
Īśvara (Śiva) spricht zu Devī und weist sie zu Siddheśvara, einer höchsten Gottesgestalt im westlichen Teil des Gebietes, die ursprünglich von den Siddhas errichtet wurde. Die Siddhas—göttliche Wesen—kommen herbei und weihen einen Liṅga, in ausdrücklicher Absicht, Siddhi zu erlangen, also Vollendung und Gelingen in allen Unternehmungen. Als Śiva ihre strenge Tapas (Askese) sieht, ist er erfreut und verleiht ihnen eine Vielzahl außergewöhnlicher Kräfte, wie aṇimā und weitere Formen von aiśvarya (heiliges Herrschertum). Zudem erklärt er seine immerwährende Nähe an diesem Ort (nitya-sānidhya). Es folgt eine zeitliche Vorschrift: Wer Śiva dort am vierzehnten Tag der hellen Monatshälfte (śukla-caturdaśī) im Monat Caitra verehrt, erreicht durch Śivas Gnade den höchsten Zustand. Die Erzählung endet damit, dass Śiva dem Blick entschwindet, während die Siddhas weiter verehren; und als allgemeine Weisung wird hinzugefügt, dass hingebungsvolle Verehrung Siddheśvaras bemerkenswerte Erfüllung und gewünschte Früchte schenkt, weshalb beständige Anbetung empfohlen wird.
Verse 1
ईश्वर उवाच । ततो गच्छेन्महादेवि देवं सिद्धेश्वरं परम् । तस्यैव पश्चिमे भागे सिद्धैः संस्थापितं पुरा
Īśvara sprach: „Dann, o große Göttin, soll man zum höchsten Herrn Siddheśvara gehen. An der Westseite eben dieses heiligen Ortes wurde einst von den Siddhas ein Liṅga errichtet.“
Verse 2
सिद्धा नाम सुराः पूर्वं तत्रागत्य वरानने । लिंगं संस्थापयामासुः सिद्ध्यर्थं सर्ववस्तुषु
O du Schönangesichtige, in alter Zeit kamen die göttlichen Wesen, die Siddhas genannt werden, dorthin und errichteten einen Liṅga, im Verlangen nach Erfolg und Vollendung in allen Vorhaben.
Verse 3
ततस्तुष्टो महादेवि तेषां दृष्ट्वा तपो महत् । अणिमादिकमैश्वर्यं तेषां सर्वं ददौ शिवः
Dann, o große Göttin, war Śiva erfreut, als er ihre große Askese sah, und verlieh ihnen alle Herrscherkräfte, beginnend mit aṇimā (den feinen yogischen Vollkommenheiten).
Verse 4
अब्रवीदत्र मे नित्यं सानिध्यं च भविष्यति
Er sprach: „Hier wird wahrlich meine Gegenwart für immer verweilen.“
Verse 5
चैत्रे शुक्लचतुर्द्दश्यां योऽत्र मां पूजयिष्यति । स यास्यति परं स्थानं प्रसादान्मम पुण्यकृत्
Wer mich hier am vierzehnten Mondtag (caturdaśī) der hellen Monatshälfte im Monat Caitra verehrt—nachdem er verdienstvolle Taten vollbracht hat—wird durch meine Gnade die höchste Wohnstatt erlangen.
Verse 6
एवमुक्त्वाऽथ भगवाञ्जगामादर्शनं ततः । सिद्धाश्चैव तदाऽगत्य पूजयंति महेश्वरम्
Nachdem der Erhabene Herr so gesprochen hatte, entschwand er dem Blick. Daraufhin kamen die Siddhas wieder und verehrten Maheśvara.
Verse 7
यस्तमाराधयेद्भक्त्या संसिद्धिं लभतेऽद्भुताम् । ईप्सितां च सुरश्रेष्ठे तस्मात्तं पूजयेत्सदा
Wer ihn in Hingabe verehrt, erlangt eine wunderbare, vollkommene Vollendung und auch die ersehnte Gabe, o Beste der Göttinnen. Darum soll man ihn stets verehren.
Verse 260
इति श्रीस्कान्दे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहितायां सप्तमे प्रभासखण्डे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्ये सिद्धेश्वरमाहात्म्यवर्णनंनाम षष्ट्युत्तरद्विशततमोऽध्यायः
So endet das zweihundertsechzigste Kapitel, genannt „Die Darstellung der Größe Siddheśvaras“, im Prabhāsa-Khaṇḍa—innerhalb des Prabhāsa-kṣetra-māhātmya—des Śrī Skanda Mahāpurāṇa, in der Ekāśīti-sāhasrī Saṃhitā.