Bala KandaPrakarana 3421 Verses

Prakarana 34

सोपान-प्रवेश: ‘मंगल-आरम्भ’ से ‘भक्ति-बीज’ तक। बालकाण्ड में राम-लीला का प्रथम दर्शन जीव के भीतर श्रद्धा (श्रवण-रुचि) जगाता है। यहाँ विवाह-उत्सव, अतिथि-सत्कार, गुरु-कृपा, दान और कुल-रीति—ये सब ‘धर्म-आचरण’ को भक्ति का आधार बनाते हैं। इस खण्ड का द्वार-भाव यह है कि मोक्ष-मार्ग का पहला पायदान सामाजिक-धर्म और प्रेम-सम्बन्धों की शुद्धि से खुलता है; लोक-मर्यादा के भीतर रहकर भी ईश्वर-प्रेम (सगुण-भक्ति) निरन्तर नूतन होता जाता है।

In dieser Passage (um Doha 330, 339) ist der Rasa-Fluss „nach der Hochzeit", eine Harmonisierung von uttsāha (festliche Begeisterung), karuṇ-vipralambha (zarte Trennung), vātsalya und dāna-dharma. Der wiederkehrende Ausdruck „nit nūtan maṅgal" macht die Erzählung zu einer Erfahrung immer neuer Gnade: Janakas Gastfreundschaft gegenüber den Gästen, Daśarathas Verehrung des Guru und Geschenke an die Brāhmaṇas, und beim Abschied die überwältigende Liebe der Frauen Gemächer und Janakas Familie, all dies stärkt die soziale Grundlage der Bhakti (maryādā). Tulasī beschreibt den königlichen Prunk nicht nur zum Genuss der Pracht; er stellt dāna und sevā wie eine Yajña-Reinigung dar, sodass selbst Gṛhastha-dharma zur Sādhanā wird. Der emotionale Höhepunkt ist der Abschied: Sītās Reise in der Sänfte, mütterliche Segnungen, die Zuneigung zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter, und die innere Weihe der mitfühlenden Trennung, dieser Viraha wird später die Bhakti vertiefen. So reinigt dieser Teil des Bālakāṇḍa den Jīva durch Zuneigung und bereitet ihn auf die nächste Stufe vor.

Verses

Chaupai 330.1-4

नित नूतन मंगल पुर माहीं।निमिष सरिस दिन जामिनि जाहीं।।

बड़े भोर भूपतिमनि जागे।जाचक गुन गन गावन लागे।।

देखि कुअँर बर बधुन्ह समेता।किमि कहि जात मोदु मन जेता।।

प्रातक्रिया करि गे गुरु पाहीं।महाप्रमोदु प्रेमु मन माहीं।।

करि प्रनाम पूजा कर जोरी।बोले गिरा अमिअँ जनु बोरी।।

तुम्हरी कृपाँ सुनहु मुनिराजा।भयउँ आजु मैं पूरनकाजा।।

अब सब बिप्र बोलाइ गोसाईं।देहु धेनु सब भाँति बनाई।।

सुनि गुर करि महिपाल बड़ाई।पुनि पठए मुनि बृंद बोलाई।।

nita nūtana maṁgala pura māhīṁ |nimiṣa sarisa dina jāmini jāhīṁ ||

baṛe bhora bhūpatimani jāge |jācaka guna gana gāvana lāge ||

dekhi kuãra bara badhunha sametā |kimi kahi jāta modu mana jetā ||

prātakriyā kari ge guru pāhīṁ |mahāpramodu premu mana māhīṁ ||

kari pranāma pūjā kara jorī |bole girā amiã janu borī ||

tumharī kṛpā̃ sunahu munirājā |bhayaũ āju maiṁ pūranakājā ||

aba saba bipra bolāi gosāīṁ |dehu dhenu saba bhā̃ti banāī ||

suni gura kari mahipāla baṛāī |puni paṭhae muni bṛṁda bolāī ||

In der Stadt war jeden Tag neue Freude, und die Tage und Nächte vergingen wie ein Augenzwinkern. Sehr früh am Morgen erwachte das Juwel unter den Königen, und die Barden begannen, seine vielen Tugenden zu besingen. Als er die Prinzen zusammen mit ihren edlen Bräuten sah, wie lässt sich sagen, wie groß die Freude in seinem Herzen war? Nachdem er seine Morgenriten vollzogen hatte, ging er zu seinem Guru, mit großer Wonne und Liebe im Herzen. Er verneigte sich und verehrte ihn mit gefalteten Händen, und sprach Worte, die in Nektar getränkt schienen. "Durch deine Gnade, höre, König der Weisen, heute sind all meine Vorhaben erfüllt." "Nun, Meister, rufe alle Brahmanen zusammen und gib ihnen Kühe, auf jede Weise geschmückt." Als der Guru dies hörte, pries er den König, und dann ließ er die Schar der Weisen herbeirufen.

Doha 330

बामदेउ अरु देवरिषि बालमीकि जाबालि।आए मुनिबर निकर तब कौसिकादि तपसालि।।⁠330।।

bāmadeu aru devariṣi bālamīki jābāli |āe munibara nikara taba kausikādi tapasāli ||⁠330||

Da kamen Vamadeva und Devarishi, der göttliche Weise, mit Valmiki und Jabali, und eine Schar hervorragender Weiser, Vishvamitra und die anderen großen Asketen.

Chaupai 331.1-4

दंड प्रनाम सबहि नृप कीन्हे।पूजि सप्रेम बरासन दीन्हे।।

चारि लच्छ बर धेनु मगाई।कामसुरभि सम सील सुहाई।।

सब बिधि सकल अलंकृत कीन्हीं।मुदित महिप महिदेवन्ह दीन्हीं।।

करत बिनय बहु बिधि नरनाहू।लहेउँ आजु जग जीवन लाहू।।

पाइ असीस महीसु अनंदा।लिए बोलि पुनि जाचक बृंदा।।

कनक बसन मनि हय गय स्यंदन।दिए बूझि रुचि रबिकुलनंदन।।

चले पढ़त गावत गुन गाथा।जय जय जय दिनकर कुल नाथा।।

एहि बिधि राम बिआह उछाहू।सकइ न बरनि सहस मुख जाहू।।

daṁḍa pranāma sabahi nṛpa kīnhe |pūji saprema barāsana dīnhe ||

cāri laccha bara dhenu magāī |kāmasurabhi sama sīla suhāī ||

saba bidhi sakala alaṁkṛta kīnhīṁ |mudita mahipa mahidevanha dīnhīṁ ||

karata binaya bahu bidhi naranāhū |laheũ āju jaga jīvana lāhū ||

pāi asīsa mahīsu anaṁdā |lie boli puni jācaka bṛṁdā ||

kanaka basana mani haya gaya syaṁdana |die būjhi ruci rabikulanaṁdana ||

cale paṛhata gāvata guna gāthā |jaya jaya jaya dinakara kula nāthā ||

ehi bidhi rāma biāha uchāhū |sakai na barani sahasa mukha jāhū ||

Der König warf sich vor allen nieder, und nachdem er sie mit Liebe verehrt hatte, gab er ihnen vortreffliche Sitze. Er ließ vierhunderttausend vortreffliche Kühe herbeiholen, lieblich durch ihre Sanftmut, gleich Kamadhenu, der himmlischen Kuh. Er schmückte sie alle auf jede Weise, und der freudige König gab sie den Brahmanen. In vielfacher Demut flehte der König und sprach: «Heute habe ich den Gewinn des Lebens in dieser Welt erlangt.» Den Segen empfangend, freute sich der König und rief erneut die Scharen der Bettler herbei. Gold, Gewänder, Juwelen, Pferde, Elefanten und Wagen gab die Freude des Sonnengeschlechts, nachdem er eines jeden Wunsch erkannt hatte. Sie zogen fort, singend und vortragend die Lieder seines Lobes: «Sieg, Sieg, Sieg dem Herrn des Geschlechts der Sonne!» So war die Freude bei Ramas Hochzeit; selbst mit tausend Münden könnte man sie nicht beschreiben.

Doha 331

बार बार कौसिक चरन सीसु नाइ कह राउ।यह सबु सुखु मुनिराज तव कृपा कटाच्छ पसाउ।।⁠331।।

bāra bāra kausika carana sīsu nāi kaha rāu |yaha sabu sukhu munirāja tava kṛpā kaṭāccha pasāu ||⁠331||

Indem er sein Haupt immer wieder zu Kaushikas Füßen neigte, sprach der König: „O König der Weisen, all dieses Glück ist die Frucht der Gunst deines gnädigen Blickes.“

Chaupai 332.1-4

जनक सनेहु सीलु करतूती।नृपु सब भाँति सराह बिभूती।।

दिन उठि बिदा अवधपति मागा।राखहिं जनकु सहित अनुरागा।।

नित नूतन आदरु अधिकाई।दिन प्रति सहस भाँति पहुनाई।।

नित नव नगर अनंद उछाहू।दसरथ गवनु सोहाइ न काहू।।

बहुत दिवस बीते एहि भाँती।जनु सनेह रजु बँधे बराती।।

कौसिक सतानंद तब जाई।कहा बिदेह नृपहि समुझाई।।

अब दसरथ कहँ आयसु देहू।जद्यपि छाड़ि न सकहु सनेहू।।

भलेहिं नाथ कहि सचिव बोलाए।कहि जय जीव सीस तिन्ह नाए।।

janaka sanehu sīlu karatūtī |nṛpu saba bhā̃ti sarāha bibhūtī ||

dina uṭhi bidā avadhapati māgā |rākhahiṁ janaku sahita anurāgā ||

nita nūtana ādaru adhikāī |dina prati sahasa bhā̃ti pahunāī ||

nita nava nagara anaṁda uchāhū |dasaratha gavanu sohāi na kāhū ||

bahuta divasa bīte ehi bhā̃tī |janu saneha raju bãdhe barātī ||

kausika satānaṁda taba jāī |kahā bideha nṛpahi samujhāī ||

aba dasaratha kahã āyasu dehū |jadyapi chāṛi na sakahu sanehū ||

bhalehiṁ nātha kahi saciva bolāe |kahi jaya jīva sīsa tinha nāe ||

Der König, Dasharatha, pries auf jede Weise Janakas Zuneigung, seinen edlen Charakter, seine Taten und seine Pracht. Jeden Tag erhob er sich und bat um Erlaubnis zu reisen, und Janaka, voller Liebe, hielt ihn zurück. Jeder Tag brachte neue und immer größere Ehren, und jeden Tag wurde die Gastfreundschaft auf tausendfache Weise erwiesen. Jeden Tag hatte die Stadt neue Freuden und Feste, und niemand mochte den Gedanken an Dasharathas Abreise. Viele Tage vergingen auf diese Weise, als wären die Hochzeitsgäste mit Stricken der Liebe gebunden. Da gingen Vishvamitra und Shatananda hin und erteilten dem König von Videha einen Rat. Nun gib Dasharatha die Erlaubnis zu gehen, auch wenn du dich nicht entschließen kannst, deine Liebe zu ihm aufzugeben. Sehr wohl, Herr, sagte Janaka, und er berief seine Minister. Sie kamen, riefen Sieg, langes Leben! und neigten ihre Häupter.

Doha 332

अवधनाथु चाहत चलन भीतर करहु जनाउ।भए प्रेमबस सचिव सुनि बिप्र सभासद राउ।।⁠332।।

avadhanāthu cāhata calana bhītara karahu janāu |bhae premabasa saciva suni bipra sabhāsada rāu ||⁠332||

Der Herr von Ayodhya wünscht aufzubrechen; lasst die Nachricht in die inneren Gemächer bringen. Als sie dies hörten, wurden die Minister, die Brahmanen, die Mitglieder der Versammlung und der König selbst von Liebe überwältigt.

Chaupai 333.1-4

पुरबासी सुनि चलिहि बराता।बूझत बिकल परस्पर बाता।।

सत्य गवनु सुनि सब बिलखाने।मनहुँ साँझ सरसिज सकुचाने।।

जहँ जहँ आवत बसे बराती।तहँ तहँ सिद्ध चला बहु भाँती।।

बिबिध भाँति मेवा पकवाना।भोजन साजु न जाइ बखाना।।

भरि भरि बसहँ अपार कहारा।पठई जनक अनेक सुसारा।।

तुरग लाख रथ सहस पचीसा।सकल सँवारे नख अरु सीसा।।

मत्त सहस दस सिंधुर साजे।जिन्हहि देखि दिसिकुंजर लाजे।।

कनक बसन मनि भरि भरि जाना।महिषीं धेनु बस्तु बिधि नाना।।

purabāsī suni calihi barātā |būjhata bikala paraspara bātā ||

satya gavanu suni saba bilakhāne |manahũ sā̃jha sarasija sakucāne ||

jahã jahã āvata base barātī |tahã tahã siddha calā bahu bhā̃tī ||

bibidha bhā̃ti mevā pakavānā |bhojana sāju na jāi bakhānā ||

bhari bhari basahã apāra kahārā |paṭhaī janaka aneka susārā ||

turaga lākha ratha sahasa pacīsā |sakala sãvāre nakha aru sīsā ||

matta sahasa dasa siṁdhura sāje |jinhahi dekhi disikuṁjara lāje ||

kanaka basana mani bhari bhari jānā |mahiṣīṁ dhenu bastu bidhi nānā ||

Als die Stadtbewohner hörten, dass der Hochzeitszug aufbrechen würde, befragten sie einander in Bestürzung. Als sie hörten, dass der Aufbruch gewiss war, betrübten sich alle, wie Lotusblumen, die sich am Abend schließen. Wo immer die Mitglieder des Zuges bei ihrer Ankunft Unterkunft gefunden hatten, dort wurden Vorräte in großer Vielfalt bereitgestellt. Es gab getrocknete Früchte und gekochte Speisen vielerlei Art, und die Anordnung der Speisen war unbeschreiblich. Janaka sandte zahllose Träger, die in bis zum Rand gefüllten Ochsenkarren Lasten beförderten, zusammen mit vielen geschickten Köchen. Hunderttausend Pferde und fünfundzwanzigtausend Wagen, alle vom Kopf bis zum Fuß geschmückt. Zehntausend Elefanten in Brunft, reich geschmückt, bei deren Anblick die Elefanten, die die Himmelsrichtungen bewachten, beschämt waren. Es waren Wagen bis zum Rand gefüllt mit Gold, Gewändern und Juwelen, sowie Büffel, Kühe und Güter vielerlei Art.

Doha 333

दाइज अमित न सकिअ कहि दीन्ह बिदेहँ बहोरि।जो अवलोकत लोकपति लोक संपदा थोरि।।⁠333।।

dāija amita na sakia kahi dīnha bidehã bahori |jo avalokata lokapati loka saṁpadā thori ||⁠333||

Die Geschenke, die der Herr von Videha gab, waren unermesslich und jenseits aller Beschreibung; selbst der Herr der Welten würde beim Anblick ihren Reichtum als gering erachten.

Chaupai 334.1-4

सबु समाजु एहि भाँति बनाई।जनक अवधपुर दीन्ह पठाई।।

चलिहि बरात सुनत सब रानीं।बिकल मीनगन जनु लघु पानीं।।

पुनि पुनि सीय गोद करि लेहीं।देइ असीस सिखावनु देहीं।।

होएहु संतत पियहि पिआरी।चिरु अहिबात असीस हमारी।।

सासु ससुर गुर सेवा करेहू।पति रुख लखि आयसु अनुसरेहू।।

अति सनेह बस सखीं सयानी।नारि धरम सिखवहिं मृदु बानी।।

सादर सकल कुअँरि समुझाई।रानिन्ह बार बार उर लाई।।

बहुरि बहुरि भेटहिं महतारीं।कहहिं बिरंचि रचीं कत नारीं।।

sabu samāju ehi bhā̃ti banāī |janaka avadhapura dīnha paṭhāī ||

calihi barāta sunata saba rānīṁ |bikala mīnagana janu laghu pānīṁ ||

puni puni sīya goda kari lehīṁ |dei asīsa sikhāvanu dehīṁ ||

hoehu saṁtata piyahi piārī |ciru ahibāta asīsa hamārī ||

sāsu sasura gura sevā karehū |pati rukha lakhi āyasu anusarehū ||

ati saneha basa sakhīṁ sayānī |nāri dharama sikhavahiṁ mṛdu bānī ||

sādara sakala kuãri samujhāī |rāninha bāra bāra ura lāī ||

bahuri bahuri bheṭahiṁ mahatārīṁ |kahahiṁ biraṁci racīṁ kata nārīṁ ||

Nachdem auf diese Weise die gesamte Ausstattung bereitet worden war, sandte Janaka sie nach Ayodhya. Als sie hörten, dass der Hochzeitszug aufbrechen würde, wurden alle Königinnen bestürzt, wie Fischschwärme in wenig Wasser. Immer wieder nahmen sie Sita auf ihren Schoß, und Segen spendend, gaben sie ihr Rat. Mögest du deinem Gatten stets lieb sein; dies ist unser Segen, dass dein Ehestand lange währe. Diene deiner Schwiegermutter, deinem Schwiegervater und deinen Ältesten, und, die Wünsche deines Gatten beachtend, folge seinen Weisungen. Aus großer Liebe lehrten die weisen Gefährtinnen sie die Pflicht einer Ehefrau in sanften Worten. Mit Sorgfalt unterwiesen sie alle Prinzessinnen, und die Königinnen drückten sie immer wieder an ihre Herzen. Die Mütter umarmten sie immer wieder und sagten: Warum hat Brahma die Frauen erschaffen?

Doha 334

तेहि अवसर भाइन्ह सहित रामु भानु कुल केतु।चले जनक मंदिर मुदित बिदा करावन हेतु।।⁠334।।

tehi avasara bhāinha sahita rāmu bhānu kula ketu |cale janaka maṁdira mudita bidā karāvana hetu ||⁠334||

Zu jener Zeit brach Rama, das Banner des Solargeseschlechts, mit seinen Brüdern zum Hofe Janakas auf, freudig und begierig, Abschied zu nehmen.

Chaupai 335.1-4

चारिअ भाइ सुभायँ सुहाए।नगर नारि नर देखन धाए।।

कोउ कह चलन चहत हहिं आजू।कीन्ह बिदेह बिदा कर साजू।।

लेहु नयन भरि रूप निहारी।प्रिय पाहुने भूप सुत चारी।।

को जानै केहि सुकृत सयानी।नयन अतिथि कीन्हे बिधि आनी।।

मरनसीलु जिमि पाव पिऊषा।सुरतरु लहै जनम कर भूखा।।

पाव नारकी हरिपदु जैसें।इन्ह कर दरसनु हम कहँ तैसे।।

निरखि राम सोभा उर धरहू।निज मन फनि मूरति मनि करहू।।

एहि बिधि सबहि नयन फलु देता।गए कुअँर सब राज निकेता।।

cāria bhāi subhāyã suhāe |nagara nāri nara dekhana dhāe ||

kou kaha calana cahata hahiṁ ājū |kīnha bideha bidā kara sājū ||

lehu nayana bhari rūpa nihārī |priya pāhune bhūpa suta cārī ||

ko jānai kehi sukṛta sayānī |nayana atithi kīnhe bidhi ānī ||

maranasīlu jimi pāva piūṣā |surataru lahai janama kara bhūkhā ||

pāva nārakī haripadu jaiseṁ |inha kara darasanu hama kahã taise ||

nirakhi rāma sobhā ura dharahū |nija mana phani mūrati mani karahū ||

ehi bidhi sabahi nayana phalu detā |gae kuãra saba rāja niketā ||

Die vier Brüder, schön in ihrer natürlichen Anmut, ließen die Männer und Frauen der Stadt herbeilaufen, um sie zu sehen. Jemand sagte: «Sie wünschen heute aufzubrechen; der König von Videha hat ihr Lebewohl vorbereitet.» «Füllt eure Augen mit ihrer Schönheit und schaut euch satt, denn diese vier Prinzen sind liebe Gäste.» «Wer weiß, kluge Freundin, durch welches Verdienst die Vorsehung sie hierher gebracht hat, damit sie Gäste unserer Augen sind?» «Wie ein Sterbender Nektar empfängt, oder wie einer, der sein Leben lang gehungert hat, den Baum des Paradieses findet,» «oder wie ein Höllenbewohner die Wohnstatt Hari erlangt, so ist uns der Anblick von ihnen.» «Schaut die Schönheit Ramas an und bewahrt sie in eurem Herzen; macht euren eigenen Geist zur Schlange und sein Bild zum Juwel auf ihrer Haube.» So allen den Lohn der Augen gebend, gingen alle Prinzen zum königlichen Palast.

Doha 335

रूप सिंधु सब बंधु लखि हरषि उठा रनिवासु।करहि निछावरि आरती महा मुदित मन सासु।।⁠335।।

rūpa siṁdhu saba baṁdhu lakhi haraṣi uṭhā ranivāsu |karahi nichāvari āratī mahā mudita mana sāsu ||⁠335||

Als sie alle Brüder sahen, Ozeane der Schönheit, erhoben sich die Frauenquartiere in Freude; und die Schwiegermütter, im Herzen hocherfreut, vollzogen den Arati und überhäuften sie mit Opfergaben.

Chaupai 336.1-4

देखि राम छबि अति अनुरागीं।प्रेमबिबस पुनि पुनि पद लागीं।।

रही न लाज प्रीति उर छाई।सहज सनेहु बरनि किमि जाई।।

भाइन्ह सहित उबटि अन्हवाए।छरस असन अति हेतु जेवाँए।।

बोले रामु सुअवसरु जानी।सील सनेह सकुचमय बानी।।

राउ अवधपुर चहत सिधाए।बिदा होन हम इहाँ पठाए।।

मातु मुदित मन आयसु देहू।बालक जानि करब नित नेहू।।

सुनत बचन बिलखेउ रनिवासू।बोलि न सकहिं प्रेमबस सासू।।

हृदयँ लगाइ कुअँरि सब लीन्ही।पतिन्ह सौंपि बिनती अति कीन्ही।।

dekhi rāma chabi ati anurāgīṁ |premabibasa puni puni pada lāgīṁ ||

rahī na lāja prīti ura chāī |sahaja sanehu barani kimi jāī ||

bhāinha sahita ubaṭi anhavāe |charasa asana ati hetu jevā̃e ||

bole rāmu suavasaru jānī |sīla saneha sakucamaya bānī ||

rāu avadhapura cahata sidhāe |bidā hona hama ihā̃ paṭhāe ||

mātu mudita mana āyasu dehū |bālaka jāni karaba nita nehū ||

sunata bacana bilakheu ranivāsū |boli na sakahiṁ premabasa sāsū ||

hṛdayã lagāi kuãri saba līnhī |patinha sauṁpi binatī ati kīnhī ||

Als sie die Schönheit Ramas sahen, wurden die Königinnen von tiefer Liebe erfüllt, und von Zuneigung überwältigt fielen sie immer wieder zu seinen Füßen. Keine Scham blieb in ihnen, denn Liebe erfüllte ihre Herzen. Wie lässt sich solche natürliche Zuneigung beschreiben? Zusammen mit seinen Brüdern salbten sie sie mit duftenden Ölen und badeten sie, und dann speisten sie sie mit großer Liebe ein Mahl von sechs Geschmacksrichtungen. Rama sprach, da er den rechten Zeitpunkt erkannte, mit Worten voller Sanftheit, Zuneigung und bescheidener Zurückhaltung. "Der König wünscht nach Ayodhya aufzubrechen, und er hat uns hierher gesandt, um Abschied zu nehmen." "Mütter, gebt uns mit frohen Herzen eure Erlaubnis, und betrachtet mich als ein Kind und erweist mir stets eure Zuneigung." Als sie diese Worte hörten, gerieten die Frauen des königlichen Haushalts in Schmerz, und die Schwiegermütter, von Liebe überwältigt, konnten nicht sprechen. Sie drückten alle Prinzessinnen an ihre Herzen, und vertrauten sie ihren Gatten an, wobei sie inständige Bitten vorbrachten.

Chhand 336

करि बिनय सिय रामहि समरपी जोरि कर पुनि पुनि कहै।बलि जाँउ तात सुजान तुम्ह कहुँ बिदित गति सब की अहै।।

परिवार पुरजन मोहि राजहि प्रानप्रिय सिय जानिबी।तुलसीस सीलु सनेहु लखि निज किंकरी करि मानिबी।।

kari binaya siya rāmahi samarapī jori kara puni puni kahai |bali jā̃u tāta sujāna tumha kahũ bidita gati saba kī ahai ||

parivāra purajana mohi rājahi prānapriya siya jānibī |tulasīsa sīlu sanehu lakhi nija kiṁkarī kari mānibī ||

Mit demütiger Bitte übergab sie Sita an Rama und sprach mit gefalteten Händen immer wieder: «Ich opfere mich dir, lieber Sohn; du bist weise, und der Zustand aller ist dir bekannt.» «Wisse, dass Sita der Familie, den Bürgern der Stadt, mir und dem König so lieb ist wie das Leben. O Herr von Tulsi, da du ihre sanfte Natur und ihre Liebe siehst, nimm sie als deine eigene Magd an.»

Soratha 336

तुम्ह परिपूरन काम जान सिरोमनि भावप्रिय।जन गुन गाहक राम दोष दलन करुनायतन।।⁠336।।

tumha paripūrana kāma jāna siromani bhāvapriya |jana guna gāhaka rāma doṣa dalana karunāyatana ||⁠336||

Du bist vollkommen in der Erfüllung jedes Wunsches, die Krone der Weisen und lieb denen, die dir in Hingabe zugetan sind. O Rama, du bist der, der die Tugenden deiner Diener schätzt, der Vernichter ihrer Fehler, die Wohnstatt des Mitgefühls.

Chaupai 337.1-4

अस कहि रही चरन गहि रानी।प्रेम पंक जनु गिरा समानी।।

सुनि सनेहसानी बर बानी।बहुबिधि राम सासु सनमानी।।

राम बिदा मागत कर जोरी।कीन्ह प्रनामु बहोरि बहोरी।।

पाइ असीस बहुरि सिरु नाई।भाइन्ह सहित चले रघुराई।।

मंजु मधुर मूरति उर आनी।भई सनेह सिथिल सब रानी।।

पुनि धीरजु धरि कुअँरि हँकारी।बार बार भेटहिं महतारीं।।

पहुँचावहिं फिरि मिलहिं बहोरी।बढ़ी परस्पर प्रीति न थोरी।।

पुनि पुनि मिलत सखिन्ह बिलगाई।बाल बच्छ जिमि धेनु लवाई।।

asa kahi rahī carana gahi rānī |prema paṁka janu girā samānī ||

suni sanehasānī bara bānī |bahubidhi rāma sāsu sanamānī ||

rāma bidā māgata kara jorī |kīnha pranāmu bahori bahorī ||

pāi asīsa bahuri siru nāī |bhāinha sahita cale raghurāī ||

maṁju madhura mūrati ura ānī |bhaī saneha sithila saba rānī ||

puni dhīraju dhari kuãri hãkārī |bāra bāra bheṭahiṁ mahatārīṁ ||

pahũcāvahiṁ phiri milahiṁ bahorī |baṛhī paraspara prīti na thorī ||

puni puni milata sakhinha bilagāī |bāla baccha jimi dhenu lavāī ||

Nachdem sie so gesprochen hatte, verharrte die Königin, seine Füße haltend, ihre Rede wie versunken im Schlamm der Liebe. Ihre vortrefflichen Worte hörend, durchdrungen von Zuneigung, ehrte Rama seine Schwiegermutter auf vielerlei Weise. Mit gefalteten Händen bat Rama um Erlaubnis zu gehen und verneigte sich vor ihr wieder und wieder. Nachdem er ihren Segen empfangen hatte, neigte er das Haupt noch einmal, und der Herr der Raghus zog mit seinen Brüdern fort. Seine anmutige und süße Gestalt in ihre Herzen tragend, wurden alle Königinnen matt und schlaff vor Liebe. Dann fassten sie Mut, riefen ihre jungen Töchter, und die Mütter umarmten sie wieder und wieder. Sie begleiteten sie ein Stück, um sie zu verabschieden, dann wandten sie sich um und umarmten sie erneut; und die Liebe zwischen ihnen wuchs und war nicht gering. Immer wieder, wenn sie sich umarmten, lösten sie sich von ihren Gefährtinnen, wie eine frisch gekälbte Kuh, die an ihr junges Kalb hängt.

Doha 337

प्रेमबिबस नर नारि सब सखिन्ह सहित रनिवासु।मानहुँ कीन्ह बिदेहपुर करुनाँ बिरहँ निवासु।।⁠337।।

premabibasa nara nāri saba sakhinha sahita ranivāsu |mānahũ kīnha bidehapura karunā̃ birahã nivāsu ||⁠337||

Überwältigt von Liebe schienen alle Männer und Frauen des Palastes, zusammen mit ihren Freunden, die Stadt Videha zu einer Stätte des Mitgefühls und der Trennung gemacht zu haben.

Chaupai 338.1-4

सुक सारिका जानकी ज्याए।कनक पिंजरन्हि राखि पढ़ाए।।

ब्याकुल कहहिं कहाँ बैदेही।सुनि धीरजु परिहरइ न केही।।

भए बिकल खग मृग एहि भाँति।मनुज दसा कैसें कहि जाती।।

बंधु समेत जनकु तब आए।प्रेम उमगि लोचन जल छाए।।

सीय बिलोकि धीरता भागी।रहे कहावत परम बिरागी।।

लीन्हि राँय उर लाइ जानकी।मिटी महामरजाद ग्यान की।।

समुझावत सब सचिव सयाने।कीन्ह बिचारु न अवसर जाने।।

बारहिं बार सुता उर लाई।सजि सुंदर पालकीं मगाई।।

suka sārikā jānakī jyāe |kanaka piṁjaranhi rākhi paṛhāe ||

byākula kahahiṁ kahā̃ baidehī |suni dhīraju pariharai na kehī ||

bhae bikala khaga mṛga ehi bhā̃ti |manuja dasā kaiseṁ kahi jātī ||

baṁdhu sameta janaku taba āe |prema umagi locana jala chāe ||

sīya biloki dhīratā bhāgī |rahe kahāvata parama birāgī ||

līnhi rā̃ya ura lāi jānakī |miṭī mahāmarajāda gyāna kī ||

samujhāvata saba saciva sayāne |kīnha bicāru na avasara jāne ||

bārahiṁ bāra sutā ura lāī |saji suṁdara pālakīṁ magāī ||

Die Papageien und Mainas, die Janaki aufgezogen und in goldenen Käfigen gehalten und ihnen das Sprechen beigebracht hatte, riefen in Not: «Wo ist Vaidehi?» Wer würde beim Hören davon nicht die Geduld verlieren? Als die Vögel und Tiere so von Kummer überwältigt waren, wie könnte der Zustand der Menschen beschrieben werden? Da kam Janaka mit seinem Bruder, seine Liebe überströmend und seine Augen mit Tränen gefüllt. Beim Anblick von Sita verließ ihn seine Fassung, obwohl er noch als ein höchster Asket galt, frei von weltlicher Bindung. Der König drückte Janaki an seine Brust, und die große Schranke seiner Weisheit brach zusammen. Alle seine weisen Minister trösteten ihn; er dachte nach und erkannte, dass die Zeit für solchen Kummer nicht geeignet war. Immer wieder drückte er seine Tochter an sein Herz und ließ schöne Sänften schmücken und herbeibringen.

Doha 338

प्रेमबिबस परिवारु सबु जानि सुलगन नरेस।कुँअरि चढ़ाई पालकिन्ह सुमिरे सिद्धि गनेस।।⁠338।।

premabibasa parivāru sabu jāni sulagana naresa |kũari caṛhāī pālakinha sumire siddhi ganesa ||⁠338||

Die ganze Familie war von Liebe überwältigt. Der König, wissend dass die Stunde günstig war, ließ die Prinzessinnen in die Sänften steigen und gedachte Ganesha, des Gebers des Erfolgs.

Chaupai 339.1-4

बहुबिधि भूप सुता समुझाई।नारिधरमु कुलरीति सिखाई।।

दासीं दास दिए बहुतेरे।सुचि सेवक जे प्रिय सिय केरे।।

सीय चलत ब्याकुल पुरबासी।होहिं सगुन सुभ मंगल रासी।।

भूसुर सचिव समेत समाजा।संग चले पहुँचावन राजा।।

समय बिलोकि बाजने बाजे।रथ गज बाजि बरातिन्ह साजे।।

दसरथ बिप्र बोलि सब लीन्हे।दान मान परिपूरन कीन्हे।।

चरन सरोज धूरि धरि सीसा।मुदित महीपति पाइ असीसा।।

सुमिरि गजाननु कीन्ह पयाना।मंगलमूल सगुन भए नाना।।

bahubidhi bhūpa sutā samujhāī |nāridharamu kularīti sikhāī ||

dāsīṁ dāsa die bahutere |suci sevaka je priya siya kere ||

sīya calata byākula purabāsī |hohiṁ saguna subha maṁgala rāsī ||

bhūsura saciva sameta samājā |saṁga cale pahũcāvana rājā ||

samaya biloki bājane bāje |ratha gaja bāji barātinha sāje ||

dasaratha bipra boli saba līnhe |dāna māna paripūrana kīnhe ||

carana saroja dhūri dhari sīsā |mudita mahīpati pāi asīsā ||

sumiri gajānanu kīnha payānā |maṁgalamūla saguna bhae nānā ||

Der König unterwies seine Tochter auf vielerlei Weise, lehrte sie die Pflichten einer Ehefrau und die Bräuche ihrer Familie. Er gab ihr viele Dienerinnen und Diener, reine Bedienstete, die Sita lieb waren. Als Sita aufbrach, waren die Stadtbewohner betrübt; glückverheißende Zeichen und Omen des Guten erschienen. Brahmanen, Ratgeber und die ganze Versammlung begleiteten den König. Als die Zeit kam, spielten die Musiker; Wagen, Elefanten und Pferde wurden für den Hochzeitszug aufgestellt. Dasharatha rief alle Brahmanen und gab ihnen Geschenke, wobei er alle Ehre erfüllte. Er neigte sein Haupt und hielt den Staub der Lotosfüße; der freudige König empfing einen Segen. Er gedachte des Elefantenköpfigen und brach auf; viele glückverheißende Zeichen erschienen.

Doha 339

सुर प्रसून बरषहि हरषि करहिं अपछरा गान।चले अवधपति अवधपुर मुदित बजाइ निसान।।⁠339।।

sura prasūna baraṣahi haraṣi karahiṁ apacharā gāna |cale avadhapati avadhapura mudita bajāi nisāna ||⁠339||

Die Götter regnen vor Freude Blumen herab, und die himmlischen Nymphen singen. Der Herr von Ayodhya brach nach Ayodhya auf, voller Freude, während Trommeln geschlagen wurden.

Frequently Asked Questions

परम्परा में विवाहोत्तर मंगल-प्रसंग (दान, गुरु-पूजन, अतिथि-सत्कार, विदाई) का पाठ ‘गृहस्थ-धर्म की शुद्धि’, पारिवारिक सौहार्द, कन्या/विवाह-संबन्धी मंगल, तथा ‘विरह-भक्ति’ के संस्कार हेतु फलदायी माना जाता है—विशेषतः ‘नित नूतन मंगल’ भाव से मन में सात्त्विक आनन्द स्थिर होता है।

परम्परागत मानस-पाठ में इस प्रकार के मंगल-प्रसंगों पर अनेक पाठ-परम्पराएँ ‘श्रीराम जय राम जय जय राम’ अथवा ‘सियाराममय सब जग जानी’ जैसे जप-सम्पुट जोड़ती हैं; कुछ परम्पराएँ ‘राम नाम’ (एकाक्षरी/द्व्यक्षरी) को ही सार्वभौम सम्पुट मानती हैं।

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