Rig Veda Sukta 93
Mandala 8Sukta 9333 Mantras

Sukta 93

Sukta 8.93

Devata

Sūrya (with strong Indraic epithets in the praise)

Dieser Hymnus ist eine morgendliche Anrufung: Sūrya wird als aufsteigende, sieghafte Macht gepriesen, die „hinüberträgt“, während das Lob zugleich stark indraische Sprache von Eroberung, Schutz und Gabenfülle annimmt. Er bittet um Erwachen, Kraft und Gedeihen – vor allem um das Überwinden von Hindernissen (vṛtra‑gleichen Fesseln), um reiches Lebensvermögen und um siegreiche Kraft (vāja) für die Verehrer.

Recitation with translationRig Veda 8.93

Mantras

Mantra 1

उद्घेदभि श्रुतामघं वृषभं नर्यापसम् । अस्तारमेषि सूर्य ॥

Erhebe dich, o Sūrya, hin zum gerühmten, freigebigen Stier, dem Vollbringer männlicher Werke. Du gehst zu dem, der die Überfahrt bereitet – zum Überwinder, der hinüberträgt.

Mantra 2

नव यो नवतिं पुरो बिभेद बाह्वोजसा । अहिं च वृत्रहावधीत् ॥

Der, der mit der Kraft seiner Arme neunundneunzig Festungen zerschmetterte und als Vṛtrahan die Schlange (Ahi) erschlug — möge diese sieghafte Macht in uns wirksam sein.

Mantra 3

स न इन्द्रः शिवः सखाश्वावद्गोमद्यवमत् । उरुधारेव दोहते ॥

Möge Indra uns ein gütiger Freund sein — reich an Rossen, reich an Kühen, reich an Gerste; wie eine weithinströmende Kuh melkt er die Fülle der Milch.

Mantra 4

यदद्य कच्च वृत्रहन्नुदगा अभि सूर्य । सर्वं तदिन्द्र ते वशे ॥

Was immer du heute, o Vṛtrahan, zur Sonne emporgehoben hast — all das, o Indra, steht in deiner Gewalt.

Mantra 5

यद्वा प्रवृद्ध सत्पते न मरा इति मन्यसे । उतो तत्सत्यमित्तव ॥

Und wenn du, o stets wachsender Herr der Wahrheit, meinst: »Ich werde nicht zugrunde gehen« — ja, das ist wahrlich deine Wahrheit: dein Sein steht in unvergänglicher Wirklichkeit und fällt nicht ab.

Mantra 6

ये सोमासः परावति ये अर्वावति सुन्विरे । सर्वाँस्ताँ इन्द्र गच्छसि ॥

Die Soma-Spenden — die aus der Ferne und die aus der Nähe — wer immer sie auspresst: zu ihnen allen, o Indra, kommst du.

Mantra 7

तमिन्द्रं वाजयामसि महे वृत्राय हन्तवे । स वृषा वृषभो भुवत् ॥

Diesen Indra stärken wir mit den Füllen der Kraft, zum großen Erschlagen des Vṛtra. Er werde der Stier, stierhaft stark.

Mantra 8

इन्द्रः स दामने कृत ओजिष्ठः स मदे हितः । द्युम्नी श्लोकी स सोम्यः ॥

Indra — er ist im Haus (in der Wohnstatt) gegründet; er ist der Mächtigste, in der Trunkenheit (made) eingesetzt. Glanzvoll ist er an Herrlichkeit und an inspirierter Rede; somahaft ist er, Soma‑Wonne tragend.

Mantra 9

गिरा वज्रो न सम्भृतः सबलो अनपच्युतः । ववक्ष ऋष्वो अस्तृतः ॥

Durch das Wort (girā), wie ein zusammengefügter Donnerkeil (vajra), stark, unerschütterlich, ist er weithin gewachsen — hochragend, ungebrochen. Die mantrische Rede schmiedet im Innern die unzerstörbare Siegeswaffe.

Mantra 10

दुर्गे चिन्नः सुगं कृधि गृणान इन्द्र गिर्वणः । त्वं च मघवन्वशः ॥

Selbst im schwierigen Übergang schaffe uns den guten Weg, o Indra, der du dich an unseren Hymnen erfreust, o Girvāṇas. Auch du, o Maghavan, bist unser Führer und Spender.

Mantra 12

अधा ते अप्रतिष्कुतं देवी शुष्मं सपर्यतः । उभे सुशिप्र रोदसी ॥

Dann dienen und ehren die göttlichen Mächte deine unwiderstehliche Kraft, o Schönlippige; und beide Welten, Himmel und Erde, antworten dir.

Mantra 13

त्वमेतदधारयः कृष्णासु रोहिणीषु च । परुष्णीषु रुशत्पयः ॥

Du hieltest diese leuchtende Milch, selbst unter den dunklen und den rötenden (Mächten) und in den rauen Strömungen; du bewahrst die lichtvolle Nahrung in gemischten Zuständen.

Mantra 14

वि यदहेरध त्विषो विश्वे देवासो अक्रमुः । विदन्मृगस्य ताँ अमः ॥

Als der Glanz der Schlange zerstreut war, da schritten alle Götter in ihren Kräften hervor; die Spuren des Wilden findend, erkannten sie sie.

Mantra 15

आदु मे निवरो भुवद्वृत्रहादिष्ट पौंस्यम् । अजातशत्रुरस्तृतः ॥

Da kam mir die Hemmung, die Umkehr, zum Schutz: der Vṛtrahan hat die Manneskraft verordnet. Ungeboren zur Feindschaft steht er unversehrt, unverwundet — im inneren Kampf.

Mantra 16

श्रुतं वो वृत्रहन्तमं प्र शर्धं चर्षणीनाम् । आ शुषे राधसे महे ॥

Wir haben von eurer Macht gehört, der höchsten im Vṛtra-Schlagen, vom voranstürmenden Heer der Völker. Kommt zu unserem glühenden Ruf — zur großen Fülle des Gedeihens.

Mantra 17

अया धिया च गव्यया पुरुणामन्पुरुष्टुत । यत्सोमेसोम आभवः ॥

Mit diesem Gedanken und mit der lichtvollen, kuhgewinnenden Schau — o Vielnamiger, Vielgepriesener — denn in jedem Soma, immer wieder, trittst du in Erscheinung.

Mantra 18

बोधिन्मना इदस्तु नो वृत्रहा भूर्यासुतिः । शृणोतु शक्र आशिषम् ॥

Möge für uns im Geist der Vṛtrahan erwachen, er mit den reichen Pressungen. Möge Śakra unser Segenswort vernehmen.

Mantra 19

कया त्वं न ऊत्याभि प्र मन्दसे वृषन् । कया स्तोतृभ्य आ भर ॥

Mit welcher Hilfe wirst du dich an uns erfreuen, o machtvoller Stier? Mit welchem Mittel wirst du den Sängern Zuwachs bringen?

Mantra 20

कस्य वृषा सुते सचा नियुत्वान्वृषभो रणत् । वृत्रहा सोमपीतये ॥

Mit wessen gepresstem Soma donnert der Stier, in Gemeinschaft, mit seinen Rossen angespannt — der Vṛtrahan — zum Trank des Soma?

Mantra 21

अभी षु णस्त्वं रयिं मन्दसानः सहस्रिणम् । प्रयन्ता बोधि दाशुषे ॥

Ja, wende dich uns zu, du in Wonne, mit rayi, der tausendfachen Fülle. Als der Voranbringende, erwache dem Gebenden, dem Opfernden.

Mantra 22

पत्नीवन्तः सुता इम उशन्तो यन्ति वीतये । अपां जग्मिर्निचुम्पुणः ॥

Diese Soma-Pressungen, von ihren Gefährtenkräften begleitet, voll Verlangen, gehen zur Genießung (des Gottes). Zu den Wassern sind sie gelangt — die Hinabschlürfenden — und suchen in der Tiefe den inneren Strom.

Mantra 23

इष्टा होत्रा असृक्षतेन्द्रं वृधासो अध्वरे । अच्छावभृथमोजसा ॥

Die ersehnten hotrā-Anrufungen sind freigesetzt; die Mehrenden haben Indra im Opfer entsandt — hin zum reinigenden Bad, durch die Kraft der Macht.

Mantra 24

इह त्या सधमाद्या हरी हिरण्यकेश्या । वोळ्हामभि प्रयो हितम् ॥

Hierher—jene beiden Gefährten der gemeinsamen Wonne, die beiden Falben mit goldenen Mähnen—führt sie her zum dargelegten Opfer, zur bereiteten Wegzehrung.

Mantra 25

तुभ्यं सोमाः सुता इमे स्तीर्णं बर्हिर्विभावसो । स्तोतृभ्य इन्द्रमा वह ॥

Für dich sind diese Soma-Tränke ausgepresst und bereitet; das Barhis ist ausgebreitet, o Strahlender. Bring Indra her zu den Sängern—bring die Kraft, die in uns sieghafte Stärke erweckt.

Mantra 26

आ ते दक्षं वि रोचना दधद्रत्ना वि दाशुषे । स्तोतृभ्य इन्द्रमर्चत ॥

Mögen die lichtvollen Räume dir deine wirksame Kraft entfalten, die Schätze weit auslegend für den Gebenden. Preist Indra für die Sänger—den Herrn der Macht, der die Reichtümer des Seins erschließt.

Mantra 27

आ ते दधामीन्द्रियमुक्था विश्वा शतक्रतो । स्तोतृभ्य इन्द्र मृळय ॥

Ich lege in dich, Indra, das indriya — deine herrscherliche Kraft — durch alle Hymnen, o Hundertmächtiger. Sei den Sängern gnädig, Indra; lass uns in Sicherheit und Stärke wachsen.

Mantra 28

भद्रम्भद्रं न आ भरेषमूर्जं शतक्रतो । यदिन्द्र मृळयासि नः ॥

Bring uns immer wieder das Gute — das Gute in seiner Fülle; bring urj, begehrende Kraft und tragende Stärke, o Hundertmächtiger, wenn du uns gnädig bist, Indra.

Mantra 29

स नो विश्वान्या भर सुवितानि शतक्रतो । यदिन्द्र मृळयासि नः ॥

So bring uns alles Weitere: gute Führungen und rechte Glückseligkeiten, o Hundertmächtiger, wenn du uns gnädig bist, Indra.

Mantra 30

त्वामिद्वृत्रहन्तम सुतावन्तो हवामहे । यदिन्द्र मृळयासि नः ॥

Dich wahrlich, o größter Vṛtrahan, den Vṛtra‑Schlächter, rufen wir, die wir Soma gepresst haben: wenn du, Indra, uns gnädig bist.

Mantra 31

उप नो हरिभिः सुतं याहि मदानां पते । उप नो हरिभिः सुतम् ॥

Komm zu uns heran mit deinen falben Rossen zum gepressten Soma, o Herr der Rausche; komm zu uns heran mit deinen falben Rossen zum gepressten Trank.

Mantra 32

द्विता यो वृत्रहन्तमो विद इन्द्रः शतक्रतुः । उप नो हरिभिः सुतम् ॥

Der, der zweimal der höchste Vṛtrahan ist, ist bekannt: Indra, Śatakratu, der hundertmächtig Wirkende; komm zu uns heran mit deinen falben Rossen zum gepressten Soma.

Mantra 33

त्वं हि वृत्रहन्नेषां पाता सोमानामसि । उप नो हरिभिः सुतम् ॥

Denn du, o Vṛtrahan, bist wahrlich der Trinker dieser Somas; komm uns nahe mit deinen falben Rossen zum ausgepressten (Soma).

Mantra 34

इन्द्र इषे ददातु न ऋभुक्षणमृभुं रयिम् । वाजी ददातु वाजिनम् ॥

Möge Indra uns zur Anregung (iṣe) den Ribhukṣaṇa—Ribhu, den Reichtum der Fülle, schenken; möge der Vājī den vājin geben, die Kraft, die siegt und Macht mehrt.

Inside Sukta 93

How it unfolds

  1. Where it opens

    A forceful call for Sūrya to rise and move toward the famed, bounteous, bull-like power that ‘carries beyond.’

  2. Development

    The hymn expands from solar ascent to the practical needs of the sacrificer—awakening of mind, hearing of blessings, and the breaking of restraints—using Indra’s heroic titles to intensify efficacy.

  3. Climax

    The direct plea for the Vṛtra-slayer/Śakra to awaken and hear the worshippers’ blessing-wish, concentrating the hymn’s power into a single decisive request.

  4. Where it settles

    It settles into boon-requests for increase—wealth (rayi), winning force (vāja), and steady impulsion (iṣ)—ending with the expectation of divine bestowal and successful passage through the day.

The deity: Sūrya

  • In the VedaSūrya is the radiant one who rises, sees all, and sets beings in motion; here he is addressed with the force of a “bull” and an “overcomer,” language often used for Indra’s victorious might. The hymn also directly invokes Indra as Śakra and Vṛtrahan, indicating a functional unity: the light that awakens and the power that breaks obstruction.
  • Cosmic functionTo bring dawn and visibility, order time and direction, awaken creatures, and—when praised with Indraic force—clear the path by breaking hindrances so life and ritual can proceed.
  • Inner significanceThe rising sun symbolizes awakened awareness and clarity; the Indraic tone expresses the inner courage that defeats inertia, fear, and blockage, enabling purposeful action and increase (vāja, rayi).

Famous verses

उद्घेदभि श्रुतामघं वृषभं नर्यापसम् । अस्तारमेषि सूर्य ॥
Verse 8.93.1Sets the hymn’s solar thrust: Sūrya’s rising is framed as victorious passage and ‘crossing beyond,’ establishing the central motif of overcoming and forward movement.Read verse 8.93.1 →
बोधिन्मना इदस्तु नो वृत्रहा भूर्यासुतिः । शृणोतु शक्र आशिषम् ॥
Verse 8.93.18Voices the hymn’s pivotal request: awakening of the Vṛtrahan (Indraic power) and the hearing of the worshipper’s āśiṣ (blessing-will), making the prayer explicitly efficacious.Read verse 8.93.18 →
इन्द्र इषे ददातु न ऋभुक्षणमृभुं रयिम् । वाजी ददातु वाजिनम् ॥
Verse 8.93.34Summarizes the desired fruits—impulsion (iṣ), plenitude/wealth (rayi), and winning power (vāja)—linking divine gift to human capacity and success.Read verse 8.93.34 →

Attributes of the deity

  • Rising/awakening power
  • All-seeing light
  • Path-opener and ‘carrier beyond’ (tāraṇa motif)
  • Victorious, bull-like strength
  • Bestower of wealth/impulsion (iṣ) and winning force (vāja)
  • Protector who removes obstruction (Vṛtra-slaying idiom)

Also by this seer

  • Mandala 8 contains many hymns whose seers are variably transmitted; this sukta’s rishi is not securely preserved in the provided tradition.
  • The style aligns with pragmatic ritual praise (stuti) aimed at immediate aid—protection, victory, and increase of wealth/strength.

The rite, step by step

  • Prepare the ritual space and kindle/maintain the sacred fire (Agni) as the witness of the rite.
  • At dawn, face the east and recite the opening verses to ‘raise’ Sūrya in speech, aligning breath and attention with the sunrise.
  • Offer oblations while reciting verses that request awakening (bodhi) and obstacle-breaking power (Vṛtrahan/Śakra).
  • Continue with praise that asks for prosperity (rayi) and winning energy (vāja), sealing the intention for the day’s works.
  • Conclude with benedictive requests—hearing of prayers (āśiṣ) and bestowal of strength—then perform a final oblation and silent contemplation of the rising light.

Offerings

  • Ghee (ājya) into the fire
  • Soma libation/pressing imagery (where applicable, ‘abundant pressings’)
  • Grains or milk oblations (optional, per śrauta/gṛhya adaptation)
  • Water oblations/ārghya at sunrise (common later practice; compatible as a devotional adjunct)

Frequently Asked Questions

It primarily invokes Sūrya (the rising sun), but it strongly overlaps with Indra’s language and even names Indra (Śakra, Vṛtrahan). The hymn uses both to express one aim: awakening and victory over obstacles.

Awakening (clarity and readiness), protection through the breaking of hindrances, and tangible increase—wealth (rayi) and winning strength/energy (vāja) for successful work.

At dawn or sunrise. The hymn’s imagery and purpose align with the moment the sun rises and the mind and world are being ‘awakened’ for the day.

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