Opening the text

Rishi: Late Atharvanic attribution; variable.
Devata: Kāla (with Sūrya/Āpas/Diś as subordinated manifestations).
Chandas: Anuṣṭubh.
AV 19.54 ist ein spätes atharvanisches kosmogonisches Hymnus, das Kāla (Zeit) als das höchste, personifizierte Prinzip erhebt, aus dem Wasser, heilige Kraft (brahman/tapas), Himmelsrichtungen und der Sonnenlauf hervorgehen. Es sakralisiert kalendarische und rituelle Ordnung, indem es erklärt, dass selbst die vedische Rede (Ṛc, Yajus) und alle Welten innerhalb der Souveränität der Zeit stehen, und legitimiert so Riten und Königtum durch kosmische Zeitfügung.
Mantra 1
कालः। का॒लादापः॒ सम॑भवन् का॒लाद् ब्रह्म॒ तपो॒ दिशः॑ । का॒लेनोदे॑ति॒ सूर्यः॑ का॒ले नि वि॑शते॒ पुनः॑
Zeit: Aus der Zeit wurden die Wasser; aus der Zeit kamen Brahman, tapas und die Himmelsrichtungen. Durch die Zeit geht die Sonne auf; in der Zeit geht sie wieder hinab und tritt ein.
Mantra 2
का॒लेन॒ वातः॑ पवते का॒लेन॑ पृथि॒वी म॒ही। द्यौर्म॒ही का॒ल आहि॑ता
Durch die Zeit weht der Wind; durch die Zeit besteht die mächtige Erde. Der große Himmel ist in der Zeit gegründet.
Mantra 3
का॒लो ह॑ भू॒तं भव्यं॑ च पु॒त्रो अ॑जनयत् पु॒रा। का॒लादृचः॒ सम॑भव॒न् यजुः॑ का॒लाद॑जायत
Die Zeit, wahrlich, als Sohn, zeugte einst das Gewesene und das Künftige. Aus der Zeit wurden die Ṛc‑Verse vollwirklich; aus der Zeit wurde das Yajus geboren.
Mantra 4
का॒लो य॒ज्ञं समै॑रयद् दे॒वेभ्यो॑ भा॒गमक्षि॑तम्। का॒ले ग॑न्धर्वाप्स॒रसः॑ का॒ले लो॒काः प्रति॑ष्ठिताः
Die Zeit setzte das Opfer in geordnete Bewegung — einen unerschöpflichen Anteil für die Götter. In der Zeit stehen fest die Gandharvas und Apsarasas; in der Zeit sind die Welten fest gegründet.
Mantra 5
का॒लेऽयमङ्गि॑रा दे॒वोऽथ॑र्वा॒ चाधि॑ तिष्ठतः । इ॒मं च॑ लो॒कं प॑र॒मं च॑ लो॒कं पुण्यां॑श्च लो॒कान् विधृ॑तीश्च॒ पुण्याः॑ । सर्वां॑ल्लो॒कान॑भि॒जित्य॒ ब्रह्म॑णा का॒लः स ई॑यते पर॒मो नु दे॒वः
In der Zeit walten Angiras, der Gott, und ebenso Atharvan. Diese Welt und die höchste Welt, die heiligen Welten und die heiligen tragenden Stützen: nachdem die Zeit mit der Kraft des Brahman alle Welten bezwungen hat, schreitet sie voran — er ist wahrlich der höchste Gott.
It declares Time as the supreme principle from which key cosmic realities arise—waters, sacred power (brahman/tapas), directions, and the Sun’s daily motion—so everything is ordered and contained within Kāla.
To claim that even Vedic revelation and ritual speech depend on Time’s ordering power; mantra efficacy and ritual authority are framed as time-grounded.
It can be recited as a śānti/paustika text at sunrise/sunset or at the start of important undertakings to align the rite and patron with auspicious timing, stability, and cosmic order—often with simple purification water.
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