
Kapitel 335 überliefert Īśvaras topographisch genaue Weisung an Devī: Der Pilger soll westwärts zu einem glückverheißenden Ufer der Nyankumatī gehen und dann südwärts zu einem „großen“ tīrtha namens Śaṅkhāvartta. Der Ort ist gekennzeichnet durch einen besonderen, bildtragenden Stein (citrāṅkitā śilā), verbunden mit einer selbstmanifesten Gegenwart (svayaṃbhū), die als „rotleibig/rot im Schoß“ (raktagarbhā) beschrieben wird; selbst nachdem der Stein „geschnitten“ wurde, bleibt die Röte sichtbar—ein stoffliches Zeichen dafür, dass das Heilige in der Landschaft fortbesteht. Das Kapitel bestimmt den Platz als Viṣṇu-kṣetra und verknüpft seinen Ursprung mit einer älteren Begebenheit: Viṣṇu erschlägt „Śaṅkha“, den als Veda-Dieb (vedāpahārī) bezeichneten. Das Gewässer wird als „muschelförmig (śaṅkha-förmig)“ beschrieben und begründet so aus der Gestalt heraus Namen und Autorität des tīrtha. Die phala-Aussage verkündet: Ein Bad hier befreit von der Last der Sünde brahmahatyā, und selbst ein Śūdra soll durch aufeinanderfolgende Geburten den Stand eines brāhmaṇa erlangen. Der Pilgerweg geht weiter: Von dort soll man ostwärts nach Rudragayā ziehen; wer die volle Frucht der Wallfahrt begehrt, wird angewiesen, dort die Kuhspende (godāna) zu vollziehen und so Reinigung, Verdienst und ethisches Geben in einem einzigen heiligen Weg zu vereinen.
Verse 1
ईश्वर उवाच । ततः पश्चिमतो गच्छेन्न्यंकुमत्यास्तटे शुभे । दक्षिणां दिशमाश्रित्य स्थितं तीर्थं महाप्रभम्
Īśvara sprach: Dann soll man westwärts gehen, zum glückverheißenden Ufer der Nyaṃkumatī. Nach Süden gewandt steht dort ein Tīrtha von großer Strahlkraft.
Verse 2
शंखावर्त्तमितिख्यातं यत्र चित्रांकिता शिला । स्वयंभूता महादेवि रक्तगर्भा सुशोभना
O Große Göttin, jener Ort ist als Śaṃkhāvartta bekannt, wo ein Stein mit wunderbaren Zeichen gezeichnet erscheint. Selbstoffenbart (svayambhū) und herrlich, trägt er im Innern einen rot schimmernden Kern.
Verse 3
छिन्ने त्वद्यापि तत्रैव सुरक्तं संप्रदृश्यते । विष्णुक्षेत्रं हि तत्प्रोक्तं शंखो यत्र हतः पुरा
Noch heute sieht man dort, wenn man ihn anschneidet, ein leuchtendes Rot. Wahrlich, jener Ort wird als das Kṣetra Viṣṇus bezeichnet, wo einst Śaṃkha erschlagen wurde.
Verse 4
वेदापहारी देवेशि विष्णुना प्रभविष्णुना । कृतं शखोदकं तीर्थं शंखाकारं तु दृश्यते
O Herrin des Herrn, der Vedenräuber wurde von Viṣṇu, dem mächtigen All-Durchdringer, bezwungen. Dort wurde das Tīrtha namens Śaṅkhodaka gestiftet, und es erscheint in der Gestalt einer Muschel (Śaṅkha).
Verse 5
तत्र स्नात्वा नरो देवि मुच्यते ब्रह्महत्यया । सप्त जन्मानि विप्रत्वं शूद्रस्यापि प्रजा यते
O Göttin, wer dort badet, wird von der Sünde der brahma-hatyā befreit. Selbst wer als Śūdra geboren ist, erlangt für sieben Geburten den Stand eines Brahmanen.
Verse 6
पूर्वं तत्रैव गत्वा च ततो रुद्रगयां व्रजेत् । गोदानं तत्र देयं तु सम्यग्यात्राफलेप्सुभिः
Nachdem man zuerst dorthin gegangen ist, soll man dann nach Rudragayā weiterziehen. Wer die volle Frucht der Pilgerfahrt begehrt, soll dort gewiss die Gabe einer Kuh darbringen.
Verse 335
इति श्रीस्कान्दे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहितायां सप्तमे प्रभासखण्डे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्ये शंखावर्त्ततीर्थमाहात्म्यवर्णनंनाम पञ्चत्रिंशदुत्तरत्रिशत तमोऽध्यायः
So endet im Śrī Skanda Mahāpurāṇa, in der Sammlung von einundachtzigtausend Versen, im siebten Buch namens Prabhāsa Khaṇḍa, innerhalb des ersten Prabhāsakṣetra Māhātmya, das Kapitel mit dem Titel „Beschreibung der Größe des Śaṃkhāvartta-Tīrtha“, nämlich Kapitel 335.