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सोपान-प्रवेश: ‘दर्शन’ से ‘आसक्ति’ और ‘श्रद्धा’ से ‘वर-निश्चय’ तक। बालकाण्ड में भक्ति का जन्म ‘श्रवण–कीर्तन’ से नहीं, ‘साक्षात् रूप-दर्शन’ से भी होता है—नगर-नारी, बालक, मुनि-पत्नी, सबके हृदय में राम-रूप ‘मोहन’ बनकर उतरता है। यह चरण साधक को बताता है कि मुक्ति-मार्ग का प्रथम सोपान है: चित्त का राम में सहज आकृष्ट होना (अनुराग), फिर उसी अनुराग का धर्म-संयम में रूपांतरण (गुरु-आज्ञा, संध्या-वंदन, पुष्प-चयन, पूजा-प्रसंग)।
Dieser Abschnitt gehört zu jenem „madhura‑rasarāja“‑Bereich des Bālakāṇḍa, in dem Rāma‑Lakṣmaṇas Stadtschau, der wechselseitige Dialog der Frauengruppen und Sītās Girijā‑Verehrung in einem einzigen Strom von Empfindung zusammenfließen. Der Haupt‑Rasa ist Śṛṅgāra (besonders „Mādhurya“ und adbhuta), doch sein Ziel ist nicht weltlich—er ist die Vorstufe zur „Rūpa‑Samādhi“: das „Frucht‑Erhalten“ der Augen, das „Sehnsuchts‑Erbeben“ des Herzens und das Erwachen früherer Prägungen durch die Erinnerung an Nāradas Wort. Tulsī gestaltet hier mit den natürlichen Redewendungen der Volkssprache eine kollektive Seelenkunde—mit Bildern wie „als plündere ein Armer einen Schatz“ für den Sog der Stadt, und „die Schönheit besiegt Millionen Kāmas“ für das Überweltliche der Gestalt. Zugleich zeigen Guru‑Gebot, Sandhyā‑Vandana, Dienst an den Füßen (caraṇa‑sevā), Blumenauswahl und der Pūjā‑Anlass: Bhakti ist nicht nur Gefühl, sondern auch Disziplin. Im theologischen Gefüge ist dies eine Stufe, die durch das saguṇa‑Rūpa zum nirguṇa führt: Die Form bezaubert—doch eben diese Form wendet schließlich zur Dharma‑Stiftung und zur Läuterung des Selbst.
Verse 460 (चौपाई)
देखन नगरु भूपसुत आए। समाचार पुरबासिन्ह पाए।। धाए धाम काम सब त्यागी। मनहु रंक निधि लूटन लागी।। निरखि सहज सुंदर दोउ भाई। होहिं सुखी लोचन फल पाई।। जुबतीं भवन झरोखन्हि लागीं। निरखहिं राम रूप अनुरागीं।। कहहिं परसपर बचन सप्रीती। सखि इन्ह कोटि काम छबि जीती।। सुर नर असुर नाग मुनि माहीं। सोभा असि कहुँ सुनिअति नाहीं।। बिष्नु चारि भुज बिघि मुख चारी। बिकट बेष मुख पंच पुरारी।। अपर देउ अस कोउ न आही। यह छबि सखि पटतरिअ जाही।।
Die Königssöhne kamen, um die Stadt zu sehen, und die Stadtbewohner erhielten die Kunde. Sie liefen zu ihren Häusern, alle Aufgaben aufgebend, als ob arme Männer begännen, einen Schatz zu plündern. Beim Anblick der beiden Brüder, die von Natur aus schön waren, freuten sich die Menschen, ihre Augen hatten ihre Frucht gefunden. Junge Frauen hingen an den Fenstern und Balkonen ihrer Häuser und schauten mit Liebe auf Ramas Gestalt. Sie sprachen zueinander Worte voller Zuneigung: 'Freundin, seine Schönheit hat den Reiz von zehn Millionen Kamas besiegt.' Unter Göttern, Menschen, Dämonen, Schlangen und Weisen ist solcher Glanz nirgendwo zu hören. Er hat die vier Arme Vishnus und die vier Gesichter Brahmas; er hat die furchtbare Gestalt des fünfgesichtigen Zerstörers. Es gibt keinen anderen Gott wie ihn; diese Schönheit, Freundin, würde man auf ein Banner malen.
Verse 461 (दोहा/सोरठा)
बय किसोर सुषमा सदन स्याम गौर सुख घाम। अंग अंग पर वारिअहिं कोटि कोटि सत काम।।220।।
Die Schönheit der jungen Jungfrau ist ein Palast; der Dunkle und der Helle sind Sonne und Schatten der Seligkeit. Auf jedem Glied führen Millionen Liebesgötter ihren Angriff.
Verse 462 (चौपाई)
कहहु सखी अस को तनुधारी। जो न मोह यह रूप निहारी।। कोउ सप्रेम बोली मृदु बानी। जो मैं सुना सो सुनहु सयानी।। ए दोऊ दसरथ के ढोटा। बाल मरालन्हि के कल जोटा।। मुनि कौसिक मख के रखवारे। जिन्ह रन अजिर निसाचर मारे।। स्याम गात कल कंज बिलोचन। जो मारीच सुभुज मदु मोचन।। कौसल्या सुत सो सुख खानी। नामु रामु धनु सायक पानी।। गौर किसोर बेषु बर काछें। कर सर चाप राम के पाछें।। लछिमनु नामु राम लघु भ्राता। सुनु सखि तासु सुमित्रा माता।।
Sage mir, Freundin, gibt es ein verkörpertes Wesen, das nicht verzaubert wäre beim Anblick dieser Gestalt? Eine sprach liebevoll in sanften Worten: Was ich gehört habe, höre nun, weise Freundin. Diese beiden sind die Söhne Dasharathas, das Paar junger Schwäne. Sie sind die Beschützer des Opfers des Weisen Vishvamitra, die im Wald die Dämonen erschlugen. Der Dunkelkörperige mit Lotusaugen, der Shubhuja von ihrem Wahnsinn befreite. Er ist Kaushalyas Sohn, die eigentliche Freudequelle; sein Name ist Rama, der Bogen und die Pfeile seine Hand. Der helle Jüngling, der hinter Rama geht, Bogen und Köcher in der Hand tragend. Sein Name ist Lakshmana, Ramas jüngerer Bruder; höre, Freundin, seine Mutter ist Sumitra.
Verse 463 (दोहा/सोरठा)
बिप्रकाजु करि बंधु दोउ मग मुनिबधू उधारि। आए देखन चापमख सुनि हरषीं सब नारि।।221।।
Nachdem sie der Brahmanen Aufgabe erfüllt hatten, retteten die beiden Brüder auf dem Weg die Frau des Weisen. Sie kamen, um das Opfer des Bogens zu schauen, und alle Frauen freuten sich über die Nachricht.
Verse 464 (चौपाई)
देखि राम छबि कोउ एक कहई। जोगु जानकिहि यह बरु अहई।। जौ सखि इन्हहि देख नरनाहू। पन परिहरि हठि करइ बिबाहू।। कोउ कह ए भूपति पहिचाने। मुनि समेत सादर सनमाने।। सखि परंतु पनु राउ न तजई। बिधि बस हठि अबिबेकहि भजई।। कोउ कह जौं भल अहइ बिधाता। सब कहँ सुनिअ उचित फलदाता।। तौ जानकिहि मिलिहि बरु एहू। नाहिन आलि इहाँ संदेहू।। जौ बिधि बस अस बनै सँजोगू। तौ कृतकृत्य होइ सब लोगू।। सखि हमरें आरति अति तातें। कबहुँक ए आवहिं एहि नातें।।
Beim Anblick von Ramas Schönheit sagte eine: Dieser Bräutigam passt zu Janaki. Wenn, Freundin, der König ihn sieht, wird er sein Gelübde brechen und hartnäckig die Vermählung vollziehen. Eine andere sagte: Der König erkennt diese Prinzen und ehrt sie mit den Weisen, mit aller Ehrerbietung. Aber, Freundin, der König wird sein Gelübde nicht aufgeben; unter der Herrschaft des Schicksals klammert er sich hartnäckig an seinen Entschluss. Eine andere sagte: Wenn der Schöpfer gut ist, gewährt er allen die passende Frucht. Dann wird Janaki diesen Bräutigam treffen; daran besteht kein Zweifel, Freundin. Wenn das Schicksal eine solche Verbindung bringt, dann werden alle Menschen erfüllt sein. Freundin, unsere Sehnsucht ist sehr groß; mögen sie irgendwann aus diesem Grund hierher kommen.
Verse 465 (दोहा/सोरठा)
नाहिं त हम कहुँ सुनहु सखि इन्ह कर दरसनु दूरि। यह संघटु तब होइ जब पुन्य पुराकृत भूरि।।222।।
Wenn nicht, dann höre mir zu, meine Freundin: Der Anblick ihrer Hände ist fern von unserer Reichweite. Diese Angelegenheit wird nur geschehen, wenn es eine Fülle von Verdiensten aus vergangenen Leben gibt.
Verse 466 (चौपाई)
बोली अपर कहेहु सखि नीका। एहिं बिआह अति हित सबहीं का।। कोउ कह संकर चाप कठोरा। ए स्यामल मृदुगात किसोरा।। सबु असमंजस अहइ सयानी। यह सुनि अपर कहइ मृदु बानी।। सखि इन्ह कहँ कोउ कोउ अस कहहीं। बड़ प्रभाउ देखत लघु अहहीं।। परसि जासु पद पंकज धूरी। तरी अहल्या कृत अघ भूरी।। सो कि रहिहि बिनु सिवधनु तोरें। यह प्रतीति परिहरिअ न भोरें।। जेहिं बिरंचि रचि सीय सँवारी। तेहिं स्यामल बरु रचेउ बिचारी।। तासु बचन सुनि सब हरषानीं। ऐसेइ होउ कहहिं मुदु बानी।।
Eine andere Freundin sprach und sagte: Freundin, dieser Rat ist gut; diese Ehe ist zum Wohle aller. Jemand sagte: Shankaras Bogen ist hart, aber dieser dunkle Jüngling hat einen zarten Körper. All dieses Gerede ist bloße Verwirrung, sagte eine weise Frau; dies hörend, sprach eine andere sanfte Worte. Freundin, manche sagen dies und manche jenes über sie; wenn man ihre große Macht sieht, sind sie nicht unbedeutend. Durch Berührung des Staubs seiner Lotusfüße wurde Ahalya von ihrer schweren Sünde erlöst. Wird er bleiben, ohne Shivas Bogen zu brechen? Dieser Zweifel sollte nicht einmal für einen Moment beiseite geschoben werden. Er, durch den Brahma Sita erschuf und schmückte, derselbe hat, nachdenkend, diesen dunklen Bräutigam erschaffen. Ihre Worte hörend, freuten sich alle Freundinnen und sprachen mit sanften Worten: Möge es so sein.
Verse 467 (दोहा/सोरठा)
हियँ हरषहिं बरषहिं सुमन सुमुखि सुलोचनि बृंद। जाहिं जहाँ जहँ बंधु दोउ तहँ तहँ परमानंद।।223।।
In ihren Herzen freuten sie sich, und die schöngesichtigen, lotusäugigen Mädchen regneten Blumen. Wohin die beiden Brüder auch gingen, dort war höchste Seligkeit.
Verse 468 (चौपाई)
पुर पूरब दिसि गे दोउ भाई। जहँ धनुमख हित भूमि बनाई।। अति बिस्तार चारु गच ढारी। बिमल बेदिका रुचिर सँवारी।। चहुँ दिसि कंचन मंच बिसाला। रचे जहाँ बेठहिं महिपाला।। तेहि पाछें समीप चहुँ पासा। अपर मंच मंडली बिलासा।। कछुक ऊँचि सब भाँति सुहाई। बैठहिं नगर लोग जहँ जाई।। तिन्ह के निकट बिसाल सुहाए। धवल धाम बहुबरन बनाए।। जहँ बैंठैं देखहिं सब नारी। जथा जोगु निज कुल अनुहारी।। पुर बालक कहि कहि मृदु बचना। सादर प्रभुहि देखावहिं रचना।।
Die beiden Brüder gingen in den östlichen Teil der Stadt, wo ein Platz für die Bogenszeremonie vorbereitet worden war. Er war sehr geräumig und trug schöne Bäume; eine reine Plattform war dort errichtet, reizvoll angeordnet. Auf allen vier Seiten waren große goldene Plattformen, wo die Könige saßen. Nahe bei ihnen, auf allen Seiten, waren andere Plattformen, ein Kreis der Freude. Etwas erhöht und auf jede Weise schön, dort saßen die Bürger, wenn sie kamen. Nahe bei ihnen waren prächtige weiße Paläste, in vielen Farben errichtet. Dort saßen die Frauen und schauten alles, jede nach ihrem Stand und der Sitte ihrer Familie. Die Kinder der Stadt sprachen immer wieder sanfte Worte und zeigten dem Herrn ehrerbietig die Sehenswürdigkeiten.
Verse 469 (दोहा/सोरठा)
सब सिसु एहि मिस प्रेमबस परसि मनोहर गात। तन पुलकहिं अति हरषु हियँ देखि देखि दोउ भ्रात।।224।।
Alle Kinder, so von Liebe überwältigt, berührten die bezaubernden Körper der beiden Brüder. Ihre Körper erzitterten vor Freude, und ihre Herzen waren voller Entzücken, während sie immer wieder die beiden Brüder betrachteten.
Verse 470 (चौपाई)
सिसु सब राम प्रेमबस जाने। प्रीति समेत निकेत बखाने।। निज निज रुचि सब लेंहिं बोलाई। सहित सनेह जाहिं दोउ भाई।। राम देखावहिं अनुजहि रचना। कहि मृदु मधुर मनोहर बचना।। लव निमेष महँ भुवन निकाया। रचइ जासु अनुसासन माया।। भगति हेतु सोइ दीनदयाला। चितवत चकित धनुष मखसाला।। कौतुक देखि चले गुरु पाहीं। जानि बिलंबु त्रास मन माहीं।। जासु त्रास डर कहुँ डर होई। भजन प्रभाउ देखावत सोई।। कहि बातें मृदु मधुर सुहाईं। किए बिदा बालक बरिआई।।
Alle Knaben wussten, dass Rama unter der Herrschaft der Liebe stand; sie beschrieben seine Wohnung mit Zuneigung. Ein jeder rief ihn nach seinem eigenen Gefallen; beide Brüder gingen mit Liebe. Rama zeigte seinem jüngeren Bruder die Schöpfungen und sprach dabei weiche, süße und bezaubernde Worte. In einem einzigen Augenblick erschafft Er die Welt, dessen Regierung Maya ist. Er, der Barmherzige gegenüber den Demütigen, schaute voller Staunen auf den Bogen in der Opferhalle. Das Wunder sehend, gingen sie zum Guru; da sie Verzögerung kannten, war Furcht im Herzen. Dessen Furcht zur Furcht selbst wird, derselbe zeigt die Macht der Hingabe. Sanfte, süße und angenehme Worte sprechend, verabschiedeten sich die Knaben mit Anmut.
Verse 471 (दोहा/सोरठा)
सभय सप्रेम बिनीत अति सकुच सहित दोउ भाइ। गुर पद पंकज नाइ सिर बैठे आयसु पाइ।।225।।
Beide Brüder, bescheiden, voller Liebe, äußerst demütig und schüchtern, verneigten ihre Häupter vor den Lotusfüßen des Gurus und setzten sich nach Erhalt der Erlaubnis.
Verse 472 (चौपाई)
निसि प्रबेस मुनि आयसु दीन्हा। सबहीं संध्याबंदनु कीन्हा।। कहत कथा इतिहास पुरानी। रुचिर रजनि जुग जाम सिरानी।। मुनिबर सयन कीन्हि तब जाई। लगे चरन चापन दोउ भाई।। जिन्ह के चरन सरोरुह लागी। करत बिबिध जप जोग बिरागी।। तेइ दोउ बंधु प्रेम जनु जीते। गुर पद कमल पलोटत प्रीते।। बारबार मुनि अग्या दीन्ही। रघुबर जाइ सयन तब कीन्ही।। चापत चरन लखनु उर लाएँ। सभय सप्रेम परम सचु पाएँ।। पुनि पुनि प्रभु कह सोवहु ताता। पौढ़े धरि उर पद जलजाता।।
Bei Einbruch der Nacht erteilte der Weise die Erlaubnis; alle verrichteten die Abendgebete. Sie erzählten Geschichten aus den alten Puranas; die liebliche Nacht verging wie ein Augenblick. Dann ging der große Weise zur Ruhe; beide Brüder begannen, seine Füße zu massieren. Jene, deren Füße wie Lotusblumen sind, die verschiedene Japa-Übungen, Yoga und Entsagung praktizieren. Diese beiden Brüder, gleichsam von Liebe überwältigt, massierten liebevoll die Lotusfüße des Gurus. Immer wieder gab der Weise den Befehl; Raghunatha ging dann zur Ruhe. Lakshmana, seine Füße massierend, drückte sie an sein Herz; mit Ehrfurcht und Liebe erlangte er die höchste Wahrheit. Immer wieder sprach der Herr: "Schlaf, mein Lieber", und legte seine Lotusfüße auf sein Herz.
Verse 473 (दोहा/सोरठा)
उठे लखन निसि बिगत सुनि अरुनसिखा धुनि कान।। गुर तें पहिलेहिं जगतपति जागे रामु सुजान।।226।।
Lakshmana erhob sich in der Nacht, als er das erste Licht der Morgenröte und den Klang in seinen Ohren vernahm. Vor dem Guru war der Herr der Welt, der weise Rama, bereits erwacht.
Verse 474 (चौपाई)
सकल सौच करि जाइ नहाए। नित्य निबाहि मुनिहि सिर नाए।। समय जानि गुर आयसु पाई। लेन प्रसून चले दोउ भाई।। भूप बागु बर देखेउ जाई। जहँ बसंत रितु रही लोभाई।। लागे बिटप मनोहर नाना। बरन बरन बर बेलि बिताना।। नव पल्लव फल सुमान सुहाए। निज संपति सुर रूख लजाए।। चातक कोकिल कीर चकोरा। कूजत बिहग नटत कल मोरा।। मध्य बाग सरु सोह सुहावा। मनि सोपान बिचित्र बनावा।। बिमल सलिलु सरसिज बहुरंगा। जलखग कूजत गुंजत भृंगा।।
Nachdem sie alle Reinigungen vollzogen hatten, gingen sie zum Bad; täglich dienten sie dem Weisen und neigten ihre Häupter. Die rechte Zeit erkennend und die Erlaubnis des Gurus erhaltend, machten sich beide Brüder auf, Blumen zu sammeln. Sie gingen und sahen den schönen Garten des Königs, wo die Frühlingszeit verweilte und alle bezauberte. Dort standen Bäume vieler Arten, bezaubernd und schön; Laubengänge von Ranken in verschiedenen Farben. Neue Blätter, Früchte und Blumen schmückten sie; mit ihrem Reichtum beschämten sie die Bäume der Götter. Chatakas, Kuckucke, Papageien und Chakoras sangen; Vögel riefen, und Pfauentänze entfalteten sich. Inmitten des Gartens erstrahlte ein lieblicher See mit wundersamen Stufen aus Juwelen. Sein klares Wasser war erfüllt von Lotusblumen vieler Farben; Wasservögel sangen, und Bienen summten.
Verse 475 (दोहा/सोरठा)
बागु तड़ागु बिलोकि प्रभु हरषे बंधु समेत। परम रम्य आरामु यहु जो रामहि सुख देत।।227।।
Als der Herr den Garten und den See erblickte, freute er sich zusammen mit seinem Bruder. Dies ist ein überaus entzückender Rückzugsort, der Rama Freude bereitet.
Verse 476 (चौपाई)
चहुँ दिसि चितइ पूँछि मालिगन। लगे लेन दल फूल मुदित मन।। तेहि अवसर सीता तहँ आई। गिरिजा पूजन जननि पठाई।। संग सखीं सब सुभग सयानी। गावहिं गीत मनोहर बानी।। सर समीप गिरिजा गृह सोहा। बरनि न जाइ देखि मनु मोहा।। मज्जनु करि सर सखिन्ह समेता। गई मुदित मन गौरि निकेता।। पूजा कीन्हि अधिक अनुरागा। निज अनुरूप सुभग बरु मागा।। एक सखी सिय संगु बिहाई। गई रही देखन फुलवाई।। तेहि दोउ बंधु बिलोके जाई। प्रेम बिबस सीता पहिं आई।।
In alle vier Richtungen blickend und die Gärtner befragend, begann er mit erfreutem Herzen Blumen zu sammeln. In genau diesem Augenblick kam Sita dorthin, von ihrer Mutter gesandt, um Girija zu verehren. Alle ihre Gefährtinnen waren lieblich und weise, und sie sangen Lieder mit bezaubernden Worten. Nahe dem See erstrahlte der Schrein der Girija; seine Schönheit lässt sich nicht beschreiben, und das Herz war bei seinem Anblick verzaubert. Nachdem sie zusammen mit ihren Freundinnen im See gebadet hatte, ging Gauri mit freudigem Herzen in ihre Heimat. Sie verrichtete die Verehrung mit großer Hingabe und erbat einen Gemahl, der ihrer eigenen Schönheit entsprach. Eine Gefährtin ließ Sita zurück und ging, den Blumengarten zu betrachten. Als sie die beiden Brüder dort sah, kam sie zu Sita, von Liebe überwältigt.
Verse 477 (दोहा/सोरठा)
तासु दसा देखि सखिन्ह पुलक गात जलु नैन। कहु कारनु निज हरष कर पूछहि सब मृदु बैन।।228।।
Als sie ihren Zustand sahen, bekamen die Gefährtinnen Gänsehaut am ganzen Körper und Tränen in den Augen. Sie fragten nach dem Grund ihrer Freude und befragten sie alle mit sanften Worten.
Verse 478 (चौपाई)
देखन बागु कुअँर दुइ आए। बय किसोर सब भाँति सुहाए।। स्याम गौर किमि कहौं बखानी। गिरा अनयन नयन बिनु बानी।। सुनि हरषीं सब सखीं सयानी। सिय हियँ अति उतकंठा जानी।। एक कहइ नृपसुत तेइ आली। सुने जे मुनि सँग आए काली।। जिन्ह निज रूप मोहनी डारी। कीन्ह स्वबस नगर नर नारी।। बरनत छबि जहँ तहँ सब लोगू। अवसि देखिअहिं देखन जोगू।। तासु वचन अति सियहि सुहाने। दरस लागि लोचन अकुलाने।। चली अग्र करि प्रिय सखि सोई। प्रीति पुरातन लखइ न कोई।।
Zwei Prinzen kamen, den Garten zu betrachten, beide in der Blüte der Jugend und auf jede Weise schön. Der eine dunkel, der andere hell; wie soll ich sie beschreiben? Ihre Sprache war ohne Augen, ihre Augen ohne Sprache. Als sie dies hörten, freuten sich alle weisen Gefährtinnen, und in Sitas Herz entstand große Sehnsucht. Eine der Jungfrauen sprach zur Prinzessin: "Hört zu, sie sind zu dieser Zeit mit den Weisen gekommen. Sie haben durch ihre eigene Gestalt einen Zauber der Schönheit gewirkt und die Männer und Frauen der Stadt in ihren Bann gezogen. Überall beschreibt jeder ihre Schönheit; man muss sie unbedingt sehen, denn sie sind sehenswert." Ihre Worte waren Sita überaus angenehm, und ihre Augen wurden unruhig vor Sehnsucht nach ihrem Anblick. Sie ging voraus und machte jene liebe Freundin zu ihrer Führerin; niemand bemerkte die uralte Liebe zwischen ihnen.
Verse 479 (दोहा/सोरठा)
सुमिरि सीय नारद बचन उपजी प्रीति पुनीत।। चकित बिलोकति सकल दिसि जनु सिसु मृगी सभीत।।229।।
Als Sita sich an Naradas Worte erinnerte, entstand eine heilige Liebe. Sie blickte staunend in alle Richtungen, wie ein ängstliches junges Reh.
परंपरागत मान्यता में यह ‘राम-रूप-दर्शन’ और ‘सीता-राम विवाह-हेतु पुण्य-संयोग’ का पाठ है: इसे श्रद्धा से पढ़ने/सुनने से मन में पवित्र अनुराग, विवाह/गृहस्थ-धर्म में सौम्यता, और गुरु-सेवा/नित्यकर्म में स्थिरता आती है—अर्थात् चित्त ‘विषय-मोह’ से हटकर ‘रूप-भक्ति’ में लगने लगता है।
लोक-प्रचलन में ‘सीता-राम’ नाम-संपुट (जैसे: ‘सीता राम, सीता राम’ या ‘श्रीराम जय राम जय जय राम’) को चौपाई/दोहा के अंत में जोड़कर जप-धारा बनाई जाती है; विवाह-प्रसंगों में विशेषतः ‘जय जय सीताराम’ संपुट का प्रयोग भी मिलता है।
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