Arthashastra Adhyaya 17
DharmasthiyaAdhyaya 1716 Sutras

Adhyaya 17

Kapitel 3.17 macht Zins zu einem rechtlich begrenzten Kreditinstrument und verwandelt die Ausbreitung von Wucher in einen diagnostischen Test für die Qualität der Regierungsführung. Zinsen werden durch Obergrenzen-/Anerkennungsregeln reguliert, einschließlich Schwellen für höhere Hauptsummen. Zentrale rechtliche Unterscheidung: dharmya prakṛti (legitimes Geschäft) vs rūpa-vyājya (verschleierter Wucher). Übermäßiger Zins ist nicht nur ein privates Unrecht, sondern ein Risiko für die öffentliche Ordnung, das durch Gerichte gesteuert wird. Wenn ausbeuterische Formen überhandnehmen, werden die Ursachen auf doṣa-bāhulya (hohe „Fehlerdichte“ des Volkes) oder bhāva-doṣa (Mängel des Staates/der Beamten) zurückgeführt. Regelgebundene daṇḍa (Sanktion) erhöht die Befolgung, stabilisiert den Handel und stärkt sowohl kośa (Einnahmen/Einzüge) als auch svāmin (Legitimität).

Recitation with translationArthashastra 3.17

Sutras

Sutra 1

साहसमन्वयवत्प्रसभकर्म ॥

Sāhasa (Gewaltdelikt/Raub) ist eine mit Gewalt begangene Handlung mit identifizierbarer Verbindung (anvaya), d. h. mit einer bis zum Täter zurückverfolgbaren Verknüpfung.

Sutra 2

निरन्वये स्तेयमपव्ययने च ॥

Diebstahl (steya) ist (Wegnahme) ohne zurückverfolgbare Verbindung (niranvaya); ebenso (gilt der Begriff) in Fällen von Veruntreuung/Verschleuderung (apavyayana).

Sutra 3

रत्नसारफल्गुकुप्यानां साहसे मूल्यसमो दण्डः इति मानवाः ॥

Für gewaltsame Wegnahme (sāhasa) von Schmuck, wertvollen Gütern, geringwertigen Gütern und Grund-/Industrieartikeln soll die Geldbuße dem Wert (mūlya) entsprechen — so sagen die Mānavas.

Sutra 4

मूल्यद्विगुणः इत्यौशनसाः ॥

(Die Geldbuße soll) das Doppelte des Wertes betragen — so sagen die Auśanasas.

Sutra 5

यथापराध इति कौटिल्यः ॥

Kauṭilya: „[Die Strafe soll] dem Vergehen proportional sein.“

Sutra 6

पुष्पफलशाकमूलकन्दपक्वान्नचर्मवेणुमृद्भाण्डादीनां क्षुद्रकद्रव्याणां द्वाद्शपणावरश्चतुर्विंशतिपणपरो दण्डः ॥

Für geringwertige Artikel—Blumen, Früchte, Gemüse, Wurzeln, Knollen, gekochte Speisen, Leder, Bambus, irdene Gefäße und dergleichen—beträgt die Geldstrafe 12 Paṇas (Minimum) bis 24 Paṇas (Maximum).

Sutra 7

कालायसकाष्ठरज्जुद्रव्यक्षुद्रपशुपटादीनां स्थूलकद्रव्याणां चतुर्विंशतिपणावरोऽष्टचत्वारिंशत्पणपरो दण्डः ॥

Für voluminösere/gewöhnliche Güter von erheblichem Wert—Eisen, Holz, Seile, Waren, Kleinvieh, Stoff und dergleichen—beträgt die Geldstrafe 24 Paṇas (Minimum) bis 48 Paṇas (Maximum).

Sutra 8

ताम्रवृत्तकंसकाचदन्तभाण्डादीनां स्थूलकद्रव्याणामष्टचत्वारिंशत्पणावरः षण्णवतिपरः पूर्वः साहसदण्डः ॥

Für wertvollere Güter wie Kupferwaren, Bronze/Messing, Glas, Elfenbeingefäße und dergleichen liegt die «erste» (pūrva) sāhasa-Geldstrafe zwischen 48 Paṇas (Minimum) und 96 Paṇas (Maximum).

Sutra 9

महापशुमनुष्यक्षेत्रगृहहिरण्यसुवर्णसूक्ष्मवस्त्रादीनां स्थूलकद्रव्याणां द्विशतावरः पञ्चशतपरो मध्यमः साहसदण्डः ॥

Für besonders wertvolle/risikoreiche Ziele—Großvieh, Personen, Felder, Häuser, Silber, Gold, feine Textilien und dergleichen—liegt die «mittlere» (madhyama) sāhasa-Geldstrafe zwischen 200 Paṇas (Minimum) und 500 Paṇas (Maximum).

Sutra 10

स्त्रियं पुरुषं वाभिषह्य बध्नतो बन्धयतो बन्धं वा मोक्षयतः पञ्चशतावरः सहस्रपर उत्तमः साहसदण्डः । इत्याचार्याः ॥

Die Lehrer sagen: Wer eine Frau oder einen Mann gewaltsam ergreift und fesselt (oder fesseln lässt) oder jemanden aus dem Gewahrsam freilässt, wird mit der «höchsten» (uttama) sāhasa-Geldstrafe belegt, die von 500 Paṇas (Minimum) bis 1.000 Paṇas (Maximum) reicht.

Sutra 11

यः साहसं प्रतिपत्ता इति कारयति स द्विगुणं दद्यात् ॥

Wer einen anderen dazu bringt zu erklären: „Ich stimme zu/erkenne an (pratipattā) diese Zwangshandlung (sāhasa) an“, hat die doppelte Geldbuße zu zahlen.

Sutra 12

यावद्द् हिरण्यमुपयोक्ष्यते तावद्दास्यामि इति स चतुर्गुणं दण्डं दद्यात् ॥

Wenn jemand einen anderen dazu zwingt zuzustimmen: „Ich werde als Sklave dienen, bis das Geld (hiraṇya) ‘aufgebraucht/wiedererlangt’ ist“, hat er eine vierfache Geldbuße zu zahlen.

Sutra 13

यः एतावद्द् हिरण्यं दास्यामि इति प्रमाणमुद्दिश्य कारयति स यथोक्तं हिरण्यं दण्डं च दद्यात् इति बार्हस्पत्याः ॥

Nach den Autoritäten der Bārhaspatya-Tradition: Wer unter Angabe eines bemessenen Betrags (pramāṇa) jemanden erklären lässt: „Ich werde so viel Geld zahlen/übergeben“, hat den genannten Betrag (als Wiedergutmachung) sowie zusätzlich die Geldbuße zu zahlen.

Sutra 14

स चेत्कोपं मदं मोहं वापदिशेद् यथोक्तवद्दण्डमेनं कुर्यादिति कौटिल्यः ॥

Kauṭilya: Selbst wenn er Zorn, Rausch oder Verblendung als Vorwand anführt, ist die Strafe genau wie vorgeschrieben zu verhängen.

Sutra 15

शतात्परेषु व्याजीं च विद्यात्पञ्चपणं शतम् ॥

Bei Beträgen über hundert ist zusätzlich vyājī (ein Zuschlag in Art einer Abgabe/Zinssteigerung) anzuwenden: einhundertfünf (paṇa).

Sutra 16

रूपव्याज्यावधर्मिष्ठे धर्म्या तु प्रकृतिः स्मृता ॥

Rūpa und vyājī werden bei falscher Anwendung unrechtmäßig; die „normale Lage“ (ordnungsgemäße Praxis) gilt jedoch als rechtmäßig.

Frequently Asked Questions

Credit remains available yet non-predatory; disputes reduce, commercial confidence rises, and the king’s courts gain legitimacy—supporting stable revenue and social order.

Disguised or unlawful interest (rūpa-vyājya/adharmya vyājī) is treated as punishable in adjudication—typically via enforced restitution and fines under the court’s vyavahāra procedures, with severity scaled to proven wrongdoing and harm.

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