Adhyaya 122
Prabhasa KhandaPrabhasa Kshetra MahatmyaAdhyaya 122

Adhyaya 122

Dieses Kapitel ist eine knappe Unterweisung, in der Īśvara (Śiva) zu Devī spricht und ihre Aufmerksamkeit auf einen Liṅga im Prabhāsa-kṣetra lenkt, der Citrāṅgadeśvara heißt. Der Text gibt zugleich Wegangaben für Pilger: Der Liṅga befindet sich im Südwesten, in einer Entfernung von etwa zwanzig „Bögen“, ganz im Sinne der itinerarischen Ordnung dieses Abschnitts. Die Herkunft des Heiligtums wird Citrāṅgada, einem Herrn der Gandharvas, zugeschrieben. Als er die Reinheit des Ortes erkannte, vollzog er strenge Askese, verehrte Maheśvara und errichtete dort den Liṅga. Danach wendet sich das Kapitel der rituellen Wirkkraft zu: Verehrung mit bhāva, also mit innerer Hingabe und aufrichtiger Gesinnung, gewährt Zugang zur Gandharva-Welt und Gemeinschaft mit den Gandharvas. Hinzu kommt eine zeitliche Vorschrift: Am śukla-trayodaśī (dem dreizehnten Tag der hellen Monatshälfte) soll man Śiva regelgemäß baden und Ihn der Reihe nach mit verschiedenen Blumen, Düften und Weihrauch verehren. Verheißen wird die umfassende Erfüllung der Wünsche, gebunden an korrektes Vorgehen und die rechte innere Haltung.

Shlokas

Verse 1

ईश्वर उवाच । ततो गच्छेन्महादेवि लिंगं चित्रांगदेश्वरम् । तस्यैव नैरृते भागे धनुर्विंशतिभिः स्थितम्

Īśvara sprach: „Dann, o Mahādevī, soll man zum Liṅga namens Citrāṅgadeśvara gehen. Es befindet sich im südwestlichen Viertel (nairṛta), in einer Entfernung von zwanzig Dhanu.“

Verse 2

चित्रांगदेन देवेशि गंधर्वपतिना प्रिये । क्षेत्रं पवित्रं ज्ञात्वा वै लिंगं तत्र प्रतिष्ठितम् । कृत्वा तपो महाघोरं समाराध्य महेश्वरम्

O Deveśī, Geliebte: Citrāṅgada, der Herr der Gandharvas, erkannte die Heiligkeit jenes reinen Feldes und errichtete dort ein Liṅga. Nachdem er äußerst strenge Tapas vollzogen hatte, verehrte er Maheśvara in gebührender Weise.

Verse 3

अथ यो भावसंयुक्तस्तल्लिगं संप्रपूजयेत् । गांधर्वलोकमाप्नोति गन्धर्वैः सह मोदते

Wer nun jenes Liṅga mit inniger Hingabe verehrt, gelangt in die Welt der Gandharvas und erfreut sich dort in ihrer Gemeinschaft.

Verse 4

तत्र शुक्लत्रयोदश्यां संस्नाप्य विधिना शिवम् । पूजयेद्विविधैः पुष्पैर्गंधधूपैरनु क्रमात् । स प्राप्नोत्यखिलं कामं मनसा यद्यदीप्सितम्

Dort, am dreizehnten Tag der hellen Monatshälfte, nachdem man Śiva nach der rechten Vorschrift gebadet hat, soll man ihn der Reihe nach mit vielfältigen Blumen, Wohlgerüchen und Weihrauch verehren. Er erlangt jedes ersehnte Ziel—alles, wonach sein Geist verlangt.

Verse 122

इति श्रीस्कान्दे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहितायां सप्तमे प्रभासखंडे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्ये चित्रांगदेश्वरमाहात्म्यवर्णनंनाम द्वाविंशत्युत्तरशततमोऽध्यायः

So endet das hundertzweiundzwanzigste Kapitel, genannt „Die Darstellung der Größe Citrāṅgadeśvaras“, im Prabhāsa-Khaṇḍa—innerhalb der Prabhāsakṣetra-Māhātmya—des ehrwürdigen Skanda-Mahāpurāṇa, in der Sammlung von einundachtzigtausend Versen.