
The Section on Prabhasa
Die Prabhāsa-khaṇḍa erscheint innerhalb des Skanda Purāṇa als eine heilige Geographie (tīrtha-māhātmya) und zugleich als theologischer Atlas. In der großen purāṇischen Kompilation, die traditionell mit einer enormen Verszahl verbunden wird, werden Küsten, Flüsse, Hügel und Siedlungen nicht nur beschrieben, sondern als Träger göttlicher Gegenwart und kosmischer Ordnung gedeutet. Kennzeichnend ist die Verbindung von Pilgerkartographie mit mythischen Ursprungsdeutungen: Ortsnamen, Schreine, Liṅgas und heilige Gewässer erhalten ihre Bedeutung durch Handlungen von Devas und Ṛṣis. Dadurch wird jeder tīrtha als mehr als ein physischer Ort verstanden—als Verkörperung metaphysischer Prinzipien, an denen Dharma, Bhakti und Weltordnung erfahrbar werden. Das Werk integriert Erzähl-Dialoge mit rituellem Hören (śravaṇa) und der Logik des Verdienstes (puṇya) samt Fruchtverheißungen (phalāśruti). Die Heiligkeit der Orte wird so pädagogisch vermittelt: Verehrung, Besuch und rechte Gesinnung führen zur Läuterung, zu Schutz und zu spiritueller Reifung. Typisch ist schließlich die Bewegung vom Lokalen zum Universalen: Aus einer Frage nach einem bestimmten Platznamen entfaltet sich eine umfassendere Lehre über Schöpfung und Auflösung, göttliche Hierarchien und die Harmonisierung verschiedener Verehrungsformen. So schlägt die Prabhāsa-khaṇḍa eine Brücke zwischen konkreter Pilgerpraxis und universaler Theologie, indem sie regionale Landschaft als Sprache panindischer Kosmologie liest.
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