Adhyaya 229
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Adhyaya 229

Kapitel 229 schildert Īśvaras Unterweisung an Mahādevī und lenkt ihre Aufmerksamkeit auf die dreifach-weggehende Gaṅgā (tripathagāminī) in der Richtung Īśānya (Nordosten). Diese Gaṅgā wird als svayaṃbhū, selbstoffenbart, gepriesen und zugleich als heiliger Strom, den Viṣṇu einst aus dem Innern der Erde hervorgebracht habe—mit ausdrücklich heilbringender Absicht, verbunden mit den Yādavas und der allgemeinen Besänftigung und Tilgung von Sünde. Darauf folgt eine rituell-ethische Abfolge: Das Bad (snāna) an diesem Ort, selbst wenn es durch angesammeltes Verdienst zustande kommt, und die Durchführung des śrāddha nach rechter Vorschrift (vidhāna) führen zu einem Zustand ohne Reue über Getanes oder Unterlassenes. Zudem wird ein Verdienstvergleich gegeben: Das puṇya, das durch die Gabe des gesamten Kosmos (brahmāṇḍa) erwächst, soll dem Verdienst eines Bades in den Wassern der Jāhnavī während Kārttikī entsprechen. Abschließend wird bemerkt, dass in der Kali-yuga ein solches darśana schwerer zugänglich ist; dadurch wird der Wert von snāna–dāna in Prabhāsa in Gaṅgā-/Jāhnavī-Wassern umso stärker hervorgehoben.

Shlokas

Verse 1

ईश्वर उवाच । ततो गच्छेन्महादेवि गंगां त्रिपथगामिनीम् । अनरकेशतो देवि ऐशान्यां दिशि संस्थिताम्

Īśvara sprach: Danach, o Mahādevī, soll man zur Gaṅgā gehen, die auf drei Pfaden strömt; o Devī, sie liegt nordöstlich von Anarakeśa.

Verse 2

स्वयंभूतां धरामध्यादानीतां विष्णुना पुरा । यादवानां तु मुक्त्यर्थं सर्वपापोपशान्तये

Sie ist selbstmanifest; einst brachte Viṣṇu sie aus dem Innersten der Erde herbei, zur Befreiung der Yādavas und zur Stillung aller Sünden.

Verse 3

यस्तत्र कुरुते स्नानं कथंचित्पुण्यसंचयात् । श्राद्धं चैव विधानेन न स शोचेत्कृताकृते

Wer dort badet—kraft irgendeiner Ansammlung von Verdienst—und zudem das śrāddha nach der Vorschrift vollzieht, der trauert nicht über das Getane oder das Unterlassene.

Verse 4

ब्रह्माण्डं सकलं दत्त्वा यत्पुण्यफलमाप्नुयात् । तत्पुण्यं प्राप्नुयाद्देवि कार्तिक्यां जाह्नवीजले

O Devī, das Verdienst, dessen Frucht man erlangte, wenn man das ganze Universum verschenkte, ebendieses Verdienst erlangt man, wenn man im Monat Kārtika in den Wassern der Jāhnavī badet bzw. die Riten vollzieht.

Verse 5

कलौ युगे तु संप्राप्ते दुर्ल्लभं तत्र दर्शनम् । किं पुनः स्नानदानं तु प्रभासे जाह्नवीजले

Wenn das Kali-Zeitalter (Kali-yuga) eingetreten ist, ist selbst das bloße darśana—die Schau der heiligen Gegenwart—schwer zu erlangen; wie viel mehr dann rituelles Bad und dāna (Almosengabe) in den Wassern der Jāhnavī zu Prabhāsa!

Verse 229

इति श्रीस्कांदे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहितायां सप्तमे प्रभासखण्डे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्ये गंगामाहात्म्यवर्णनंनामैकोनत्रिंशदुत्तरद्विशततमोऽध्यायः

So endet das zweihundertneunundzwanzigste Kapitel, genannt „Beschreibung der Größe der Gaṅgā“, im ersten Prabhāsa-kṣetra Māhātmya, innerhalb des siebten Prabhāsa Khaṇḍa des Śrī Skanda Mahāpurāṇa, in der Ekāśītisāhasrī Saṃhitā.