
Dieses Adhyāya überliefert Īśvaras Unterweisung über den Fluss Hiraṇyā, der als heiliges, reinigendes Wasser gepriesen wird: sündentilgend (pāpanāśinī), verdienstspendend (puṇyā), alle Wünsche erfüllend (sarvakāmapradā) und Armut beendend (dāridryāntakāriṇī). Das Kapitel skizziert ein kompaktes Pilgerprotokoll: zum Fluss treten, nach vorgeschriebener Weise baden (vidhānena snāna), piṇḍodaka-Riten für die Ahnen vollziehen und anschließend geregelte Freigebigkeit sowie Gastfreundschaft üben. Es heißt, wer dies recht ausführt, erlangt unvergängliche Welten (akṣayān lokān) und hilft zugleich den Vorfahren, indem er sie von Sünde emporhebt. Ein besonderes Motiv ist die Gleichsetzung von Verdienst: Schon die Speisung eines einzigen qualifizierten Brāhmaṇa wird rhetorisch dem Speisen unzähliger Dvija gleichgestellt—mit Betonung von Absicht, Würdigkeit des Empfängers und rituellem Zusammenhang. Ferner wird die Gabe eines „goldenen Wagens“ (hemaratha-dāna) an einen vedakundigen Brāhmaṇa empfohlen, Śiva geweiht; ihre Frucht wird dem Verdienst ausgedehnter Pilgerfahrten (yātrā) gleichgeachtet.
Verse 1
ईश्वर उवाच । ततो गच्छेन्महादेवि हिरण्यां पापनाशिनीम् । सर्वकामप्रदां पुण्यां दारिद्र्यस्यांतकारिणीम्
Īśvara sprach: Dann, o große Göttin, soll man zur Hiraṇyā, der sündenvernichtenden Strömung, gehen — heilig, Gewährerin aller Wünsche und Bezwingerin der Armut.
Verse 2
तत्र स्नात्वा विधानेन कृत्वा पिंडोदक क्रियाम् । प्राप्नुयादक्षयांल्लोकान्पितॄनुद्धृत्य पापतः
Hat man dort nach der vorgeschriebenen Ordnung gebadet und die Handlungen der Piṇḍa- und Wasserspende vollzogen, so erlangt man unvergängliche Welten, indem man die Ahnen aus der Sünde emporhebt.
Verse 3
एकं यो भोजयेत्तत्र ब्राह्मणं शंसितव्रतम् । तेनायुतसहस्रं हि भोजितं स्याद्द्विजन्मनाम्
Wer dort auch nur einen Brahmanen speist, dessen Gelübde gerühmt ist, der hat durch diese Tat gleichsam zehntausend Zweimalgeborene gespeist.
Verse 4
तत्र हेमरथा देयो ब्राह्मणे वेदपारगे । विधिना शिवमुद्दिश्य यात्रायुतफलं लभेत्
Dort soll man einem in den Veden bewanderten Brāhmaṇa einen goldenen Wagen schenken. Wird es rituell vollzogen und Śiva geweiht, erlangt man Verdienst gleich zehntausend Pilgerfahrten.
Verse 238
इति श्रीस्कांदे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहिताया सप्तमे प्रभासखण्डे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्ये हिरण्यानदीमाहात्म्यवर्णनंनामाष्टात्रिंशदुत्तरद्विशततमोऽध्यायः
So endet im heiligen Skanda-Mahāpurāṇa, in der Saṃhitā von einundachtzigtausend Versen, im siebten Buch—Prabhāsa Khaṇḍa—im ersten Abschnitt, dem Prabhāsa-kṣetra Māhātmya, das Kapitel mit dem Titel „Beschreibung der Herrlichkeit des Flusses Hiraṇyā“, nämlich Kapitel 238.