Adhyaya 275
Prabhasa KhandaPrabhasa Kshetra MahatmyaAdhyaya 275

Adhyaya 275

Dieses Kapitel bietet eine knappe Anleitung zu Trinetreśvara, der Gestalt Śivas „mit drei Augen“, verbunden mit einem tīrtha nahe dem Ṛṣi-tīrtha. Īśvara spricht zu Mahādevī und weist den Pilger an, den dreiäugigen Gott an einem Ort zu verehren, der nördlich des Ufers der Nyanku-matī liegt und seit alters von Weisen verehrt wurde. Das Wasser dort wird als kristallklar beschrieben, und ein besonderes, mit Fisch-Bildsprache verknüpftes Wassermerkmal gilt als Kennzeichen dieses tīrtha. Zentral ist die rituell-doktrinäre Aussage der Reinigung: Ein Bad an diesem Ort soll von der Sündenkategorie brahmahatyā befreien. Danach wird ein kalendarisches vrata festgelegt: Am caturdaśī der dunklen Monatshälfte (kṛṣṇa-pakṣa) im Monat Bhādrapada soll man fasten und eine Nachtwache halten. Am Morgen sind śrāddha zu vollziehen und Śiva nach rechter Vorschrift zu verehren. Die phalaśruti verheißt als Frucht einen langandauernden Aufenthalt in Rudra-loka, ausgedrückt in großer, formelhafter Zeitdauer. So verbindet das Kapitel tīrtha-Praxis, korrekte Ritualausführung und jenseitige Belohnung im soteriologischen Rahmen des Śaivismus.

Shlokas

Verse 1

ईश्वर उवाच । ततो गच्छेन्महादेवि देवं चैव त्रिलोचनम् । ऋषितीर्थसमीपे तु सर्वपातकनाशनम् । न्यङ्कुमत्युत्तरे कूल ऋषिभिः पूजितं पुरा

Īśvara sprach: Dann, o Mahādevī, soll man zum Gott Trilocana, dem Dreiäugigen, nahe bei Ṛṣitīrtha gehen—dem Vernichter aller Sünden—am nördlichen Ufer der Nyaṅkumatī, der einst von den ṛṣi verehrt wurde.

Verse 2

त्रिनेत्रा मत्स्यका यत्र जलं स्फटिकसन्निभम् । तत्र स्नात्वा नरो देवि मुच्यते ब्रह्महत्यया

O Devī, wo die Fische namens Trinetrā sind und das Wasser kristallgleich ist, wird der Mensch, der dort badet, vom Vergehen der brahma-hatyā—der Tötung eines Brāhmaṇa—befreit.

Verse 3

कृष्णपक्षे चतुर्द्दश्यां मासे भाद्रपदे तथा । उपवासं तु कुर्वीत रात्रौ जागरणं तथा

Am vierzehnten Mondtag, der Caturdaśī, in der dunklen Monatshälfte des Bhādrapada, soll man fasten und in jener Nacht ebenso in heiliger Vigil wachen.

Verse 4

प्रातः श्राद्धं प्रकुर्वीत विधिवत्पूजयेच्छिवम् । रुद्रलोके वसेद्देवि वर्षाणामयुतत्रयम्

Am Morgen soll man das Śrāddha ordnungsgemäß vollziehen und Śiva nach rechter Vorschrift verehren. O Devī, dann weilt man in Rudras Welt dreißigtausend Jahre.

Verse 275

इति श्रीस्कांदे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहितायां सप्तमे प्रभासखण्डे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्ये त्रिनेत्रेश्वरमाहात्म्यवर्णनंनाम पञ्चसप्तत्युत्तरद्विशततमोऽध्यायः

So endet im ehrwürdigen Skanda-Mahāpurāṇa—im Kompendium von einundachtzigtausend Ślokas—im siebten Teil, dem Prabhāsa-khaṇḍa, und in dessen erstem Abschnitt, dem Prabhāsa-kṣetra-māhātmya, das Kapitel mit dem Titel „Darlegung der Größe Trinetreśvaras“, Kapitel 275.