
एकाशीति तमः सर्गः · Bharata’s Grief, Courtly Summons, and the Assembly Hall
अयोध्याकाण्ड
In der späten Nachtzeit, die nāndīmukhī heißt und als glückverheißend begonnen gilt, schaffen die Berufsbarden (sūtamāgadhāḥ) und die Instrumente der Wächter eine feierliche Klangwelt: Trommeln, mit goldenen Stäben geschlagen, und zahlreiche Muschelhörner. Dies soll Bharata ehren, doch der Jubel des Volkes vertieft nur seinen Schmerz. Schon von Trauer überwältigt, weist er jede Anspielung auf Königtum zurück, lässt die Musik verstummen und sagt zu Śatrughna, er sei nicht der König. Er schreibt das Unheil der Stadt Kaikeyīs Handeln zu und klagt, das Reich drehe sich wie ein Boot ohne Steuermann, da Rāma, der Beschützer aller, verbannt worden ist. Sein Wehklagen endet im Zusammenbruch, und die Frauen der inneren Gemächer schreien wie aus einem Mund. Gleichzeitig betritt Vasiṣṭha, kundig im rajadharma, die Versammlungshalle Daśarathas: eine mit Edelsteinen besetzte, goldglänzende sabhā, der Sudharmā Indras vergleichbar. Auf einem goldenen Thron mit weichen Decken sitzend, befiehlt er den Boten, unverzüglich die varṇa-Gruppen, Minister, Heerführer, königliche Diener sowie Bharata, Śatrughna, Yudhājit, Sumantra und andere Wohlgesinnte zu rufen. Die Geladenen kommen in Wagen, zu Pferd und auf Elefanten, und großer Tumult erhebt sich; als Bharata herantritt, begrüßen ihn die Untertanen wie einst Daśaratha, und die Halle erstrahlt, als wäre der König wieder zugegen—ein Bild, das Legitimität, Erinnerung und den Konsens des Volkes zusammenbindet.
Verse 1
ततो नान्दीमुखीं रात्रिं भरतं सूतमागधाः ।तुष्टुवुर्वाग्विशेषज्ञास्स्तवैर्मङ्गलसंहितैः ॥१॥
Dann, in der glückverheißenden Stunde am Ende der Nacht, erfreuten Barden und Lobredner, kundig in feiner Rede, Bharata mit Hymnen voller Segenszeichen.
Verse 2
सुवर्णकोणाभिहतः प्राणदद्यामदुन्दुभिः ।दध्मुश्शङ्खांश्च शतशो नादांश्चोच्चावचस्वरान् ॥२॥
Die Trommeln der Nachtwache, mit goldgespitzten Schlägeln geschlagen, dröhnten; und Muschelhörner wurden zu Hunderten geblasen und ließen Rufe in vielerlei, auf- und absteigenden Tönen erschallen.
Verse 3
स तूर्यघोष स्सुमहान्दिवमापूरयन्निव ।भरतं शोकसन्तप्तं भूयश्शोकैररन्ध्रयत् ॥३॥
Jener gewaltige Klang der Instrumente, als erfülle er den Himmel selbst, überflutete Bharata, der schon von Kummer versengt war, mit noch größerer Trauer.
Verse 4
ततः प्रबुद्धो भरतस्तं घोषं सन्निवर्त्य च ।नाहं राजेति चाप्युक्त्वा शत्रुघ्नमिदमब्रवीत् ॥४॥
Da erwachte Bharata, ließ jenen Lärm verstummen und sprach, erklärend: „Ich bin nicht der König“, diese Worte zu Śatrughna.
Verse 5
पश्य शत्रुघ्न कैकेय्या लोकस्यापकृतं महत् ।विसृज्य मयि दुःखानि राजा दशरथो गतः ॥५॥
„Sieh, Śatrughna, welch großes Unheil Kaikeyī dem Volk angetan hat. König Daśaratha ist dahingegangen und hat mir die Last des Leidens hinterlassen.“
Verse 6
तस्यैषा धर्मराजस्य धर्ममूला महात्मनः ।परिभ्रमति राज्य श्रीर्नौरिवाकर्णिका जले ॥६॥
Für jenen großherzigen König, dessen Herrschaft im Dharma wurzelt, taumelt nun das Glück des Reiches—auf Rechtschaffenheit gegründet—wie ein Boot im Wasser ohne Steuermann.
Verse 7
यो हि न स्सुमहान्नाथस्सोऽपि प्रव्राजितो वनम् ।अनया धर्ममुत्सृज्य मात्रा मे राघवस्स्वयम् ॥७॥
„Rāghava—unser aller großer Beschützer—ist von meiner Mutter, die den Dharma verwarf, selbst in den Wald verbannt worden.“
Verse 8
इत्येवं भरतं प्रेक्ष्य विलपन्तं विचेतनम् ।कृपणं रुरुदुस्सर्वास्सस्वरं योषित स्तदा ॥८॥
Als sie Bharata so klagen sahen und bewusstlos zusammensinken, brachen damals alle Frauen zugleich in Weinen aus und jammerten erbarmungswürdig.
Verse 9
तथा तस्मिन्विलपति वसिष्ठो राजधर्मवित् ।सभामिक्ष्वाकुनाथस्य प्रविवेश महायशाः ॥९॥
Während er so klagte, betrat der ruhmreiche Vasiṣṭha, kundig im königlichen Dharma, die Versammlungshalle des Ikṣvāku-Herrn (Daśaratha).
Verse 10
शातकुम्भमयीं रम्यां मणिरत्नसमाकुलाम् ।सुधर्मामिव धर्मात्मा सगणः प्रत्यपद्यत ॥१०॥
Der rechtschaffene Vasiṣṭha betrat, von seinem Gefolge begleitet, die liebliche Halle aus Gold, dicht geschmückt mit Edelsteinen, gleich Indras Sudharmā-Versammlung.
Verse 11
स काञ्चनमयं पीठं सुखास्तरणसंवृतम् ।अध्यास्त सर्ववेदज्ञो दूताननुशशास च ॥११॥
Er, der alle Veden kannte, setzte sich auf einen goldenen Sitz, mit einer bequemen Decke bedeckt, und wies die Boten an.
Verse 12
ब्राह्मणान् क्षत्रियान्वैश्यनमात्यान्गणवल्लभान् ।क्षिप्रमानयताऽव्यग्राः कृत्यमात्ययिकं हि नः ॥१२॥
„Bringt unverzüglich — ohne Unruhe — Brahmanen, Kshatriyas und Vaishyas, die Minister und die geschätzten Heerführer; denn eine dringliche Pflicht erwartet uns.“
Verse 13
सराजभृत्यं शत्रुघ्नं भरतं च यशस्विनम् ।युधाजितं सुमन्त्रं च ये च तत्र हिता जनाः ॥१३॥
„Bringt auch Shatrughna mit den königlichen Dienern, den ruhmreichen Bharata, Yudhājit, Sumantra und alle, die dort treu und wohlgesinnt sind.“
Verse 14
ततो हलहलाशब्दस्सुमहान्समपद्यत ।रथैरश्वैर्गजैश्चापि जनानामुपगच्छताम् ॥१४॥
Da erhob sich ein gewaltiger Lärm, als die Menschen herbeikamen — in Wagen, zu Pferd und auch auf Elefanten.
Verse 15
ततो भरतमायान्तं शतक्रतुमिवामराः ।प्रत्यनन्दन्प्रकृतयो यथा दशरथं तथा ॥१५॥
Dann, als Bharata herannahte, begrüßten ihn Minister und Untertanen voller Freude, wie sie Daśaratha begrüßt hatten — wie die Götter Śatakratu (Indra) begrüßen.
Verse 16
ह्रद इव तिमिनागसंवृतः स्तिमितजलो मणिशङ्खशर्करः ।दशरथसुतशोभिता सभा सदशरथेव बभौ यथा पुरा ॥१६॥
Die Versammlungshalle, vom Sohn Daśarathas geziert, erstrahlte wie einst: wie ein See mit stillem Wasser, übersät mit Edelsteinen, Muscheln und Kieseln und erfüllt von mächtigen Wesen; es war, als sei Daśaratha selbst wieder zugegen.
Bharata confronts the implied transfer of sovereignty signaled by ceremonial praise and instruments; he explicitly refuses—“I am not the king”—treating acceptance as ethically illegitimate while Rāma is exiled and Daśaratha has died.
The chapter contrasts external legitimation (public acclamation, ritual honor) with inner dharma: rightful rule depends on moral order and counsel (राजधर्म), not mere opportunity; grief becomes a moral testimony rather than a claim to power.
The royal सभा of Ayodhyā is foregrounded, poetically compared to Indra’s Sudharmā; cultural markers include the nāndīmukhī night, bards (सूतमागधाः), conches and night-watch drums, and the court’s protocol of summoning varṇa groups, ministers, and commanders.
Answers come straight from the texts, with the shlokas they draw on. Ask in your own words.
A free sign-in with Google or Apple keeps your chat saved across web and the app.