
Dieses Kapitel enthält Īśvaras theologische Darlegung über ein Heiligtum namens Āśāpūra Vighnarāja, das in der Richtung Vāyavya (Nordwesten) liegt und als „akalmaṣa“ (unbefleckt) sowie „vighna-nāśana“ (Vernichter von Hindernissen) gepriesen wird. Der Beiname Āśāpūraka—„Erfüller von Hoffnung und Wunsch“—wird daraus erklärt, dass die Gottheit die Sehnsüchte der Verehrenden gewährt. Die Wirkkraft des Schreins wird durch beispielhafte Verehrungserzählungen bekräftigt: Rāma, Sītā und Lakṣmaṇa sollen dort Gaṇeśa/Vighneśa verehrt und ihr erstrebtes Ziel erlangt haben. Ebenso wird Candra (der Mond) geschildert, wie er Gaṇādhipa verehrt und die erbetene Gnade empfängt, ausdrücklich auch die Vernichtung aller kuṣṭha (Hautkrankheiten) als heilende Frucht. Rituell wird vorgeschrieben: Am vierten Mondtag der hellen Monatshälfte (śukla-caturthī) im Monat Bhādrapada soll man die Gottheit verehren und Brāhmaṇas mit Modakas (süßen Opfergaben) speisen. Die phala-Aussage lautet, dass durch Vighnarājas Gnade der gewünschte Erfolg eintritt. Abschließend wird die Gottheit als von Īśvara eingesetzt beschrieben, zum Schutz des kṣetra und zur Beseitigung von Hindernissen für Reisende.
Verse 1
ईश्वर उवाच । आशापूरं ततो गच्छेद्विघ्नराजमकल्मषम् । शशिभूषण वायव्ये संस्थितं विघ्ननाशनम् । आशां पूरयते यस्मात्तेनाशापूरकः स्मृतः
Īśvara sprach: „Dann soll man nach Āśāpūra gehen, zu Vighnarāja, dem makellosen Herrn der Hindernisse, dem Vernichter aller Hemmnisse, der im Nordwesten von Śaśibhūṣaṇa weilt. Weil er die Hoffnungen erfüllt, wird er als ‘Āśāpūraka’—der Erfüller der Wünsche—im Gedächtnis bewahrt.“
Verse 2
यत्र रामेण देवेशि सीतया लक्ष्मणेन च । समाराध्य च विघ्नेशं प्राप्तं काममभीप्सितम्
O Göttin der Götter, eben dort verehrte Rāma zusammen mit Sītā und Lakṣmaṇa Vighneśa in vollkommener Hingabe und erlangte das ersehnte Ziel.
Verse 3
यत्र चंद्रमसा देवि समाराध्य गणाधिपम् । लब्धं तद्वांछितं पूर्वं सर्वकुष्ठविनाशनम्
O Göttin, an eben diesem Ort verehrte einst der Mondgott Gaṇādhipa (Gaṇeśa) in vollkommener Hingabe und erlangte die ersehnte Gabe: die völlige Vernichtung aller Lepra.
Verse 4
चतुर्थ्यां शुक्लपक्षे च मासि भाद्रपदे तथा । तत्र संपूज्य देवेशं मोदकैर्भोजयेद्द्विजान्
Am vierten Mondtag (Caturthī) der hellen Monatshälfte, im Monat Bhādrapada, soll man dort den Herrn nach gebührendem Ritus verehren und danach die Zweimalgeborenen (Brāhmaṇas) mit Modakas speisen.
Verse 5
वाञ्छितां लभते सिद्धिं विघ्नराजप्रसादतः । क्षेत्रस्यास्य महादेवि रक्षार्थं तु मया पुरा
Durch die Gnade Vighnarājas erlangt man die ersehnte Vollendung. Und, o Mahādevī, schon vor langer Zeit habe ich ihn zum Schutz dieses heiligen Kṣetra eingesetzt.
Verse 6
ततो नियुक्तो देवेशि यायिनां विघ्ननाशनः
Darum, o Herrin des Herrn, wurde hier der Beseitiger der Hindernisse (Vighnanāśana) eingesetzt, um die Hemmnisse von Reisenden und Pilgern zu vernichten.
Verse 341
इति श्रीस्कांदे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहितायां सप्तमे प्रभास खण्डे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्य आशापूरविघ्नराज माहात्म्यवर्णनंनामैकचत्शरिंशदुत्तर त्रिशततमोऽध्यायः
So endet das dreihunderteinundvierzigste Kapitel, genannt „Darlegung der Größe Āśāpūra Vighnarājas“, im ersten Prabhāsakṣetra-Māhātmya des siebten Prabhāsa-Khaṇḍa des Śrī Skanda-Mahāpurāṇa (in der Saṃhitā von einundachtzigtausend Versen).