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Rishi: Rigvedic seer-tradition (source-hymn dependent)
Devata: Indra (by RV/AV 20 context)
Chandas: Triṣṭubh (contextual; this pāda is a triṣṭubh segment)
AV 20.12 ist ein Indra-Anrufungshymnus, der den Gott als „Nah-Hörer“ herbeizieht und ihn drängt zu hören, rasch zu kommen und Kraft, Beute und Schutz zu verleihen. Er verbindet Wohlstandsbitte (vāja, Reichtumssymbole wie Wasser und Kühe) mit der rakṣā-Logik der Ausrichtung auf ṛta und der vṛtra-tötenden Macht und mündet in einen soma-liturgischen Ruf zu Indras mittäglicher Berauschung.
Mantra 1
आ यो विश्वा॑नि॒ शव॑सा त॒तानो॑पश्रो॒ता म॒ ईव॑तो॒ वचां॑सि
Herbei — er, der mit seiner Kraft alles ausgebreitet hat —, er, der nahe hört, soll auf meine Worte hören, auf mich, der Hilfe suchend kommt.
Mantra 2
अया॑मि॒ घोष॑ इन्द्र दे॒वजा॑मिरिर॒ज्यन्त॒ यच्छु॒रुधो॒ विवा॑चि । न॒हि स्वमायु॑श्चिकि॒ते जने॑षु॒ तानीदंहां॒स्यति॑ पर्ष्य॒स्मान्
Ich erhebe den Ruf, o Indra, Verwandter der Götter, voll Eifer, wenn die Ströme getrennt ausgesprochen werden. Denn er achtet unter den Menschen nicht auf sein eigenes Leben; so trage uns hinüber — ja, hinüber — über diese Bedrängnisse.
Mantra 3
यु॒जे रथं॑ ग॒वेष॑णं॒ हरि॑भ्या॒मुप॒ ब्रह्मा॑णि जुजुषा॒णम॑स्थुः । वि बा॑धिष्ट स्य रोद॑सी महि॒त्वेन्द्रो॑ वृ॒त्राण्य॑प्र॒ती ज॑घ॒न्वान्
Um den Beute suchenden Wagen mit den zwei Falben anzuschirren, traten die Gebete (brahmāṇi) zu ihm, froh ihn annehmend. Durch seine Größe sprengte er die beiden Welten auseinander: Indra, unwiderstehlich, der die Vṛtras erschlagen hat.
Mantra 4
आप॑श्चित् पिप्यु स्त॒र्यो॒३ न गावो॒ नक्ष॑न्नृ॒तं ज॑रि॒तार॑स्त इन्द्र । या॒हि वा॒युर्न नि॒युतो॑ नो॒ अच्छा॒ त्वं हि धी॒भिर्दय॑से॒ वि वाजा॑न्
Selbst die Wasser sind voll geworden, gleichsam wie ein ausgebreitetes Lager; wie Kühe haben deine Sänger, o Indra, das ṛta erreicht. Komm zu uns unverzüglich, wie Vāyu mit angeschirrten Gespannen; denn du verteilst mit inspirierten Gedanken weithin die Siegespreise.
Mantra 5
ते त्वा॒ मदा॑ इन्द्र मादयन्तु शु॒ष्मिणं॑ तुवि॒राध॑सं जरि॒त्रे। एको॑ देव॒त्रा दय॑से॒ हि मर्ता॑न॒स्मिन्छू॑र॒ सव॑ने मादयस्व
Mögen diese Rausche, o Indra, dich berauschen – den Starken, den Freigebigen – zum Heil des Sängers. Du allein unter den Göttern teilst Gaben an die Sterblichen aus; in diesem Soma-Pressen (Savana), o Held, sei berauscht und frohlocke.
Mantra 6
ए॒वेदिन्द्रं॒ वृष॑णं॒ वज्र॑बाहुं॒ वसि॑ष्ठासो अ॒भ्यर्चन्त्य॒र्कैः । स न॑ स्तु॒तो वी॒रव॑द् धातु॒ गोम॑द् यू॒यं पा॑त स्व॒स्तिभिः॒ सदा॑ नः
So preisen die Vasiṣṭhas mit Liedversen (arká) Indra, den Stier, den Donnerarmigen. Möge er, gepriesen, uns Reichtum verleihen, reich an Helden, reich an Rindern. Und ihr, behütet uns allezeit mit heilsamen Segnungen.
Mantra 7
ऋ॒जी॒षी व॒ज्री वृ॑ष॒भस्तु॑रा॒षाट्छु॒ष्मी राजा॑ वृत्र॒हा सो॑म॒पावा॑ । यु॒क्त्वा हरि॑भ्या॒मुप॑ यासद॒र्वाङ् माध्यं॑दिने॒ सव॑ने मत्स॒दिन्द्रः॑
Der r̥jīṣa-tragende, donnerbewaffnete Stier, der alles Überwältigende, der starke König, Vṛtra-Töter, Soma-Trinker – Indra möge, nachdem er seine zwei fahlen Rosse angespannt hat, hierher zu uns herankommen; beim Mittags-Pressen (Savana) möge Indra sich berauschen und frohlocken.
For calling Indra quickly to listen and help—especially to gain strength, success, and protective victory (vāja) grounded in right order (ṛta).
In its original setting it fits a Soma context, especially the midday savana, but later practice can use clean water as a respectful substitute while keeping the same intention of invocation and gratitude.
They are classic Vedic abundance symbols: released waters and thriving cattle signify prosperity, and the hymn ties that prosperity to ṛta—right alignment that also functions as protection.
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