Adhyaya 185
Prabhasa KhandaPrabhasa Kshetra MahatmyaAdhyaya 185

Adhyaya 185

Dieses Adhyāya überliefert Īśvaras Weisung an Mahādevī über eine örtliche Manifestation der Devamātā Sarasvatī im Prabhāsa-kṣetra. Die Gottheit wird als „Devamātā“ (Mutter der Devas) erkannt und in der Welt unter dem Namen Sarasvatī gepriesen; sie befindet sich in der nairṛta‑Richtung (Südwesten) und nimmt die Gestalt der Gaurī (Gaurī-rūpa) an. Beschrieben werden ihr Sitzen in der Haltung pādukāsana sowie eine Form, die mit der Bildsprache von „vaḍavā“ verbunden ist. Der Text erläutert den Grund des Beinamens: Die Devas werden wie Kinder von einer Mutter vor der Furcht vor dem vaḍavānala geschützt; daher bestätigen die Gelehrten die Benennung Devamātā. Es folgt eine Zeitvorschrift: Am tṛtīyā (dritten Mondtag) des Monats Māgha erlangt ein disziplinierter Mann oder eine beherrschte, tugendhafte Frau durch Verehrung der Göttin die gewünschten Ziele. Auch das Verdienst der Gastfreundschaft wird hervorgehoben: Ein Paar mit pāyasa (süßem Milchreis) und Zucker u. a. zu speisen, bringt eine Frucht, die einem großen „Gaurī‑Speisungsritus“ gleichkommt. Den Abschluss bildet eine dāna‑Anweisung: An diesem Ort soll man einem rechtschaffenen Brāhmaṇa goldene Sandalen (suvarṇa-pādukā) schenken.

Shlokas

Verse 1

ईश्वर उवाच । ततो गच्छेन्महादेवि देवमातरमव्ययाम् । मंकीशान्नैरृते भागे गौरीरूपसमाश्रिताम् । देवमाता सरस्वत्या नाम लोकेषु गीयते

Īśvara sprach: „Dann, o Mahādevī, soll man zu Devamātā, der Unvergänglichen, gehen. Südwestlich von Maṃkīśa weilt sie in der Gestalt Gaurīs. In den Welten wird sie unter dem Namen ‚Devamātā Sarasvatī‘ besungen.“

Verse 2

पादुकासनसंस्था च तत्र देवी सरस्वती । गौरीरूपेण सा तत्र वडवाश्रितविग्रहा

Dort weilt die Göttin Sarasvatī auf einem Pādukāsana, einem Sitz aus Sandalen. An eben diesem Ort ist sie in der Gestalt Gaurīs gegenwärtig und hat eine Erscheinungsform angenommen, die mit Vaḍavā, dem unterseeischen Feuer, verbunden ist.

Verse 3

मातृवद्रक्षिता देवा वडवानलभीतितः । देवमातेति लोकेऽस्मिं स्ततः सा विबुधैः कृता

Wie eine Mutter beschützte sie die Götter vor der Furcht vor dem Vaḍavānala, dem Feuer der Vaḍavā. Darum begründeten die Weisen in dieser Welt ihren Ruhm als „Devamātā“, die Mutter der Devas.

Verse 4

माघे मासे तृतीयायां यस्तामर्चयते नरः । नारी वा संयता साध्वी सर्वान्कामानवाप्नुयात्

Im Monat Māgha, am Tṛtīyā‑Tag (dem dritten Mondtag), erlangt jeder, der sie verehrt—sei es ein Mann oder eine beherrschte, tugendhafte Frau—alle gewünschten Ziele.

Verse 5

दंपती भोज येद्यस्तु पायसैः शर्करादिभिः । गौरीसहस्रभोज्यस्य दत्तस्य फलमाप्नुयात्

Wer jedoch ein Ehepaar mit süßem Milchreis, Zucker und dergleichen speist, erlangt Verdienst, der dem gleichkommt, als hätte er tausend Verehrer der Gaurī bewirtet.

Verse 6

सुवर्णपादुका देया तत्र विप्राय शीलिने

Dort soll man einem sittsamen Brahmanen goldene Sandalen als Gabe darbringen.