नाम कर अमित प्रभावा।संत पुरान उपनिषद गावा।।
संतत जपत संभु अबिनासी।सिव भगवान ग्यान गुन रासी।।
आकर चारि जीव जग अहहीं।कासीं मरत परम पद लहहीं।।
सोपि राम महिमा मुनिराया।सिव उपदेसु करत करि दाया।।
रामु कवन प्रभु पूछउँ तोही।कहिअ बुझाइ कृपानिधि मोही।।
एक राम अवधेस कुमारा।तिन्ह कर चरित बिदित संसारा।।
नारि बिरहँ दुखु लहेउ अपारा।भयहु रोषु रन रावनु मारा।।
asa bicāri pragaṭauṁ nija mohū |harahu nātha kari jana para chohū ||
rāma nāma kara amita prabhāvā |santa purāna upaniṣada gāvā ||
santata japata saṁbhu abināsī |siva bhagavāna gyāna guna rāsī ||
ākara cāri jīva jaga ahahīṁ |kāsīṁ marata parama pada lahahīṁ ||
so’pi rāma mahimā munirāyā |siva upadesu karata kari dāyā ||
rāmu kavan prabhu pūchauṁ tohī |kahi-a bujhāi kṛpānidhi mohī ||
eka rāma avadhesa kumārā |tinh kara carita bidita saṁsārā ||
nāri birahaṁ dukhu laheu apārā |bhayahu roṣu rana rāvaṇu mārā ||
So denkend, lege ich meine eigene Verblendung offen; Herr, hab Erbarmen mit deinem Diener und nimm sie hinweg. Die Kraft des Namens Ramas ist grenzenlos; die Heiligen, die Puranas und die Upanishaden singen von ihr. Der unvergängliche Shambhu, der Herr Shiva, Speicher von Wissen und Tugenden, wiederholt ihn unaufhörlich. Die vier Arten der Lebewesen in der Welt erlangen, in Kashi sterbend, den höchsten Zustand. Auch das, o König der Weisen, geschieht durch die Herrlichkeit Ramas; Shiva erteilt aus Mitgefühl seine Lehre. Wer ist Rama, Herr? Ich frage dich; Ozean der Barmherzigkeit, erkläre es mir. Es gibt einen Rama, den Prinzen des Herrn von Ayodhya, dessen Taten in der ganzen Welt bekannt sind. Er litt grenzenlosen Schmerz durch die Trennung von seiner Frau, und im Zorn erschlug er Ravana in der Schlacht.
Doha 46
प्रभु सोइ राम कि अपर कोउ जाहि जपत त्रिपुरारि।सत्यधाम सर्बग्य तुम्ह कहहु बिबेकु बिचारि।।46।।
prabhu soi rāma ki apara kou jāhi japata tripurāri |ā satyadhāma sarbagya tumha kahahu bibeku bicāri ||46||
Ist jener Herr kein anderer als Rāma, oder ist es ein anderer – Er, dessen Namen selbst Tripurāri (Śiva) im Japa unablässig wiederholt? O du, Wohnstatt der Wahrheit und Allwissender: sprich nach rechter Unterscheidung und reiflicher Erwägung.
Chaupai 47.1-4
जैसे मिटै मोर भ्रम भारी।कहहु सो कथा नाथ बिस्तारी।।
जागबलिक बोले मुसुकाई।तुम्हहि बिदित रघुपति प्रभुताई।।
राममगत तुम्ह मन क्रम बानी।चतुराई तुम्हारी मैं जानी।।
चाहहु सुनै राम गुन गूढ़ा।कीन्हिहु प्रस्न मनहुँ अति मूढ़ा।।
तात सुनहु सादर मनु लाई।कहउँ राम कै कथा सुहाई।।
महामोहु महिषेसु बिसाला।रामकथा कालिका कराला।।
रामकथा ससि किरन समाना।संत चकोर करहिं जेहि पाना।।
ऐसेइ संसय कीन्ह भवानी।महादेव तब कहा बखानी।।
jaise miṭai mora bhrama bhārī |kahahu so kathā nātha bistārī ||
jāgabalika bole musukāī |tumhahi bidita raghupati prabhutāī ||
rāma-magaṭa tumha mana krama bānī |caturāī tumhārī maiṁ jānī ||
cāhahu sunai rāma guna gūṛhā |kīnhihu prasna manahuṁ ati mūṛhā ||
tāta sunahu sādara manu lāī |kahauṁ rāma kai kathā suhāī ||
mahā-mohu mahiśesu bisālā |rāma-kathā kālikā karālā ||
rāma-kathā sasi kiraṇa samānā |santa cakor karahiṁ jehi pānā ||
aisei saṁsaya kīnha bhavānī |mahādeva taba kahā bakhānī ||
Erzähle mir diese Geschichte ausführlich, mein Herr, damit meine große Verblendung beseitigt werde. Yajnavalkya sagte mit einem Lächeln: "Die Größe des Herrn der Raghus ist dir wohlbekannt. Du bist Rama in Gedanken, Taten und Worten ergeben; ich habe deine Klugheit verstanden. Du möchtest die tiefen, verborgenen Tugenden Ramas hören, und deshalb hast du deine Frage gestellt, als wärst du völlig unwissend. Höre, mein Sohn, mit Ehrerbietung und aufmerksamem Geist, während ich dir die schöne Geschichte Ramas erzähle. Die große Verblendung ist der riesige Büffeldämon Mahisha, und die Geschichte Ramas ist die schreckliche Kali, die ihn vernichtet. Die Geschichte Ramas ist wie die Strahlen des Mondes, die die Heiligen wie Chakora-Vögel trinken. Bhavani hatte einst einen ähnlichen Zweifel, und dann erklärte es ihr Mahadeva.
Doha 47
कहउँ सो मति अनुहारि अब उमा संभु संबाद।भयउ समय जेहि हेतु जेहि सुनु मुनि मिटिहि बिषाद।।47।।
kahaũ so mati anuhāri aba umā sambhu saṃbāda |bhayu samaya jehi hetu jehi sunu muni miṭihi biṣāda ||47||
Nun werde ich nach meinem Verständnis jenen Dialog zwischen Uma und Shambhu erzählen und sagen, zu welcher Zeit und aus welchem Grund er stattfand. Höre, o Weiser, und dein Kummer wird vergehen.
Chaupai 48.1-4
एक बार त्रेता जुग माहीं।संभु गए कुंभज रिषि पाहीं।।
संग सती जगजननि भवानी।पूजे रिषि अखिलेस्वर जानी।।
रामकथा मुनीबर्ज बखानी।सुनी महेस परम सुखु मानी।।
रिषि पूछी हरिभगति सुहाई।कही संभु अधिकारी पाई।।
कहत सुनत रघुपति गुन गाथा।कछु दिन तहाँ रहे गिरिनाथा।।
मुनि सन बिदा मागि त्रिपुरारी।चले भवन सँग दच्छकुमारी।।
तेहि अवसर भंजन महिभारा।हरि रघुबंस लीन्ह अवतारा।।
पिता बचन तजि राजु उदासी।दंडक बन बिचरत अबिनासी।।
eka bāra tretā juga māhīṁ |śaṁbhu gae kuṁbhaja riṣi pāhīṁ ||
saṅga satī jagajanani bhavānī |pūje riṣi akhileśvara jānī ||
rāmakathā munībaraja bakhānī |sunī maheśa parama sukhu mānī ||
riṣi pūchī haribhagati suhāī |kahī śaṁbhu adhikārī pāī ||
kahata sunata raghupati guna gāthā |kachu dina tahāṁ rahe girināthā ||
muni sana bidā māgi tripurārī |cale bhavana saṅga dacchakumārī ||
tehi avasara bhañjana mahibhārā |hari raghubaṁsa līnha avatārā ||
pitā bacana taji rāju udāsī |daṇḍaka bana bicarata abināsī ||
Einmal, im Treta-Zeitalter, ging Shambhu zu dem Weisen Agastya, dem aus einem Krug Geborenen. Mit ihm ging Sati, Bhavani, die Mutter der Welt. Der Weise verehrte sie, da er erkannte, dass sie die Herren des ganzen Universums waren. Der Fürst der Weisen erzählte die Geschichte Ramas, und Mahesha hörte sie mit größter Freude. Der Weise fragte nach der schönen Hingabe an Hari, und Shambhu, ihn für würdig befunden, erklärte sie. Indem sie die Erzählung von den Tugenden des Herrn der Raghus erzählten und hörten, verweilte der Herr der Berge einige Tage dort. Dann nahm der Zerstörer von Tripura Abschied von dem Weisen und machte sich auf den Heimweg, mit der Tochter Dakshas an seiner Seite. Zu jener Zeit hatte Hari, um die Last der Erde zu mindern, in der Linie der Raghu Fleisch angenommen. Auf das Wort seines Vaters hin hatte er das Königreich aufgegeben, und betrübt wanderte der unsterbliche Herr durch den Dandaka-Wald.
Doha 48(क), Soratha 48(ख)
ह्दयँ बिचारत जात हर केहि बिधि दरसनु होइ॥
गुप्त रुप अवतरेउ प्रभु गएँ जान सबु कोइ॥48(क)॥
संकर उर अति छोभु सती न जानहिं मरमु सोइ॥
तुलसी दरसन लोभु मन डरु लोचन लालची॥48(ख)॥
hdayaṁ bicārat jāta hari kehi bidhi darasanu hoi |gupta rupa avatareu prabhu gaeṁ jāna sabu koi ||48(ka)||
śaṅkara ura ati chobhu satī na jānahĩ maramu soi |tulasī darasana lobhu mana ḍaru locana lālacī ||48(kha)||
Während er ging, dachte Shiva in seinem Herzen nach, auf welche Weise er eine Schau des Herrn erlangen könnte. Der Herr ist in verborgener Gestalt herabgekommen; wenn ich zu ihm gehe, wird jeder es erfahren. Tulsidas sagt: der Verstand sehnte sich nach der Schau, fürchtete sich aber, während die Augen begierig danach waren.
Chaupai 49.1-4
रावन मरन मनुज कर जाचा।प्रभु बिधि बचनु कीन्ह चह साचा।।
जौं नहिं जाउँ रहइ पछितावा।करत बिचारु न बनत बनावा।।
एहि बिधि भए सोचबस ईसा।तेहि समय जाइ दससीसा।।
लीन्ह नीच मारीचहि संगा।भयउ तुरत सोइ कपट कुरंगा।।
करि छलु मूढ़ हरी बैदेही।प्रभु प्रभाउ तस बिदित न तेही।।
मृग बधि बन्धु सहित हरि आए।आश्रमु देखि नयन जल छाए।।
बिरह बिकल नर इव रघुराई।खोजत बिपिन फिरत दोउ भाई।।
कबहूँ जोग बियोग न जाकें।देखा प्रगट बिरह दुख ताकें।।
rāvana marana manuja kara jācā |prabhu bidhi bacanu kīnha caha sācā ||
jaũ nahi jāũ rahai pachitāvā |karata bicāru na banata banāvā ||
ehi bidhi bhae soca-basa īsā |tehi samaya jāi dasa-sīsā ||
līnha nīca mārīcahi saṅgā |bhayu turata soi kapaṭ kuraṅgā ||
kari chalu mūṛha harī baidehī |prabhu prabhāu tasa bidita na tehī ||
mṛga badhi bandhu sahita hari āe |āśramu dekhi nayana jala chāe ||
biraha bikala nara iva raghurāī |khojata bipina phirata dou bhāī ||
kabahū̃ joga biyoga na jākeṁ |dekhā pragaṭa biraha dukha tākeṁ ||
Ravana hatte darum gebeten, dass sein Tod durch die Hände eines Menschen komme, und der Herr wollte das Wort Brahmas wahr machen. "Wenn ich nicht gehe, wird es Reue geben." Er dachte nach und fand keinen Ausweg. So war der Herr in sorgenvolle Gedanken versunken. In genau jenem Moment zog Ravana fort, und nahm den niederträchtigen Maricha mit, der sogleich zu einem trügerischen Hirsch wurde. Der Tor, nachdem er seine Täuschung gespielt hatte, entführte Sita, die Prinzessin von Videha; er kannte die Macht des Herrn nicht, wie sie wahrhaft ist. Nachdem er den Hirsch getötet hatte, kehrte der Herr zusammen mit seinem Bruder zurück. Als er die Einsiedelei sah, füllten sich seine Augen mit Tränen. Der Herr der Raghus, von Trennung aufgewühlt wie ein gewöhnlicher Mensch, und sein Bruder mit ihm, wanderten durch den Wald auf der Suche nach ihr. Derjenige, der nie mit jemandem verbunden noch von jemandem getrennt ist, wurde offen gesehen, wie er den Schmerz der Trennung litt.
Doha 49
अति विचित्र रघुपति चरित जानहिं परम सुजान।जे मतिमंद बिमोह बस हृदयँ धरहिं कछु आन।।49।।
ati vicitra raghupati carita jānahĩ parama sujāna |je matimanda bimoha basa hṛdayaṁ dharahĩ kachu āna ||49||
Überaus wundersam ist die Erzählung vom Herrn der Raghu-Dynastie; nur die höchst Unterscheidungskräftigen erfassen sie wahrhaft. Doch die Dumpfsinnigen, von Verblendung gefesselt, hegen eine andere Vorstellung im Herzen – sie verkennen die Sache und nehmen sie verkehrt auf.
परम्परानुसार ‘मानस-जल’ में मज्जन-पान (श्रवण-स्मरण) करने से कलि-कलुष, पाप-परिताप, दारिद-दोष और काम-क्रोधादि विकार शान्त होते हैं; विवेक-वैराग्य बढ़ता है और राम-प्रेम पुष्ट होता है—यही इस खण्ड का घोषित फल है (दोहा 43 के चतुर्थांश-भाव में)।
सामान्य मानस-पारायण परम्परा में ‘श्रीराम जय राम जय जय राम’ अथवा ‘राम राम’ नाम-जप को संपुट रूप में जोड़ा जाता है; इस विशेष खण्ड (प्रयाग-घाट/उमा–महेश संदर्भ) में कई शिव-राम समन्वय-परम्पराएँ ‘ॐ नमः शिवाय’ के साथ ‘राम’ नाम का संयुक्त जप भी करती हैं।
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